Diesen Monat für Sie entworfen:

Dipl.-Kfm.
Ralf Erich Schauer
Steuerberater, Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 


1. Wann Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind

In unserer immer älter werdenden Gesellschaft rücken Themen wie Pflege und Unterbringung in einem Heim zunehmend in den Mittelpunkt. Nicht nur die Wahl der richtigen Pflegeform oder des Heims sind wichtig. Ein Pflegefall in der Familie bringt auch steuerliche Aspekte mit sich, die beachtet werden sollten.

Pflege hat viele Gesichter. Da gibt es z. B. die Hilfe, die täglich für eine Stunde vorbei schaut, einkauft und nach dem Rechten sieht, wenn das nicht mehr alleine erledigt werden kann. Andere brauchen nur Unterstützung bei der Körperpflege, kommen aber sonst noch gut alleine zurecht. Und wieder andere benötigen jemanden, der rund um die Uhr zur Verfügung steht. Wenn das Leben zu Hause trotz Unterstützung gar nicht mehr klappt, wird die Pflege in einem Heim fortgesetzt. Für ein „Heim“ entscheiden sich jedoch nicht nur pflegebedürftige Menschen. Es gibt es die verschiedensten Angebote, z. B. betreutes Wohnen oder Wohngemeinschaften für Senioren.

Für welches Pflege- bzw. Betreuungsmodell auch immer Sie sich entscheiden, eines haben sie alle gemeinsam: Sie kosten Geld. Es können Kosten anfallen für die Beschäftigung einer ambulanten Pflegekraft, die Inanspruchnahme von Pflegediensten, von Einrichtungen der Tages- und Nachpflege, der Kurzzeitpflege oder von nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Betreuungsangeboten und für die Unterbringung in einem Heim (R 33.3 Abs. 2 EStR).Für diese Pflegekosten gibt es steuerliche Erleichterungen, z. B. können sie als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG geltend gemacht werden. Allerdings ist der steuerliche Abzug von einigen Voraussetzungen abhängig.

 

Pflegebedürftigkeit der gepflegten Person

Voraussetzung für die Geltendmachung der Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen ist, dass die gepflegte Person zum begünstigten Personenkreis zählt. Dazu gehören pflegebedürftige Personen, die in einen der Pflegegrade 1 bis 5 eingestuft werden. Wer nicht zu diesen pflegebedürftigen Menschen gehört, aber kurzfristig auf Pflege angewiesen ist (z. B. wegen einer vorübergehenden Krankheit), kann die dadurch entstehenden Kosten ebenfalls als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

Wichtig: Nur die Aufwendungen für Pflege und Betreuung gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen.

 

Erstattungen und zumutbare Belastung

Die Pflegekosten einer bedürftigen Person sind als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG abzugsfähig, allerdings nicht in voller Höhe:

  • Erstattungen/Zahlungen von Versicherungen oder anderen Stellen: Die Pflegekosten müssen um die entsprechenden Beträge gekürzt werden.
  • Zumutbare Belastung: Pflegekosten gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art. Das Gesetz verlangt, dass ein Teil der Aufwendungen selbst getragen werden muss – dieser Eigenanteil heißt hier zumutbare Belastung. Nur Kosten, die über die zumutbare Belastung hinausgehen, sind als außergewöhnliche Belastungen abziehbar. Wie hoch die zumutbare Belastung ist, hängt davon ab, ob derjenige, der die Kosten geltend macht, verheiratet ist, ob er Kinder hat und wie hoch der Gesamtbetrag der Einkünfte ist.

Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen

Zwar wird bei einer Pflege zu Hause ein Teil der Kosten aufgrund der zumutbaren Belastung nicht berücksichtigt. Für diesen Betrag kann jedoch die Steuerermäßigung nach § 35a EStG für haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Beschäftigungsverhältnisse in Anspruch genommen werden. Das gilt auch für altersbedingte Pflegekosten und hauswirtschaftliche Leistungen, die nicht als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden können.

 

Pflegekosten oder Behinderten-Pauschbetrag?

Behinderte Menschen können für ihre behinderungsbedingten Aufwendungen den Behinderten-Pauschbetrag bekommen. Mit ihm sind laufende und typische Aufwendungen für die Hilfe bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens, für die Pflege und für einen erhöhten Wäschebedarf abgegolten.

Wichtig: Wird der Behinderten-Pauschbetrag in Anspruch genommen, sind daneben keine Pflegekosten absetzbar (§ 33b Abs. 1 Satz 1 EStG, R 33.3 Abs. 4 EStR).

Quelle: https://www.haufe.de/steuern/kanzlei-co/pflegefall-in-der-familie-und-steuerliche-aspekte/pflegekosten-sind-aussergewoehnliche-belastungen_170_270170.html

 

 

2. Dauerbrenner Rechnungsnummern

Es gibt keine Vorgaben, wie Rechnungsnummern aufgebaut sein müssen. Jeder Unternehmer entscheidet dies selbst. Der Leistungsempfänger, der den Vorsteuerabzug beanspruchen will, kann daher nicht kontrollieren, ob es sich um eine fortlaufende Rechnungsnummer handelt. Für ihn ist es somit entscheidend, dass eine Rechnungsnummer vorhanden ist, die plausibel erscheint.

Es soll mit dieser Nummer sichergestellt werden, dass die erstellte Rechnung einmalig ist. Bei der Erstellung der Rechnungsnummer können verwendet werden:

  • eine oder mehrere Zahlen- oder Buchstabenreihen oder eine Kombination von Ziffern mit Buchstaben,
  • mehrere separate Nummernkreise, in denen eine Rechnungsnummer jeweils einmalig ver­geben wird,
  • Nummernkreise für zeitlich, geografisch oder organisatorisch abgegrenzte Bereiche, z. B. für Zeiträume (Monate, Wochen, Tage), verschiedene Filialen, Betriebsstätten einschließlich Organgesellschaften oder Bestandsobjekte.

Gewährleistet muss deshalb sein, dass

  • die jeweilige Rechnung leicht und eindeutig dem jeweiligen Nummernkreis zugeordnet werden kann und
  • die Rechnungsnummer einmalig ist (z. B. durch Vergabe einer bestimmten Klassifizierung für einen Nummernkreis).

Eine lückenlose Abfolge der ausgestellten Rechnungsnummern ist hingegen nicht zwingend.

Bei Verwendung von Kontoauszügen als Rechnung reicht die Kombination der Kontonummer, Kontoauszugsnummer und des Kontoauszugsdatums zur Identifizierung aus.

Bei Verträgen über Dauerleistungen (Hausvermietungen, Leasingleistungen, Buchführung durch Steuerberater) ist es ausreichend, wenn sie eine einmalige Nummer enthalten (z. B. Wohnungs- oder Objektnummer, Mieternummer). Zahlungsbelege müssen keine gesonderte fortlaufende Nummer aufweisen.

Schließlich hat bei der Erstellung einer Gutschrift der Gutschriftsaussteller die fortlaufende Nummer zu vergeben. Kleinbetragsrechnungen und Fahrausweise müssen keine fortlaufende Nummer enthalten.