Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


1. Betriebsveranstaltungen – man sollte wissen, wann es am schönsten ist…spätestens am 28. Februar!

Betriebsveranstaltungen wie Weihnachtsfeiern, Betriebsjubiläen oder Oktoberfestbesuche mit der gesamten Belegschaft sind üblich, kommen gut an – und sind für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn. Auch im Sinne der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbindung hat der Gesetzgeber daher die Möglichkeit geschaffen, den geldwerten Vorteil pauschal im Rahmen der Lohnabrechnung zu versteuern. Diese Pauschalversteuerung führt dann auch zur Sozialversicherungsfreiheit.Um diese Sozialversicherungsfreiheit zu gewährleisten, ist jedoch eine zeitnahe Pauschalversteuerung durchzuführen. Was heißt zeitnahe? Richtig „richtig“ wäre eine Berücksichtigung im Monat der Veranstaltung. Dies kann aus diversen Gründen oftmals nicht gewährleistet werden. Daher erfolgt die Pauschalversteuerung im Nachhinein.

Eine vom Arbeitgeber erst im Nachhinein geltend gemachte Möglichkeit der Pauschalbesteuerung führt jedoch nur dann zur Sozialversicherungsfreiheit, wenn der Arbeitgeber die vorgenommene Behandlung noch ändern kann. Dies kann er allerdings nur bis zur Erstellung der Lohnsteuerbescheinigung, also längstens bis zum 28.2. des Folgejahres.

Die Betriebsveranstaltungen des Vorjahres sind daher bis spätestens zum Februar des Folgejahres der Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung mitzuteilen, damit durch eine noch fristgerechte Pauschalversteuerung auch die Sozialversicherungsfreiheit eintritt, und nachträgliche Kosten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausbleiben.

2. Arbeitgeberzuschüsse zur Kinderbetreuung und aktuelle politische Entwicklung

Leistungen des Arbeitgebers (Bar- und Sachleistungen) zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen sind steuer- und sozialversicherungsfrei, sofern sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Zudem darf die Arbeitgeberleistung insbesondere im Falle des Bargeldzuschusses nicht den tatsächlichen Aufwand übersteigen.

Und genau in der letzten Voraussetzung steckt das aktuelle Problem. Vor allem in Bayern soll ein gesetzlicher Kinderbetreuungszuschuss vom Staat gewährt werden, der die aktuelle Beitragslast der Arbeitnehmer teils drastisch reduzieren kann – und das vielleicht sogar rückwirkend.

Sollten Arbeitgeber daher solche Zuschüsse leisten, sind sie gut beraten, die entsprechenden Empfänger darum zu bitten, im Falle der (rückwirkenden) Reduzierung von Beiträgen umgehend über Zeitpunkt und Höhe den Arbeitgeber zu informieren. Nur dann können notwendige (Gehalts)Anpassungen fristgerecht vorgenommen werden. Andernfalls kann der Zuschuss den tatsächlichen Aufwand übersteigen. Dadurch könnte der Arbeitgeber schlimmstenfalls im Falle einer Nachversteuerung und sozialversicherungsrechtlichen Nachverbeitragung auf den dann etwaig entstehenden Kosten „sitzenbleiben“, wenn der Arbeitnehmer zum Prüfungszeitpunkt nicht mehr im Unternehmen beschäftigt ist.