Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Dipl.-Kfm.
Dr. Ralf Erich Schauer

Steuerberater, Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 

 

 

Steuerliche Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona Virus!

 

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus führt nicht nur zu Einschränkungen im Alltag, sondern belastet auch zunehmend unsere heimische Wirtschaft. Dabei ändern sich Regelungen und Maßnahmen in sehr kurzem Abstand und nahezu täglich. Wenn Sie sich an den anstehenden Feiertagen die Zeit nehmen wollen, sehen Sie sich unsere vergangenen Newsletter (nochmals) an. Sie werden erkennen, manche Inhalte haben noch Bestand, andere hingegen unterliegen einer „dynamischen Entwicklung“.

Die Bundesregierung hat aktuell ein Maßnahmenpaket für Unternehmen zur Coronavirus-Krise verabschiedet, um die Auswirkungen dieser Zeiten bestmöglich einzufangen.
Welche Konsequenzen dies im steuerlichen Bereich hat, erläutern wir Ihnen nachfolgend:

 

1. Stundung von Einkommen-, Körperschaft- , Umsatz – und Gewerbesteuer

• Zinslose Stundung von Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer für nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich von der Krise betroffene Steuerpflichtige bis zum 31. Dezember 2020 unter Darlegung ihrer Verhältnisse. Die entstandenen Schäden müssen nicht zwingend im Einzelnen wertmäßig nachgewiesen werden. Anträge auf Stundungen der nach dem 31. Dezember 2020 fälligen Steuern müssen besonders begründet werden.

• Stundungen der Gewerbesteuer müssen die Unternehmen bei den zuständigen Gemeinden beantragen (Ausnahme: Stadtstaaten). Diese unterliegen jedoch nicht den Weisungen der Landesfinanzbehörden.

• Stundung von Lohnsteuer ist (noch) nicht möglich.

 

Bei den Steuern, die von der Zollverwaltung verwaltet werden (z.B. Energiesteuer und Luftverkehrssteuer), ist die Generalzolldirektion angewiesen worden, den Steuerpflichtigen angemessen entgegenzukommen. Auch für diese Steuern werden Stundungen, Vollstreckungsaufschub und Anpassung der Vorauszahlungen gewährt.

Gleiches gilt für das Bundeszentralamt für Steuern, das u.a. für die Versicherungssteuer zuständig ist und entsprechend verfahren soll.

Im Hinblick auf weitere Erleichterungen bei der Umsatzsteuer haben mehrere Bundesländer bekannt gegeben, dass Sondervorauszahlungen für Dauerfristverlängerung bei der Umsatzsteuer für krisenbetroffene Unternehmen auf Antrag auf Null herabgesetzt und bereits überwiesene Sondervorauszahlungen auf formlosen Antrag kurzfristig zurückerstatten werden.

Weitere Maßnahmen sind noch nicht bekannt. Dem Vernehmen nach sind eine Verlängerung von Abgabefristen für Umsatzsteuervoranmeldungen oder eine generelle Umstellung zu quartalsweisen Voranmeldungen im Gespräch.

 

2. Herabsetzung von Steuervorauszahlungen

Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Sobald erkennbar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation soll dadurch verbessert werden.
Diesbezüglich möchten wir darauf hinweisen, dass Steuerpflichtige im Falle einer Herabsetzung der Steuervorauszahlungen das Finanzamt unaufgefordert informieren müssen, sollte sich die Ertragslage wider erwartend verbessert haben. Die vormals herabgesetzten Vorauszahlungen wären somit wieder heraufzusetzen.

Das Bayerische Landesamt für Steuern stellt bereits das Antragsformular „Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus“ bereit.
Damit kann der Antrag auf zinslose Stundung und die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer) bzw. des Steuermessbetrages für Zwecke der Gewerbesteuer-Vorauszahlungen gestellt werden.

 

3. Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen und Erlass von Säumniszuschlägen

Im Hinblick auf Vollstreckungsmaßnahmen gilt, dass bei Unternehmen, die unmittelbar und nicht unerheblich vom Corona-Virus betroffen sind, von diesen bei allen rückständigen oder bis zum 31. Dezember 2020 fällig werdenden Steuern bis Ende des Jahres 2020 abgesehen werden soll. In den betreffenden Fällen sollen auch vom 19. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020 verwirkte Säumniszuschläge erlassen werden.

Wir sehen es als unsere Aufgabe, Ihnen in dieser Zeit so gut wie möglich zur Seite zu stehen und Ihnen alle gesicherten und neuesten Informationen die uns vorliegen, sofort an Sie weiterzugeben.
Wenden Sie sich gerne und jederzeit an uns, wenn wir Sie diesbezüglich unterstützen und Ihnen dadurch in dieser – auch wirtschaftlich – angespannten Situation behilflich sein können.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Gesundheit beim Durchstehen des Ausnahmezustands. Und vielleicht mag für den ein oder anderen unter Ihnen das anstehende Osterfest und insbesondere der Grund dieses Festes weiter Zuversicht und Kraft spenden, dass wir auch aus dieser Zeit gemeinsam und gestärkt hervortreten. Wir sind für Sie da, wenn Sie das wünschen! Und genießen Sie die Feiertage – gerade jetzt ganz besonders.