Diesen Monat für Sie entworfen:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Associated Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 


Das neue Jahr bringt einige Änderungen im Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht mit sich. Wir haben für Sie die relevantesten Neuerungen 2021 hier zusammengefasst. Hier die wichtigsten Fakten und Eckdaten:

Am 01.01.2021 sind zahlreiche Steueränderungen in Kraft getreten. Wir verschaffen Ihnen einen schnellen Überblick über alle Änderungen die Sie jetzt kennen sollten.

 

Corona steuerfreie Prämie bis Juni 2021 verlängert

Eine Gewährung dieser steuer- und sozialabgabenfreien Sonderzahlung war im vergangenen Jahr bis einschließlich 31. Dezember 2020 und bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen möglich. Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2020 hat das Bundesfinanzministerium u. a. die Frist zur Auszahlung der Corona-Sonderzahlung an Arbeitnehmer bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Der Steuerfreibetrag von max. 1.500 € bleibt dabei unverändert. Die Fristverlängerung führt auch nicht dazu, dass im ersten Halbjahr 2021 nochmals 1.500 € steuerfrei ausgezahlt werden könnten, wenn bereits in 2020 der Betrag voll ausgeschöpft wurde.

 

Hervorzuheben sind insbesondere folgende Aspekte:

  • Auszahlung bis zum 30. Juni 2021: Steuer- und sozialabgabenfrei kann die Corona-Prämie in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 30. Juni 2021 als Zuschuss oder Sachbezug gezahlt werden. Frühere oder spätere Zahlungen sind hingegen voll steuer- und sozialabgabenpflichtig.
  • Vertragliche Vereinbarung: Für die Steuerfreiheit ist nach Angaben des BMF eine vertragliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erforderlich. Aus ihr muss hervorgehen, „dass es sich um steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise handelt“.
  • Genaue Lohnabrechnung: Um Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden, sollte in der Lohnabrechnung dokumentiert werden, dass es sich um eine steuerfreie Beihilfe zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise gemäß § 3 Nr. 11 a Einkommensteuergesetz handelt.
  • Corona-Prämie für alle Mitarbeiter möglich: Die Prämie kann allen Mitarbeitern gezahlt werden, unabhängig davon, ob sie in Vollzeit, Teilzeit oder als Minijobber im Betrieb arbeiten. Auch Mitarbeiter in Kurzarbeit können die Prämie erhalten.
  • Freibetrag: Die Corona-Prämie bleibt bis zu einer Höhe von 1.500 € steuer- und sozialabgabenfrei.
  • Die Sonderzahlung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgen.
  • Vereinbarte Leistungsprämien und/oder sonstige Sonderzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld) können grundsätzlich nicht in eine steuerfreie Beihilfe umgewandelt werden, da sie in der Regel auf bestehenden Vereinbarungen beruhen.

Sollten Sie von dieser Möglichkeit der Sonderzahlung noch Gebrauch machen wollen, sprechen Sie uns bitte an. Gerne stellen wir Ihnen dann eine entsprechende Mustervereinbarung mit Ihren Mitarbeitern zur Verfügung.

 

Mehr Kosten bei Investitionsabzugsbeträgen begünstigt

Sehr interessante Neuregelungen für Unternehmen sind bei den Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g EStG geplant.

  • Künftig sollen 50 statt 40 Prozent der Investitionskosten begünstigt werden.
  • Als Voraussetzung für eine Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen soll eine einheitliche Gewinngrenze in Höhe von 200.000 Euro für alle Einkunftsarten einheitlich gelten.
  • Auch vermietete Wirtschaftsgüter sollen nach § 7g EStG begünstigt werden. Nach der bisherigen Regelung sind nur Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens begünstigt, die im Jahr der Investition und im Folgejahr ausschließlich oder fast ausschließlich, das heißt zu mindestens 90 Prozent, im Betrieb genutzt werden. Die Verwendung der Wirtschaftsgüter soll jedoch mit dieser Änderung flexibilisiert werden. Auch längerfristige Vermietungen sollen sich dann nicht mehr schädlich in Bezug auf § 7g EStG auswirken.
  • In einem neuen Satz 2 zu § 7g Absatz 2 wird eine Regelung zur nachträglichen Beantragung von Investitionsabzugsbeträgen geplant, die ungewollte Gestaltungen vermeiden soll.

Die Neuregelungen sollen bereits erstmals für Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen angewandt werden, die in nach dem 31. Dezember 2019 endenden Wirtschaftsjahren in Anspruch genommen werden.

Hinweis: In Kürze erscheint hier ein gesonderter Newsletter. Hier erhalten Sie nähere Informationen zum Thema „Investitionsabzugsbetrag.

 

 

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Das sogenannte zweite Familienentlastungsgesetz tritt zum 1. Januar 2021 in Kraft. Das Gesetz sieht eine Kindergelderhöhung vor: Für jedes Kind gibt es dann 15 Euro mehr Kindergeld.

 

ab 1.7.2019 ab 1.1.2021
Erstes Kind 204 Euro 219 Euro
Zweites Kind 204 Euro 219 Euro
Drittes Kind 210 Euro 225 Euro
Jedes weiteres Kind 235 Euro 250 Euro

 

Dementsprechend erhöht sich auch der Kinderfreibetrag. Diesen bekommen Eltern anstatt des Kindergelds steuerlich angerechnet, wenn das für sie günstiger ist. Für jeden Elternteil steigt er 2021 von 2.586 auf 2.730 Euro. Gleiches gilt für den Betreuungsfreibetrag – er steigt von 1.320 auf 1.464 Euro pro Elternteil. Insgesamt steigen die Freibeträge also um 576 Euro auf 8.388 Euro für jedes berücksichtigungsfähige Kind.

 

Grundfreibetrag

Der sogenannte Grundfreibetrag dient dazu, das verfassungsrechtlich garantierte Existenzminimum steuerfrei zu stellen. Ab 2021 steigt der Grundfreibetrag in zwei Schritten:

Jahr 2020 2021 2022
Grundfreibetrag 9.408 EUR 9.744 Euro 9.984 EUR
Erhöhung gegenüber Vorjahr 240 EUR 336 Euro 288 EUR

 

Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuersätze wurden als Maßnahme gegen die wirtschaftlichen Folge der Corona-Krise temporär auf 16 Prozent bzw. 5 Prozent gesenkt. Zum 1.1.2021 steigen sie wieder auf ihr ursprüngliches Niveau von 19 Prozent bzw. 7 Prozent.

 

Solidaritätszuschlag

Ab 1. Januar 2021 fällt der Solidaritätszuschlag für rund 90 Prozent der Arbeitnehmer weg. Für 90 Prozent der Zahler fällt der sogenannte Soli mit dem neuen Jahr komplett weg, für weitere 6,5 Prozent zumindest zum Teil – nach Einkommen gestaffelt. Nur die Top-Verdiener müssen in voller Höhe weiterzahlen. Der Soli-Zuschlag beträgt bislang 5,5 Prozent der Körperschaft- oder Einkommensteuer.

 

Behindertenpauschale

Menschen mit Behin­derung werden jetzt wesentlich stärker entlastet. Für sie verdoppeln sich nach 45 Jahren die Behindertenpausch­beträge, die sie anstelle ihrer tatsäch­lichen Kosten steuerlich geltend machen können. Die genannten Änderungen wurden schon von Bundes­tag und Bundes­rat verabschiedet.

 

Pend­lerpauschale

So sollen Berufs­tätige ab dem 21. Kilo­meter des einfachen Weges zur Arbeit statt 30 Cent nun 35 Cent absetzen können. Manche Experten fordern: Das sollte für alle ab dem ersten Kilo­meter gelten, weil auch die Kosten im Nahverkehr steigen.

 

Home­office-Pauschale

Zudem gibt es 2021 eine neue Home­office-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr für alle, die keine Kosten für ein separates Arbeits­zimmer daheim geltend machen. Je Arbeits­tag im Home­office zählen 5 Euro pauschal als Werbungs­kosten oder Betriebs­ausgaben – maximal für 120 Tage im Jahr. Das gilt auch rück­wirkend für das Jahr 2020.

Hinweis: Auch zum Thema „Homeoffice in der Coronakrise“ erscheint in Kürze ein gesonderter Newsletter, in dem wir auf die Besonderheiten dieser Thematik eingehen.