Die Coronakrise hat gezeigt, dass unerwartete Ereignisse die wirtschaftliche Lage der Zahnarztpraxis kurzfristig stark ins Schwanken bringen können und wie wichtig das Thema Liquidität in der Praxis sein kann. Sorgen Sie vor und bauen Sie sich nach und nach ein entsprechendes Liquiditätspolster auf, um die Liquidität Ihrer Praxis langfristig zu sichern und die Zahlungsfähigkeit jederzeit zu gewährleisten.

In unserem nachfolgenden Artikel erfahren Sie, wie Sie die Liquiditätsentwicklung Ihrer Praxis verstehen, analysieren und planen können. Denn erst wenn die Liquiditätsentwicklung abschätzbar ist, können geeignete Maßnahmen ausgewählt und zeitlich optimal durchgeführt werden.

Ihre Liquiditätsplanung können Sie in den folgenden fünf Schritten vornehmen:

 

1. Status Quo vor der Krise ermitteln

Um die Entwicklung der Liquidität im Rahmen der Coronakrise zu ermitteln, benötigen Sie zunächst einen Überblick zur Situation vor der Krise. Als Basis für die Kalkulation können Sie die BWA des Vorjahres (2019) heranziehen.

 

2. Umsatzrückgang ermitteln

Um die Auswirkung des Umsatzrückgangs auf Ihre Praxis zu messen, ist es im zweiten Schritt erforderlich, sich ausführlich mit der Umsatzentwicklung der eigenen Praxis zu beschäftigen. Um einzuschätzen, wie stark Ihre Praxis von der aktuellen Situation betroffen ist und um im Falle einer Antragstellung auf Soforthilfe den wirtschaftlichen Verlust dokumentieren zu können, empfiehlt sich u. a., folgende Auswertungen zu erstellen:

  • Gegenüberstellung der erbrachten Leistungen für den gewünschten Zeitraum (z. B. März/April 2020) mit dem entsprechenden Zeitraum (z. B. März/April 2019) und den Vormonaten (z. B. Januar/Februar 2019) des Vorjahres
  • Übersicht zur Entwicklung der Honorarumsätze nach Leistungserbringern zur Darstellung der Umsatzeinbrüche in bestimmten Bereichen
  • Schätzung der zukünftigen Entwicklung der Honorarumsätze auf Basis der aktuell erbrachten Leistungen aus der Statistik sowie der abgesagten Termine aus dem Terminbuch

 

3. Zu schließende Liquiditätslücke ermitteln

Geben Sie die ermittelten Werte in die Liquiditätsplanung ein und ermitteln Sie Ihre voraussichtliche Liquiditätslücke ohne Berücksichtigung der bereits getätigten oder geplanten Maßnahmen.

 

4. Einsparpotenziale und Sofortmaßnahmen berücksichtigen

Ermitteln Sie Ihre individuellen Einsparpotenziale wie z. B. die Veränderung der Personalkosten durch Kurzarbeit und planen Sie diese zusammen mit den bereits getätigten Maßnahmen ein. Berücksichtigen Sie zudem die individuell ergriffenen Sofortmaßnahmen wie Aussetzung der Tilgung, Stundung der Einkommenssteuer, Herabsetzen der Beiträge zum Versorgungswerk oder die Soforthilfe von Bund und Ländern.

Als Freiberufler sind die Liquidität Ihrer Praxis und Ihre private Liquidität eng miteinander verbunden. Ermitteln Sie daher auch Ihren privaten Liquiditätsbedarf und denken Sie auch hier über Einsparpotenziale nach.

 

5. Liquiditätslücke nach Berücksichtigung aller Maßnahmen ermitteln

Ermitteln Sie den endgültigen Liquiditätsbedarf nach Berücksichtigung aller bereits genannten Maßnahmen. Ergibt die Auswertung eine negative Zahl und somit eine Liquiditätslücke, so sollten Sie über die Schaffung vorübergehender zusätzlicher Liquidität ‒ z. B. durch eine Kreditaufnahme ‒ nachdenken.

 

Für Rückfragen rund um die Ermittlung Ihres Liquiditätsbedarfs stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung, sprechen Sie uns gerne an!