Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Andreas Koller
Master of Science
andreas.koller@dr-schauer.de

 

 


Was wird übergeben?

Es ist für viele ein Lebenswerk. Unzählige Stunden an Arbeit, schlaflose Nächte, ungewisse Veränderungen, Höhen, Tiefen,… .

Das eigene Unternehmen ist viel mehr als „nur“ ein Ort des Gelderwerbs. Gibt es also einen Preis, der den empfundenen Wert widerspiegelt?

Die gängigen Bewertungsmethoden stellen vor allem betriebswirtschaftliche Kenngrößen in den Fokus. Und dies hat durchaus eine Berechtigung. Ein potentieller Übernehmer interessiert sich eher wenig für die überwundenen Schwierigkeiten aus der Vergangenheit. Ihn interessiert vor allem, welchen finanziellen Mehrwert der Praxiskauf gegenüber einer Anstellungsalternative (z. B. im Klinikum) bietet.

Dennoch soll und muss Ihre Vorleistung (und die damit verbundene Chance auf eine vergleichbare Weiterführung) entsprechend honoriert werden. Zwar wird der Käufer mit Sicherheit ebenfalls die ein oder andere schlaflose Nacht haben, allerdings hat er mit einem bestehenden Patientenstamm, laufenden Gewinnen und einem eingespielten Praxisteam wesentlich mehr Planungs- und finanzielle Sicherheit als beispielsweise bei einer Neugründung. Eine Kaufpreiszahlung an den Abgeber ist alleine hierdurch absolut gerechtfertigt.

Wie hoch diese ist, hängt u. a. von Standort, praxisinternen Faktoren sowie bestehenden Betriebskennzahlen ab. Um dabei eine objektive Verhandlungsgröße zur Hand zu haben empfiehlt es sich immer ein Wertgutachten erstellen zu lassen. Nur so kann gewährleistet werden, dass der kommunizierte Preis (aufgrund divergierender Wertvorstellungen) weder zu hoch ( unverkäuflich) noch (aufgrund falscher Wertvorstellungen) zu niedrig (Verlust) ist.

Wie wird übergeben?

Für eine vollständige Praxisübergabe sollten Sie auf jeden Fall ein Jahr einplanen. Für die Vorbereitung der Übergabe ggf. sogar bis zu drei Jahre. Berücksichtigt werden müssen dabei u. a. folgende Punkte:

• Gute Praxisführung in den letzten Betriebsjahren
• Wertvorstellung und objektive Preisermittlung inkl. der dafür notwendigen Datenbereitstellung
• Finden eines potentiellen Käufers
• Ggf. Probearbeiten/ Anstellung des Käufers
• Kaufpreisverhandlung
• Abstimmungen mit beteiligten Dritten (Vermieter, Geschäftspartner, etc.)
• Vertragsentwürfe
• Planung, Finanzierungsanfragen und Genehmigungen auf Käuferseite
• Zulassung & Übergabesystematik
• Finanzierungszusage
• Vertragsunterzeichnung
• Übergangsphase

Wann wird übergeben?

Hier spielen vor allem steuerliche Überlegungen eine Rolle wie beispielsweise mögliche Steuervergünstigungen bei einer Unternehmensveräußerung nach dem 55. Lebensjahr sowie ein unterjährig günstiger Veräußerungszeitpunkt. Eine rechtzeitige Planung und Beratung kann die Übergabe somit zu einem reibungslosen, gewinnbringenden und wertvollen „Finale“ Ihres Unternehmerlebens machen.