Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Nasenspray, Ibuprofen, Morphium, Rettungsdarlehen, Soforthilfen, Campingartikel, Suppenküche, Geldpolitik, Verschwörungstheorien, …

Was haben diese Begriffe gemeinsam? Sie stehen für Symptombekämpfung. Dabei geht es nicht zwangsläufig um Corona. Corona legt nur Wunden offen. Markus Söder hat mehrfach betont (im übertragenen und direkten Sinn), wir dürfen nach einer Krankheit nicht zu schnell wieder aufstehen, sonst wird es schlimmer als zuvor. Aber was, wenn das, was wir für die Krankheit halten, eigentlich nur ein Symptom ist? Die wirtschaftliche Symptombekämpfung ist dabei relativ einfältig: Mehr Geld, weniger Regeln. Das ist für eine kurzfristige Brandlöschung in jedem Fall eine gute Maßnahme. Und nach der letzten Finanzkrise war jeder froh, dass alles wieder so weiter gelaufen ist. Die ganze Wirtschaft auf Ibuprofen und LSD. Dabei wird gerne vergessen, dass das Wirtschaftssystem natürliche, mathematische und individuelle Grenzen hat. Die Ungleichheit nimmt seit Jahren kontinuierlich zu (vgl. Piketty und aktuelle Nachrichten), der Absatz mit Campingartikeln in den USA boomt zu Krisenzeiten, nicht weil die Menschen dann gerne verreisen, sondern keine Wohnung mehr haben. Riesige Geldmengen werden in die Märkte gepumpt und finden sich in der ein oder anderen Palmölplantage wieder (ich gebe zu: auch ich esse gerne Nutella). Der Patient wird, koste es was es wolle, am Leben gehalten. Allerdings wird auf individueller, nationaler und internationaler Ebene kontinuierlich vernachlässigt (eher „vergessen“ vgl. Kahneman), in guten Zeiten für die schlechten Zeiten einen Plan B zu schaffen – Prophylaxe zu betreiben. Wir (Nordeuropa) haben die einzigartige Position, auf einen vollen Medikamentenschrank zurückgreifen zu können. Wir können Nasenspray pumpen, bis keine Schleimhäute mehr übrig sind. Doch auch dieser Vorrat kann irgendwann zur Neige gehen. Zudem wird mehr und mehr deutlich, dass wir in einer international vernetzten Wirtschaft auch von der Situation in anderen Ländern abhängig sind.

Was haben Steuern mit all dem zu tun? Einiges. Zunächst werden Sie natürlich als Symptombekämpfung eingesetzt (Mehrwertsteuer). Aber eigentlich haben Sie eine viel wichtigere Rolle: Ein wichtiger Grund dafür, weshalb Deutschland die Krise vergleichsweise sehr gut meistert, besteht in unserem Steuersystem. Es sind die von uns allen gebildeten Rücklagen, auf die wir aktuell zurückgreifen. Sie sagen: Ich habe nichts davon, weder Kurzarbeitergeld noch sonstiges. Doch der Grund, weshalb Ihr Unternehmen (hoffentlich) durch die Krise kommt, ist, dass Menschen Ihr Angebot weiterhin in Anspruch nehmen. Die Menschen „konsumieren“ weiterhin, weil sie vertrauen haben, und noch viel wichtiger: Weil sie weiterhin Geld haben. Trotz vielen unsinnigen Gesetzen, Entscheidungen und Regelungen: Der Grundgedanke hinter unserem Steuersystem ist ein System der Solidarität, der (zumindest teilweisen) Gleichheit, der sozialen Gerechtigkeit. Dies geht weit über Symptombekämpfung hinaus. Es ist ein elementarer Baustein zur vollständigen Krankheitsbekämpfung.

Auf nationaler und internationaler Ebene zeigt sich dabei immer deutlicher: Nur koordinierte Maßnahmenpakete aus steuerlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen können zum Erfolg führen. Dies setzt ein hohes Maß an Kommunikation, Organisation und offener Diskussion voraus. Werte die auch wir in der Kanzlei leben, um Ihnen einen optimalen Beratungsansatz zu bieten. Denn letzten Endes ist die Zukunft eines jeden einzelnen die Basis für die Zukunft aller. Hoffentlich eine Zukunft ohne Nasenspray und Soforthilfen.