Viele Arztpraxen haben intern mit einem hohen Krankenstand zu kämpfen und suchen nach Möglichkeiten, die Mitarbeitergesundheit zu fördern. Dabei greift ihnen auch der Fiskus unter die Arme. Doch welche Maßnahmen sind steuerfrei und welche Fallstricke lauern hier?

Sind die Mitarbeiter der Arztpraxis häufig krank, leiden infolgedessen schnell die Arbeitsqualität und die Produktivität – und damit der wirtschaftliche Erfolg. Deshalb packen nicht nur große Unternehmen, sondern auch kleine Firmen und Arztpraxen das Problem aktiv an und setzen auf Prävention im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung in Form von beispielsweise Bewegungs- und Ernährungskursen.

Von der Förderung der Mitarbeitergesundheit profitieren Praxisinhaber gleich mehrfach. Sie reduzieren krankheitsbedingte Fehlzeiten und verbessern das Betriebsklima. Obendrein bieten sie Mitarbeitern attraktive Gehaltsextras und werten ihr Image als Arbeitgeber auf. Die Gesundheitsförderung von Mitarbeitern erfordert allerdings finanziellen Weitblick: Betriebliche Maßnahmen bleiben nur steuer- und abgabenfrei, wenn strenge Bedingungen eingehalten werden.

So sichern Sie sich steuerliche Vorteile

Damit von solcherlei Maßnahmen nicht auch noch der Fiskus profitiert, müssen Ärzte in steuerlicher Hinsicht einiges beachten. Schnell wertet das Finanzamt Sachleistungen oder Barzuschüsse als steuerpflichtige Einkünfte. Die Folge: Bei der nächsten Betriebsprüfung droht eine saftige Nachzahlung samt Zinsen. Eine sorgfältige Dokumentation ist für alle Mitarbeiter Pflicht. Steuerlich begünstigt sind nur Sachleistungen und Barzuschüsse, die Arbeitgeber freiwillig und zusätzlich zum vertraglich vereinbarten Arbeitslohn gewähren. Eine Umwandlung von Gehaltsbestandteilen oder Gegenleistungen des Mitarbeiters wie etwa ein Lohnverzicht sind hier tabu. Nichtsdestotrotz besteht ein gewisser Gestaltungsspielraum. Arbeitgeber können Gesundheitsleistungen auf andere freiwillige Sonderzahlungen wie etwa das Weihnachtsgeld anrechnen oder im Rahmen einer Gehaltserhöhung gewähren.

Maximal 500 Euro pro Mitarbeiter sind förderfähig

Maximal 500 Euro dürfen Firmen jährlich pro Mitarbeiter ohne weiteres für Gesundheitsmaßnahmen ausgeben, und zwar für inner- und außerbetriebliche Angebote. Vertragspartner kann grundsätzlich der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer sein. Bis zum Freibetrag von 500 Euro müssen sie keinen Nachweis erbringen, dass die Maßnahmen berufsspezifischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen vorbeugen.

Freizeitsport ist keine Gesundheitsmaßnahme

Vorsicht ist bei Angeboten des allgemeinen Freizeit- und Breitensports geboten. Die Übernahme oder Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen – beispielsweise von Fitnessstudios oder Sportvereinen – ist immer steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Firmen können dabei jedoch die monatliche Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro in Anspruch nehmen.