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Die Regierung und die Verwaltung bemühen sich den Berichten zufolge nach Kräften, der deutschen Bevölkerung – wo es geht – finanziell unter die Arme zu greifen. Die letzten Tage haben gezeigt, wie schnell hier gehandelt und was alles auf den Weg gebracht wird.

Zum Ausklang einer Woche, die es vermutlich vor diesem Hintergrund noch nicht gegeben hat, wollen wir Ihnen einen kurzen Einblick gewähren, ob und wie sich die Maßnahmen in der Realität umsetzen lassen.

1.    Beantragung von Förderkrediten

Diese sollen möglichst unbürokratisch abgewickelt und ausgezahlt werden – so das eherne Ziel des zuständigen Ministeriums.
Dieses Bild lässt sich aufgrund unserer bisherigen Praxiserfahrung bislang nicht gänzlich bestätigen. Insbesondere für

  • Telefonate mit den Antragstellern (Erstgespräch, Abstimmung der Maßnahmen, Zwischenfragen, Besprechung der Planung)
  • Telefonate mit der relevanten Bank (Besprechung der Planung und offenen Punkte (obwohl alles den Kriterien entsprechend erfüllt wurde)
  • Telefonate mit dem betreuenden Steuerteam (Berater und Sachbearbeitung) bzgl. Unterlagen für Stundung, offene Steuerzahlungen, etc.
  • Erstellung der Liquiditätsplanung inkl. Beschreibung der Situation, Maßnahmen (Kurzarbeit, Privatentnahmen,…), Liquidität, Steuer, betrieblichen Darlehen, etc.
  • Erstellung der notwendigen Dokumente

ist mit einem Mindestaufwand von 6 – 7 Stunden zu rechnen.

Zudem stellen auch die Banken – zumindest derzeit – noch relativ hohe Hürden an die Förderungen, bspw. werden teilweise 10% mit privatem Guthaben besichert, eine Lösung bzgl. Überbelastung bei 5 Jahren Kreditlaufzeit gibt es derzeit nicht, da alle auf die LfA warten, es werden zusätzlich Unterlagen nachgefordert, die nicht in der Anforderung aufgelistet sind und es wird der Eigenanteil des Unternehmers sehr stark betont. Es wird also sehr genau geprüft, was wie unternommen und in der Liquiditätsplanung aufgeführt wird.

Wir setzen aber natürlich alle Hebel in Bewegung, um zeitnah und zielführend ein Ergebnis für Sie zu erreichen. Vielleicht wird das Vorgehen und der Aufwand auch zukünftig etwas abnehmen. Berücksichtigen Sie nur bitte diese aktuellen Gesamtumstände in Ihrer Planung und Ihrem Vorgehen.

2.    Anträge auf Stundung der Sozialversicherungsbeiträge

Zunächst nehmen wir Bezug auf unseren gestrigen Newsletter. Wie darin als wichtigen Hinweis schon beschrieben, hat der GKV-Spitzenverband verlautbart, dass Arbeitgeber die Stundung der Sozialversicherungsbeitragszahlungen beantragen können, wenn sie unmittelbar und nicht unerheblich von der Corona-Krise betroffen und in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.
Die Voraussetzungen sind eng, unter anderem sind vorrangig sonstige Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen zu nutzen. Eine glaubhafte Erklärung des Arbeitgebers, dass er erheblichen finanziellen Schaden durch die Pandemie, beispielsweise in Form von erheblichen Umsatzeinbußen, erlitten hat, soll in aller Regel ausreichend sein. Zunächst können bereits fällig gewordene oder noch fällig werdende Beiträge für die Ist-Monate März 2020 bis April 2020 zinsfrei und ohne Sicherheitsleistungen gestundet werden.

Der gestern im Newsletter beigefügte Entwurf des Stundungsantrags, der von den einschlägigen Kammern zur Nutzung und Verfügung gestellt wurde, enthielt keine explizite Angabe zur Ausschöpfung anderer Fördermittel. Dieses Erfordernis zusätzlich zur beschriebenen Glaubhaftmachung geht unseres Erachtens in der Deutlichkeit auch nicht aus dem einschlägigen Schreiben der GKV hervor. Jedoch kann es nach entsprechender Mitteilung der zuständigen Stellen sein, dass mangels dieser zusätzlichen Angabe die Anträge von den Krankenkassen abgelehnt werden.

Die AOK Bayern hat auf ihrer Internetseite nun eine konkretisierte Formularvorlage eingestellt (s. anbei). Da die Krankenkassen jedoch unterschiedliche Anforderungen stellen und der Antrag bei jeder betroffenen Krankenkasse gestellt werden muss, ist es empfehlenswert, sich auf den jeweiligen Homepages vorab zu informieren.

Wie Sie sehen können steht die Welt derzeit nicht nur nicht still, sie dreht sich in einer Geschwindigkeit, mit der man kaum Schritt halten kann. Unsere Kanzlei kommt so schnell aber nicht außer Puste und läuft für Sie weiter – so gut und so schnell es in diesen Zeiten geht! Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende, was hoffentlich auch etwas Zeit zum Luftholen lässt.

 

Antrag auf Stundung von SV-Beiträgen