Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Dipl.-Kfm.
Dr. Ralf Erich Schauer
Steuerberater
Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 

 


Diese steuerlichen News im Dezember sollten Sie kennen

 

Steuerentlastung ab 2021 durch Zweites Familienentlastungsgesetz

Der Bundesrat hat am 27.11.2020 dem Zweiten Familienentlastungsgesetz zugestimmt, das die Senkung des Einkommensteuertarifs in zwei Schritten vorsieht. Außerdem greift eine Kindergelderhöhung ab Januar 2021.

Erhöhung des Kindergeldes:

Ab Januar 2021 für jedes Kind 15 EUR mehr (Erstes und zweites Kind: 219 EUR,(bereits seit 01.07.2020: 20 EUR mehr für die ersten beiden, 10 EUR mehr für alle weiteren Kinder)

Erhöhung des Kinderfreibetrages:

Ab Januar 2021 für jeden Elternteil von 2.586 auf 2.730 EUR erhöht

Erhöhung des Betreuungsfreibetrages:

Ab Januar 2021 von 1.320 EUR für jeden Elternteil auf 1.464 EUR.

Anhebung des Grundfreibetrages

– 2021: um 366 EUR auf 9.744 EUR

– 2022: um weitere 288 EUR auf 9.984 EUR

 

Einigung auf Homeoffice-Pauschale in Höhe von maximal 600 EUR pro Jahr

Die Große Koalition hat sich auf eine Entlastung für Arbeitnehmer geeinigt, die in der Corona-Pandemie viel von zu Hause aus arbeiten müssen. Für sie solle es eine Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag geben, maximal 600 Euro im Jahr, hieß es in Koalitionskreisen.

Fest steht demnach nun auch, dass die Homeoffice-Pauschale in die Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt wird. Die Pauschale in Höhe von 1.000 EUR wird bei der Steuerberechnung pauschal vom Einkommen abgezogen für Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen, etwa Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder Weiterbildungen. Wer besonders hohe Werbungskosten im Jahr hat, so dass der Pauschbetrag überschritten wird, etwa durch einen weiten Arbeitsweg, muss dies geltend machen.

Die Regelung soll aufgrund der Corona-Pandemie zunächst auf zwei Jahre begrenzt sein.

 

Bundesrat: Be­hin­der­ten-Pausch­be­trag­ und Pflege-Pauschbetrag werden stark erweitert

Verdopplung der Behinderten-Pauschbeträge inkl. Aktualisierung der Systematik

  • Einführung einer behinderungsbedingten Fahrtkosten-Pauschale
  • Je nach Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen 900 EUR oder 4.500 EUR
  • Verbesserungen beim Pflegepauschbetrag:
  • Geltendmachung des Pflege-Pauschbetrages auch unabhängig vom Vorliegen des Kriteriums „hilflos“ bei der zu pflegenden Person möglich
  • Pflege-Pauschbetrags bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 4 und 5 erhöht(von 924 EUR auf 1.800 EUR)
  • Pflege-Pauschbetragbei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 2 (600 EUR) und 3 (1.100 EUR) eingeführt

 

Koalition will Steuervorteile für Corona-Prämie verlängern

Union und SPD wollen die Steuervorteile für Corona-Bonuszahlungen an Arbeitnehmer bis zum 30. Juni 2021 verlängern. Darauf verständigten sich die Vizevorsitzenden beider Fraktionen, Andreas Jung (CDU) und Achim Post (SPD), in den Verhandlungen über das Jahressteuergesetz, wie sie der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch sagten. Nach geltendem Recht sind zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 gezahlte Corona-Prämien bis zur Höhe von 1500 Euro steuerfrei. Mit der Verlängerung um ein halbes Jahr können Arbeitgeber den Bonus noch bis Ende Juni 2021 auszahlen. An der steuerfreien Gesamthöhe der Prämie ändert sich dadurch nichts. Jung begründete die Verlängerung damit, dass die Sonderleistung andernfalls etwa bei Pflegekräften verpuffen würde, deren Einrichtungen den Bonus erst später bezahlen.

 

Corona Dokumentation

In Zeiten der Corona-Pandemie werden Betriebe mit behördlichen, regional unterschiedlichen Auflagen konfrontiert, die sich gravierend auf den Betriebsablauf und damit auch auf die Möglichkeit der Erzielung von Einnahmen auswirken.

Wird die Buchführung in einigen Jahren im Rahmen einer Betriebsprüfung hinsichtlich deren Ordnungsmäßigkeit überprüft, könnten sich aufgrund der zuvor geschilderten Sachverhalte „auffällige“ Abweichungen in den von der Finanzverwaltung durchgeführten Analysen ergeben. Daher kommt der Nachvollziehbarkeit der Kassenaufzeichnungen gerade in Zeiten der Corona-Krise insgesamt eine verstärkte besondere Bedeutung zu. Etwaige „Auffälligkeiten“ könnten durch die Führung einer gesonderten Dokumentation entkräftet und somit Nachkalkulationen und Schätzungen verhindert werden.

Allgemein ist zu empfehlen, dass eine „Corona Dokumentation“ ausweist, ab wann und wie lange welche Vorschriften gegolten, welche Auswirkungen diese auf den Betrieb konkret, z.B. in Bezug auf die Geschäftstätigkeit und den -ablauf sowie auf den Umsatz, die Kosten und den Gewinn entfaltet haben. Die Ausarbeitung könnte um eine Dokumentation der in Anspruch genommenen steuerlichen oder sonstigen Corona-Hilfemaßnahmen erweitert werden, um das Risiko späterer Rückforderungsansprüche staatlicher Finanzhilfen zu minimieren. Für Hilfestellungen zur konkreten Umsetzung dieser Dokumentation und zur Sicherstellung, dass alle relevanten Sachverhalte abgebildet werden, melden Sie sich jederzeit gerne bei uns.