Diesen Monat für Sie entworfen:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Associated Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 


 

1. Antragsfrist für Überbrückungshilfe verlängert

Die Bundesregierung hat die Antragsfrist für die Überbrückungshilfen um einen Monat verlängert. Die Frist zur Beantragung der Überbrückungshilfe für KMU, die durch die Corona-Krise Umsatzeinbrüche zu verzeichnen haben, ist bis zum 30.9.2020 verlängert worden.

Das BMWi hat angekündigt, die Verlängerung der Antragsfrist für die Überbrückungshilfe bis zum 30.9.2020 nunmehr durch eine zügige Änderung der Verwaltungsvereinbarungen und der Vollzugshinweise mit den Bundesländern in die Praxis umzusetzen.

 

2. Beschluss Zweites Gesetz zur steuerlichen Entlastung von Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen vom 29.07.2020

 

  • Erhöhung Kindergeld ab 01.01.2021 pro Kind pro Monat um 15 € von 204 € auf 219 € für das 1. und 2. Kind, für das Kind um 15 € von 210 € auf 225 € und ab 4. Kind + jedes weitere Kind um 15 € von 235 € auf 250 €. Gleichzeitig wird der Kinderfreibetrag pro Elternteil von 2.586 € auf 2.730 € erhöht, genauso der Betreuungsfreibetrag pro Elternteil von 1.320 € auf 1.464 €.
  • Genauso wird der Grundfreibetrag für Steuerpflichtige nach § 32a (1) EStG ab dem Veranlagungszeitraum 2021 von 9.408 € auf 9.696 € angehoben

 

3. Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erhöht

Am 01.07.2020 ist eine Änderung beim sogenannten Entlastungsbetrag für Alleinerziehende im Rahmen des Konjunkturpakets in Kraft getreten. Der Entlastungsbetrag wurde vorübergehend von 1.908 € auf 4.008 € erhöht, um die Folgen der Corona Pandemie für alleinerziehende Mütter und Väter abzumildern.

Arbeitgeber können den Erhöhungsbetrag rückwirkend ab Juli 2020 lohnsteuermäßigend berücksichtigen.

 

4. Mehr Unterstützung für Steuerpflichtige mit Behinderung , Beschluss Gesetz zur Erhöhung der Behindertenpauschbeträge

 

Einfügung eines neuen § 33a Abs. 2 EStG: Es gibt nun feste Pauschbeträge für Fahrtkosten von Behinderten: Bei Behinderung mit Grad mind. 80 oder mind. 70 und gleichzeitig Markenzeichen G werden ab 2021 900 € pauschal als außergewöhnliche Belastung zum Abzug zugelassen. Bei Markenzeichen aG, Bl oder H werden ab 2021 4.500 € Pauschbetrag zum Abzug als außergewöhnliche Belastung zugelassen.

Außerdem werden ab 2021 grundsätzlich die Behindertenpauschbeträge erhöht und werden ab 2021 neu bereits ab einem Behinderungsgrad von 20 zum Abzug als außergewöhnliche Belastung zugelassen, bis Ende 2020 ist die Gewährung nur ab Behinderungsgrad 25 möglich.

 

Ab 2021:

Nach Grad der Behinderung stehen ab 2021 dem Steuerpflichtigen folgende verdoppelte Pauschbeträge zu:

 

Ab Grad 20 -> 384 €

Ab Grad 30 -> 620 €

Ab Grad 40 -> 860 €

Ab Grad 50 -> 1.140 €

Ab Grad 60 -> 1.440 €

Ab Grad 70 -> 1.780 €

Ab Grad 80 -> 2.120 €

Ab Grad 90 -> 2.460 €

Ab Grad 100 -> 2.840 €

 

2.3. Für Blinde und Hilflose wurde der Pauschbetrag auf 7.400 € erhöht (Betrag wird ab 2021 verdoppelt)

2.4. Bei Pflege einer bedürftigen Person gibt es ab 2021 höhere Pauschbeträge, die ab 2021 sogar in verschiedene Pflegegrade unterteilt werden. Die Beträge werden  verdoppelt:

Gewährung ab Pflegegrad II der bedürftigen Person -> 600 €

Gewährung ab Pflegegrad III der bedürftigen Person -> 1.100 €

Gewährung ab Pflegegrad IV oder V der bedürftigen Person -> 1.800 €