Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


Ein beinahe besinnliches Sinnbild für das deutsche Steuerrecht: Die Umsatzsteuer beim Christbaumverkauf und die „Steuer-Geschenke“

Die umsatzsteuerliche Behandlung des Christbaumverkaufs steht wie kaum etwas anderes für den steuerlichen „Wahnsinn“, den es in Deutschland zu beherrschen gilt.

Zwei Umsatzsteuersätze sind vermutlich landläufig bekannt: 19% und 7% – für den Christbaum gelten jedoch vier verschiedene! Beim Erwerb eines künstlichen Christbaums wird der Regelsatz von 19% fällig. Sofern Sie den Baum von einem pauschalierenden Forstwirt erstehen, beziehen Sie den natürlichen Christbaum mit 7% Umsatzsteuer. Ansonsten löst dort ein Baum 5,5% Umsatzsteuer aus. Um dem Baum die Krone aufzusetzen greift schließlich ein Steuersatz von 10,7%, wenn er aus einer speziellen Christbaumaufzucht stammt.

Die umsatzsteuerliche Behandlung ist folglich im wahrsten Sinne des Wortes feinverästelt. Je nach Ausgestaltung, sei es die Art des Aufwachsens oder die steuerliche Behandlung des Landwirts, werden wichtige Weichen für die weitere Qualifizierung gestellt. Es zeigt zudem, dass das Steuerrecht in beinahe allen unseren Lebenslagen einen treuen Begleiter darstellt – ob man will oder nicht.

Dennoch lassen wir uns natürlich nicht die Freude am Schenken deswegen vergällen. Unseren Lieben im engen Vertrautenkreis wie auch unseren beruflichen Kollegen und Geschäftspartner bietet die Weihnachtszeit eine besondere Möglichkeit, die Wertschätzung mit Geschenken entsprechend zum Ausdruck zu bringen. Nun raten Sie bitte, wer in diesem Moment des Freudestiftens mit von der Partie sein wird? Natürlich die Steuer.

Die Geschenke unter dem Christbaum im Rahmen der Familie stellen schenkungsteuerpflichtige Zuwendungen dar. Aber der Gesetzgeber hat die Zeichen der Zeit erkannt und diese als sogenannte übliche Gelegenheitsgeschenke steuerfrei gestellt.

Die Geschenke an die Belegschaft stellen lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn dar. Doch auch hier hat der Gesetzgeber – vielleicht im Sinne der Weihnachtszeit? – Erbarmen gezeigt. Sofern der Wert der Geschenke 44 € im Monat der Zuwendung nicht übersteigt und auch keine anderen Sachzuwendungen in dieser Form gewährt wurden, können diese steuer- und sozialversicherungsfrei sein. Sollte der Wert diese Grenze übersteigen, können Sie als Zuwendender diesen pauschal für den Empfänger versteuern.

Schließlich können Weihnachtsgeschenke an Geschäftsfreunde für diese steuerpflichtige Einnahmen darstellen – und zwar wertunabhängig. Auch hier können Sie die Steuer für den Empfänger pauschal übernehmen. Denn würde das Finanzamt bei diesem nachfragen, ob er das Geschenk steuerlich berücksichtigt hat, könnte dies die beabsichtigte Wertschätzung nachträglich doch empfindlich schmälern.

Damit Sie ohne Reue und mit Freude schenken können, stehen wir Ihnen als „Weihnachtshelfer“ sehr gerne zur Verfügung und entlasten und unterstützen Sie bei der richtigen steuerlichen Behandlung. Sprechen Sie uns an – wir freuen uns!