Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Wirtschaftsleistung

Die Corona-Pandemie führte in Deutschland zum stärksten Einbruch der Wirtschaftsleistung in einem Quartal seit Beginn der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im Jahr 1970. Die Zuwachsrate des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird ungefähr genauso stark zurückgehen wie im Jahr 2009 während der globalen Finanzkrise. Wurde für das Jahr 2020 in Deutschland eine Wachstumsrate des BIP in Höhe von 0,9% im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert, geht man nun von einem Rückgang des BIP in Höhe von -5,4% im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019 dürfte jedoch nicht vor Anfang des Jahres 2022 erreicht werden

 

 

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch die fünf Wirtschaftsweisen genannt, hat vor kurzem das Jahresgutachten 2020/21 veröffentlicht. In diesem wird die Fragilität unserer aktuellen Wirtschaftslage betont. So ist die weitere Entwicklung der Volkswirtschaft vor allem von dem Infektionsgeschehen und den daraufhin getroffenen Einschränkungen abhängig.[1]

Die Corona-Krise unterscheidet sich stark von bisherigen Wirtschaftskrisen und Rezessionen. Das gilt für die Verhaltensanpassungen etwa der Konsumentinnen und Konsumenten ebenso wie für die Reaktion der Politik. Die gestiegene wirtschaftliche Unsicherheit, die individuelle Sorge vor einer Ansteckung und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die wirtschaftlichen Aktivitäten im ersten Halbjahr erheblich verringert. So sanken beispielsweise die Umsätze im Einzelhandel im Zeitraum von Januar bis April 2020 um insgesamt 9%. Während insbesondere Internet- und Versandhandel sowie der Handel mit Lebensmitteln kräftige Umsatzanstiege verzeichnete, kam es in anderen Teilen des Einzelhandels und im Gastgewerbe zu historischen Rückgängen. Doch trotz der starken Rückgänge ist das BIP im 3. Quartal vergleichsweise stark gewachsen. Insbesondere von Mai bis Juli zeigte sich ein sehr kräftiger Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität. So konnte beispielsweise knapp die Hälfte des Produktionsrückgangs in der Industrie über den Sommer aufgeholt werden. Doch für das letzte Quartal wird eine Stagnation erwartet. Daraufhin deutet beispielsweise der Rückgang des Einkaufsmanagerindex seit August. Die Wertschöpfung dürfte insbesondere im Gastgewerbe, bei den Reise- und Verkehrsdienstleistungen sowie im Bereich Kultur, Unterhaltung und Erholung in den Wintermonaten deutliche niedriger ausfallen als im Sommer. Im Einzelhandel könnte das erwartete Auslaufen der befristeten Umsatzsteuersenkung zum Jahresende die positive Entwicklung antreiben. Jedoch kann die Angst der Verbraucherinnen und Verbraucher das 4. Quartal merklich dämpfen. Der Rat der Wirtschaftsweisen rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung insgesamt über den Winter stagniert. Mit einem Abklingen der zweiten Infektionswelle dürfte sich die Erholung der Wirtschaft im Frühjahr aber wieder mit einem etwas höheren Tempo fortsetzen.

Doch dürfen trotz der Corona-Pandemie die langfristigen Herausforderungen für die deutsche Volkswirtschaft nicht aus dem Blick geraten. Das Produktivitätswachstum geht in Deutschland seit mehreren Jahrzenten zurück. Der technologische Wandel und insbesondere die Digitalisierung führen durch neue Geschäftsmodelle und Produktionsprozessen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur und auf dem Arbeitsmarkt.

So ist bei einer verfestigten Erholung der Corona-Pandemie auf die Rahmenbedingungen zu achten, die einen anhaltenden Aufschwung und langfristiges Wachstum sicherstellen. Im Zuge des Strukturwandels sind hohe private und öffentliche Investitionen notwendig. Für private Investitionen sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingung und Anreize für die Unternehmen und Haushalte von entscheidender Bedeutung.

Für den Fall, dass Sie eine individuelle Prognoserechnung für Ihr Unternehmen erstellen möchten – um dadurch auf (fast) alle Eventualitäten vorbereitet zu sein – unterstützen wir Sie sehr gerne!

 

[1] Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage (2020) Corona-Krise gemeinsam bewältigen, Resilienz und Wachstum Stärken. Jahresprognose. Verfügbar unter: https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg202021/JG202021_Gesamtausgabe.pdf