Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


Das (neue) A+O der Lohnabrechnung

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben die Kanzlei Dr. Schauer als eine der Vorreiterkanzleien in der Digitalisierung kennen- und schätzen gelernt. Der Datenaustausch zwischen Ihnen als Unternehmer und der Kanzlei funktioniert – wenn gewollt – weitestgehend papierlos über Unternehmen Online und vielleicht auch schon über die kanzleieigene Dr. Schauer App, mit der Sie den Beleg abfotografieren und direkt in die Buchhaltung schicken können.

Sie haben die App noch nicht? Laden Sie sich diese doch gleich entweder im App Store oder Google Play Store runter.

Die Digitalisierung macht jedoch nicht an dieser Stelle bereits stopp. Auch die Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern kann digital passieren. Mit Arbeitnehmer online „Meine Abrechnungen“ der DATEV ist es möglich, Ihren Arbeitnehmern Lohn- und Gehaltsdokumente, wie z. B. die Brutto/Netto-Abrechnung oder die Lohnsteuerbescheinigung, online zur Verfügung zu stellen statt wie bisher auf Papier.

Sowohl Ihr Unternehmen als auch Ihre Mitarbeiter profitieren von diesem Angebot. So sparen Sie beispielsweise Kosten für Druck und Porto und auch der Arbeitsaufwand für die Verteilung der Brutto/Netto-Abrechnungen entfällt. Für Ihre Mitarbeiter bedeutet Arbeitnehmer online „Meine Abrechnungen“ mehr Flexibilität, denn sie können jederzeit auf ihre Lohn- und Gehaltsdokumente zugreifen. Die lästige Ablage in Ordnern gehört der Vergangenheit an. Für die nötige Sicherheit ist natürlich gesorgt: Die Daten liegen geschützt im DATEV-Rechenzentrum in Nürnberg.

Zudem stellen zwei unterschiedliche Zugangsverfahren zum Portal sicher, dass nur der jeweilige Mitarbeiter auf seine Daten zugreifen kann. Entweder die Mitarbeiter nutzen eine TAN, die per SMS auf das vorab registrierte Mobilfunkgerät gesendet wird oder sie weisen sich mit dem neuen Personalausweis aus. Dabei kann für jeden Mitarbeiter individuell festgelegt werden, mit welchem Verfahren sich in Arbeitnehmer online angemeldet wird.

Hiermit wollen wir Sie daher einladen, die Kommunikation mit Ihrem Steuerberater auch für Ihre Mitarbeiter vollständig digital werden zu lassen. Sollten sie Arbeitnehmer online „Meine Abrechnungen“ noch nicht für sich und Ihre Mitarbeiter entdeckt haben, nutzen Sie „die Gunst der Stunde“. Aus DATEV Kreisen soll gesickert sein, dass auch DATEV bestrebt ist, den ökologischen Fußabdruck durch Papierreduzierung zu verkleinern. Geplant soll daher sein, dass für die bisherige Bereitstellung der monatlichen Lohnabrechnungen ein erhöhtes Entgelt veranschlagt wird. Kommen Sie dem zuvor und steigen Sie um auf Arbeitnehmer online!

Wir selbst nutzen es in der Kanzlei und unsere Mitarbeiter sind hoch zufrieden – und die Natur freut sich auch ein Stück weit mehr.

Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Dipl.-Kfm.
Dr. Ralf Erich Schauer
Steuerberater
Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 

 


Datev – Digitale Kanzlei

Wir haben allen Grund zum Feiern! Seit vielen Jahren verfolgen wir konsequent unsere Digitalisierungsstrategie. Nun sind wir von der DATEV mit dem Label „Digitale Kanzlei 2020“ ausgezeichnet worden. Wir werden alles daran setzen, uns stetig weiter zu entwickeln, um im digitalen Zeitalter weiterhin ganz vorne mit dabei zu sein.

Die DATEV eG vergibt das Label an Kanzleien, die durch eine konsequente digitale Zusammenarbeit mit ihren Mandanten auffallen. Anhand definierter Kriterien prüft die Genossenschaft mithilfe einer Software den Grad der Digitalisierung in den Bereichen Rechnungswesen, Steuern und Lohn. Diese Kriterien ändern sich jährlich, weswegen die Kanzleien diesen Prozess stets neu durchlaufen müssen. Das Label Digitale DATEV-Kanzlei garantiert somit auch, dass die entsprechenden Kanzleien beim Thema Digitalisierung up to date sind.

 

Ihre Vorteile bei der Zusammenarbeit mit uns als Digitale Kanzlei:

  • Die durchgängige digitale Zusammenarbeit zwischen Kanzlei, Unternehmen und Dritten reduziert administrative Tätigkeiten in Ihrem Unternehmen.
  • Manuell erzeugte Fehler werden ausgeschlossen und Daten stehen schneller und genau zur Verfügung. Damit haben digitale Prozesse beim Bankbuchen positive Auswirkungen auf die Liquidität Ihres Unternehmens.
  • Wir arbeiten bereits professionell digitalisiert und können Sie dadurch bei der Umstellung auf digitale Prozesse optimal unterstützen.
  • Das konsequente Leben digitaler Prozesse im Lohn ermöglicht die elektronische Erfassung und Verwaltung Ihrer Lohndaten sowie Datenübermittlung an alle Institutionen. Auch das Führen einer volldigitalen Personalakte ist möglich.
  • Anfragen können schnell bearbeitet werden, weil wir auf Ihre relevanten Daten direkt und schnell zugreifen können.
  • Verstärkte Nutzung von digitalen Lösungen im Bereich Rechnungen. Damit entfällt die Papierrechnung, das Versenden und das Einscannen. Rechnungen werden digital, direkt und ohne manuelle Brüche in die Finanzbuchhaltung eingelesen
  • Konsequente Nutzung von Schnittstellen aus Fremdsystemen bzw. Vorerfassungssystemen.
  • Sie haben entscheidungsrelevante Informationen zur Steuerung Ihres Unternehmens immer selbst im Zugriff.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Associated Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 


 

Jeder kennt es, denn es ist ein absoluter Dauerbrenner: Geschenk – und Tankgutscheine und die 44 – EUR- Grenze. Was Sie bei der Gewährung von diesen entsprechenden Gutscheinen an Mitarbeiter beachten sollten und welche Fallen hier rund um die 44 – EUR – Grenze lauern erläutern wir Ihnen gerne nachfolgend.

Für Sachbezüge gilt eine monatliche Freigrenze von 44 EUR (§ 8 Abs. 2 Satz 11 EStG). Die Freigrenze setzt die Einzelbewertung von Sachbezügen voraus (§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG) und ist deshalb z. B. nicht auf Mahlzeiten anwendbar, die mit dem Sachbezugswert angesetzt werden. Bei der Bewertung von Sachgeschenken des Arbeitgebers ist sie hingegen anzuwenden. Dies gilt auch für die Gewährung von Warengutscheinen.

 

Kann die 44-EUR-Grenze überschritten werden?

Bei dem Betrag von 44 EUR handelt es sich um eine Freigrenze. Wird der Betrag von monatlich 44 EUR überschritten, ist der gesamte Wert des Sachbezugs der Lohnbesteuerung zu unterwerfen. Zuzahlungen des Mitarbeiters sind möglich. Für die Feststellung, ob die 44-EUR-Freigrenze überschritten ist, werden die in einem Kalendermonat unentgeltlich und verbilligt gewährten Sachbezüge – nach Anrechnung der evtl. vom Mitarbeiter gezahlten Entgelte – zusammengerechnet.

Ferner handelt es sich um eine monatliche Freigrenze, sodass die in einem Monat nicht ausgeschöpften Beträge nicht auf andere Monate übertragen werden können. Außerdem darf die monatliche 44-EUR-Freigrenze nicht auf einen Jahresbetrag „hochgerechnet“ werden.

Beispiel: Überschreiten der 44-EUR-Freigrenze

Der Mitarbeiter hat im Laufe des Kalenderjahres keine Sachbezüge auf Grund seines Dienstverhältnisses erhalten. Zum Weihnachtsfest schenkt sein Arbeitgeber ihm zum Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit einen Warengutschein im Wert von 400 EUR.

Der Gutschein stellt steuerpflichtigen Arbeitslohn dar, weil die 44-EUR-Freigrenze überschritten ist. Es ist unerheblich, dass der Mitarbeiter die Freigrenze in den übrigen Monaten des Kalenderjahres mangels Gewährung eines Sachbezugs nicht in Anspruch genommen hat, da die monatliche Freigrenze nicht auf das Kalenderjahr hochgerechnet werden darf.

Steht der Mitarbeiter zu verschiedenen Arbeitgebern in Dienstverhältnissen, kann die monatliche Freigrenze von 44 EUR hingegen mehrfach in Anspruch genommen werden.

 

Ist eine Gehaltsumwandlung von Barlohn in einen Sachbezug möglich?

Nein, seit dem 01.01.2020 gilt die Freigrenze in Höhe von 44 EUR ausschließlich, wenn der Sachbezug zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geschuldet wird.

Ausnahme: Eine Gehaltsumwandlung von Barlohn in einen Sachbezug bzw. Gutschein ist mit Wirkung für die Zukunft (ab dem folgenden Monat) steuer- und auch sozialversicherungsrechtlich zulässig. Das gilt auch, um zukünftig die 44-EUR-Freigrenze in Anspruch nehmen zu können. Allerdings ist eine Änderung des Arbeitsvertrages erforderlich. Es darf kein Wahlrecht des Mitarbeiters zwischen Geld und einer Sachleistung bestehen.

 

Bewertung von Sachbezügen

Die monatliche Freigrenze von 44 EUR kann nur für alle in einem Monat unentgeltlich oder verbilligt gewährten Sachbezüge, die nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewerten sind, in Anspruch genommen werden. Dies sind Sachbezüge, für die keine amtlichen Sachbezüge festgesetzt sind und die nicht nach § 8 Abs. 3 EStG (Rabattfreibetrag) zu bewerten sind.

Die allgemeine Bewertung der Sachbezüge nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG erfolgt mit den um übliche Preisnachlässe geminderten Endpreisen am Abgabeort zum Zeitpunkt der Abgabe (R 8.1 Abs. 2 LStR).

Erhält der Mitarbeiter eine Ware oder Dienstleistung, die nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewerten ist (Einzelbewertung), so kann sie aus Vereinfachungsgründen mit 96 % des Endpreises bewertet werden, zu dem sie der Abgebende oder dessen Abnehmer fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet (R 8.1 Abs. 2 Satz 9 LStR).

Die Anwendung dieser Regelungen auf Gutscheine kommt u. E. aber nur in Betracht, wenn darin eine konkrete Sache bezeichnet ist, für die eine Bewertung erfolgen kann. Gutscheine über einen EUR-Betrag sind mit ihrem Nennwert anzusetzen. In diesen Fällen ist insbesondere die 96-%-Vereinfachungsregelung nicht anwendbar.

 

Welche anderen Sachbezüge müssen bei der Prüfung der 44-EUR-Grenze (nicht) einbezogen werden?

Vorteile, die nach § 8 Abs. 2 Satz 2 bis 8 EStG bewertet werden, bleiben außer Betracht.

Steuerpflichtige Sachbezüge i. S. d. § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG, die nach § 40 EStG pauschal besteuert werden, bleiben bei der Überprüfung, ob die 44-EUR-Grenze überschritten ist, außer Ansatz (R 8.1 Abs. 3 Satz 1 LStR).

Für nach § 37b EStG pauschalierte Sachbezüge gilt Entsprechendes.

Beispiel: Firmenwagen und Warengutschein

Ein Mitarbeiter nutzt seinen Firmenwagen auch privat. Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung wird korrekt versteuert. Im Mai erhält der Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber wegen besonders guter Leistungen einen Warengutschein im Wert von 44 EUR.

Der geldwerte Vorteil ist in Anwendung der monatlichen 44-EUR-Freigrenze lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Denn der Sachbezug aus der Privatnutzung des Firmenwagens ist bei der Prüfung der 44-EUR-Freigrenze nicht zu berücksichtigen, weil er nach § 8 Abs. 2 Sätze 2 bis 5 EStG zu bewerten ist.

Beispiel: Betriebsveranstaltung und Buchgutschein

Im August versteuert der Arbeitgeber für eine Betriebsveranstaltung je Mitarbeiter pauschal (mit 25 %) 150 EUR. Daneben ist einem Mitarbeiter Ende August wegen eines Verbesserungsvorschlags ein Buchgutschein im Wert von 40 EUR überreicht worden.

Der aus der Betriebsveranstaltung resultierende, nach § 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG pauschal versteuerte Arbeitslohn bleibt bei der Überprüfung, ob die Freigrenze überschritten ist, außer Ansatz. Der Gutschein ist somit im Rahmen der 44-EUR-Freigrenze steuerfrei.

 

Wann fließt der Sachbezugsvorteil aus einem Gutschein dem Mitarbeiter zu?

Die Finanzverwaltung vertritt die Auffassung, dass der Zufluss von Arbeitslohn bei einem Gutschein, der bei einem Dritten einzulösen ist, bereits mit Hingabe des Gutscheins erfolgt, weil der Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt einen Rechtsanspruch gegenüber dem Dritten erhält. An diesem Tag ist die Höhe des geldwerten Vorteils zu bestimmen. Spätere Wertveränderungen sind lohnsteuerlich ohne Bedeutung. Dem Mitarbeiter wird durch diese Sichtweise die Möglichkeit eingeräumt, Gutscheine mehrere Monate lang zu sammeln. Anders ist es hingegen für beim eigenen Arbeitgeber einzulösende Gutscheine.

Beispiel: Abgabe eines Benzingutscheins

Die Firma gewährt ihrem Mitarbeiter folgenden Gutschein: „42 Liter Super-Benzin“. Der Arbeitgeber hat ermittelt, dass bei Hingabe des Gutscheins der Liter Super 1,069 EUR kostet. Im Zeitpunkt der Einlösung des Gutscheins durch den Mitarbeiter ist der Sprit-Preis auf 1,129 EUR gestiegen.

Die 44-EUR-Freigrenze ist anwendbar, da sich für den Gutschein im Zeitpunkt der Hingabe ein geldwerter Vorteil in Höhe von 43,10 EUR ergibt (42 Liter x 1,069 EUR = 44,90 EUR davon 96 % = 43,10 EUR; der Bewertungsabschlag von 4 % ist hier vorzunehmen, weil eine konkrete Bezeichnung erfolgt ist).

Unmaßgeblich ist, dass sich für den Mitarbeiter im Zeitpunkt der Einlösung des Gutscheins ein Vorteil von mehr als 44 EUR ergibt (42 Liter x 1,129 EUR = 47,42 EUR x 96 % = 45,52 EUR).

 

Welche Aufzeichnungs- und Nachweispflichten müssen bei der Anwendung der 44-EUR-Freigrenze erfüllt werden?

Der Arbeitgeber trägt die Beweislast, dass die ausgegebenen und im Unternehmen nicht mehr vorhandenen Gutscheine den Vorgaben der Finanzverwaltung entsprechen. Daher sollte im Unternehmen eine Kopie der an die Mitarbeiter herausgegebenen Gutscheine, zumindest aber ein Muster der Gutscheine, vorgehalten werden. Die Kopie des Gutscheins sollte der Personalakte des Mitarbeiters beigefügt werden.

Der Arbeitgeber muss alle Sachbezüge, auch ausgegebene Gutscheine, im Lohnkonto eintragen und zwar auch dann, wenn sie in Anwendung der Freigrenze von monatlich 44 EUR steuerfrei bleiben. Zur Erleichterung dieser Aufzeichnungsverpflichtung wird es gemäß § 4 Abs. 3 Satz 2 LStDV zugelassen, dass Sachbezüge, die in Anwendung der monatlichen 44-EUR-Freigrenze steuerfrei bleiben, dann nicht im Lohnkonto aufgezeichnet werden müssen, wenn durch betriebliche Regelungen und entsprechende Überwachungsmaßnahmen gewährleistet ist, dass die Freigrenze von 44 EUR monatlich eingehalten wird. Diese Aufzeichnungserleichterung muss allerdings beim Betriebsstätten Finanzamt ausdrücklich beantragt werden.

 

Gelten die Grundsätze zur Sachbezugsfreigrenze auch für Warengutscheine vom eigenen Arbeitgeber? 

Warengutscheine, die beim eigenen Arbeitgeber einzulösen sind, stellen ebenfalls einen Sachbezug dar.

Ist der Gutschein beim eigenen Arbeitgeber einzulösen, fließt allerdings Arbeitslohn erst bei Einlösung des Gutscheins zu. Auf Gutscheine über Waren und Dienstleistungen aus dem Sortiment des Arbeitgebers findet zudem der jährliche Rabattfreibetrag von 1.080 EUR Anwendung.

Beispiel: Warengutschein in Verbindung mit Rabattfreibetrag

Das Lebensmittelgeschäft gibt seinen Mitarbeitern jeden Monat einen Warengutschein im Wert von 44 EUR, der zum Bezug von Lebensmitteln des Geschäfts berechtigt.
Der Wert dieser Sachbezüge ist in Anwendung des Rabattfreibetrags in Höhe von 1.080 EUR jährlich steuerfrei. Die Anwendung der 44-EUR-Freigrenze kommt nur für Sachbezüge in Betracht, auf die der Rabattfreibetrag nicht anzuwenden ist.

 

Gelten die Grundsätze zur Sachbezugsfreigrenze auch für Aufmerksamkeiten?

Sachleistungen des Arbeitgebers, die auch im gesellschaftlichen Verkehr üblicherweise ausgetauscht werden und zu keiner ins Gewicht fallenden Bereicherung der Mitarbeiter führen, gehören als bloße Aufmerksamkeiten nicht zum Arbeitslohn. Aufmerksamkeiten sind Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 60 EUR, die dem Mitarbeiter oder seinen Angehörigen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden (R 19.6 Abs. 1 LStR).

Die vorstehenden Grundsätze gelten gleichermaßen für die Anwendung der (steuerfreien) 60-EUR-Grenze in den Fällen, in denen Warengutscheine als Aufmerksamkeiten aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses (Geburtstag, bestandene Prüfung, Betriebsjubiläum) zugewendet werden. Die Gewährung von Aufmerksamkeiten ist unabhängig von der Sachbezugsfreigrenze von 44 EUR und kann zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Der Unternehmer kann alle innerhalb eines Jahres gewährten Sachzuwendungen mit pauschal 30 % versteuern. Die Pauschalierung ist jedoch nur bis zu einem Wert von 10.000 EUR zulässig. Aufmerksamkeiten bis zu einem Wert von 60 EUR bleiben hierbei außer Ansatz.

Beispiel: Gutschein anlässlich des Geburtstags eines Mitarbeiters

Der Mitarbeiter erhält zum Geburtstag von seinem Arbeitgeber einen Gutschein über 60 EUR zur Einlösung in einer Buchhandlung.

Da die 60-EUR-Grenze für (steuerfreie) Aufmerksamkeiten nicht überschritten ist, wird der geldwerte Vorteil nicht besteuert.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


Wenn die Krise geht, bleibt das Homeoffice – hier sind sich die Experten einig.

Das Homeoffice Modell ist nicht nur der Vorgeschmack auf eine neue Normalität, sondern auch der Beginn eines neuen Arbeitsmodells der Zukunft.

Die Corona-Pandemie versetzt unsere Welt in einen Ausnahmezustand und zwang sämtliche Unternehmen samt Mitarbeiter zum Umdenken.

Digitale Kommunikation in Form von Webmeetings und Videokonferenzen sollten sich innerhalb kürzester Zeit samt Familie und Haushalt vereinbaren lassen. Möglichst viele Menschen sollten in den eigenen vier Wänden bleiben, dort arbeiten und Sozialkontakte meiden. Die meisten mussten sich von heute auf morgen am Küchentisch oder inmitten von Spielzeug der Kleinen mit ihrem neuen Arbeitsumfeld arrangieren und nebenbei eventuell noch die Kinder mit Homeschooling betreuen.

Bei all den Nachteilen die man auf den ersten Blick mit dem Begriff Homeoffice vielleicht in Verbindung bringen mag, so hat es sich jedoch auch gezeigt, dass die Arbeitnehmer die Vorteile der Arbeit von zu Hause aus schätzen gelernt haben. Die meisten Mitarbeiter stellen durch das Homeoffice eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicher und es hat sich heraus kristallisiert, dass diese erheblich produktiver sind.

Dies hat auch unsere Mitarbeiterumfrage zur Thematik „Wie komme ich mit Homeoffice zurecht?“ bestätigt.

Auf Grund der aktuellen Pandemie haben auch wir mittlerweile unsere Homeoffice-Arbeitsplätze auf 100 % Prozent ausgebaut. Damit kann die gesamte Kanzlei dezentral arbeiten. Wir wollen einsatzfähig bleiben, um unseren Mandanten bei den Herausforderungen und Hürden die aufgrund der aktuellen Situation zustande kommen jederzeit zur Seite stehen zu können. Für Sie ändert sich „fast“ nichts. Denn alle Mitarbeiter sind weiterhin telefonisch oder per Mail im Homeoffice für Sie da.

Aufgrund der bereits greifenden Home Office Regelung in unserer gesamten Kanzlei, bitten wir um Ihr Verständnis, sollte es in der Bearbeitung gegebenenfalls einmal zu Verzögerungen kommen. Wir freuen uns dennoch auf eine Zeit nach der Pandemie, wenn wir wieder wie gewohnt und jederzeit auch das persönliche Gespräch mit Ihnen führen können.

 

Unser Tipp für Sie als Unternehmer:

Nur ergonomische günstige Arbeitsplätze schaffen produktives Arbeiten. Stellen Sie also sicher, dass das häusliche Büro Ihrer Arbeitnehmer folgende Eigenschaften aufweist:

  •  Geeigneter Schreibtisch mit guter Beleuchtung und bequemen Bürostuhl
  • Stabile Internetverbindung
  • Geeignete Hardware: Computer und Telekommunikationsgeräte
  • Wichtige Maßnahmen der Datensicherheit sind eingehalten: Idealerweise kann das Büro abgeschlossen werden. Vertrauliche Unterlagen sollten weggesperrt werden können.

Arbeitnehmer deren Arbeitgeber keine entsprechenden Arbeitsmittel zur Verfügung stellen können die Kosten für das Arbeitszimmer absetzen.

Und so geht’s:

Grundsätzlich sind alle Kosten, die Sie direkt oder anteilig Ihrem Arbeitszimmer zuordnen können, auch von der Steuer absetzbar. So gehören zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischstuhl und Leselampe fraglos zum Arbeitszimmer, sind also direkt zuordenbar und können in voller Höhe abgesetzt werden. Bei Kosten wie Miete, Strom oder Heizung sieht das etwas anders aus: Diese Kosten fallen für die gesamte Wohnung an – dementsprechend müssen Sie ausrechnen, wie hoch die anteiligen Kosten des Arbeitszimmers sind. Nur dieser Teil kann in der Steuererklärung eingetragen werden.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit seinem Urteil vom 29.01.2020 (VIII R 11/17) entschieden, dass bei einem als Behandlungsraum eingerichteten und genutzten Raum allein der Umstand, dass die Patienten den Raum nur über einen dem privaten Bereich zuzuordnenden Flur erreichen können, keine für ein häusliches Arbeitszimmer geltende Abzugsbeschränkung beschränken. Denn es handelt sich um einen betriebsstättenähnlichen Raum und nicht um ein häusliches Arbeitszimmer. Die Aufwendungen sind daher im konkreten Fall in vollem Umfang als Betriebsausgaben abziehbar.

 

 

1. Was heißt das nun konkret?

Ein häusliches Arbeitszimmer ist im Wesentlichen ein Raum, der seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die häusliche Sphäre des Steuerpflichtigen eingebunden ist und vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder organisatorischer Arbeiten dient. Ein solcher Raum ist typischerweise mit Büromöbeln eingerichtet, wobei der Schreibtisch regelmäßig das zentrale Möbelstück ist.

Nach den steuerlichen Regelungen sind Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung nur dann als Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten abziehbar, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet oder für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Im letzteren Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250 EUR begrenzt. Die Beschränkung der Höhe nach gilt jedoch nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet.

 

 

2. Ein häusliches Arbeitszimmer ist aber nicht immer ein „häusliches Arbeitszimmer“!

Aufwendungen für Räume innerhalb des privaten Wohnbereichs, die nicht dem Typus des häuslichen Arbeitszimmers entsprechen, können jedoch unbeschränkt als Betriebsausgaben/Werbungskosten abziehbar sein, wenn sie betrieblich/beruflich genutzt werden und sich der betriebliche/berufliche Charakter des Raums und dessen Nutzung anhand objektiver Kriterien feststellen lassen.

Dementsprechend hat der BFH die Aufwendungen für eine Notarztpraxis in vollem Umfang als abziehbar anerkannt. Für diese Räume greift der bei einem häuslichen Arbeitszimmer für die Abzugsbeschränkung maßgebliche Grund – die nicht auszuschließende private Mitbenutzung – gerade nicht. Denn bereits aufgrund ihrer Ausstattung und/oder wegen ihrer Zugänglichkeit durch dritte Personen lässt sich eine private Mitbenutzung ausschließen.

 

Ob ein Behandlungsraum als betriebsstättenähnlich anzusehen ist, bestimmt sich sowohl nach der Ausstattung des Raums als auch dessen leichter Zugänglichkeit für Dritte. Die Anforderungen an eine leichte Zugänglichkeit des Raums für Dritte können nicht völlig losgelöst von dessen Ausstattung bestimmt werden. Jedenfalls dann, wenn bei einem Raum aufgrund seiner Einrichtung und Nutzung eine private (Mit-)Nutzung fernliegend ist, begründet allein der Umstand, dass ihn die Patienten nur über einen dem privaten Bereich zuzuordnenden Flur erreichen können, keine Abzugsbeschränkung. In einem solchen Fall sind die Anforderungen an die leichte Zugänglichkeit geringer. Denn bereits aufgrund der Ausstattung des Raums und dessen tatsächlicher Nutzung kann eine die Abzugsbeschränkung rechtfertigende private (Mit-)Nutzung praktisch ausgeschlossen werden.

 

 

3. Verhältnis von Raumausstattung und Zugänglichkeit ein gewichtiges Indiz

Die Entscheidung verdeutlicht, dass die Merkmale der beruflichen Ausstattung und Nutzung einerseits und der leichten Zugänglichkeit für die Patienten andererseits in Abhängigkeit zueinander stehen. Ist die berufliche Ausstattung und Nutzung eindeutig, kann die eingeschränkte Zugänglichkeit in den Hintergrund treten. Lässt sich dagegen eine gewisse private Mitnutzung nicht von vornherein ausschließen, kann die leichte Zugänglichkeit durch dritte Personen für die Bejahung der beruflichen Veranlassung an Gewicht gewinnen.

Festzuhalten bleibt schließlich, dass die Zugänglichkeit ohnehin nur in Fällen von Bedeutung sein kann, in denen die betriebliche Tätigkeit einen gewissen Besucherverkehr erfordert.

Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Dipl.-Kfm.
Dr. Ralf Erich Schauer

Steuerberater, Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 

 


Die aktuelle Zeit fördert Wahrnehmungen zutage, die bis vor kurzem in der Form vielleicht noch nicht bekannt waren. Zum Beispiel herrscht eine zumindest jetzt gerade deutlich sichtbare Aktivität der Regierung und des Gesetzgebers.

Der Koalitionsausschuss hatte sich am 03. Juni 2020 auf ein umfangreiches Konjunktur- und Zukunftspaket mit vielen steuerlichen Maßnahmen verständigt. Zur Umsetzung hat das Bundeskabinett am 12. Juni 2020 den Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen beschlossen.

Mit dem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket soll die Konjunktur gestärkt und die Wirtschaftskraft Deutschlands entfesselt werden. Zusätzlich sollen mit einem Zukunftspaket Zukunftsinvestitionen und Investitionen in Klimatechnologien gefördert werden.

Angesichts der Folgen der Corona-Pandemie brauche es eine mutige Antwort, betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der Vorstellung des Konjunktur- und Zukunftspakets mit einem Volumen von 130 Mrd. EUR.

 

Senkung der Umsatzsteuer: 

 

  • Die Umsatzsteuersätze werden befristet vom 1. Juli 2020 bis zum 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Die Finanzverwaltung soll alles daransetzen, die Anwendung der neuen Regelungen für die Unternehmen möglichst flexibel und praktikabel zu gestalten.

 

  • Besonders betroffen von der Änderung des Steuersatzes ist die Gastronomiebranche. Für diese Branche wurde bereits mit dem Corona-Steuerhilfegesetzes (Zustimmung Bundesrat erfolgte am 5. Juni 2020) der Steuersatz für die Erbringung von Restaurations- und Verpflegungsdienstleistungen (mit der Ausnahme: Abgabe von Getränken) von 19 % auf 7 % gesenkt.

 

  • Für die Erbringung von Restaurations- und Verpflegungsdienstleistungen gilt dann folgendes:
      • Juli 2020 bis 31. Dezember 2020: 5 % auf Speisen, 16 % auf Getränke
      • 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021: 7 % auf Speisen, 19 % auf Getränke
      • ab 1. Juli 2021: 19 % auf Speisen (soweit nicht Außer-Haus) und Getränke

 

Beachten Sie hierzu auch unseren Newsletter vom 05.06.2020 „Wichtige Infos und Handlungshinweise bezüglich der Senkung der Mehrwertsteuer“.

 

Familien mit Kindern und insbesondere Alleinerziehende wurden in Zeiten der Corona-Pandemie durch besondere Einschränkungen belastet. Ihnen wird mit dem Kinderbonus und der befristeten Erhöhung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende geholfen.

 

  • Für jedes kindergeldberechtigte Kind wird ein Kinderbonus von 300 Euro gewährt. Über den bereits im Familienentlastungsgesetz vom 29. November 2018 enthaltenen Förderschwerpunkt für Familien (spürbare Anhebung des Kindergeldes und des Kinderfreibetrages) hinaus wird das Kindergeld um einen Einmalbetrag von 300 Euro (Kinderbonus 2020) erhöht. Die Auszahlung erfolgt aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung grundsätzlich in zwei gleichen Teilen von jeweils 150 Euro im September und Oktober 2020. Kinder, für die im September 2020 kein Anspruch auf Kindergeld besteht, werden ebenfalls berücksichtigt, wenn für sie in einem anderen Monat des Jahres 2020 ein Kindergeldanspruch besteht.

 

  • Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird befristet auf zwei Jahre von derzeit 1.908,- Euro auf 4.008,- Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben. Damit wird den eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Zeiten der Corona-Pandemie und den damit verbundenen besonderen Einschränkungen für Alleinerziehende Rechnung getragen.

 

 

Unternehmen werden bei der wirtschaftlichen Erholung mit gezielten Maßnahmen unterstützt.

 

  • Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert. Der Verlustrücktrag kann unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 genutzt werden. Neben der Möglichkeit eines Pauschalansatzes in Höhe von 30 % kann auch ein höherer rücktragsfähiger Verlust anhand detaillierter Unterlagen (z. B. betriebswirtschaftlicher Auswertungen) nachgewiesen werden. Er kann nicht nur bei der Jahressteuerfestsetzung für 2019, sondern auch bei der Herabsetzung von Vorauszahlungen genutzt werden. Sollte sich im Rahmen der Jahressteuerfestsetzung für 2019 eine Nachzahlung aufgrund der herabgesetzten Vorauszahlungen wegen eines voraussichtlich erwarteten rücktragsfähigen Verlustes für 2020 ergeben, wird diese auf Antrag zinslos gestundet.

 

  • Einführung einer degressiven Abschreibung in Höhe von 25 Prozent, höchstens das 2,5-fache der linearen Abschreibung, für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden. Die Unternehmen haben so die Möglichkeiten zur Minderung ihrer Steuervorauszahlungen und können Liquiditätsvorteile zügig nutzen. Die degressive Abschreibung fördert die schnellere Refinanzierung und schafft über diesen Mechanismus bereits im noch laufenden Veranlagungszeitraum unternehmerische Vorteile und Investitionsanreize, die für die nötige Stabilisierung der Wirtschaft sorgen.

 

  • Der Ermäßigungsfaktor in § 35 EStG wird ab dem Veranlagungszeitraum 2020 von 3,8 auf 4,0 angehoben. Diese Erhöhung trägt den in den vergangenen Jahren gestiegenen Gewerbesteuer-Hebesätzen Rechnung. Bis zu einem Hebesatz von 420 Prozent können damit im Einzelfall Personenunternehmer durch die Steuerermäßigung vollständig von der Gewerbesteuer entlastet werden.

 

  • Eckpunkte der Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen wurden beschlossen.

 

    • Das branchenübergreifende Zuschussprogramm mit einer Laufzeit von Juni bis August 2020 gewährt kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten. Unternehmen sind antragsberechtigt, sofern sie im April und Mai 2020 einen Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 nachweisen können. Je nach Umsatzeinbruch werden zwischen 40 Prozent und 80 Prozent der Fixkosten erstattet.
    • Bis zu 150.000 Euro an betrieblichen Fixkosten kleiner und mittelständischer Unternehmen können so je nach Umsatzausfall von Juni bis August 2020 erstattet werden. Dabei fällt Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern und auch Steuerberatern eine besondere Aufgabe zu, denn diese müssen die Umsatzausfälle und die betrieblichen Fixkosten bestätigen, damit das Bundeswirtschaftsministerium die Kosten erstatten kann.
    • Für das Programm stehen insgesamt 25 Milliarden Euro zur Verfügung.

 

Im Übrigen enthält der Gesetzentwurf folgende Maßnahmen zur Umsetzung des Koalitionsbeschlusses:

 

  • Bei der Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen ohne Kohlendioxidemission wird der Höchstbetrag des Bruttolistenpreises auf 60.000,- Euro angehoben. Bislang werden bei der privaten Nutzung eines betrieblichen Elektrofahrzeugs (inkl. Brennstoffzellenfahrzeuge) nur ein Viertel des Bruttolistenpreises der Besteuerung zugrunde gelegt. Dies gilt bislang jedoch nur, wenn der Bruttolistenpreis des Kraftfahrzeugs nicht mehr als 40.000,- Euro beträgt.

 

Schließlich sollen auch arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Maßnahmen getroffen werden, um entsprechende Impulse zu setzen:

 

Sozialversicherungsbeiträge sollen bis 2021 bei maximal 40 % stabilisiert werden.

  • Durch die Corona-Pandemie steigen die Ausgaben in allen Zweigen der Sozialversicherung. Das Konjunkturpaket gibt eine „Sozialgarantie 2021“ ab, damit die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 % stabilisiert werden. Weitergehende Finanzbedarfe sollen bis zum Jahr 2021 aus dem Bundeshaushalt gedeckt werden. Damit werden die Lohnnebenkosten für die Arbeitnehmer aber auch für die Arbeitgeber konstant gehalten. Derzeit liegt der Beitragssatz bei 38,65 % zzgl. des von den Krankenkassen erhobenen individuellen Zusatzbeitrags.

 

 

Wichtiger Hinweis:

 

Anbei haben wir Ihnen zwei Checklisten „Zutreffenden Steuersatz ermitteln“ und „Maßnahmen bei Unternehmen“ vom Deutschen wissenschaftlichen Institut der Steuerberater e.V. (DWS) mit angefügt. Sollten Sie Fragen hierzu haben, so melden Sie sich gerne jederzeit bei uns. 

 

 

 

Checkliste „Zutreffenden Steuersatz ermitteln“

 

 

Checkliste „Maßnahmen bei Unternehmen“

Diesen Monat für Sie entworfen:

Sebastian Haidn
Key Account Manager Digitalisierung
Sebastian.Haidn @dr-schauer.de

 

 

 

 

Michaela Pollak
Key Account Manager Digitalisierung
Michaela.Pollak @dr-schauer.de

 

 

 

 

 


»Das Leben gehört dem Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.«    Johann Wolfgang von Goethe

Sie kennen das: Chaos in Ihrer Buchhaltung, Belege stapeln sich und wollen noch sortiert werden und die Kanzlei hat bereits nachgefragt, wann denn mit den Unterlagen zu rechnen sei? Gefühlt vor Ihnen ein Berg aus lästiger Arbeit und eigentlich tausend andere Dinge die viel schöner wären? Wie wäre es wenn wir Ihnen sagen, dass Sie nun einfach und direkt alles mit dem Handy scannen können? Nicht mehr jeden Monat alles einsortieren, nach Datum ordnen und dann zu uns schleppen oder schicken, sondern einfach mit wenigen Klicks an uns senden….Wäre das nicht easy?

Aufgrund mangelnder Erfahrung schrecken manche Unternehmen vor der digitalen Finanzbuchhaltung nach wie vor zurück. Viele setzen immer noch auf die klassische „alt bewährte“ Finanzbuchhaltung mit Papierbelegen und dem originellen Pendelordner – ein Ordner, der von Ihnen mit für die Buchhaltung relevanten Belegen befüllt und regelmäßig zwischen Ihnen und uns hin und her pendelt. Das System funktioniert zwar nach wie vor, hat jedoch zum Beispiel den Nachteil, dass die Belege zwischenzeitlich nicht im Unternehmen zur Verfügung stehen und wir Auskünfte über wirtschaftliche Daten immer erst mit Verzögerung geben können. Wenn dann auch noch ein Beleg nicht im Ordner seinen Weg zu uns gefunden hat, sondern beispielsweise einsam und vergessen in einer Schublade liegt, beginnt die große Suche.

 

Kennen Sie schon unsere Dr. Schauer App? Nein ?

Dank dieser gehört die große Suche nach diversen Belegen ab sofort der Vergangenheit an!

 

Mit unserer Dr. Schauer App können Sie zukünftig schnell und bequem von unterwegs Ihre Belege an uns weiterleiten, ohne, dass das Original Ihr Haus überhaupt verlassen muss. In wenigen Schritten können Sie hier das Originaldokument fotografieren und direkt per Mail an uns schicken. Neben der Übermittlung der Belege per Email haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, uns Ihre Belege mit der App direkt in Unternehmen Online zur Verfügung zu stellen. Ihre Belege finden somit nicht nur steuerliche Berücksichtigung, sondern sind zugleich noch revisionssicher und leicht wieder auffindbar digital archiviert.

Getreu dem Motto „doppelt hält besser“ freuen wir uns, ab sofort Sie im Doppelpack in Sachen Unternehmen Online  unterstützen zu dürfen

Wir begrüßen zum 15.05.2020 ganz herzlich Frau Michaela Pollak, als Key Account Managerin Digitalisierung die das Team von Herrn Sebastian Haidn, Key Account Manager unterstützen wird!

Schnellere Umsetzung, engere Betreuung, geballte Kompetenz und doppelte Power- seien Sie versichert, dass wir Sie unterstützen werden so gut wir können.

Wir sind überzeugt davon, dass der Weg der Digitalisierung der Weg der Zukunft und mit vielen positiven Effekten verbunden ist. Wenn Sie sich nun fragen „Und wie würde das Ganze dann für mich aussehen?“ – sprechen Sie uns an. Gerne helfen wir Ihnen bei der Analyse Ihrer bisherigen Abläufe, finden so gemeinsam Ihre persönlichen Vorteile von Unternehmen Online und stehen Ihnen ebenso während des gesamten Einrichtungsprozesses wie auch darüber hinaus mit Rat und Tat zu Seite.

 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


 

Ferien und der damit verbundene Urlaub an nahen und fernen Orten sind für viele Menschen die wohl schönsten Wochen des Jahres – doch so wie es momentan aussieht, zwingt uns das Coronavirus für die kommenden Ostertage und Osterferien diese Zeit vorerst in den eigenen vier Wänden zu verbringen.

Doch sehen Sie das ganze doch mal positiv! Strapazen auf der An – und Abreise, im Hotel schlecht gelauntes Personal, volle Liegen und leere Versprechen – die wohl schönsten Wochen im Jahr können auch ganz schön scheußlich sein.

Wie Sie Ihren Urlaub auch Zuhause auf Balkonien so gestalten können, dass es sich nach „Meer“ anfühlt, verraten wir Ihnen nachfolgend getreu dem Motto – „Tschüss Langeweile – hallo gute Laune“!

 

1) Frühjahrsputz machen und Steuerunterlagen zusammenstellen!

Den Hinweis, etwaige Mehrzeit für das Aufräumen und das Putzen des Eigenheims zu nutzen, können wir uns aufgrund der fortgeschrittenen Zeit der Beschränkungen vermutlich sparen. Wenn nicht, dann ist vielleicht ein Ratschlag aufgrund der glücklicherweise gerade strahlenden Sonne nicht verkehrt: Putzen Sie keine Fensterscheiben bei vollem Sonnenstrahl auf die Scheibe!

Für uns als Ihr Steuerberater bietet sich aber auch eine andere Tätigkeit an, wenn bereits alle Fensterscheiben streifenfreien Durchblick gewähren. Nutzen Sie die Zeit und nehmen Sie sich Ihrer Buchhaltungs- sowie Steuerunterlagen an. Wir sind auch in dieser Phase für Sie da und freuen uns, wenn wir Ihre Buchhaltung zeitgerecht führen und abarbeiten sowie Ihre Steuererklärung fristgerecht erstellen können. Und das bekannte Sprichwort lautet: “Was du heute kannst besorgen – das verschiebe nicht auf morgen!“ Also nichts wie los und auf gut deutsch: ran an den Speck!

Nutzen Sie hierfür auch gerne unsere Einkommensteuer Checkliste auf unserer Homepage unter: https://dr-schauer.com/#toggle-id-68.

Sie werden sehen, es zahlt sich durchaus für Sie aus, die Unterlagen jetzt schon zusammenzustellen und an uns zu übermitteln. Es steigert nicht nur die Vorfreude auf die nächste Freizeitaktivität – wenn Sie nicht mehr an die Frist für die „lästige Steuerabgabe“ denken müssen -, sondern es ergeben sich auch noch weitere bedeutende Vorteile für Sie:

Ihre Vorteile:

– Sie haben eine Betätigung, die sich im wahrsten Sinne auszahlen kann. Mit einer zeitnahen Buchführung können wir Ihnen aktuelle Auswertungen zu Ihrer Liquidität und wirtschaftlichen Situation zur Verfügung stellen, die gerade in aktuellen Zeiten wichtiger denn je sein können.
– Mit einer zeitgerechten Buchhaltung kann der folgende Jahresabschluss und die Steuererklärung zeitnahe erstellt werden, was u.a. zu Steuererstattungen oder auch zu Herabsetzung von Vorauszahlungen führen kann, welche wiederum sich positiv auf Ihre finanzielle Situation auswirken können.
– Und schließlich lassen sich Zeitdruck und Hektik zum Ende der Abgabefristen für beide Seiten vermeiden.

2) Holen Sie sich das Meer nach Hause!

Wer von Ihnen den Osterurlaub am Meer geplant hatte, der wird sicherlich enttäuscht sein. Sie können sich das Meer jedoch ganz einfach nach Hause holen. Sie fragen sich nun bestimmt, wie soll das denn gehen? Na dann mal aufgepasst!

a) Urlaub beginnt im Kopf! Stellen Sie sich vor, Sie haben beim Autofahren den Gang zu schnell kommen lassen, der Motor ist abgewürgt und das Armaturenbrett leuchtet wie ein Christbaum. So abrupt kam auch unser bisheriges Leben zum Stillstand. Doch damit wir den Motor wieder starten können, müssen wir ihn erstmal komplett ausschalten – in diesem Sinne: schalten auch Sie ab!

b) Stellen Sie sich einen Liegestuhl vor Ihren Fernseher

c) Bereiten Sie sich einen leckeren Fruchtcocktail zu und setzen Sie sich Ihre Sonnenbrille auf

e) Schalten Sie auf YouTube passende Meeresrauschen- und Entspannungsvideos ein

f) Entspannen Sie!

g) Sollten Sie Nachwuchs und einen Sandkasten draußen haben, ist das Knirschen unter den Füßen und der Sand zwischen den Zehen nur eine Frage der Zeit

3) Ausflug mit den Kindern durch die eigenen vier Wände
Die gemeinsame Zeit mit der Familie geht oft in der Hektik des Alltags unter und kommt manchmal viel zu kurz. Nun stehen Sie andererseits vielleicht einem Berg von Zeit gegenüber, den Sie vielleicht gefühlt nicht schaffen. Auch hier wäre eine Empfehlung, die aus eigener Erfahrung helfen kann: Erkennen Sie positiven Möglichkeiten, auch wenn negative vordergründig erscheinen. Spielen Sie doch gemeinsam Brettspiele und schauen Sie sich Fotoalben von vergangenen Reisen an!

Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


 

Gutscheine im aktuellen Steuerrecht – im wahrsten Sinne des Wortes bieten diese derzeit leider keinen „guten Schein“ für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

 

So recht mag in Berlin wohl noch kein Konsens herrschen, wie man mit welchen Gutscheinen und entsprechenden arbeitsvertraglichen Ausformungen umgehen soll, damit die beinahe sagenumwobenen 44 € als Sachbezug weiterhin steuerfrei bleiben können.

  • 8 Abs. 1 EStG wurden im Rahmen des sog. JStG 2019 zwei neue Sätze angefügt. Dadurch sollen Schwierigkeiten in der Abgrenzung zwischen Geldleistung und Sachbezug ausgeräumt und Rechtssicherheit geschaffen werden.

Doch gut gemeint ist nicht immer gut – wie es so schön heißt. Das bewahrheitet sich zum Leid der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nun auch hier. Das gilt insbesondere für die Arbeitgeber, die Karten von Anbietern wie Spendit etc. nutzen. Hier herrscht momentan große Unsicherheit, wie Sie gleich sehen werden.

Hintergrund: Gutscheine sind ein klassisches Gestaltungsinstrument, um „mehr Netto vom Brutto“ zu erzielen, ohne den Arbeitgeber mit zusätzlichen Lohnnebenkosten zu belasten.

Der Schlüssel zur Begünstigung liegt in der Sachbezugseigenschaft des gewährten Vorteils, Geldleistungen hingegen sind stets von der Begünstigung ausgeschlossen.

Rechtslage bis 31.12.2019: Bis dato war für die Abgrenzung zwischen Geld- und Sachleistung der Rechtsgrund des Zuflusses entscheidend. Welche Leistung konnte der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber aufgrund arbeitsvertraglicher Vereinbarung einfordern? Darüber hinaus war auch eine Gehaltsumwandlung unschädlich möglich.

Da hat sich nun der Wind drastisch gedreht!

Rechtslage ab 1.1.2020: Künftig ist die Erfüllungsweise des Arbeitgebers maßgebend. Gehaltsumwandlungen sollen daneben schädlichen Charakter erhalten.

Folgende Vorgehensweisen, die in der Vergangenheit üblich und zulässig waren, sind es daher seit dem Jahreswechsel nicht mehr:

  • zweckgebundene Geldleistungen,
  • nachträgliche Kostenerstattungen,
  • Geldsurrogate,
  • andere Vorteile, die auf einen Geldbetrag lauten.

Keine Regel ohne Ausnahme: Unter bestimmten Voraussetzungen sollen Einzelfälle wiederum von dieser Regel ausgenommen und als unschädlicher Sachlohn – damit als steuerfreie Sachlohn – klassifiziert werden können.

So sind „Gutscheine und Geldkarten, die ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10 des Zahlungsdiensteaufsichtsgesetzes (ZAG ) erfüllen“ weiterhin als Sachlohn zu werten.

In welchen Fällen das erfüllt ist und ob dafür insbesondere die getätigte Inlandseinschränkung der großen Anbieter (SpenditCard, givve etc.) ausreichend ist, bleibt abzuwarten.

Zusätzlichkeitserfordernis: Schließlich wurde gesetzlich zur 44 €-Grenze ein Zusätzlichkeitserfordernis angefügt. Der gesetzgeberische Wille steht jedoch im Widerspruch zur neueren BFH-Rechtsprechung.

Eine weitere Gesetzesergänzung, welche dieses Zusätzlichkeitserfordernis allgemein regeln sollte, wurde aktuell vom Bundeskabinett im Rahmen der Gesetzgebung wieder herausgenommen.

Es ist nach alledem damit niemanden, auch nicht den Entscheidern momentan in Gänze klar, wie hier weiter zu verfahren ist. Das ist für uns als Ihr Berater, auf den Sie sich verlassen können, eine mehr als nur unbefriedigende Situation. Wir können Ihnen hier schlicht keine verlässliche Auskunft geben – wie auch, wenn der Gesetzgeber es schon nicht weiß.

Nichtsdestotrotz wollen wir Ihnen derzeit vermutlich mögliche Sachbezüge an die Hand geben, damit Sie, sofern Sie Gutscheine als Gehaltsbestandteil nutzen, weiterhin manövrierfähig bleiben können.

Nach aktueller Literatur sollen wohl folgende Gutscheine und Geldkarten die Steuerbefreiungskriterien noch erfüllen:

  • Closed-Loop-Karten
    • B. aufladbare Geschenkkarten für den Einzelhandel: Sie berechtigen Waren/Dienstleistungen vom Aussteller des Gutscheins (z. B. bei einem bestimmten Einzelhändler) zu beziehen.
  • Controlled-Loop-Karten
    • B. Centergutschein, „City-Cards“: Sie berechtigen Waren/Dienstleistungen nicht nur vom Aussteller des Gutscheins zu beziehen, sondern bei einem begrenzten Kreis von Akzeptanzstellen.
  • Beispiele für Sachbezüge
    • „Geldkarten“, die ein Kaufhausbetreiber ausgibt, die bei Einkäufen in allen Geschäften dieses Kaufhauses eingelöst werden können (Shop-in-Shop).
    • Ein einzelner Tankstellenbetreiber gibt eine Karte für seine Tankstelle aus.
    • Shopping-Center, Malls, Outlet-Villages geben Karten aus, die bei Einkäufen eingelöst werden können (shop next to shop).
    • Von einer bestimmten Ladenkette ausgegebene Kundenkarten, mit der in den einzelnen Geschäften der Ladenkette eingekauft werden kann.
    • Bei städtischen Einkaufs- und Dienstleistungsverbünden, sog. City-Karten, wenn sie auf die unmittelbar angrenzenden zweistelligen PLZ-Bezirke begrenzt werden (z. B. City-Card München (PLZ 80 und 81)).
    • limited range (beispielsweise bei Tankkarten) mit der Prämisse „Alles, was das Auto bewegt“. Dies beinhaltet Kraft- und Schmierstoffe sowie Zusatzprodukte (Add Blue etc.), Zubehör (z. B. Scheibenwischer), Fahrzeugwäschen, Reparaturen sowie Mauten und Fähr- und Parkgebühren. Eine grenzüberschreitende Nutzung der Tankkarte ist unschädlich.
    • Kinokarten, die auf den Besuch von Kinos einschließlich der in deren Räumlichkeiten angebotenen Genussmittel begrenzt sind.

Bitte verstehen Sie das als unverbindliche Ideen unsererseits. Wie bereits erwähnt ist es derzeit niemanden möglich, hier rechtssichere Auskunft zu geben. Von vielen Seiten wird daher die Finanzverwaltung dringend gebeten, mit einer entsprechenden Klarstellung in Form eines BMF-Schreibens zu reagieren. Ein solches Schreiben ist angekündigt, steht jedoch noch aus.

Wir halten Sie auf dem Laufenden!

 

Sofern Sie bereits Gutscheinkarten wie Spendit nutzen und zu dem Empfängerkreis einer aktuellen Mitteilung von Spendit gehören, möchten wir die Gelegenheit hiermit nutzen, Ihnen unsere aktuelle Sicht und Einschätzung hierzu auf den Weg zu geben:

Wie Spendit selbst beschrieben hat, gibt es derzeit weder eine verlässliche/einheitliche Ansicht der Finanzverwaltung, noch eine Klarstellung des Gesetzgebers. Spendit gibt nach unserem Dafürhalten mit dem Schreiben einen Handlungsvorschlag aus, um nachvollziehbar insb. mögliche Ansprüche gegen Spendit bestmöglich zu vermeiden. Bisheriges Verkaufsargument ist ja die Steuerkonformität.

Wenn wie von Spendit beschrieben die Sozialversicherungsträger und die Finanzverwaltung informiert werden, erhalten Sie möglicherweise natürlich eine entsprechende Reaktion. Diese Reaktion wäre jedoch derzeit eine persönliche, individuelle Einschätzung des jeweiligen Sachbearbeiters – egal ob positiv oder negativ für den Spendit-Einsatz. Diese Meinung kann – wie von Spendit selbst erwähnt – nicht für alle Sachverhalte bei anderen Einrichtungen gelten. Zudem ist es bislang noch nicht klar, ob Spendit nicht doch weiterhin steuerlich wirksam ist. Dies wird vielmehr mit Hochdruck versucht gewährleistet zu werden.

Vor diesem Hintergrund können wir Ihnen aus unserer Sicht die folgenden Vorgehensweisen vorschlagen:

  1. Wenn Sie wünschen, informieren wir wie von Spendit vorgeschlagen Ihr zuständiges Finanzamt und die relevanten Sozialversicherungsträger. Sofern wir dann eine entsprechende negative Reaktion erhalten sollten, müssen wir natürlich handeln und den Spendit-Betrag unabhängig von einer zukünftigen (vielleicht anderslautenden) Entscheidung bereits jetzt als steuer- und sozialversicherungspflichtig behandeln.

Es empfiehlt sich dann, Zahlungen auf Spendit einzustellen und ggf. auf andere Gutscheine (s.u.) oder Bruttolohnauszahlung umzustellen.

  1. Sie lassen das Vorgehen wie gehabt und wir werden den weiteren Verlauf im Auge behalten. Sollte tatsächlich in den nächsten Monaten eine einheitliche Entscheidung getroffen werden, die Sinn und Zweck von Spendit zunichtemacht, wären die bis dahin gezahlten Beträge ggf. rückwirkend nachzuversteuern und nachzuverbeitragen. Dies hätte eine entsprechende Nachzahlung auch für den Arbeitnehmer zur Folge. Sollte die Entscheidung zugunsten von Spendit getroffen werden (was auf allen Ebenen versucht wird), gibt es hingegen keinen weiteren Handlungsbedarf.
  2. Sie stellen bis zur endgültigen Klärung mit sofortiger Wirkung Zahlungen auf Spendit ein und geben andere Gutscheine aus (s.u.). Etwaige vorangegangene Zahlungen in 2020 wären entsprechend zu korrigieren.
  3. Sie stellen bis zur endgültigen Klärung mit sofortiger Wirkung Zahlungen auf Spendit ein und zahlen den Betrag als Bruttolohn aus. Etwaige vorangegangene Zahlung in 2020 wäre entsprechend zu korrigieren.

Melden Sie sich bei uns, wenn wir Sie hier unterstützen können – jederzeit und sehr gerne!

Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


Wenn Sie diese Überschrift lesen, fragen Sie sich sicherlich, „was möchte der Verfasser uns damit sagen“?

Nun, landläufig ist bekannt, dass heilberufliche Leistungen regelmäßig die Möglichkeit eines Vorsteuerabzuges ausschließen, da diese selbst grds. umsatzsteuerfrei sind.

In der heutigen Zeit ist es durchaus üblich (und steuerlich meist ratsam), dass die Praxis in gemieteten Räumen betrieben wird. Jedoch bedarf es in einigen Fällen der räumlich-baulichen Anpassung, da je nach Fachrichtung entsprechende Besonderheiten zu gewährleisten sind, die in „gängigen“ Immobilien regelmäßig noch nicht vorgesehen sind.

Daher können Mieter mit dem Vermieter vereinbaren, dass sie in den angemieteten Räumlichkeiten Ein- und Umbauten („Mietereinbauten“) im eigenen Namen vornehmen lassen. Hierfür werden den Mietern von Bauhandwerkern Rechnungen gestellte, die Umsatzsteuer (für den Mieter Vorsteuer) enthalten.

Der Bundesfinanzhof hat nun aktuell entschieden (Urteil v. 13.11.2019, V R 5/18), dass auch Angehörige der Heilberufe aus diesen Rechnungen einen entsprechenden Vorsteuerabzug haben, wenn sie diese Leistungen an den Vermieter „weiterliefern“.

Was war der Sachverhalt für diese Entscheidung?

Eine Ärzte-GbR mietete von der V-GmbH (Vermieter und Eigentümer) für die Dauer von 15 Jahren Praxisräume für eine augenärztliche Tagesklinik an. Für den Aus- und Umbau der Räume gewährte die V einen Baukostenzuschuss von 500.000 EUR. Es war vereinbart, dass die GbR die bezuschussten Ausbaumaßnahmen bei einem Auszug in den Räumen belässt und dafür keine Entschädigung von der V beanspruchen kann. Die GbR ließ die Ein- und Umbauten im eigenen Namen durch von ihr beauftragte Firmen („Praxenbauer“) durchführen und stellte sie der V mit 500.000 EUR zuzüglich USt (95.000 EUR) in Rechnung.

Die GbR erklärte für 2012 steuerpflichtige Umsätze von 500.000 EUR und machte die ihr von den Praxenbauern in Rechnung gestellte USt (94.900 EUR) als Vorsteuer geltend. Im Übrigen erzielte sie ausschließlich steuerfreie Umsätze aus ärztlicher Tätigkeit (§ 4 Nr. 14 Buchst. a UStG).

Was ist von Ihnen vertraglich/tatsächlich zu beachten, um in ähnlich gelagerten Fällen den Vorsteuerabzug zu erhalten?

Aus Sicht der Umsatzsteuer hat es sich bei der Weitergabe der Mietereinbauten um eine sog. steuerpflichtige Werklieferung zu handeln.

Bei Mietereinbauten liegt in der Weiterlieferung die sofortige Verschaffung der Verfügungsmacht an den Eigentümer (Vermieter), wenn dieser Wert und Substanz der Einbauten erlangt.

Davon ist auszugehen, wenn Sie als Mieter schon bei Beginn des Mietverhältnisses auf Ihr Wegnahmerecht verzichten, indem

  • der Eigentümer Ihnen die Herstellungskosten erstattet oder
  • diese mit dem Mietzins verrechnet werden.

Im oben beschriebenen Sachverhalt sind vor diesem Hintergrund die Einbauten zum wesentlichen Bestandteil des Gebäudes geworden und damit in das Eigentum der V als Vermieterin übergegangen. Außerdem war im Mietvertrag vereinbart, dass die GbR die Einbauten bei einem Auszug entschädigungslos zurücklässt und dass diese mit dem Baukostenzuschuss von 500.000 EUR abgegolten sind.

Der wirtschaftliche Vorteil für V liegt in der Herstellung der Vermietbarkeit der Räume. V war erst nach Vornahme der Einbauten zur vertragsgemäßen Überlassung der Räume in der Lage. Denn sie schuldete vertraglich Räume, die zum Betrieb einer augenärztlichen Tagesklinik geeignet sind.

Exkurs: umsatzsteuerpflichtige (und damit vorsteuerabzugsbegründende) Hilfsumsätze sind neben einer steuerfreien Haupttätigkeit möglich

Das Finanzamt hatte eingewandt, der Praxisausbau habe nicht zur eigentlichen wirtschaftlichen (ärztlichen) Tätigkeit der GbR gehört. Sie sei insoweit nicht nachhaltig unternehmerisch tätig gewesen.

Dieser Gesichtspunkt greift nach höchstrichterlicher Auffassung nicht durch.

In den Rahmen des Unternehmens fallen nicht nur die Grundgeschäfte, die den eigentlichen Gegenstand der geschäftlichen Betätigung bilden, sondern auch die – möglicherweise nur punktuell durchgeführten – Hilfs- und Nebengeschäfte, ohne dass es insoweit auf die nachhaltige Ausführung dieser Geschäfte ankommt. Es genügt ein wirtschaftlicher Zusammenhang mit der Haupttätigkeit. Das gilt auch dann, wenn sich die Haupttätigkeit auf steuerfreie Umsätze bezieht.