Diesen Monat für Sie entworfen:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Associated Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 


Lohnsteuer und Kostenerstattung im Homeoffice

Im Rahmen der Coronapandemie ist die Arbeit im Homeoffice für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den Fokus gerückt und damit auch die Frage nach der Erstattung der daraus entstehenden Kosten. Diese sind jedoch nicht zwingend steuerfrei.

Während die Büros verwaisen, sehen Arbeitnehmer sich mit steigenden Kosten für Telefon, Internet, Bürobedarf und gegebenenfalls auch Kosten für die Ersteinrichtung des Arbeitsplatzes konfrontiert. Regelmäßig gilt: Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Arbeitsmittel unentgeltlich zur Nutzung und ist die private Mitbenutzung ausgeschlossen, liegt kein Arbeitslohn vor.

 

Überlassung von Arbeitsmitteln: unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei

Unerheblich ist hierbei, ob der Arbeitgeber die Arbeitsmittel anschafft und dem Arbeitnehmer zur betrieblichen Nutzung im Homeoffice zur Verfügung stellt oder ob der Arbeitnehmer die Arbeitsmittel selbst anschafft und der Arbeitgeber ihm die Kosten erstattet (steuerfreier Ersatz gem. § 3 Nr. 50 EStG). Wichtig ist nur, dass die Arbeitsmittel regelmäßig

  • im Eigentum des Arbeitgebers verbleiben und
  • eine private Mitbenutzung durch den Arbeitnehmer ausgeschlossen ist.

Ist hingegen eine private Mitnutzung gegeben, liegt regelmäßig Arbeitslohn vor. Allerdings kann bei der privaten Mitnutzung von betrieblichen Telekommunikations- und Datenverarbeitungsgeräten Steuerfreiheit nach § 3 Nr. 45 EStG vorliegen.

 

 

Vertragliche Regelung zur Überlassung von Arbeitsmitteln empfehlenswert

Neben den Grundlagen zur Tätigkeit im Homeoffice, wie zum Beispiel die Anzahl der Tage, Arbeitsplatzausstattung, gegebenenfalls notwendige Sicherungsmaßnahmen für Technik und Informationen, sollten daher regelmäßig auch die Einzelheiten zur Überlassung von Arbeitsmitteln und Kostenerstattungen vertraglich geregelt werden. Neben der damit erreichten Transparenz für Arbeitgeber und Arbeitnehmer dienen diese schriftlichen Vereinbarungen auch dem Nachweis eines gegebenenfalls getroffenen Ausschlusses der privaten Nutzung und der Einordnung bezüglich der Frage nach der Vorlage von Arbeitslohn und Steuerfreiheit. Auch eine pauschale Kostenübernahme sollte hierbei vertraglich fest geregelt werden.

 

 

Erstattung von Telefon- und Internetkosten: unterschiedliche Handhabung

Erstattungen für Telefonkosten sind ohne Einzelnachweis steuerfrei möglich, soweit eine berufliche Veranlassung gegeben ist. Hierbei gilt: Steuerfrei ersetzbar sind Telefonkosten bei beruflicher Veranlassung ohne Einzelnachweis bis zu 20 Prozent des Rechnungsbetrages, aber maximal 20 Euro im Monat.

Auch sogenannte Barzuschüsse für Internetkosten können durch den Arbeitgeber erstattet werden. Diese sind jedoch nicht steuerfrei möglich. Vielmehr kann hierfür die Pauschalbesteuerung in Höhe von 25 Prozent in Anspruch genommen werden. Voraussetzung für die Pauschalbesteuerung der Kostenübernahmen ist, dass der Arbeitnehmer eine Erklärung abgibt, aus welcher die tatsächlichen Kosten ersichtlich sind. Diese Erklärung muss regelmäßig zum Lohnkonto genommen werden.

 

 

Sonstige Kostenerstattungen durch den Arbeitgeber sind steuerpflichtig

Die Übernahme sonstiger Kosten durch den Arbeitgeber ist hingegen regelmäßig Arbeitslohn und damit grundsätzlich steuerpflichtig. Ersetzt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer etwa die Kosten für ein Arbeitszimmer in der Wohnung des Arbeitnehmers, handelt es sich um steuer- und beitragspflichtigen Arbeitslohn. Ergänzend hierzu steht dem Arbeitnehmer dann aber gegebenenfalls ein Werbungskostenabzug im Rahmen seiner privaten Steuererklärung zu, so zum Beispiel Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer.

Mit dem Jahressteuergesetz 2020 wurde die Möglichkeit eingeführt, einen pauschalen Betrag für jeden Tag, an dem die berufliche Betätigung ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wird, als Werbungskosten abzuziehen. Der Abzug dieser Homeoffice-Pauschale kann unabhängig vom Vorhandensein eines steuerlich berücksichtigungsfähigen häuslichen Arbeitszimmer erfolgen und ist zeitlich auf die Jahre 2020 und 2021 begrenzt. Die Pauschale beträgt für jeden Kalendertag fünf Euro, höchstes 600 Euro im Jahr. Eine steuerfreie Erstattung der Pauschale durch den Arbeitgeber kommt hingegen nicht in Betracht.

Eine Grundsatzentscheidung des BFH zu den Anforderungen an die steuerliche Anerkennung eines geringfügigen Ehegattenbeschäftigungsverhältnisses:

Der VI. Senat des BFH hat sich mit seiner Entscheidung vom 18.11.2020 VI R 28/18 intensiv mit der o.a. Fragestellung auseinandergesetzt.

Im konkreten Streitfall ging es konkret um die Beantwortung der Frage, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit ein Arbeitnehmer mit seinem Ehegatten wirksam ein entsprechendes Arbeitsverhältnis eingehen kann.

Dem Grund nach müssen lediglich die Regeln eingehalten werden, die zwischen Fremden üblich sind.

Demnach müssen ausschließlich konkret die geschuldete Arbeitsleistung und die Arbeitgeberpflichten definiert sein.

Aufzeichnungen betreffend die Arbeitszeit, z.B. Stundenzettel, dienen nach Auffassung des VI. Senats lediglich Beweiszwecken. Sie sind für die steuerliche Anerkennung des Arbeitsverhältnisses zwischen nahen Angehörigen daher nicht zwingend erforderlich.

Lesen Sie hierzu auch mehr unter:

https://www.haufe.de/steuern/rechtsprechung/bfh-kommentierung-geringfuegiges-ehegattenarbeitsverhaeltnis_166_538774.html

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Dipl.-Kfm.
Dr. Ralf Erich Schauer

Steuerberater, Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
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Diese steuerlichen Änderungen sollten Sie kennen!

 

Drittes Corona-Steuerhilfegesetz

Enthalten sind folgende Maßnahmen:

Kinderbonus zum Kindergeld

Familien erhalten wie schon im vergangenen Jahr einen Kinderbonus. Der Zuschlag auf das Kindergeld beträgt einmalig 150 EUR. Er wird mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag verrechnet, aber nicht auf die Grundsicherung angerechnet (§ 66 Absatz 1 Satz 2 bis 4 EStG). Im vergangenen Jahr betrug die einmalige Zahlung 300 EUR.

Für jedes Kind, für das für den Monat Mai 2021 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, wird für den Monat Mai 2021 der Einmalbetrag gezahlt. Kinder, für die im Mai 2021 kein Anspruch auf Kindergeld besteht, werden ebenfalls berücksichtigt, wenn für sie in einem anderen Monat des Jahres 2021 ein Kindergeldanspruch besteht.

Für den Einmalbetrag sind ansonsten grundsätzlich alle Vorschriften gelten, die auch für das – monatlich gezahlte – steuerliche Kindergeld maßgebend. So kann etwa nach § 64 EStG für jedes Kind nur einem Berechtigten das Kindergeld und damit auch der Einmalbetrag gezahlt werden.

Es ist ausdrücklich geregelt, dass die Zahlung der Einmalbeträge beim steuerlichen Familienleistungsausgleich zu berücksichtigen sind. Die Einmalbeträge werden daher neben dem monatlich gezahlten Kindergeld bei der Vergleichsrechnung mit den Kinderfreibeträgen einbezogen. Je höher das Einkommen ist, desto mehr mindert der Kinderbonus eine mögliche steuerliche Entlastungswirkung.

Umsatzsteuer in der Gastronomie

Eigentlich bis Ende Juni 2021 gilt für Speisen in Cafés und Restaurants der ermäßigte Mehrwertsteuersatz. Doch da die Gastronomie seit Wochen geschlossen ist, profitiert sie nicht davon. Daher wird der Steuersatz von 7 Prozent bis Ende 2022 zur Anwendung kommen (§ 12 Abs. 2 Nr. 15 UStG). Auf Getränke bleibt es beim regulären Steuersatz.

Neben der Gastronomie sollen hiervon auch andere Bereiche, wie Cateringunternehmen, der Lebensmitteleinzelhandel, Bäckereien und Metzgereien profitieren, soweit sie mit der Abgabe verzehrfertig zubereiteter Speisen entsprechende Dienstleistungen erbringen.

Erweiterter Verlustrücktrag

Unternehmen mit coronabedingten Verlusten sollen durch einen erweiterten Verlustrücktrag unterstützt werden. Sie sollen nun in größerem Umfang Verluste aus 2020 und 2021 steuerlich mit Gewinnen aus den Vorjahren verrechnen können. Vorgesehen ist, den Verlustrücktrag zu verdoppeln – auf maximal 10 Mio. EUR beziehungsweise 20 Mio EUR bei einer Zusammenveranlagung (§§ 10d Abs. 1 Satz 1, 52 Abs. 18b EStG). Dies gilt auch für den vorläufigen Verlustrücktrag für 2020 nach § 111 EStG (§ 52 Abs. 52 und 53 EStG).

Durch den Finanzausschuss im Bundestag wurde zusätzlich ermöglicht, auch im Rahmen der Steuerfestsetzung für 2020 einen vorläufigen Verlustrücktrag für 2021 zu berücksichtigen. Voraussetzung dafür ist, dass die Vorauszahlungen für 2021 auf 0 EUR herabgesetzt wurden. Ebenso wird die Möglichkeit eröffnet, die Stundung gemäß § 111 Abs. 4 EStG auch für die Nachzahlung bei der Steuerfestsetzung 2020 zu beantragen.

 

Weitere Maßnahmen

Folgende weitere Maßnahmen sind Koalitionsausschuss beschlossen worden, aber nicht Inhalt des Dritten Corona-Steuerhilfegesetzes:

  • Einen einmaligen Corona-Zuschuss von 150 EUR sollen nun auch erwachsene Grundsicherungsempfänger bekommen. Für plötzlich in Not geratenen Selbstständige und Beschäftigte mit kleinen Einkommen wird der erleichterte Zugang in die Grundsicherung bis Ende 2021 verlängert.
  • Das Rettungs- und Zukunftsprogramm „Neustart Kultur“ wird verlängert. Dazu wird ein Anschlussprogramm mit einer Ausstattung von 1 Mrd. EUR aufgelegt.

 

 

Neue Abschreibung digitaler Wirtschaftsgüter

Was ändert sich?

Grundsätzlich bestimmt sich die Abschreibung von Wirtschaftsgütern nach der Höhe der Anschaffungskosten, die auf die Nutzungsdauer verteilt werden. Die Nutzungsdauer bestimmt sich nach Tabellen der Finanzverwaltung. Bisher war – vereinfacht gesagt – die Nutzungsdauer bei EDV und Software auf 3 Jahre festgelegt. Aufgrund des raschen technischen Fortschritts unterliegen laut BMF diese Wirtschaftsgüter einem immer schnelleren Wandel. Die seit 20 Jahren nicht mehr geprüfte Nutzungsdauer wurde daher angepasst und auf 1 Jahr reduziert. Damit ergibt sich eine deutlich höhere bzw. schnellere Abschreibung.

 

Ab wann gilt die Neuregelung?

Diese Grundsätze sind erstmals anzuwenden für Anschaffungen in Gewinnermittlungszeiträumen, die nach dem 31. Dezember 2020 enden (also bei Kalenderwirtschaftsjahr: Anschaffungen ab 1. Januar 2021).

Für Wirtschaftsgüter, die in früheren Wirtschaftsjahren angeschafft wurden, kann ebenfalls eine Nutzungsdauer von 1 Jahr zugrunde gelegt werden, was die Abschreibung des noch vorhandenen Restbuchwertes zum Beginn des Wirtschaftsjahres bedeutet. Dies gilt für Gewinnermittlungen nach dem 31. Dezember 2020 und ist als Wahlrecht formuliert.

Parallel gelten diese Änderungen nicht nur im betrieblichen Bereich, sondern auch bei Wirtschaftsgütern des Privatvermögens, soweit sie zur Erzielung von Einkünften genutzt werden (z. B. der dienstlich genutzte Laptop eines Angestellten). Damit können Investitionen in EDV deutlich schneller abgeschrieben werden als bisher.

 

Welche Wirtschaftsgüter sind betroffen?

Die Verwaltung definiert den Begriff „Computerhardware“ mit Computer, Desktop-Computer, Notebook-Computer, Desktop-Thin-Clients, Workstations, Dockingstations, externe Speicher- und Datenverarbeitungsgeräte (Small-Scale-Server), externe Netzteile sowie Peripheriegeräte.

Der Begriff „Software“ erfasst Betriebs- und Anwendersoftware zur Dateneingabe und -verarbeitung. Neben Standardanwendungen werden auch auf den individuellen Nutzer abgestimmte Anwendungen erfasst. Das BMF hat einen Katalog mit Begriffsbestimmungen zu den betroffenen Wirtschaftsgütern erstellt, diesen finden Sie hier.

 

Kritik

Es handelt sich bei den in Frage kommenden Wirtschaftsgütern nicht um die klassischen GWG bzw. die Sofortabschreibung. Das bedeutet, dass diese nach wie vor einzeln erfasst werden müssen. Ob eine schnellere Abschreibung Sinn macht, z. B. weil ohnehin bereits ein schlechtes Ergebnis vorliegt, wird man mit den Abschlussarbeiten entscheiden. Die Ausführungen des BMF sprechen von einer Kann-Vorschrift, es besteht also ein Wahlrecht.

Darüber hinaus wird zumindest bei Erstellung einer Bilanz diese steuerliche Vorschrift zu Abweichungen von Handels- und Steuerbilanz und entsprechendem Mehraufwand führen.

Wir werden vorläufig die betroffenen Wirtschaftsgüter wie bisher erfassen und dann im Rahmen des Jahresabschlusses entscheiden, welche Wahlrechte (einschließlich der Restabschreibung für Anschaffungen vor 1. Januar 2021) in Anspruch genommen werden.

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Dr. Ralf Erich Schauer

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Denken Sie bereits jetzt an Ihre Einkommensteuer

Wer kennt es nicht? Es gibt Tage, an denen könnte der Tag gefühlt 48 Stunden haben. Es sitzt einem schlichtweg die Zeit im Nacken. Fast tagtäglich müssen irgendwelche Deadlines eingehalten werden. Bis 12 Uhr muss die Präsentation fertig sein, bis 17 Uhr muss die Email versandt werden und bereits um 19 Uhr muss das Kind vom Sport abgeholt worden sein.

Bei all den Terminen und Fristen kann es schnell stressig werden. Wohl dem, der dabei immer einen kühlen Kopf bewahrt. Und wenn dann noch der Juli näher rückt, gesellt sich eine weitere Frist dazu und wer möchte sich schon gerne in den Sommermonaten mit lästigen Bürokram befassen? Wohl die wenigsten…

Damit Sie die lauen Sommerabende am See oder im Biergarten entspannt genießen können widmen Sie sich doch jetzt schon einmal der angehängten Checkliste zur Erstellung Ihrer Einkommenssteuererklärung und nutzen Sie die kommenden Tage um uns Ihre Buchhaltungs- und sonstigen Steuerunterlagen zukommen zu lassen.

Ihre Vorteile:

  • Sie haben eine Beschäftigung, die sich im wahrsten Sinne auszahlen kann. Mit einer zeitnahen Buchführung können wir Ihnen aktuelle Auswertungen zu Ihrer Liquidität und wirtschaftlichen Situation zur Verfügung stellen, die gerade in aktuellen Zeiten wichtiger denn je sein können.
  • Mit einer zeitgerechten Buchhaltung kann der folgende Jahresabschluss und die Steuererklärung zeitnahe erstellt werden, was u.a. zu Steuererstattungen oder auch zu Herabsetzung von Vorauszahlungen führen kann, welche wiederum sich positiv auf Ihre finanzielle Situation auswirken können.
  • Und schließlich lassen sich Zeitdruck und Hektik zum Ende der Abgabefristen für beide Seiten vermeiden.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass es für Sie wie auch für uns vor allem am Ende des Jahres zu einer zusätzlichen zeitlichen Inanspruchnahme kommen kann, um ausstehende Unterlagen anzufordern oder herauszusuchen. Je länger das betreffende Jahr zurückliegt, umso schwieriger wird es auch. Das ist vermeidbar, wenn wir diese Themen jetzt gemeinsam angehen.

Wichtiger Hinweis – Homeoffice Pauschale !

Neu bei der Erstellung der Einkommenssteuererklärung ist die Berücksichtigung und Einführung einer Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag als Teil der Werbungskostenpauschale, die mit höchstens 600 EUR im Jahr berücksichtigt wird. Somit kann diese Pauschale für maximal 120 Tage im Homeoffice angesetzt werden. Um die Pauschale zu erhalten, muss der Arbeitsplatz in der Wohnung keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Ob in einer Arbeitsecke, am Küchentisch oder in einem getrennten Raum gearbeitet wird, spielt hierbei keine Rolle. Die Pauschale kann nur für die Tage angesetzt werden, in denen im Homeoffice gearbeitet wurde. An Tagen, an denen die Arbeitsstätte aufgesucht wurde, findet diese keinen Ansatz. Für diese Tage kann jedoch, wie bisher auch, für die Fahrt in die Arbeit die Entfernungspauschale geltend gemacht werden. Die Regelung zur Homeoffice-Pauschale ist befristet auf die Jahre 2020 und 2021.

Ist hingegen ein häusliches Arbeitszimmer vorhanden, können – statt der Pauschale – die tatsächlichen Kosten geltend gemacht werden. Sind die Voraussetzungen für ein Arbeitszimmer erfüllt, dürfen Sie die Kosten bis zu 1.250 Euro als Werbungskosten geltend machen.

Damit die Angaben der steuerpflichtigen Person zur Anzahl der Tage, an denen die Tätigkeitsstätte aufgesucht wurde, vom Finanzamt überprüft werden kann, wurde bisher bereits bei der Steuererklärung die Anzahl der Urlaubs- und Krankheitstage abgefragt. Zukünftig sind auch die Heimarbeits- und Dienstreisetage gesondert in der Erklärung anzugeben.

 

Checkliste Einkommenssteuer

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Anja Geigl
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Das neue Jahr bringt einige Änderungen im Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht mit sich. Wir haben für Sie die relevantesten Neuerungen 2021 hier zusammengefasst. Hier die wichtigsten Fakten und Eckdaten:

Am 01.01.2021 sind zahlreiche Steueränderungen in Kraft getreten. Wir verschaffen Ihnen einen schnellen Überblick über alle Änderungen die Sie jetzt kennen sollten.

 

Corona steuerfreie Prämie bis Juni 2021 verlängert

Eine Gewährung dieser steuer- und sozialabgabenfreien Sonderzahlung war im vergangenen Jahr bis einschließlich 31. Dezember 2020 und bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen möglich. Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2020 hat das Bundesfinanzministerium u. a. die Frist zur Auszahlung der Corona-Sonderzahlung an Arbeitnehmer bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Der Steuerfreibetrag von max. 1.500 € bleibt dabei unverändert. Die Fristverlängerung führt auch nicht dazu, dass im ersten Halbjahr 2021 nochmals 1.500 € steuerfrei ausgezahlt werden könnten, wenn bereits in 2020 der Betrag voll ausgeschöpft wurde.

 

Hervorzuheben sind insbesondere folgende Aspekte:

  • Auszahlung bis zum 30. Juni 2021: Steuer- und sozialabgabenfrei kann die Corona-Prämie in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 30. Juni 2021 als Zuschuss oder Sachbezug gezahlt werden. Frühere oder spätere Zahlungen sind hingegen voll steuer- und sozialabgabenpflichtig.
  • Vertragliche Vereinbarung: Für die Steuerfreiheit ist nach Angaben des BMF eine vertragliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erforderlich. Aus ihr muss hervorgehen, „dass es sich um steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise handelt“.
  • Genaue Lohnabrechnung: Um Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden, sollte in der Lohnabrechnung dokumentiert werden, dass es sich um eine steuerfreie Beihilfe zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise gemäß § 3 Nr. 11 a Einkommensteuergesetz handelt.
  • Corona-Prämie für alle Mitarbeiter möglich: Die Prämie kann allen Mitarbeitern gezahlt werden, unabhängig davon, ob sie in Vollzeit, Teilzeit oder als Minijobber im Betrieb arbeiten. Auch Mitarbeiter in Kurzarbeit können die Prämie erhalten.
  • Freibetrag: Die Corona-Prämie bleibt bis zu einer Höhe von 1.500 € steuer- und sozialabgabenfrei.
  • Die Sonderzahlung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erfolgen.
  • Vereinbarte Leistungsprämien und/oder sonstige Sonderzahlungen (z. B. Weihnachtsgeld) können grundsätzlich nicht in eine steuerfreie Beihilfe umgewandelt werden, da sie in der Regel auf bestehenden Vereinbarungen beruhen.

Sollten Sie von dieser Möglichkeit der Sonderzahlung noch Gebrauch machen wollen, sprechen Sie uns bitte an. Gerne stellen wir Ihnen dann eine entsprechende Mustervereinbarung mit Ihren Mitarbeitern zur Verfügung.

 

Mehr Kosten bei Investitionsabzugsbeträgen begünstigt

Sehr interessante Neuregelungen für Unternehmen sind bei den Investitionsabzugsbeträgen nach § 7g EStG geplant.

  • Künftig sollen 50 statt 40 Prozent der Investitionskosten begünstigt werden.
  • Als Voraussetzung für eine Inanspruchnahme von Investitionsabzugsbeträgen soll eine einheitliche Gewinngrenze in Höhe von 200.000 Euro für alle Einkunftsarten einheitlich gelten.
  • Auch vermietete Wirtschaftsgüter sollen nach § 7g EStG begünstigt werden. Nach der bisherigen Regelung sind nur Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens begünstigt, die im Jahr der Investition und im Folgejahr ausschließlich oder fast ausschließlich, das heißt zu mindestens 90 Prozent, im Betrieb genutzt werden. Die Verwendung der Wirtschaftsgüter soll jedoch mit dieser Änderung flexibilisiert werden. Auch längerfristige Vermietungen sollen sich dann nicht mehr schädlich in Bezug auf § 7g EStG auswirken.
  • In einem neuen Satz 2 zu § 7g Absatz 2 wird eine Regelung zur nachträglichen Beantragung von Investitionsabzugsbeträgen geplant, die ungewollte Gestaltungen vermeiden soll.

Die Neuregelungen sollen bereits erstmals für Investitionsabzugsbeträge und Sonderabschreibungen angewandt werden, die in nach dem 31. Dezember 2019 endenden Wirtschaftsjahren in Anspruch genommen werden.

Hinweis: In Kürze erscheint hier ein gesonderter Newsletter. Hier erhalten Sie nähere Informationen zum Thema „Investitionsabzugsbetrag.

 

 

Kindergeld und Kinderfreibetrag

Das sogenannte zweite Familienentlastungsgesetz tritt zum 1. Januar 2021 in Kraft. Das Gesetz sieht eine Kindergelderhöhung vor: Für jedes Kind gibt es dann 15 Euro mehr Kindergeld.

 

ab 1.7.2019 ab 1.1.2021
Erstes Kind 204 Euro 219 Euro
Zweites Kind 204 Euro 219 Euro
Drittes Kind 210 Euro 225 Euro
Jedes weiteres Kind 235 Euro 250 Euro

 

Dementsprechend erhöht sich auch der Kinderfreibetrag. Diesen bekommen Eltern anstatt des Kindergelds steuerlich angerechnet, wenn das für sie günstiger ist. Für jeden Elternteil steigt er 2021 von 2.586 auf 2.730 Euro. Gleiches gilt für den Betreuungsfreibetrag – er steigt von 1.320 auf 1.464 Euro pro Elternteil. Insgesamt steigen die Freibeträge also um 576 Euro auf 8.388 Euro für jedes berücksichtigungsfähige Kind.

 

Grundfreibetrag

Der sogenannte Grundfreibetrag dient dazu, das verfassungsrechtlich garantierte Existenzminimum steuerfrei zu stellen. Ab 2021 steigt der Grundfreibetrag in zwei Schritten:

Jahr 2020 2021 2022
Grundfreibetrag 9.408 EUR 9.744 Euro 9.984 EUR
Erhöhung gegenüber Vorjahr 240 EUR 336 Euro 288 EUR

 

Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuersätze wurden als Maßnahme gegen die wirtschaftlichen Folge der Corona-Krise temporär auf 16 Prozent bzw. 5 Prozent gesenkt. Zum 1.1.2021 steigen sie wieder auf ihr ursprüngliches Niveau von 19 Prozent bzw. 7 Prozent.

 

Solidaritätszuschlag

Ab 1. Januar 2021 fällt der Solidaritätszuschlag für rund 90 Prozent der Arbeitnehmer weg. Für 90 Prozent der Zahler fällt der sogenannte Soli mit dem neuen Jahr komplett weg, für weitere 6,5 Prozent zumindest zum Teil – nach Einkommen gestaffelt. Nur die Top-Verdiener müssen in voller Höhe weiterzahlen. Der Soli-Zuschlag beträgt bislang 5,5 Prozent der Körperschaft- oder Einkommensteuer.

 

Behindertenpauschale

Menschen mit Behin­derung werden jetzt wesentlich stärker entlastet. Für sie verdoppeln sich nach 45 Jahren die Behindertenpausch­beträge, die sie anstelle ihrer tatsäch­lichen Kosten steuerlich geltend machen können. Die genannten Änderungen wurden schon von Bundes­tag und Bundes­rat verabschiedet.

 

Pend­lerpauschale

So sollen Berufs­tätige ab dem 21. Kilo­meter des einfachen Weges zur Arbeit statt 30 Cent nun 35 Cent absetzen können. Manche Experten fordern: Das sollte für alle ab dem ersten Kilo­meter gelten, weil auch die Kosten im Nahverkehr steigen.

 

Home­office-Pauschale

Zudem gibt es 2021 eine neue Home­office-Pauschale von maximal 600 Euro im Jahr für alle, die keine Kosten für ein separates Arbeits­zimmer daheim geltend machen. Je Arbeits­tag im Home­office zählen 5 Euro pauschal als Werbungs­kosten oder Betriebs­ausgaben – maximal für 120 Tage im Jahr. Das gilt auch rück­wirkend für das Jahr 2020.

Hinweis: Auch zum Thema „Homeoffice in der Coronakrise“ erscheint in Kürze ein gesonderter Newsletter, in dem wir auf die Besonderheiten dieser Thematik eingehen.

 

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Diese steuerlichen News im Dezember sollten Sie kennen

 

Steuerentlastung ab 2021 durch Zweites Familienentlastungsgesetz

Der Bundesrat hat am 27.11.2020 dem Zweiten Familienentlastungsgesetz zugestimmt, das die Senkung des Einkommensteuertarifs in zwei Schritten vorsieht. Außerdem greift eine Kindergelderhöhung ab Januar 2021.

Erhöhung des Kindergeldes:

Ab Januar 2021 für jedes Kind 15 EUR mehr (Erstes und zweites Kind: 219 EUR,(bereits seit 01.07.2020: 20 EUR mehr für die ersten beiden, 10 EUR mehr für alle weiteren Kinder)

Erhöhung des Kinderfreibetrages:

Ab Januar 2021 für jeden Elternteil von 2.586 auf 2.730 EUR erhöht

Erhöhung des Betreuungsfreibetrages:

Ab Januar 2021 von 1.320 EUR für jeden Elternteil auf 1.464 EUR.

Anhebung des Grundfreibetrages

– 2021: um 366 EUR auf 9.744 EUR

– 2022: um weitere 288 EUR auf 9.984 EUR

 

Einigung auf Homeoffice-Pauschale in Höhe von maximal 600 EUR pro Jahr

Die Große Koalition hat sich auf eine Entlastung für Arbeitnehmer geeinigt, die in der Corona-Pandemie viel von zu Hause aus arbeiten müssen. Für sie solle es eine Steuerpauschale von fünf Euro pro Tag geben, maximal 600 Euro im Jahr, hieß es in Koalitionskreisen.

Fest steht demnach nun auch, dass die Homeoffice-Pauschale in die Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht zusätzlich gewährt wird. Die Pauschale in Höhe von 1.000 EUR wird bei der Steuerberechnung pauschal vom Einkommen abgezogen für Ausgaben, die im Zusammenhang mit dem Beruf entstehen, etwa Fahrtkosten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder Weiterbildungen. Wer besonders hohe Werbungskosten im Jahr hat, so dass der Pauschbetrag überschritten wird, etwa durch einen weiten Arbeitsweg, muss dies geltend machen.

Die Regelung soll aufgrund der Corona-Pandemie zunächst auf zwei Jahre begrenzt sein.

 

Bundesrat: Be­hin­der­ten-Pausch­be­trag­ und Pflege-Pauschbetrag werden stark erweitert

Verdopplung der Behinderten-Pauschbeträge inkl. Aktualisierung der Systematik

  • Einführung einer behinderungsbedingten Fahrtkosten-Pauschale
  • Je nach Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen 900 EUR oder 4.500 EUR
  • Verbesserungen beim Pflegepauschbetrag:
  • Geltendmachung des Pflege-Pauschbetrages auch unabhängig vom Vorliegen des Kriteriums „hilflos“ bei der zu pflegenden Person möglich
  • Pflege-Pauschbetrags bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 4 und 5 erhöht(von 924 EUR auf 1.800 EUR)
  • Pflege-Pauschbetragbei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 2 (600 EUR) und 3 (1.100 EUR) eingeführt

 

Koalition will Steuervorteile für Corona-Prämie verlängern

Union und SPD wollen die Steuervorteile für Corona-Bonuszahlungen an Arbeitnehmer bis zum 30. Juni 2021 verlängern. Darauf verständigten sich die Vizevorsitzenden beider Fraktionen, Andreas Jung (CDU) und Achim Post (SPD), in den Verhandlungen über das Jahressteuergesetz, wie sie der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch sagten. Nach geltendem Recht sind zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 gezahlte Corona-Prämien bis zur Höhe von 1500 Euro steuerfrei. Mit der Verlängerung um ein halbes Jahr können Arbeitgeber den Bonus noch bis Ende Juni 2021 auszahlen. An der steuerfreien Gesamthöhe der Prämie ändert sich dadurch nichts. Jung begründete die Verlängerung damit, dass die Sonderleistung andernfalls etwa bei Pflegekräften verpuffen würde, deren Einrichtungen den Bonus erst später bezahlen.

 

Corona Dokumentation

In Zeiten der Corona-Pandemie werden Betriebe mit behördlichen, regional unterschiedlichen Auflagen konfrontiert, die sich gravierend auf den Betriebsablauf und damit auch auf die Möglichkeit der Erzielung von Einnahmen auswirken.

Wird die Buchführung in einigen Jahren im Rahmen einer Betriebsprüfung hinsichtlich deren Ordnungsmäßigkeit überprüft, könnten sich aufgrund der zuvor geschilderten Sachverhalte „auffällige“ Abweichungen in den von der Finanzverwaltung durchgeführten Analysen ergeben. Daher kommt der Nachvollziehbarkeit der Kassenaufzeichnungen gerade in Zeiten der Corona-Krise insgesamt eine verstärkte besondere Bedeutung zu. Etwaige „Auffälligkeiten“ könnten durch die Führung einer gesonderten Dokumentation entkräftet und somit Nachkalkulationen und Schätzungen verhindert werden.

Allgemein ist zu empfehlen, dass eine „Corona Dokumentation“ ausweist, ab wann und wie lange welche Vorschriften gegolten, welche Auswirkungen diese auf den Betrieb konkret, z.B. in Bezug auf die Geschäftstätigkeit und den -ablauf sowie auf den Umsatz, die Kosten und den Gewinn entfaltet haben. Die Ausarbeitung könnte um eine Dokumentation der in Anspruch genommenen steuerlichen oder sonstigen Corona-Hilfemaßnahmen erweitert werden, um das Risiko späterer Rückforderungsansprüche staatlicher Finanzhilfen zu minimieren. Für Hilfestellungen zur konkreten Umsetzung dieser Dokumentation und zur Sicherstellung, dass alle relevanten Sachverhalte abgebildet werden, melden Sie sich jederzeit gerne bei uns.

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Diese steuerlichen News im November sollten Sie kennen!

 

Achtung Falle – Betrugsversuche mit Phishing-Mails über angebliche Coronahilfen der EU“ 

 

1. Anhebung der Umsatzsteuersätze zum 01.01.2021

Nachdem sich die Praxis gerade auf die überraschend zum 01.07.2020 abgesenkten Umsatzsteuersätze eingestellt hat, werden nun bereits zum 01.01.2021 wieder die Steuersätze auf 19 % bzw. 7 % angehoben.

Die Wiederanhebung ist mehr als ein einfaches Zurückkehren zu den alten Steuersätzen; es müssen wieder Übergangsprobleme beachtet und die zutreffenden Abgrenzungen bei Leistungen berücksichtigt werden. Da diesmal die Änderung nicht so plötzlich umzusetzen ist, werden zumindest die technischen Umstellungsprobleme überschaubar bleiben. Anders als bei der Absenkung der Steuersätze zum 01.07.2020 wird jetzt aber – zumindest bei nicht zum Vorsteuerabzug berechtigten Leistungsempfängern – eine andere Motivation vorhanden sein: Die Leistungen sollen wenn möglich noch bis zum 31.12.2020 ausgeführt werden, um den niedrigeren Steuersatz zu sichern.

Da wegen des ausreichenden zeitlichen Vorlaufs die technischen Umstellungsprobleme zum 01.01.2021 besser in den Griff zu bekommen sein werden, als dies bei der überraschenden Absenkung zum 01.07.2020 der Fall war, werden sich die Fragen zum 01.01.2021 auf zwei Punkte konzentrieren:

  • Bei nicht (voll) zum Vorsteuerabzug berechtigten Leistungsempfängern wird das Interesse darauf gerichtet sein, Leistungen möglichst noch zum abgesenkten Steuersatz bis zum 31.12.2020 zu erhalten. Insbesondere in den Fällen, in denen aufgrund von Kapazitätsengpässen (z. B. Lieferung von Elektrofahrzeugen) oder längeren Leistungszeiträumen (z. B. Baumaßnahmen) eine Leistungserbringung nicht bis zum 31.12.2020 sichergestellt werden kann, stellt sich die Frage der Gestaltung zur Sicherung des abgesenkten Steuersatzes.
  • Bei voll vorsteuerabzugsberechtigten Leistungsempfängern wird die zutreffende Abgrenzung und Rechnungsausstellung bei über den Stichtag hinaus erbrachten Leistungen im Vordergrund stehen. Auch gerade vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit der Steuersatzabsenkung zum 1.7.2020 können sich im Einzelfall Schwierigkeiten bei der systematischen Abgrenzung ergeben, die dann das Risiko einer Nachbelastung für den leistenden Unternehmer mit Umsatzsteuer oder die Gefährdung des Vorsteuerabzugs bei dem Leistungsempfänger nach sich ziehen.

 

2. Überbrückungshilfe III

Die Überbrückungshilfe soll Unternehmen, Soloselbstständige sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler, die von den Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung besonders stark betroffen sind, unterstützen. Es handelt sich um unbürokratische und schnelle Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Die Überbrückungshilfe II läuft derzeit noch bis zum 31.12.2020. Sie soll nun als Überbrückungshilfe III bis Ende Juni 2021 verlängert und erweitert werden.

Das Programm wird inhaltlich erweitert, die Zugangsvoraussetzungen werden vereinfacht. Damit sollen vor allem Unternehmer in Wirtschaftsbranchen erreicht werden, die durch behördliche Anordnungen sowie wegen bestehender Hygiene- und Abstandsregelungen weiter geschlossen sind oder ihren Betrieb nur eingeschränkt aufrechterhalten können, hierzu zählen beispielsweise die Veranstaltungs- und Schaustellerbranche, aber auch die Messewirtschaft, die Gastronomie und der Einzelhandel.

 

Die Änderungen betreffen materiell folgende Punkte:

Konkret sind jetzt Unternehmen antragsberechtigt, die entweder

– einen Umsatzeinbruch in Höhe von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den Vorjahrsmonaten erlitten haben

oder

–  die im selben Zeitraum insgesamt einen durchschnittlichen Umsatzeinbruch von mindestens 30 % pro Monat gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen mussten.

 

Auch Soloselbständige und Freiberufler können einen Antrag stellen, wenn sie die Programmvoraussetzungen erfüllen. Gleiches gilt für gemeinnützige Unternehmen und Einrichtungen. Die Anträge können ab sofort gestellt werden. Die Frist endet am 31. Dezember 2020.

Die maximale Höhe der Überbrückungshilfe beträgt 50.000 Euro pro Monat. Damit können Unternehmen, je nach Höhe betrieblicher Fixkosten, auch für die Monate September bis Dezember 2020 insgesamt bis zu 200.000 Euro an Förderung erhalten. Um auch kleine Unternehmen mit wenigen Beschäftigten und sehr hohen Fixkosten spürbar zu helfen, entfallen ab September die entsprechenden Höchstgrenzen der Überbrückungshilfe für KMU. Bisher galt für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten eine Höchstgrenze von 9.000 Euro, für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten eine Höchstgrenze von 15.000 Euro.

Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit nahezu vollständig zum Erliegen gekommen ist, werden künftig mit höheren Fördersätzen unterstützt. Dies betrifft z. B. die Veranstaltungs- und Schaustellerbranche. Bislang wurden bis 80 % der Fixkosten erstattet, diese Quote wird nun auf bis zu 90 % erhöht. Auch die Fördersätze für Unternehmen mit weniger gravierenden Umsatzeinbußen steigen an. Zugleich sinkt die Schwelle, ab der die Überbrückungshilfe ausgezahlt wird. Die bislang geltende Deckelung der Überbrückungshilfe für Klein- und Kleinstunternehmen entfällt. Damit kommen auch Kleinunternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern in den Genuss höherer Fördersätze.

Konkret werden folgende Fixkosten erstattet, bezogen auf den jeweiligen Monat des Zeitraums September bis Dezember:

 

Umsatzrückgang / Erstattung als Überbrückungshilfe

30 % – < 50 % : 40 % der förderfähigen Fixkosten

50 % bis 70 % :  60 % der förderfähigen Fixkosten (bisher 50 %)

> 70 %:  90 % der förderfähigen Fixkosten (bisher 80 %)

 

Förderfähige Fixkosten sind u. a. Mieten und Pachten, Finanzierungskosten, weitere feste Ausgaben, Kosten für Auszubildende und Grundsteuern. Personalaufwendungen für Personal, das nicht in Kurzarbeit geschickt werden kann, können durch eine Pauschale der förderfähigen Fixkosten unterstützt werden.

 

Diese Pauschale wird verdoppelt:

Die Pauschale steigt auf 20 % der förderfähigen betrieblichen Fixkosten, bislang betrug sie 10 %. Im Anschluss an das Prüfungs-, Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren erfolgt die Schlussabrechnung.

In der Schlussabrechnung sind, anders als noch in der ersten Runde, nicht nur Rückzahlungen zu Lasten des Antragstellers vorgesehen, sondern umgekehrt auch Nachzahlungen zu seinen Gunsten.

Die Anträge können nun ebenso wie die der ersten Phase über das elektronische Antragssystem gestellt werden.

Unverändert können Anträge ausschließlich über einen entsprechend registrierten Angehörigen der steuerberatenden Berufe oder einen Rechtsanwalt gestellt werden. Das gesamte Verfahren wird vollständig digitalisiert.

Nachdem die Anträge im bundesweiten Onlineantragsportal eingegangen sind, werden sie automatisch an die zuständige Bewilligungsstellen in den Bundesländern übermittelt. Die Antragsbearbeitung erfolgt dann auf Länderebene.

Die beiden Phasen der Überbrückungshilfe sind formal voneinander getrennt. Es handelt sich um separate Förderungsprogramme, für die jeweils ein eigener Antrag innerhalb der jeweiligen Frist gestellt werden muss.

Die Überbrückungshilfe soll auch in 2021 fortgeführt und nochmals erweitert werden.

Das bestehende Instrument der Überbrückungshilfe wird zu einer Überbrückungshilfe III weiterentwickelt. An den Details wird noch gearbeitet.

 

Außerordentliche Wirtschaftshilfe

Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten sollen eine einmalige Kostenpauschale in Höhe von bis zu 75 % ihres Umsatzes von November 2019 erhalten können. Die Höhe errechnet sich aus dem durchschnittlichen wöchentlichen Umsatz des Vorjahresmonats. Gezahlt werden soll sie für jede angeordnete Lockdown-Woche. Bei jungen Unternehmen, die nach November 2019 gegründet wurden, sollen die Umsätze von Oktober 2020 als Maßstab gelten.

Soloselbständige sollen das Wahlrecht haben, als Bezugsrahmen für den Umsatz auch den durchschnittlichen Vorjahresumsatz 2019 zugrunde zu legen.

Für größere Unternehmen gelten abweichende Prozentanteile vom Vorjahresumsatz. Ihre Höhe wird im Einzelnen anhand beihilferechtlicher Vorgaben ermittelt. Anderweitige Hilfen für den Zeitraum wie beispielsweise Kurzarbeitergeld oder Überbrückungshilfe werden vom Erstattungsbetrag abgezogen. Mögliche spätere Leistungen aus der Überbrückungshilfe für den Zeitraum werden angerechnet.

Einen Antrag auf außerordentliche Wirtschaftshilfe können Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen stellen, denen aufgrund staatlicher Anordnung das Geschäft untersagt wird beziehungsweise aufgrund bereits bestehender Anordnung bereits untersagt ist. Unterstützungsmaßnahmen für diejenigen, die indirekt, aber in vergleichbarer Weise durch die Anordnungen betroffenen sind, werden zeitnah geklärt.

 

KFW Schnellkredit

„Das Verfahren der Abschlagszahlung für die Novemberhilfe steht. Darauf haben sich Bundeswirtschafts- und Bundesfinanzministerium geeinigt. Die Novemberhilfe mit einem Umfang von mehr als 10 Mrd. Euro bietet eine zentrale Unterstützung für Unternehmen, Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die von den aktuellen Corona-Einschränkungen besonders betroffen sind. Damit das Geld schnell bei den Betroffenen ankommt, werden Abschlagszahlungen ab Ende November erfolgen.

Das Verfahren der Abschlagszahlung umfasst folgende Punkte:

  1. Soloselbständige erhalten eine Abschlagszahlung von bis zu 5.000 Euro; andere Unternehmen erhalten bis zu 10.000 Euro.
  2. Die Antragstellung und Auszahlung erfolgt voll elektronisch über die Plattform www.ueberbrueckungshilfeunternehmen.de.
  3. Die Antragstellung startet in der letzten November-Woche 2020 (voraussichtlich 25. November).
  4. Erste Auszahlungen der Abschlagszahlungen erfolgen ab Ende November 2020.
  5. Die Antragstellung erfolgt einfach und unbürokratisch. Um Missbrauch vorzubeugen, werden Maßnahmen zur Sicherstellung der Identität des Antragstellers vorgesehen.

Das Verfahren der regulären Auszahlung der Novemberhilfen wird parallel vorbereitet und finalisiert, damit es unmittelbar im Anschluss an die Abschlagszahlungen gestartet werden kann.“

Für detailliertere Informationen zur Thematik „KFW Schnellkredit“ beachten Sie bitte unseren Newsletter vom 09.11.2020 „Neuigkeiten hinsichtlich der Novemberhilfe und des KfW-Sonderprogramms!“

 

3. Vorsicht Falle – Betrugsversuche mit Phishing-Mails über angebliche Coronahilfen der EU

Erneut kursieren derzeit E-Mails mit einem falschen Antragsformular für Corona

Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen und einen „Corona Weihnachtsbonus“ für Soloselbständige, die angeblich vom Europäischen Rat und vom Bund gemeinsam angeboten werden. Hierauf macht die EU-Kommission aufmerksam.

Hierzu führt die EU-Kommission u. a. weiter aus:

Die betrügerischen Emails mit dem Absender deutschland@ec.europa.eu stammen nicht von der Europäischen Kommission. Es wurden keine E-Mail-Konten der Europäischen Kommission gehackt. Es handelt sich um einen Phishing-Versuch unter Vortäuschung der Identität der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland. Die Polizei ist informiert

Die neuerliche Betrugsmail wird unter missbräuchlicher Verwendung des Namens des Sprechers der Europäischen Kommission in Deutschland, Reinhard Hönighaus, versendet. Die in den Kontaktdaten der Betrugsmail angegebene Faxnummer führt nach Bischofswerda/ Sachsen.

Bereits im Juli und Oktober wurden ähnliche Emails von der betrügerischen Domain eu-coronahilfe.de verschickt. Dies wurde ebenfalls umgehend bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Die Domain ist inzwischen gesperrt.

 

Reagieren Sie nicht auf solche Phishing-E-Mails!

Öffnen Sie den Anhang nicht!

 

Überbrückungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland während der Corona-Pandemie werden von Bund und Ländern gewährt, nicht direkt von der Europäischen Union.

Vertrauenswürdige Informationen darüber finden Sie unter der von der Bundesregierung eingerichteten Webadresse ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.

Quelle: EU-Kommission, Pressemitteilung v. 23.11.2020 (il)

Diesen Monat für Sie entworfen:

Dipl.-Kfm. (univ.) Michael A. Witschel
Steuerberater
Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierter Berater für die Immobilienbesteuerung und Immobilienverwaltung (IFU/ISM gGmbH)

 


Diese steuerlichen News sollten Sie jetzt kennen:

 

Anträge für die Überbrückungshilfe II können ab sofort gestellt werden!

Ab sofort können Anträge für die 2. Phase der Überbrückungshilfe gestellt werden und kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Soloselbstständige und Freiberufler, die durch die staatlichen Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung besonders stark von Umsatzeinbußen betroffen sind, haben die Möglichkeit weitere Überbrückungshilfen zu beantragen. Sie werden ebenso wie die Hilfen der ersten Phase als Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten gewährt – allerdings mit einzelnen Verbesserungen bei den Antragsvoraussetzungen.

Ebenso wie bei der Überbrückungshilfe I müssen auch bei der Überbrückungshilfe II die Umsatzrückgänge sowie die laufenden Fixkosten der antragstellenden Unternehmen im Rahmen des digitalisierten Antragsverfahrens dargelegt werden. Allerdings wurden die Grenzen bei den Umsatzrückgängen von bisher 60 % weiter abgesenkt: Antragsberechtigt sind jetzt bereits Unternehmen mit Umsatzrückgängen

  • von mindestens 50 % in zwei aufeinander folgenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresmonaten oder
  • von mindestens 30 % im Durchschnitt der Monate April bis August 2020 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Erstattet werden maximal 50.000 Euro pro Monat, wobei der Zuschuss zu den monatlichen betrieblichen Fixkosten erhöht wurde:

  • 90 % (bisher 80 %) der Fixkosten bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 %;
  • 60 % (bisher 50 %) der Fixkosten bei einem Umsatzrückgang zwischen 50 % und 70 % und
  • 40 % der Fixkosten bei einem Umsatzrückgang von mehr als 30 % (bisher mehr als 40 % im Vergleich zum Vorjahresmonat).

Außerdem wurde die Schwelle, wonach KMU mit bis zu 5 Beschäftigten maximal 9.000 Euro und mit bis zu 10 Beschäftigten maximal 15.000 Euro erhalten können, ersatzlos gestrichen und die Personalkostenpauschale von 10% der förderfähigen Kosten auf 20% erhöht. Schließlich sollen bei der Schlussabrechnung künftig nicht nur Rückforderungen, sondern auch Nachzahlungen möglich sein. Die Anträge können bis zum 31.12.2020 gestellt werden. Eine erneute Registrierung für Berater, die bereits im Rahmen der ersten Phase der Überbrückungshilfe erfasst wurden, ist nicht erforderlich.

 

Kurzarbeitergeld: Regelungen für 2021 teilweise veröffentlicht

Die aktuell geltenden Erleichterungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld (KuG) sollten bisher zum Jahresende 2020 auslaufen. Da Betriebe und Beschäftigte Planungssicherheit brauchen, hat sich das Bundeskabinett auf eine weitgehende Verlängerung der Regelungen bis Ende 2021 verständigt. Alle Regelungen sollen nahtlos zum 01. Januar 2021 in Kraft treten.

Folgende Regelung wurde getroffen:

  • Verlängerung der Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld für Beschäftigte, deren Anspruch auf KuG bis zum 31. Dezember 2020 entstanden ist, auf bis zu 24 Monate, längstens bis zum 31. Dezember 2021.

Die Verkündigung der ebenfalls bereits von der Bundesregierung beschlossenen Verordnung über die erleichterten Zugangsbedingungen und die Erstattung des Sozialaufwands im Jahr 2021 steht derzeit noch aus. Die „Erste Verordnung zur Änderung der Kurzarbeitergeldverordnung – KugÄV“ sieht im Einzelnen folgende Regelungen vor:

  • Verlängerung von Zugangserleichterungen (Mindesterfordernisse, negative Arbeitszeitsalden) bis zum 31. Dezember 2021 für Betriebe, die bis zum 31. März 2021 Kurzarbeit eingeführt haben.
  • Verlängerung der Öffnung des Kurzarbeitergelds für die Zeitarbeit zum 31. Dezember 2021 für Verleihbetriebe, die bis zum 31. März 2021 Kurzarbeit eingeführt haben.
  • Verlängerung der vollständigen Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge während der Kurzarbeit bis 30. Juni 2021. Vom 01. Juli 2021 bis zum 31. Dezember 2021 werden die Sozialversicherungsbeiträge noch zu 50 Prozent erstattet, wenn mit der Kurzarbeit bis zum 30. Juni 2021 begonnen wurde.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Dipl.-Kfm.
Dr. Ralf Erich Schauer
Steuerberater
Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 

 

 


 

Darf ich wegen Corona die Kosten für ein Arbeitszimmer als Werbungskosten ansetzen? Und wie verhält es sich durch Corona mit der Pendlerpauschale? Wo Sie sich 2021 Geld zurückholen können – und was Sie unbedingt beachten müssen erläutern wir Ihnen gerne nachfolgend.

 

Wer darf ein Arbeitszimmer steuerlich absetzen?

Ob Sie in Ihrer Steuererklärung Werbungskosten für ein häusliches Arbeitszimmer geltend machen können, hängt davon ab, ob Sie tatsächlich ein »Arbeitszimmer« im steuerrechtlichen Sinn haben.

Bei den meisten Arbeitnehmern dürfte das nicht der Fall sein – denn die Anforderungen dafür sind streng:

  1. Es darf »kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stehen«. Das ist schwierig für alle, deren Arbeitgeber keine ausdrückliche Anweisung für das Arbeiten von zuhause gegeben hat, sondern dies nur »empfiehlt«. Die Bürogebäude sind grundsätzlich geöffnet, aber eigentlich soll sich keiner dort blicken lassen.
  2. Es muss sich um einen separaten Raum handeln. Wohnung und Arbeitszimmer müssen räumlich voneinander getrennt sein. Ein Schreibtisch im Schlafzimmer oder Wohnzimmer macht aus diesen Räumen keine Arbeitszimmer im steuerrechtlichen Sinn. Auch ein Raum, der neben seiner Funktion als Arbeitszimmer auch als Gästezimmer dient, wird vom Finanzamt nicht als Arbeitszimmer anerkannt. In den meisten Familien wird diese Voraussetzung schwer zu erfüllen sein – insbesondere dann, wenn nicht nur eine Person von zuhause aus arbeitet.

Hinweis: Wer nachweisen kann, dass für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein eigener Arbeitsplatz zur Verfügung steht, kann die Kosten des heimischen Arbeitszimmers von der Steuer absetzen – allerdings nur bis zu einem Höchstbetrag von 1250 Euro pro Jahr. Wenn Ihr euch wegen der Corona-Krise ein eigenes Arbeitszimmer eingerichtet habt, solltet ihr das unbedingt mithilfe von Fotos dokumentieren. In der Regel lässt sich das Finanzamt auch den Grundriss eurer Wohnung geben, um zu prüfen, ob tatsächlich ein separater Raum zur Verfügung steht.

 

Home-Office wegen Corona: Pauschale Steuererleichterung noch ungewiss

Mancherorts wird jetzt schon eine Pauschale fürs Corona-Arbeitszimmer gefordert. Ob die allerdings kommt, ist noch aktuell noch ungewiss. Laut den neuesten Entwicklungen wollen Bayern und Hessen einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge sich im Bundesrat dafür einsetzen, dass mehr Menschen ihr Homeoffice von der Steuer absetzen können. Von der geplanten „Einfachvariante“ sollen vor allem jene Betroffene profitieren, die sich kein eigenes Arbeitszimmer einrichten können. Dadurch, so die Idee, könnte das Homeoffice leichter von der Steuer absetzbar sein – auch ohne eigenes Büro. Die Initiative sehe vor, dass je vollem Tag im Homeoffice ein Pauschalbetrag von fünf Euro als Werbungskosten angesetzt werden kann – maximal 600 Euro pro Jahr.

 

Weitere wichtige Themen für die Steuererklärung für 2020

Die Frage nach der Absetzbarkeit des Arbeitszimmers ist dabei nur eines von mehreren Steuerthemen, die uns auch bei der Steuererklärung 2020 noch an die Coronakrise denken lassen werden.

Da wäre zum Beispiel auch die Auswirkung auf die Pendlerpauschale, da deutlich weniger oft ins Büro gefahren wird. Wird das Finanzamt die Angabe »220 Arbeitstage mit Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte« einfach so akzeptieren? Oder wird es davon ausgehen, dass sechs oder acht oder noch mehr Wochen von zuhause gearbeitet wurden? Bei dem Ziel, die 1.000-Euro-Werbungskostenpauschale zu überschreiten, kann das wichtig werden. Ob es dann neben »keine Pendlerpauschale« auch »keine Werbungskosten für ein Arbeitszimmer« heißt bleibt aktuell abzuwarten.

 

Unser Tipp für Sie:

Denken Sie jetzt schon an die Steuererklärung für 2020 und bereiten Sie sich gut vor – zum Beispiel mit genauen Aufzeichnungen darüber, wann Sie von zuhause gearbeitet haben und welche Anschaffungen fürs Home Office notwendig waren. Speichern Sie vorsichtshalber auch Aussagen Ihres Arbeitgebers, in denen er Home Office anordnet, oder bitten Sie ihn um eine entsprechende Bestätigung darüber.

Außerdem sollten Sie Rechnungen für zum Beispiel Druckerpapier, Schreibmaterial, Strom- und Telefonkosten aufbewahren, falls der Arbeitgeber diese Kosten nicht erstattet. Pro Monat können pauschal bis zu 20 Prozent der Telekommunikationsaufwendungen, höchstens jedoch 20 Euro als Werbungskosten geltend gemacht werden. Den Maximalbetrag von monatlich 20 Euro erreicht, wer einer monatlichen Telefonrechnung von mindestens 100 Euro hat. Einmalige Kosten, die nicht in der monatlichen Rechnung auftauchen, werden für die Ermittlung des Höchstbetrags nicht berücksichtigt. Denn je detaillierter die Aufzeichnungen und die Nachweise sind, desto größer sind die Chancen, dass die Finanzämter die Aufwendungen anerkennen.

 

 

 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Associated Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 


 

1. Antragsfrist für Überbrückungshilfe verlängert

Die Bundesregierung hat die Antragsfrist für die Überbrückungshilfen um einen Monat verlängert. Die Frist zur Beantragung der Überbrückungshilfe für KMU, die durch die Corona-Krise Umsatzeinbrüche zu verzeichnen haben, ist bis zum 30.9.2020 verlängert worden.

Das BMWi hat angekündigt, die Verlängerung der Antragsfrist für die Überbrückungshilfe bis zum 30.9.2020 nunmehr durch eine zügige Änderung der Verwaltungsvereinbarungen und der Vollzugshinweise mit den Bundesländern in die Praxis umzusetzen.

 

2. Beschluss Zweites Gesetz zur steuerlichen Entlastung von Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen vom 29.07.2020

 

  • Erhöhung Kindergeld ab 01.01.2021 pro Kind pro Monat um 15 € von 204 € auf 219 € für das 1. und 2. Kind, für das Kind um 15 € von 210 € auf 225 € und ab 4. Kind + jedes weitere Kind um 15 € von 235 € auf 250 €. Gleichzeitig wird der Kinderfreibetrag pro Elternteil von 2.586 € auf 2.730 € erhöht, genauso der Betreuungsfreibetrag pro Elternteil von 1.320 € auf 1.464 €.
  • Genauso wird der Grundfreibetrag für Steuerpflichtige nach § 32a (1) EStG ab dem Veranlagungszeitraum 2021 von 9.408 € auf 9.696 € angehoben

 

3. Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erhöht

Am 01.07.2020 ist eine Änderung beim sogenannten Entlastungsbetrag für Alleinerziehende im Rahmen des Konjunkturpakets in Kraft getreten. Der Entlastungsbetrag wurde vorübergehend von 1.908 € auf 4.008 € erhöht, um die Folgen der Corona Pandemie für alleinerziehende Mütter und Väter abzumildern.

Arbeitgeber können den Erhöhungsbetrag rückwirkend ab Juli 2020 lohnsteuermäßigend berücksichtigen.

 

4. Mehr Unterstützung für Steuerpflichtige mit Behinderung , Beschluss Gesetz zur Erhöhung der Behindertenpauschbeträge

 

Einfügung eines neuen § 33a Abs. 2 EStG: Es gibt nun feste Pauschbeträge für Fahrtkosten von Behinderten: Bei Behinderung mit Grad mind. 80 oder mind. 70 und gleichzeitig Markenzeichen G werden ab 2021 900 € pauschal als außergewöhnliche Belastung zum Abzug zugelassen. Bei Markenzeichen aG, Bl oder H werden ab 2021 4.500 € Pauschbetrag zum Abzug als außergewöhnliche Belastung zugelassen.

Außerdem werden ab 2021 grundsätzlich die Behindertenpauschbeträge erhöht und werden ab 2021 neu bereits ab einem Behinderungsgrad von 20 zum Abzug als außergewöhnliche Belastung zugelassen, bis Ende 2020 ist die Gewährung nur ab Behinderungsgrad 25 möglich.

 

Ab 2021:

Nach Grad der Behinderung stehen ab 2021 dem Steuerpflichtigen folgende verdoppelte Pauschbeträge zu:

 

Ab Grad 20 -> 384 €

Ab Grad 30 -> 620 €

Ab Grad 40 -> 860 €

Ab Grad 50 -> 1.140 €

Ab Grad 60 -> 1.440 €

Ab Grad 70 -> 1.780 €

Ab Grad 80 -> 2.120 €

Ab Grad 90 -> 2.460 €

Ab Grad 100 -> 2.840 €

 

2.3. Für Blinde und Hilflose wurde der Pauschbetrag auf 7.400 € erhöht (Betrag wird ab 2021 verdoppelt)

2.4. Bei Pflege einer bedürftigen Person gibt es ab 2021 höhere Pauschbeträge, die ab 2021 sogar in verschiedene Pflegegrade unterteilt werden. Die Beträge werden  verdoppelt:

Gewährung ab Pflegegrad II der bedürftigen Person -> 600 €

Gewährung ab Pflegegrad III der bedürftigen Person -> 1.100 €

Gewährung ab Pflegegrad IV oder V der bedürftigen Person -> 1.800 €