Bußgelder wegen fehlerhafter Kassenführung vermeiden

Die neue Rechtslage ab 01.01.2020

 

Ab 1.1.2020 wird es teuer. Die fehlerhafte Kassenführung wird dann mit bis zu 25.000 EUR Bußgeld sanktioniert. Dadurch tritt eine Verschärfung der Rechtslage ein. Schon heute werden viele Fehlerquellen durch die Kassen-Nachschau und die Betriebsprüfung beanstandet, was zu Mehrsteuern und Ärger führt. In Zukunft muss außerdem noch das höhere Bußgeld gezahlt werden.

Besonderheiten der Steuergefährdung

Durch § 379 Abs. 1 Nr. 3 AO (Steuergefährdung) werden relevante Verhaltensweisen erfasst, die selbst zu dieser Zeit noch keine Steuerhinterziehung sind, weil die Abgabepflicht für die Steuererklärungen noch nicht besteht. Auf der anderen Seite ist klar, dass es durch diese Methoden später zu Steuerverkürzungen kommen wird. Damit erlangt die Kassen-Nachschau eine besondere Bedeutung. Bei der Betriebsprüfung wird durch die Prüfungsanordnung die fehlerhafte Kassenführung vorübergehend eingefroren und bleibt so ggf. unentdeckt. Demgegenüber ermöglicht die unangekündigte Kassen-Nachschau, dass die Steuergefährdung bemerkt wird. Das Bußgeld für solche Ordnungswidrigkeiten wird durch Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen vom 22.12.2016 zum 1.1.2020 von 5.000 EUR auf 25.000 EUR angehoben.

Entdeckungswahrscheinlichkeit

Durch die zeitnahe Kassen-Nachschau lassen sich die Fehlerquellen schnell erkennen und nachweisen. Werden sie beim Testkauf, Testessen, bei Beobachtung oder aus dem Kassenbon festgestellt, so reicht das aus, um ein Bußgeld zu verhängen.

Beweis der Ordnungswidrigkeit als Voraussetzung für das Bußgeld

Die Abläufe der Kassenführung sind den Prüfern durch die privaten Einkäufe, durch die Beobachtungen und aus der Verfahrensdokumentation bekannt. Wenn der Tatbestand des § 379 Abs. 1 Nr. 3 AO bestritten wird, muss er vom Prüfer nachgewiesen werden. Das ist aus den Regeln des Straßenverkehrs bekannt. Die Kassen-Nachschau muss die Ordnungswidrigkeit gerichtsfest nachweisen. Eine andere Nachweismöglichkeit bieten die Kassenbons als Kontrollmaterial. Daneben kommen Fotos, der Zeugenbeweis durch den oder die Prüfer aufgrund der beobachtenden Kassenführung, das Protokoll der Observation, oder Sachverständigengutachten sowie die Vernehmung des Personals in Betracht.

Der Nachweis durch verdeckte Videoaufnahmen ist zulässig. Auch die eigenen Videoaufnahmen des Unternehmens können die Verstöße gegen die Einzelaufzeichnungspflicht belegen. Zeigen diverse Überwachungsvideos in den Betriebsräumen eines bargeldintensiven Betriebes (z. B. Döner-Imbiss) für den Zeitraum von einem Monat, dass Mitarbeiter zahlreiche Bezahlvorgänge nicht im Kassensystem erfasst haben, ist die sachliche Richtigkeit der Buchführung des Steuerpflichtigen – auch über den Monatszeitraum hinaus – widerlegt (FG Hamburg, Beschluss v. 13.8.2018, 2 V 216/17, Haufe Index 12098753). Das reicht aus, um das Bußgeld gem. § 379 Abs. 1 Satz 3 AO zu verhängen.

 

Wiederholte Sanktion gem. § 379 AO durch erneute Fehler

Das Bußgeld kann bei Fehlerwiederholung erneut verhängt werden. Dann wird es betragsmäßig erhöht. Es ist eine riskante Einstellung, nach einer Kassen-Nachschau wie bisher weiterzumachen und die Fehlerquelle nicht abzustellen. Das wird durch eine wiederholte Betriebsprüfung oder Kassen-Nachschau entdeckt und richtig teuer. Denn das Bußgeld kann mehrfach verhängt werden. Das ist wie bei jeder neuen Geschwindigkeitsüberschreitung im Straßenverkehr, bei der das Bußgeld bei einer neuen Kontrolle erneut neu verhängt wird.

Fortsetzung folgt.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Managing Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 


 

Stundenlang Papiere wälzen und Formulare ausfüllen – viele Menschen drücken sich lieber davor und geben keine Steuererklärung ab. Doch damit lassen Sie sich womöglich viel Geld durch die Lappen gehen!

Dabei sollten Sie aber nicht all die vielen kleinen Dinge vergessen, die Sie ganz einfach von der Steuer absetzen können. Und dazu gehört nicht nur die bekannte Pendlerpauschale mit immerhin 30 Cent pro Kilometer.

 

1. Die Arbeiten im Haushalt

Ob Renovierung oder Wartungsarbeiten– anteilig können Sie diese von der Steuer absetzen, nämlich immerhin 20 Prozent. Das gilt allerdings nur für die Arbeit, nicht für die Materialkosten.

 

2. Die Haushaltshilfe

Auch wenn Sie die Arbeit nicht selbst erledigen: Kosten für eine Haushaltshilfe, ein Kindermädchen oder einen Gärtner können Sie als haushaltsnahe Dienstleistungen ebenfalls zu 20 Prozent absetzen.

 

3. Dienstwagen

Wer zum Beispiel das Benzin für seinen Dienstwagen aus der eigenen Tasche bezahlt, kann diese als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben.

Voraussetzung ist: Der Arbeitnehmer nutzt den Dienstwagen auch privat und versteuert den Vorteil pauschal nach der Ein-Prozent-Regelung. Alternativ kann auch ein Fahrtenbuch geführt werden, in dem berufliche und private Fahrten dokumentiert werden. Also fleißig Tankquittungen sammeln und mit der Steuererklärung einreichen.

 

 4. Der Umzug

Wer berufsbedingt umzieht, kann die Kosten als Werbungskosten absetzen. Sogar für einen rein privaten Umzug können Sie einen Teil der Kosten absetzen.

 

5. Die Geburtstagsfeier

Wenn Sie Kollegen zu einer kleinen Feier einladen, sind das ebenfalls Werbungskosten, die absetzbar sind.

 

6. Die Brille, Medikamente und sonstige „Belastungen“

Brillen oder Kontaktlinsen können Sie als „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer absetzen. Das gilt auch für Medikamente oder Behandlungen, die nicht die Krankenkasse zahlt. Auch Pflegekosten oder Beerdigungskosten gelten steuerlich als „außergewöhnliche Belastungen“.

 

7. Die Weiterbildung

Alles, was Sie beruflich weiterbringt, können Sie von der Steuer absetzen. Darunter fallen Bewerbungskosten ebenso wie Fachbücher oder Fachzeitschriften und Seminare.

 

8. Die Spenden

Wer Geld spendet oder selbst ehrenamtlich arbeitet, kann das in der Steuererklärung angeben.

 

9. Die Versicherungen

Altersvorsorge, Unfall- oder Haftpflichtversicherung – können Sie ebenfalls in der Steuererklärung angeben.

 

10. Das Telefon und Internet

Wenn Sie Ihren privaten Internetanschluss und das Telefon für berufliche Zwecke benutzen, allerdings mit nur 20 Prozent oder maximal 20 Euro im Monat.

 

 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Dipl.-Kfm.
Ralf Erich Schauer
Steuerberater, Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 

 

 


 

Kinder zu erziehen ist teuer genug!

Wir verraten Ihnen, wie Sie selbst Oma und Opa von der Steuer absetzen können und mit welchen einfachen Tipps Sie genug Geld für den nächsten Urlaub sparen.

 

1) Heiraten Sie!

Ehepaare und eingetragene Lebenspartnerschaften fallen so automatisch in eine günstigere Steuerklasse

2) Wechseln Sie die Steuerklasse vor der Geburt Ihres Kindes

Die Höhe des Elterngeldes nach der Geburt richtet sich nach dem letzten Nettoverdienst desjenigen, der das Elterngeld beantragt. Der Partner, der also daheim bleibt, sollte mindestens sieben Monate vor der Geburt in eine günstigere Steuerklasse wechseln.

3)  Alleinerziehend? Beantragen Sie den Entlastungsbetrag

Alleinerziehende haben keinen Partner, mit dem Sie sich Ihr Einkommen steuertechnisch teilen können. Aber auch für Sie gibt es Tricks. Einer davon ist der genannte Entlastungsbetrag. Das ist ein zusätzlicher Steuerfreibetrag von 1.908 Euro pro Jahr für das erste Kind plus je 240 Euro für jedes weitere Kind. Anspruch darauf haben Sie aber nur, wenn Sie zuvor in die Steuerklasse II wechseln.

4)  Teilen Sie Ihre Kinder unter sich auf

Bei Patchwork-Familien, also Familien, bei denen beide Partner Kinder aus früheren Zeiten mitbringen, ist es möglich, die Kinder unter beiden Partnern so aufzuteilen, dass das Kindergeld maximiert wird.

5)  Lassen Sie den Staat für die Kinderbetreuung zahlen

Kindergarten, Schulfahrten und Babysitter kosten viel Geld. Zwei Drittel der Kosten für derartige Betreuungsangebote können Sie als Sonderausgaben in der Steuerklärung angeben. Sie werden dann von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen.  Die Obergrenze liegt allerdings bei 4.000 Euro pro Kind und Jahr und außerdem nur für Kinder bis 14 Jahre.

6)  Oma und Opa als Babysitter

Kümmern sich Oma, Opa oder die Nachbarin gegen Bezahlung um die Kinderbetreuung, können Sie diese Kosten von der Steuer absetzen. Damit der Staat Ihnen davon zwei Drittel aus Sonderausgaben anerkennt, müssen Sie die Zahlungen aber nachweisen – also Oma nicht bar bezahlen – und eine Betreuungsvereinbarung vorlegen.

7)  Nutzen Sie den Bonus für Putzfrauen und Gärtner

Neben Babysittern lassen sich auch die Kosten für andere „haushaltsnahe Dienstleistungen“ nutzen. Dazu zählen etwa Putzfrauen, Au-Pairs, Pflegedienste und Gärtner. Bei Mietern kommen noch Kosten für den Hausmeister, Schornsteinfeger und Winterdienst hinzu.

8)  Machen Sie die Nachhilfe für Ihre Kinder geltend

Der Staat beteiligt sich sogar an den Nachhilfestunden für Ihre Kinder – allerdings nur in zwei Sonderfällen: Entweder eines Ihrer Kinder ist Legastheniker und braucht deswegen spezielle Hilfe oder Sie sind aus beruflichen Gründen umgezogen und Ihre Kinder haben nun deswegen in der neuen Schule Probleme.

9)  Kassieren Sie Kindergeld, bis Ihre Kinder 25 Jahre alt sind

Kindergeld gibt es auch, wenn Ihre Kinder längst erwachsen sind. Die Bedingung ist, dass sie entweder studieren, eine Ausbildung machen oder beides in einem dualen Studium kombinieren. Eine Ausnahme gilt, wenn Ihr Kind bereits die zweite Ausbildung macht. Dann gibt es nur Kindergeld, wenn es in seinem Job weniger als 20 Stunden pro Woche arbeitet.

10)  Unterstützen Sie auch Ihre erwachsenen Kinder noch

Selbst wenn Ihr Kind schon älter als 25 Jahre ist, lässt sich noch Geld vom Staat herausholen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie Ihr Kind weiterhin finanziell unterstützen und es selber nur ein geringes Einkommen hat.

 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Dipl.-Kfm.
Ralf Erich Schauer
Steuerberater, Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 


1. Wann Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind

In unserer immer älter werdenden Gesellschaft rücken Themen wie Pflege und Unterbringung in einem Heim zunehmend in den Mittelpunkt. Nicht nur die Wahl der richtigen Pflegeform oder des Heims sind wichtig. Ein Pflegefall in der Familie bringt auch steuerliche Aspekte mit sich, die beachtet werden sollten.

Pflege hat viele Gesichter. Da gibt es z. B. die Hilfe, die täglich für eine Stunde vorbei schaut, einkauft und nach dem Rechten sieht, wenn das nicht mehr alleine erledigt werden kann. Andere brauchen nur Unterstützung bei der Körperpflege, kommen aber sonst noch gut alleine zurecht. Und wieder andere benötigen jemanden, der rund um die Uhr zur Verfügung steht. Wenn das Leben zu Hause trotz Unterstützung gar nicht mehr klappt, wird die Pflege in einem Heim fortgesetzt. Für ein „Heim“ entscheiden sich jedoch nicht nur pflegebedürftige Menschen. Es gibt es die verschiedensten Angebote, z. B. betreutes Wohnen oder Wohngemeinschaften für Senioren.

Für welches Pflege- bzw. Betreuungsmodell auch immer Sie sich entscheiden, eines haben sie alle gemeinsam: Sie kosten Geld. Es können Kosten anfallen für die Beschäftigung einer ambulanten Pflegekraft, die Inanspruchnahme von Pflegediensten, von Einrichtungen der Tages- und Nachpflege, der Kurzzeitpflege oder von nach Landesrecht anerkannten niedrigschwelligen Betreuungsangeboten und für die Unterbringung in einem Heim (R 33.3 Abs. 2 EStR).Für diese Pflegekosten gibt es steuerliche Erleichterungen, z. B. können sie als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG geltend gemacht werden. Allerdings ist der steuerliche Abzug von einigen Voraussetzungen abhängig.

 

Pflegebedürftigkeit der gepflegten Person

Voraussetzung für die Geltendmachung der Pflegekosten als außergewöhnliche Belastungen ist, dass die gepflegte Person zum begünstigten Personenkreis zählt. Dazu gehören pflegebedürftige Personen, die in einen der Pflegegrade 1 bis 5 eingestuft werden. Wer nicht zu diesen pflegebedürftigen Menschen gehört, aber kurzfristig auf Pflege angewiesen ist (z. B. wegen einer vorübergehenden Krankheit), kann die dadurch entstehenden Kosten ebenfalls als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

Wichtig: Nur die Aufwendungen für Pflege und Betreuung gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen.

 

Erstattungen und zumutbare Belastung

Die Pflegekosten einer bedürftigen Person sind als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG abzugsfähig, allerdings nicht in voller Höhe:

  • Erstattungen/Zahlungen von Versicherungen oder anderen Stellen: Die Pflegekosten müssen um die entsprechenden Beträge gekürzt werden.
  • Zumutbare Belastung: Pflegekosten gehören zu den außergewöhnlichen Belastungen allgemeiner Art. Das Gesetz verlangt, dass ein Teil der Aufwendungen selbst getragen werden muss – dieser Eigenanteil heißt hier zumutbare Belastung. Nur Kosten, die über die zumutbare Belastung hinausgehen, sind als außergewöhnliche Belastungen abziehbar. Wie hoch die zumutbare Belastung ist, hängt davon ab, ob derjenige, der die Kosten geltend macht, verheiratet ist, ob er Kinder hat und wie hoch der Gesamtbetrag der Einkünfte ist.

Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen

Zwar wird bei einer Pflege zu Hause ein Teil der Kosten aufgrund der zumutbaren Belastung nicht berücksichtigt. Für diesen Betrag kann jedoch die Steuerermäßigung nach § 35a EStG für haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Beschäftigungsverhältnisse in Anspruch genommen werden. Das gilt auch für altersbedingte Pflegekosten und hauswirtschaftliche Leistungen, die nicht als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden können.

 

Pflegekosten oder Behinderten-Pauschbetrag?

Behinderte Menschen können für ihre behinderungsbedingten Aufwendungen den Behinderten-Pauschbetrag bekommen. Mit ihm sind laufende und typische Aufwendungen für die Hilfe bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens, für die Pflege und für einen erhöhten Wäschebedarf abgegolten.

Wichtig: Wird der Behinderten-Pauschbetrag in Anspruch genommen, sind daneben keine Pflegekosten absetzbar (§ 33b Abs. 1 Satz 1 EStG, R 33.3 Abs. 4 EStR).

Quelle: https://www.haufe.de/steuern/kanzlei-co/pflegefall-in-der-familie-und-steuerliche-aspekte/pflegekosten-sind-aussergewoehnliche-belastungen_170_270170.html

 

 

2. Dauerbrenner Rechnungsnummern

Es gibt keine Vorgaben, wie Rechnungsnummern aufgebaut sein müssen. Jeder Unternehmer entscheidet dies selbst. Der Leistungsempfänger, der den Vorsteuerabzug beanspruchen will, kann daher nicht kontrollieren, ob es sich um eine fortlaufende Rechnungsnummer handelt. Für ihn ist es somit entscheidend, dass eine Rechnungsnummer vorhanden ist, die plausibel erscheint.

Es soll mit dieser Nummer sichergestellt werden, dass die erstellte Rechnung einmalig ist. Bei der Erstellung der Rechnungsnummer können verwendet werden:

  • eine oder mehrere Zahlen- oder Buchstabenreihen oder eine Kombination von Ziffern mit Buchstaben,
  • mehrere separate Nummernkreise, in denen eine Rechnungsnummer jeweils einmalig ver­geben wird,
  • Nummernkreise für zeitlich, geografisch oder organisatorisch abgegrenzte Bereiche, z. B. für Zeiträume (Monate, Wochen, Tage), verschiedene Filialen, Betriebsstätten einschließlich Organgesellschaften oder Bestandsobjekte.

Gewährleistet muss deshalb sein, dass

  • die jeweilige Rechnung leicht und eindeutig dem jeweiligen Nummernkreis zugeordnet werden kann und
  • die Rechnungsnummer einmalig ist (z. B. durch Vergabe einer bestimmten Klassifizierung für einen Nummernkreis).

Eine lückenlose Abfolge der ausgestellten Rechnungsnummern ist hingegen nicht zwingend.

Bei Verwendung von Kontoauszügen als Rechnung reicht die Kombination der Kontonummer, Kontoauszugsnummer und des Kontoauszugsdatums zur Identifizierung aus.

Bei Verträgen über Dauerleistungen (Hausvermietungen, Leasingleistungen, Buchführung durch Steuerberater) ist es ausreichend, wenn sie eine einmalige Nummer enthalten (z. B. Wohnungs- oder Objektnummer, Mieternummer). Zahlungsbelege müssen keine gesonderte fortlaufende Nummer aufweisen.

Schließlich hat bei der Erstellung einer Gutschrift der Gutschriftsaussteller die fortlaufende Nummer zu vergeben. Kleinbetragsrechnungen und Fahrausweise müssen keine fortlaufende Nummer enthalten.

 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Prof. Dr. Nikolaus Kastenbauer
Steuerberater, Rechtsanwalt, Partner
Fachberater Gesundheitswesen
dr.kastenbauer@dr-schauer.de

 

 


1. Betriebsveranstaltungen – man sollte wissen, wann es am schönsten ist…spätestens am 28. Februar!

Betriebsveranstaltungen wie Weihnachtsfeiern, Betriebsjubiläen oder Oktoberfestbesuche mit der gesamten Belegschaft sind üblich, kommen gut an – und sind für die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen grundsätzlich steuer- und sozialversicherungspflichtiger Arbeitslohn. Auch im Sinne der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbindung hat der Gesetzgeber daher die Möglichkeit geschaffen, den geldwerten Vorteil pauschal im Rahmen der Lohnabrechnung zu versteuern. Diese Pauschalversteuerung führt dann auch zur Sozialversicherungsfreiheit.Um diese Sozialversicherungsfreiheit zu gewährleisten, ist jedoch eine zeitnahe Pauschalversteuerung durchzuführen. Was heißt zeitnahe? Richtig „richtig“ wäre eine Berücksichtigung im Monat der Veranstaltung. Dies kann aus diversen Gründen oftmals nicht gewährleistet werden. Daher erfolgt die Pauschalversteuerung im Nachhinein.

Eine vom Arbeitgeber erst im Nachhinein geltend gemachte Möglichkeit der Pauschalbesteuerung führt jedoch nur dann zur Sozialversicherungsfreiheit, wenn der Arbeitgeber die vorgenommene Behandlung noch ändern kann. Dies kann er allerdings nur bis zur Erstellung der Lohnsteuerbescheinigung, also längstens bis zum 28.2. des Folgejahres.

Die Betriebsveranstaltungen des Vorjahres sind daher bis spätestens zum Februar des Folgejahres der Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung mitzuteilen, damit durch eine noch fristgerechte Pauschalversteuerung auch die Sozialversicherungsfreiheit eintritt, und nachträgliche Kosten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausbleiben.

2. Arbeitgeberzuschüsse zur Kinderbetreuung und aktuelle politische Entwicklung

Leistungen des Arbeitgebers (Bar- und Sachleistungen) zur Unterbringung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern der Arbeitnehmer in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen sind steuer- und sozialversicherungsfrei, sofern sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Zudem darf die Arbeitgeberleistung insbesondere im Falle des Bargeldzuschusses nicht den tatsächlichen Aufwand übersteigen.

Und genau in der letzten Voraussetzung steckt das aktuelle Problem. Vor allem in Bayern soll ein gesetzlicher Kinderbetreuungszuschuss vom Staat gewährt werden, der die aktuelle Beitragslast der Arbeitnehmer teils drastisch reduzieren kann – und das vielleicht sogar rückwirkend.

Sollten Arbeitgeber daher solche Zuschüsse leisten, sind sie gut beraten, die entsprechenden Empfänger darum zu bitten, im Falle der (rückwirkenden) Reduzierung von Beiträgen umgehend über Zeitpunkt und Höhe den Arbeitgeber zu informieren. Nur dann können notwendige (Gehalts)Anpassungen fristgerecht vorgenommen werden. Andernfalls kann der Zuschuss den tatsächlichen Aufwand übersteigen. Dadurch könnte der Arbeitgeber schlimmstenfalls im Falle einer Nachversteuerung und sozialversicherungsrechtlichen Nachverbeitragung auf den dann etwaig entstehenden Kosten „sitzenbleiben“, wenn der Arbeitnehmer zum Prüfungszeitpunkt nicht mehr im Unternehmen beschäftigt ist.


 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Dipl.-Kfm. (univ.) Michael A. Witschel
Steuerberater
Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
michael.witschel@dr-schauer.de

 

Diese steuerfreien Extras sollten Sie kennen

Das Einkommensteuergesetz ermöglicht es Unternehmen, den Mitarbeitern ganz legal einige Euro mehr „Netto“ zukommen zu lassen – ohne das Finanzamt mit zusätzlichen Zahlungen zu „füttern“, im Gegensatz zur Bruttolohnerhöhung, bringt dies mehrere Vorteile mit sich. Gerade kleine Firmen haben über geldwerte Vorteile gute Chancen neues Personal zu gewinnen.

Als Sachleistungen sind möglich:

– Beteiligung an der privaten Stromrechnung
– Einkauf auf Firmenkosten
– Bezahlung des Friseurbesuches

Achtung!

Eine Sachleistung ist nur einmal im Monat möglich und darf 44,-€ nicht übersteigen.

 

Weitere Zusatzleistungen sind möglich:

– Übernahme der Kita-Gebühren für die Kinder des Arbeitnehmers
– Erholungsbeihilfen
– Aufmerksamkeiten aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses
(Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 60,-€ inkl. Ust)
– Jobticket für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln
– Zuschuss für die Verpflegung der Mitarbeiter, z.B. mit Restaurantgutscheinen oder Essenschecks
– E-Bikes oder Rennräder als Bonus zum Gehalt zu sponsern, eventuell sogar zusätzlich zum Dienstwagen.
– Mitarbeiter finanziell unterstützen bei Kursen und Trainings, die die Gesundheit fördern, auch außerhalb des Betriebs. Z.B. Wirbelsäulen-Kurse, Anti-Stress- oder Burn-Out-Trainings, Entspannungs- und Nichtraucher-Kurse sowie Lehrgänge rund um gesunde Ernährung. Mitgliedschaften bei Sportvereinen und Fitnessstudios sind von der Regelung ausgenommen.

Für nähere Informationen wenden Sie sich gerne an uns! Wir beraten Sie gerne.

 

 

Das müssen Praxisgemeinschaften im Umgang mit der Verarbeitung von Patientendaten beachten

Zum Schutz der personenbezogenen Daten nach der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) darf in einer Praxisgemeinschaft nur Software verwendet werden, die die technische Zuordnung der Patientendaten ausschließlich zu dem behandelnden Zahnarzt zulässt. Auch auf Patientenunterlagen in Papierform darf nur der behandelnde Zahnarzt zugreifen.

In einer Praxisgemeinschaft gibt es mehrere Praxen
Während eine Berufsausübungsgemeinschaft/Gemeinschaftspraxis eine rechtliche Einheit bildet, ist dies bei Praxisgemeinschaften anders. Hier haben Zahnärzte lediglich beschlossen, bestimmte Ressourcen wie Personal, Räume und Geräte gemeinschaftlich zu nutzen. Rechtlich bleiben die einzelnen Zahnärzte selbstständig und eigenverantwortlich, d. h.: Jeder Zahnarzt betreibt seine eigene Praxis, hat einen eigenen Patienten- und Datenstamm, dokumentiert und rechnet die von ihm erbrachten Leistungen eigenständig ab.

Die Eigenständigkeit muss beim Datenschutz umgesetzt werden
Für die Datenverarbeitung bedeutet dies, dass für die mehreren Praxen in der Praxisgemeinschaft sichergestellt werden muss, dass die Daten des Patienten immer nur von dem verantwortlichen Behandler und den Mitarbeitern seiner Praxis einsehbar sind. Dies ist in der Regel nur der Fall, wenn die Praxisgemeinschaft eine Zahnarztsoftware mit echter Mandantenfähigkeit verwendet:
• In diesem Fall benutzt die Praxisgemeinschaft zwar gemeinsam einen Server oder ein Patientenverwaltungsprogramm.
• Die Patientendaten werden jedoch nicht zentral in einer gemeinsamen Datenbank abgespeichert. Vielmehr hat jede Praxis für ihre Patienten eine eigene Datenbank.

Verlässt ein Praxisinhaber die Praxisgemeinschaft, kann er die Daten seiner Patienten problemlos aus der Praxisgemeinschaft entfernen, mitnehmen und an einem neuen Praxisstandort wieder einsetzen.

PRAXISTIPP | Nutzt eine Praxisgemeinschaft eine Praxissoftware, die alle Patientendaten in einer Datenbank abspeichert und nur die Leistungen einem bestimmten Behandler bzw. einer Praxis zuordnet (sogenannte Pseudo-Mandantenfähigkeit), ist dies nicht DS-GVO-konform. Jeder Praxisinhaber sollte deshalb unbedingt überprüfen, ob innerhalb der Praxisgemeinschaft wirklich nur autorisierte Personen Zugriff auf die Daten seiner Patienten haben. Ist dies nicht der Fall, kann es für den Praxisinhaber bei Bekanntwerden dieser Datenschutzverletzung sehr teuer werden. Nur bei gemeinsamem Personal kann diesen Mitarbeitern ein Zugriffsrecht auf die Daten aller Patienten aller Zahnärzte der Praxisgemeinschaft eingeräumt werden.

Quelle:

https://www.iww.de/zp/archiv/ds-gvo-und-patientenrechte-das-muessen-praxisgemeinschaften-im-umgang-mit-der-verarbeitung-von-patientendaten-beachten-f119814

 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Managing Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 


Die besten Steuertipps für Familien

Kindergeld:

Kindergeld wird monatlich an die Eltern ausgezahlt – von der Geburt des Kindes an bis zur Vollendung des 18. Geburtstags. Ausnahmsweise gibt es Verlängerungen bis zum 25. Lebensjahr für Kinder in Ausbildung und darüber hinaus für Kinder mit Behinderung. Gleich nach der Geburt sollten Eltern das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen. Für das Jahr 2018 gibt es für das erste und zweite Kind 194 Euro. Dieser Betrag steigt ab Juli 2019 auf 204 Euro monatlich.
Die Bundesregierung hat das Kindergeld und Kinderfreibeträge in mehreren Schritten angehoben. (siehe Tabelle)

Die größte Ausgabensteigerung hat im Bereich der Kindertagesbetreuung stattgefunden. Hinzu kommen das Elterngeld sowie das ElterngeldPlus. Auch mit dem neuen Baukindergeld hat die Union eines ihrer Wahlversprechen eingelöst. Wer von den eigenen vier Wänden träumt, kann mit einem Kind insgesamt 12.000 Euro Förderung über zehn Jahre erhalten, wer vier Kinder hat, sogar 48.000 Euro. Die meisten staatlichen Leistungen sichern sich Eltern, wenn sie die Steuererklärung mitsamt der Anlage Kind beim Finanzamt einreichen. Andere Anträge sind bei der Familienkasse (Kindergeld) sowie bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) (www.kfz.de/info-zuschussportal) (Baukindergeld) zu stellen.

Betreuungskosten:

Familien setzen Kinderbetreuungskosten steuerlich ab. Für jedes Kind gibt es bis zur Vollendung des 14. Lebensjahrs einen Steuerabzug bis zu 6.000 Euro. Der Fiskus erkennt zwei Drittel der Aufwendungen an – maximal 4.000 Euro. Begünstigt sind Kosten für die Unterbringung des Kindes in Kindergärten, -tagesstätten, -horten, -krippen oder bei Tagesmüttern, Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern. Auch Aufwendungen für die Beaufsichtigung der häuslichen Schularbeiten sowie die Ganztagsbetreuung in der Schule werden anerkannt. Nicht abziehbar sind die Kosten für die Verpflegung und den Transport des Kindes, für Unterricht (Nachhilfe, Fremdsprache) und die Förderung besonderer Fähigkeiten (Musik, Sport, Computerkurs).
Betreuen Oma, Opa oder Tante das Kind gegen Bezahlung, können auch diese Kosten absetzbar sein. Der Fiskus verlangt hierfür eindeutige Vereinbarungen, die einem Fremdvergleich standhalten. Können die Eltern Arbeitsverträge, Rechnungen und Überweisungen vorlegen, akzeptiert das Finanzamt die Betreuungskosten.
Wichtig: Lebt der betreuende Angehörige allerdings dauerhaft im selben Haushalt, streicht der Beamte den Abzug. Eltern müssen die Ausgaben für Kinderbetreuungskosten nachweisen – per Rechnung über die Kosten und mit Bankbeleg für die Zahlung per Überweisung. Verlangt der Angehörige keinen Lohn für die Betreuung, sind zumindest die Fahrtkosten absetzbar.

Elterngeld:

Um Familie und Beruf optimal unter einen Hut zu bringen, können Eltern zwischen Elterngeld (Basiselterngeld) und ElterngeldPlus wählen oder beides miteinander kombinieren.
Für Kinder, die ab dem 01. Juli 2015 geboren sind, haben berufstätige Eltern die Möglichkeit, ElterngeldPlus zu beantragen. Damit wird es einfacher, Elterngeld und Teilzeitarbeit zu kombinieren. Der Arbeitgeber muss nicht zustimmen, er muss aber drei Monate (13 Wochen) vorher informiert werden.

ElterngeldPlus:

Wollen Eltern nach der Geburt schnell wieder in den Beruf zurückkehren, aber erst mal nur Teilzeit arbeiten, können sie sich für das ElterngeldPlus entscheiden.
Das ElterngeldPlus wird für maximal 28 Monate gewährt – das Elterngeld gibt es maximal 14 Monate. An der Summe des Elterngelds ändert sich allerdings nichts. Die Auszahlungsleistung des ElterngeldPlus wird halbiert, zieht sich dafür aber über den doppelten Zeitraum hin. Der Elterngeldbezug und Teilzeitarbeit lassen sich aber beliebig kombinieren und den individuellen Vorstellungen der Partner anpassen. Arbeiten beide gleichzeitig zwischen 25 und 30 Wochenstunden in Teilzeit, können sie zudem vom Partnerschaftsbonus profitieren.

Baukindergeld:

Seit dem 18. September 2018 können Eltern, die erstmalig im Zeitraum vom 01.01.2018 bis Ende 2020 gemeinsam ein Haus bauen oder eine Immobilie kaufen, einen Antrag auf Baukindergeld bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stellen.
Als Förderung gibt es über zehn Jahre für Eltern mit Kindern pro Kind und Jahr 1200 Euro – in Summe also 12 000 Euro pro Kind, wenn die Immobilie selbst genutzt wird. Die Beiträge werden jährlich ausgezahlt. Voraussetzung ist zudem, dass das zu versteuernde Einkommen der Familie nicht höher als 75 000 Euro ist. Diesem Betrag wird noch ein „Gehaltsbonus“ von 15 000 Euro pro Kind hinzugerechnet. Die Antragsstellung muss im Regelfall innerhalb von drei Monaten nach dem Einzug erfolgen. Familien haben allerdings keinen Rechtsanspruch auf den Zuschuss. Es gilt das sog. Windhundprinzip: Wer zuerst kommt, malt zuerst.

 

4 einfache Wege, um Lohnsteuer zu sparen: So bleibt mehr Netto übrig

Steuerlast führt dazu, dass von Gehalt oder Lohn weniger übrig bleibt. Arbeitnehmer haben jedoch zahlreiche Möglichkeiten, um Lohnsteuer zu sparen und damit ein höheres Nettoeinkommen herauszuholen. Erfahren Sie hier, mit welchen Methoden Sie Lohnsteuer sparen können.

Weg 1: Lohnsteuer sparen durch Gehaltsumwandlung

Als Arbeitnehmer können Sie Lohnsteuer sparen, indem Sie mittels Gehaltsumwandlung einen Teil Ihres Bruttogehalts für eine freiwillige Zusatzrente aufwenden. Seit dem Jahr 2002 ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, eine solche Entgeltumwandlung zu ermöglichen, wobei er den Vertrag der Altersvorsorge bestimmt. Meist handelt es sich um eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Direktversicherung, die als Lebens- oder Rentenversicherung ausgewiesen ist. Im Rahmen der Gehaltsumwandlung können Sie bis zu 260 Euro im Monat (3.120 Euro jährlich) für die Altersvorsorge investieren, ohne Steuerbeiträge oder Sozialabgaben zu entrichten. Eine solche Entgeltumwandlung lohnt sich, wenn der Arbeitgeber Zuschüsse von mindestens 20 Prozent gewährt.

Weg 2: Steuererklärung machen und Lohnsteuer sparen

Viele Arbeitnehmer können Lohnsteuer sparen, indem sie freiwillig eine Steuererklärung machen. Dies lohnt sich dann, wenn die beruflich bedingten Kosten (Werbungskosten) die 1.000-Euro-Grenze überschreiten. In die Gruppe der Werbungskosten fallen beispielsweise
• Fahrtkosten
• Ausgaben für ein reines Arbeitszimmer in Wohnung oder Haus
• Kosten für die Weiterbildung, die der Arbeitgeber nicht erstattet hat
• Ausgaben für spezielle Berufskleidung wie Arztkittel und Monteuranzüge
• Kosten für Arbeitsmittel (zum Beispiel Fachbücher)
• Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung
• Bewerbungskosten
Ein Abzug dieser Werbungskosten setzt voraus, dass die Ausgaben berufsbedingt angefallen sind. Es sollte daher eine berufliche Notwendigkeit vorliegen.

Weg 3: Bonus für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen nutzen

Wenn Sie Handwerkerleistungen beansprucht oder haushaltsnahe Dienstleistungen genutzt haben, können Sie einen Teil der Einkommenssteuer sparen. Diese Kosten sind zu einem Fünftel direkt von der Steuer abzugsfähig, was den Anteil der Lohn-, Fahrt- und Maschinenaufwendungen betrifft. Der Materialaufwand ist ausgenommen. Mit diesem Bonus für Handwerkerleistungen können Sie Steuerersparnisse von bis zu 1.200 Euro jährlich (= 20 Prozent von 6.000 Euro) erzielen. Das Finanzamt verlangt eine Rechnung und eine bargeldlose Zahlung.
Zusätzlich sind die Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen mit einem Beitrag von bis zu 4.000 Euro abzugsfähig. Die Kosten für eine geringfügig beschäftigte Haushaltshilfe können die Steuerlast um bis zu 510 Euro mindern.

Weg 4: Kirchensteuer und Spenden als Sonderausgaben abziehen

Wenn Sie von Ihrem Lohn Kirchensteuer abführen, mindern diese Beiträge als Sonderausgaben Ihre Steuerlast. Außerdem können Sie Steuern sparen, indem Sie Spenden für gemeinnützige und wohltätige Einrichtungen erbringen. Das Finanzamt akzeptiert einen Abzugsbetrag von bis zu 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte.

Flexible Arbeitszeiten bei geringfügig Beschäftigten – Risiko aufgrund gesetzlicher Neuregelung ab dem 1. Januar 2019

Geringfügig Beschäftige sind in Praxen und Betrieben fester Bestandteil des Personal. Gerade bei Aushilfs- oder Reinigungstätigkeiten bietet sich diese Form der Anstellung häufig an, um sozialversicherungsfrei und damit kostensparend Mitarbeiter in zeitlich geringen Umfang zu beschäftigen.
Um diese geringfügig beschäftigten Mitarbeiter flexibel und je nach Arbeitsanfall einsetzen zu können, wird von Arbeitgebern gerne eine feste wöchentliche Arbeitszeit in solchen Arbeitsverträgen ausgespart und lediglich eine Vergütung je Arbeitsstunde vereinbart. Als Grundlage für die Berechnung des konkreten Monatslohns dienen dann die von dem geringfügig beschäftigten Mitarbeiter tatsächlich geleisteten Stunden.
Durch eine Neuregelung des Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) ergeben sich seit dem
1. Januar 2019 nun neue Risiken bei solchen Arbeitsverträgen. Denn nach § 12 Abs. 1 Satz 3 TzBfG geht das Gesetz ab diesem Jahr von einer wöchentlichen Arbeitszeit von 20 Stunden aus, falls ein Arbeitsvertrag, der einen Arbeitseinsatz des Mitarbeiters nach Arbeitsanfalls vorsieht, über die wöchentliche Arbeitszeit schweigt.
Dies kann dazu führen, dass sich der Monatslohn des Mitarbeiters nunmehr nicht mehr nach den tatsächlich geleisteten Stunden errechnet, sondern auf der Grundlage von 20 Stunden. Dadurch wird aber die sozialversicherungsfreie Lohngrenze von 450,00 € überschritten und Sie als Arbeitgeber müssten entsprechende Sozialabgaben abführen, sowie auch gegebenenfalls mehr Gehalt an Ihre geringfügig Beschäftige Mitarbeiter auszahlen.
Um diese Klippe nun gefahrlos zu umschiffen, empfehlen wir Ihnen, bei solchen Arbeitsverträgen eine feste wöchentliche Arbeitszeit mit Ihren Mitarbeitern zu vereinbaren.

Sonderabschreibung beim Mietwohnungsbau kommt (noch) nicht

Das „Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus“ ist doch nicht zum 01.01.2019 in Kraft getreten. Der Bundesrat hat das Gesetz kurzfristig von der Tagesordnung der letzten Sitzung (vom 14.12.2018) genommen. Das Gesetzgebungsverfahren ist damit nicht beendet. Es kann auf Antrag eines Landes oder der Bundesregierung auf eine der nächsten Tagesordnungen kommen. Das Gesetz benötigt die Zustimmung des Bundesrats. Wichtig: Andere Gesetzesvorhaben haben alle parlamentarischen Gremien passiert.

Arbeitnehmer mit Dienstwagen oder – fahrrad
Geldwerter Vorteil bei „normalen“ Dienstwagen

Dürfen sie einen „normalen“ Dienstwagen sowohl privat als auch für Fahrten zwischen Ihrer Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte nutzen, müssen Sie einen geldwerten Vorteil versteuern.

Die Grundsätze zur Ermittlung des geldwerten Vorteils

Wenn Sie kein Fahrtenbuch führen, gelten zwei Bemessungsgrundlagen:
1. Ein Prozent des Listenpreises des Pkw je Monat
2. Ein zusätzlicher geldwerter Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

Hier kommen zwei Modelle in Frage:
– Fahren Sie mit dem Dienstwagen an mindestens 180 Tagen von Ihrer Wohnung zum Betrieb, wird der geldwerte Vorteil pauschal nach der 0,03 – Prozent – Regelung ermittelt.
– Nutzen Sie den Dienstwagen monatlich an weniger als 15 Tagen pro Monat für die Fahrten zur Arbeit, können Sie statt der 0,03 Prozent Regelung die Einzelbewertung wählen. Sie müssen dann pro Fahrt nur 0,002 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer versteuern (BFH, Urteile vom 04.04.2008, Az. VI R 85/04, Abruf-Nr. 081836; BFH, Urteil vom 22.09.2010, Az. VI R 57/09, Abruf- Nr. 104290).

Beispiel: Sie nutzen den Dienstwagen (Bruttolistenpreis 30.000 Euro) regelmäßig nur an fünf Tagen im Monat für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Der monatliche geldwerte Vorteil berechnet sich wie folgt:

Ergebnis: Durch die fahrtenbezogene Berechnung statt der 0,03 – Prozent – Regelung reduziert sich der geldwerte Vorteil im Monat um 210 Euro (315 ./. 105 Euro)

Ermittlung des geldwerten Vorteils seit dem 01.01.2019

Seit dem 01.01.2019 muss der Arbeitgeber auf Verlangen des Arbeitnehmers die 0,002 Prozent Regelung bereits im Lohnsteuerabzugsverfahren anwenden. Eine Ausnahme gilt nur, wenn das im Arbeitsvertrag oder anderen arbeits- oder dienstrechtlichen Regelungen ausgeschlossen worden ist. (BMF, Schreiben vom 04.04.2018, Az. IV C 5 – S 2334/18/10001, Rz. 10e und 63, Abruf-Nr. 200584)

Tipp!
Für Sie als Arbeitnehmer ist es vorteilhaft, wenn die 0,002 Prozent Regelung schon im Lohnsteuerabzugsverfahren angewendet wird.
– Sie zahlen sofort weniger Steuern und ersparen sich den umständlichen Antrag über Ihre Einkommensteuererklärung.
– Sie sparen sich die Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung. Wenn Sie die 0,002 Prozent Regelung erst in der Einkommensteuererklärung geltend machen, bleiben Sie darauf sitzen. Zu viel bezahlte Beiträge erstattet die Deutsche Rentenversicherung nachträglich nämlich nicht.
Fordern Sie Ihren Arbeitgeber deshalb auf, die 0,002 Prozent Regelung schon im Lohnsteuerabzugsverfahren anzuwenden. Statten Sie ihn mit den erforderlichen Unterlagen (monatlicher Nachweis der Fahrten) aus.

Geldwerter Vorteil für Elektro- und Hybrid – Elektrofahrzeuge

Die zweite wichtige Neuregelung zum Dienstwagen befindet sich im Jahressteuergesetz 2018 („Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ , Abruf – Nr. 206169) Es macht Elektro – oder Hybrid – Elektrofahrzeuge als Dienstwagen attraktiver, weil der lohnsteuerpflichtige geldwerte Vorteil bei deren Privatnutzung niedriger ist als bei herkömmlichen Antrieben.

Bisherige Regelungen für Elektro – oder Hybridelektrofahrzeuge
Für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die vor dem 01.01.2019 angeschafft oder geleast wurden, gelten folgende Spielregeln: Überlässt Ihnen Ihr Arbeitgeber ein Elektro – oder Hybridelektrofahrzeug, kann der geldwerte Vorteil entweder pauschal oder nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt werden. Als Besonderheit ist – seit 2013 – als Nachteilsausgleich der Bruttolistenpreis um die Kosten des Batteriesystems pauschal – je nach Anschaffungsjahr und Batteriekapazität – zu kürzen. Die Kürzung gilt nicht für umsatzsteuerliche Zwecke; es ergeben sich daher für die Lohn- und Umsatzsteuer unterschiedliche Bemessungsgrundlagen (BMF, Schreiben vom 05.06.2014, Az. IV C 6 S 2177/13/10002, Abruf – Nr. 141787.)

Wichtig: Für Bestandsfahrzeuge gilt der Nachteilsausgleich weiter; ebenso für nach dem 31.12.2021 angeschaffte bzw. geleaste Fahrzeuge.

Steuervorteil für befristeten Zeitraum vom 01.01.2019 bis 31.12.2021

Für Fahrzeuge, die zwischen dem 01.01.2019 und dem 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden, gelten folgende lohnsteuerliche Regeln:
– Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung (Ein-Prozent-Regelung) bemisst sich nicht am normalen, sondern nur am halben Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung (§ 6 Abs. 1 Nr. 4 S.2 EStG 2019). Die Halbierung der Bemessungsgrundlage gilt auch, wenn Sie den Dienstwagen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie zu Familienheimfahrten bei einer doppelten Haushaltsführung nutzen (amtliche Gesetzesbegründung in BT – Drucks. 372/18, S. 40).
– Führen Sie ein Fahrtenbuch, um den geldwerten Vorteil zu ermitteln, wird bei den Gesamtkosten des Fahrzeugs die Abschreibung nur zur Hälfte berücksichtigt. ( amtliche Gesetzesbegründung in BT – Drucks. 372/18, S.40) Hat Ihr Arbeitgeber ein solch begünstigtes Fahrzeug geleast oder gemietet, sind hier die Kosten für Leasing bzw. Miete nur zur Hälfte anzusetzen.
Wichtig! Die halbierte Bemessungsgrundlage gilt unseres Erachtens nicht für die Umsatzsteuer. Das BMF wird sich wohl zeitnah äußern.

Besonderheit bei Hybridelektrofahrzeugen

Die Begünstigung/Halbierung gilt bei Hybridelektrofahrzeugen, die im Zeitraum vom 01.01.2019 bis 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden, nur wenn diese nach § 3 Abs.2 Nr. 1 u. 2 EmoG entweder
– eine Co2 Emission von höchsten 50g je gefahrenen Kilometer oder
– eine elektrische Mindestreichweite von 40 km haben. Für Hybridelektrofahrzeugen, die di e Voraussetzungen nicht erfüllen, gilt die bisherige Regelung auch 2019 weiter.

Die Überlassung eines Dienstfahrrads
Neue Regelungen gelten seit dem 01.01.2019 auch, wenn Sie als Arbeitnehmer statt eines Dienstwagens ein Dienstfahrrad nutzen.

Die Regelung bis Ende 2018
Hat Ihr Arbeitgeber Ihnen ein betriebliches Fahrrad zur privaten Nutzung überlassen, lag darin bisher ein steuerpflichtiger Sachbezug. Die private Nutzung wurde monatlich mit ein Prozent der auf volle 100 Euro abgerundeten Preisempfehlung (Bruttoendpreis) angesetzt. Dieser Wert enthält auch die Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

Die Regelungen seit 01.01.2019

Seit dem 01.01.2019 ist die Überlassung von betrieblichen Fahrrädern zur privaten Nutzung (inkl. Fahrten Wohnung – erste Tätigkeitsstätte) steuerfrei. Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein (§ 3 Nr. 37 EstG neu):
– Es muss sich um Fahrräder oder Elektrofahrräder handeln, die verkehrstechnisch nicht als Kfz einzuordnen sind.
– E-Bikes fahren auf Knopfdruck auch ohne Pedalunterstützung. Sie gelten als Fahrrad, solange sie keine 6 km / h erreichen.
– Pedelecs bieten nur dann Motorunterstützung, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Sie gelten noch als Fahrrad, wenn die Motorunterstützung bis zu 25 km/h erfolgt und der Hilfsantrieb eine Nenndauerleistung von höchstens 0, 24 kW hat.
– Ihr Arbeitgeber muss Ihnen das Dienstfahrrad zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn ( also „obendrauf“ gewähren.
– Die Steuerbefreiung gilt bis 31.12.2021 (Abs. § 52 Abs. 4 S. 7 EstG n.F.)

Im Umkehrschluss heißt das:
– ist ein Elektrofahrzeug als Kfz einzustufen – und dürfen Sie es privat nutzen, muss ein lohnsteuerpflichtiger geldwerter Vorteil ermittelt werden.
– gleiches gilt, wenn Sie das Dienstfahrrad nur über eine Gehaltsumwandlung erhalten.
– Steuerfrei ist nur die Überlassung. Will Ihnen Ihr Arbeitgeber das Eigentum übertragen, werden Steuern fällig.

Tipp! Sie können die Entfernungspauschale von 30 Cent je Kilometer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ansetzen, selbst wenn Sie mit dem Fahrrad zum Betrieb fahren ( §9 Abs. 1 S. 3 Nr. 4 EstG neu).

Eigenbedarfsklausel im Mietvertrag: So weisen Sie die dauerhafte Vermietungsabsicht nach

Vermieten Sie eine Immobilie, darf Ihnen das Finanzamt nicht automatisch eine fehlende Vermietungsabsicht unterstellen, wenn es im Mietvertrag eine Eigenbedarfsklausel zu Gunsten eines Familienmitglieds findet. Das lehrt eine Entscheidung des FG Hamburg.
Die Folge: Haben Sie die Immobilie kurz nach Auszug des Vormieters doch verkauft ( statt vermietet) , haben Sie gute Chancen, die bis zum Verkauf aufgelaufenen Vermietungsverluste steuermindernd geltend zu machen.

Der Fall vor der FG Hamburg
Im konkreten Fall hatte ein Steuerzahler eine Immobilie seit dem 15.03.2011 an einen fremden Mieter vermietet. Im Mietvertrag befand sich u.a. folgende Klausel:

Mietdauer – Klausel im Mietvertrag
Mit der Klausel wollte der Vermieter sicherstellen, dass seine Nichte in die Immobilie einziehen konnte, nachdem sie ihre Ausbildung absolviert hatte.
Weil der Mieter damit rechnen musste, dass der Vermieter den Eigenbedarf geltend machen würde, suchte er frühzeitig nach einer anderen Wohnung und zog Ende 2014 aus. Weil es sich die Nichte doch anders überlegte und nicht mehr in die Immobilie ihres Onkels einziehen wollte, verkaufte dieser die Wohnung kurzerhand.

Wie nicht anders zu erwarten, kippte das Finanzamt die aufgelaufenen Vermietungsverluste von 2011 bis 2015 mit dem Argument, dass aufgrund der Eigenbedarfsklausel nie wirklich eine Vermietungsabsicht bestanden hatte. Das FG Hamburg gab der Klage aber statt. Es bejahte die Vermietungsabsicht und erkannte die Vermietungsverluste steuerlich an (FG Hamburg, Urteil vom 12.09.2018, Az. 2 K 151/17, Abruf- Nr. 205734.)

So kontern Sie Argumente des Finanzamtes
Der Fall lehrt, dass es sich lohnt, nicht gleich klein bei zu geben, wenn der Sachbearbeiter Ihnen eine fehlende Vermietungsabsicht unterstellt. Lernen Sie gängige Argumente kennen und halten Sie dagegen. Der Fall beim FG Hamburg dient dabei als Blaupause.

Wir empfehlen Ihnen, dass Sie als Vermieter schriftlich festhalten, wie Sie die Immobilien nutzen möchten, wenn das befristete Mietverhältnis beendet ist. Soll die Immobilie anschließend an ein Familienmitglied vermietet werden (Eigenbedarfsklausel), behalten Sie folgende Nachweise parat:

– Bewahren Sie Schriftstücke oder Emails auf, in denen es darum geht, dass Sie beabsichtigen, die Wohnung an das Familienmitglied zu vermieten.

– Präsentieren Sie dem Finanzamt Rechnungen des Steuerberaters über die Beratungsleistungen zur beabsichtigten Vermietung an das Familienmitglied.

Hier empfehlen wir Ihnen, bereits im Vorfeld der Vermietung an das Familienmitglied schriftlich festzuhalten, wie hoch die Miete sein wird. Denkbar ist auch ein Mietvorvertrag, der die Vermietungsabsicht beweisen würde.

Wichtig!
Hier empfehlen wir Ihnen, den Zeitpunkt festzuhalten, an dem das Familienmitglied seine Meinung geändert hat und das Mietverhältnis nicht mehr eingehen wollte. Lassen Sie sich von Ihrem Verwandten sowohl den Zeitpunkt als auch die Gründe schriftlich bescheinigen, warum er das Mietverhältnis doch nicht eingehen will. Halten Sie zudem fest, was Sie dazu bewogen hat, die Immobilie nicht an einen Dritten weiterzuvermieten und wann Sie den Entschluss zum Verkauf gefasst haben.

Fazit:
Das Urteil verdeutlicht, wie willkürlich Sachbearbeiter und Prüfer in den Finanzämtern unterstellen, dass keine Vermietungsabsicht bestand, wenn Sie eine Immobilie verkauft haben. Sie lassen dabei bewusst oder unbewusst entscheidende Lebenssachverhalte unberücksichtigt und erklären, dass Sie in der Beweislast sind, die unterstellte fehlende Vermietungsabsicht zu widerlegen. Das Urteil stärkt Ihre Rechte beim Nachweis der Vermietungsabsicht. Nehmen Sie es sich in entsprechenden Fällen zum Vorbild.

Ihre Ansprechpartner: 

 

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Managing Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 

Dipl.-Kfm. (univ.) Michael A. Witschel
Steuerberater
Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)

 

 

 

Steuerliche Neuigkeiten

Das neue Jahr hält in Sachen Steuererklärung einige Änderungen für Steuerzahler bereit. So können Steuerzahler von verschiedenen Gesetzesänderungen und höheren Freibeträgen profitieren. Die offensichtlichste Neuerung aber betrifft die Abgabe der Erklärung selbst. Hier einige Änderungen, die Sie kennen sollten:

 

Gesetzesänderung gilt erst für Steuererklärungen 2018

Die Verlängerung der Frist zur Abgabe der Steuererklärung ist eine der wesentlichen Änderungen, die dieses Gesetz bringt. Allerdings greift diese veränderte Regelung entgegen einiger Berichte noch nicht in diesem Jahr, sondern erst bei Steuererklärungen für das Jahr 2018.

So kann die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2018 bis zum 31.7.2019 eingereicht werden. Für die Jahressteuererklärungen für die Jahre 2016 und 2017 bleibt es hingegen noch bei der bislang geltenden Frist zum 31.5. des Folgejahres. Auch beratene Steuerpflichtige bekommen ab der Jahressteuererklärung für das Jahr 2018 mehr Zeit: In diesem Fall verlängert sich die Frist vom 31.12. des Folgejahres auf den 28. bzw. 29.2. des übernächsten Jahres.

 

 

Grundfreibetrag wird ab 2019 angehoben

Der Steuertarif wird zugunsten der Bürger angepasst. Dieser steigt 2019 um 168 Euro auf 9.168 Euro. Dabei handelt es sich um das sogenannte Existenzminimum. Bis zu dieser Grenze bleibt das Einkommen steuerfrei. Die Erhöhung des Grundfreibetrags ist also für alle Steuerzahler eine positive Nachricht.

 

Mehr Kindergeld ab 2019

Auch Familien können ein wenig aufatmen. Für sie gibt es ab 2019 nämlich mehr Kindergeld. Allerdings gilt der neue Betrag erst ab Juli des Jahres.

 

Übersicht der neuen Kindergeldbeträge:

 

Kinderfreibeträge werden ab 2019 angehoben

Auch die Kinderfreibeträge werden ab 2019 deutlich angehoben. Davon können Familien profitieren, die anstelle des Kindergeldes den Kinderfreibetrag in Anspruch nehmen.

Im Folgenden sind die Kinderfreibeträge pro Kind aufgelistet. In der rechten Spalte befinden sich die Freibeträge inklusive Betreuungsfreibetrag:

Abschaffung des Solidaritätszuschlags?

Der Koalitionsvertrag von 2018 sieht vor, dass der Solidaritätszuschlag schrittweise abgebaut werden soll. Die CDU/CSU und SPD planen, dass im Rahmen einer Gleitzone eine Freigrenze eingeführt werden soll, die das Ziel hat, rund 90 Prozent der Steuerzahler vom Soli zu befreien. Bis heute ist noch nicht eindeutig geklärt worden, wie genau der schrittweise Abbau aussehen soll. Anfang 2021 soll der Solidaritätszuschlag nach und nach zurückgeschraubt werden.

 

Steuerfreies Job – Ticket

Um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiver zu machen, sind Jobtickets künftig steuerfrei. Arbeitnehmer, die die Monatskarte kostenlos oder verbilligt bekommen, müssen die Ersparnis nicht mehr versteuern. Die steuerfreien Leistungen werden aber auf die Entfernungspauschale angerechnet. Der neue Steuervorteil gilt nicht für Beschäftigte, die das Job-Ticket in Form einer Entgeltumwandlung bekommen.

 

Weitere Neuheiten ab 2019

  • Anhebung des Mindestlohns: ab 01.01.2019 beträgt dieser 9,19 Euro pro Stunde
  • Beiträge zur Arbeitslosenversicherung: der Beitragssatz wird um 2,6 Prozent gesenkt
  • Beiträge zur Krankenversicherung: Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent bleibt bestehen, Zusatzbeitrag soll künftig von Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleichen Teilen getragen werden
  • Beiträge zur Pflegeversicherung: Beitrag soll um voraussichtlich 0,3 Prozent steigen
  • Midijobs: Gleitzone liegt fortan zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro

 


Ihre Ansprechpartner:

Anja Geigl
Steuerberaterin
Fachberaterin für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
Zertifizierte Wirtschaftsmediatorin
Managing Partner
anja.geigl@dr-schauer.de

 

Dipl.-Kfm.
Dr. Ralf Erich Schauer
Steuerberater
Partner
Fachberater für den Heilberufsbereich (IFU/ISM gGmbH)
dr.schauer@dr-schauer.de

 

 

In weniger als einen Monat heißt es wieder: Happy New Year 2019!

Die Zeit bis dahin sollten Sie nutzen – sich die Frage zu stellen: Wie kann ich jetzt noch Steuern sparen? So viele wie möglich?

Wir haben einige Tipps für Sie:

 

1. Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen richtig planen

Kosten für den Winterdienst, den Schornsteinfeger und die Hausreinigung können gerade im Winter sehr teuer werden. Was die wenigsten wissen: Diese Kosten können Sie steuerlich geltend machen – es handelt sich um haushaltsnahe Dienstleistungen. Diese können Sie in Höhe von 20% pro Jahr, maximal 4.000 Euro, bei der Steuer ansetzen. Auch Handwerkerkosten (Arbeitskosten, keine Materialkosten) werden bei der Steuer berücksichtigt (20%, maximal 1.200 Euro pro Jahr) und direkt von der Einkommensteuer abgezogen.

 

2. Krankenversicherungsbeiträge vorziehen

Wenn Sie privat krankenversichert sind, haben Sie unter Umständen eine echte Steuersparmöglichkeit: Die Basisbeiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung können Sie vorziehen, und zwar für die kommenden zweieinhalb Jahre.

Vorteil: Sie können andere Vorsorgeaufwendungen im kommenden Jahr ansetzen, die sonst nicht berücksichtigt worden wären. Vorsorgeaufwendungen werden nämlich bis zu 1.900 Euro (Arbeitnehmer) bzw. 2.800 Euro (Selbstständige) berücksichtigt. Dazu zählen aber neben der Krankenversicherung z.B. auch Haftpflicht-, Arbeitslosen-, Unfall- und Risikolebensversicherung.

Beispiel: Sie sind Arbeitnehmer und haben in 2019 Krankenversicherungsbeiträge von 2.400 Euro. Damit dürfen Sie in 2019 keine weiteren Vorsorgeaufwendungen. Es sei denn Sie zahlen diese schon in 2018 – denn dann dürfen Sie die Kosten für die oben genannten Versicherungen zur Hälfte noch in 2019 ansetzen. Klären Sie aber im Vorhinein ab, ob Ihre Krankenversicherung die Vorauszahlung akzeptiert.

 

3. Betriebsausgaben verschieben

Als Unternehmer können Sie durch eine Gewinnprognose feststellen, ob Sie bestimmte Fremdarbeiten besser jetzt oder erst im kommenden Jahr durchführen sollten. Wird der Gewinn nämlich voraussichtlich in 2019 höher ausfallen, sollten Sie die Betriebsausgaben auf das kommende Jahr verschieben. Wird er dagegen sinken, ist die Dienstleistung zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoller.

Beispiel: Sie möchten Ihre Büroräume renovieren lassen. Sind Ihre Gewinne in 2019 voraussichtlich höher, lohnt es sich, die Renovierung auf 2019 zu verschieben. Denn durch die Steuerprogression sind auf höhere Gewinne mehr Steuern zu zahlen. Deshalb lohnt es sich, höhere Gewinne auch durch Betriebsausgaben zu senken, um hier Steuern zu sparen. Ausnahme: Bei Kapitalgesellschaften spielt der Zeitpunkt keine Rolle, da der Gewerbesteuersatz und der Körperschaftsteuersatz immer gleich hoch sind.

Achtung: Wenn Sie Einnahmen-Überschuss-Rechner sind, kommt es auf den Zeitpunkt der Zahlung an. Sie sollten also beim Vorziehen von Anschaffungen darauf achten, dass Sie dann auch in 2018 bezahlen. Beim Bilanzierer hingegen kommt es auf den Leistungszeitpunkt an: Erfolgt die Zahlung erst im Januar 2019, handelt es sich um eine Verbindlichkeit in 2018, mit der Sie den Gewinn mindern können.

 

4. Lohnsteuerfreibeträge für 2019 beantragen

In 2019 mehr netto ausgezahlt bekommen – das klingt doch super!

Wenn Sie jetzt schon wissen, dass Sie berufliche Fortbildungen haben und einen längeren Weg zur Arbeit haben werden, lohnt es sich einmal durchzurechnen: Denn wer jetzt schon weiß, dass er am Ende des Jahres eine Steuererstattung zu erwarten hat, kann sich bereits im Vorhinein einen Lohnsteuerfreibetrag beim Finanzamt eintragen lassen. Damit wird die Lohnsteuervorauszahlung, die der Arbeitgeber monatlich vom Arbeitnehmer einbehält und an das Finanzamt zahlt, angepasst.

Voraussetzung für den Lohnsteuerfreibetrag ist, dass Sie Ausgaben von mehr als 600 Euro im Jahr haben. Den Lohnsteuerfreibetrag beantragen Sie mit dem „Antrag auf Lohnsteuermäßigung“ im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung.

 

5. Steuererklärung für 2014 einreichen

Wer nicht verpflichtet ist, eine Steuererklärung einzureichen, kann das trotzdem tun. Zu dieser Gruppe der sog. Antragsveranlager zählen Sie als „normaler Arbeitnehmer“. Pflichtveranlager hingegen sind Arbeitnehmer in den folgenden Fällen:

→ Einkünfte von mehreren Arbeitgebern
→ Lohnersatzleistungen (z.B. Arbeitslosen- oder Elterngeld) über 410 Euro
→ Eheleute mit Faktorverfahren
→ Nebeneinkünfte über 410 Euro
→ Eheleute ohne Zusammenveranlagung
→ Freibetrag beim Lohnsteuerabzug
→ Spezielle Fälle von Sonderzahlungen
→ Ehe geschieden und neue Ehe im selben Jahr
→ Ehepartner im AU-Ausland, auf der Lohnsteuerkarte
→ Wohnsitz im Ausland, Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht

Als Antragsveranlagung können Sie die Steuererklärung noch rückwirkend für vier Jahre einreichen – das heißt Sie haben für die Steuererklärung 2014 noch bis zum 31.12.2018 Zeit. Das lohnt sich oftmals, zum Beispiel, wenn Ihre Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag liegen oder Sie Handwerkerleistungen hatten. Prüfen Sie deshalb besser gestern als heute, ob sich eine Steuererklärung 2014 für Sie lohnt.