Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Es war einmal…

Es war einmal… So fangen Märchen an. Geschichten, meistens mit einem Happy End versehen. Die Handlung ist dabei eine logische Abfolge einzelner Episoden. Und damit unterscheiden sich diese Geschichten nur bedingt von dem, was wir als unsere Geschichte bezeichnen.

Logisch, dass die Dampfmaschine, das Erdöl, das Internet eine industrielle Revolution hervorgerufen haben. Logisch, dass der Erste und Zweite Weltkrieg ausbrechen mussten. Aus dem aktuellen Moment betrachtet sehen die Dinge jedoch oftmals alles andere als logisch aus: Noch 1993 hat Bill Gates gesagt, dass das Internet nur ein Hype sei. Sehr aufschlussreich sind auch Tagebuch- und Zeitzeugenberichte aus Paris einen Tag vor dem Einmarsch der Deutschen. In zehn Jahren wird irgendjemand über das Jahr 2020 schreiben: „Logisch, dass sich die Lage nach Corona schnell wieder erholt hat. Die Infrastruktur, das Kapital, die Arbeitskräfte, all das war ja nach wie vor verfügbar…“ Oder er wird schreiben: „Logisch, dass es nach Corona eine globale Rezession unbekannten Ausmaßes gegeben hat. Viele betroffene Staaten waren bereits stark überschuldet…“

Fakt ist – entgegen unserer (kognitiv bedingten) Vorliebe, alles in logische Zusammenhänge und eingängige Geschichten zu ordnen -, dass die tatsächliche Geschichte höchst disruptiv und in keiner Weise logisch verläuft. Wir betrachten unseren Alltag als „normal“, einen Alltag, den es in vergleichbarer Weise in 99,99% der Menschheitsgeschichte so nicht gegeben hat. Wir betrachten unser Wirtschaftssystem als alternativlos, ein System, das gerade Mal ein paar Jahrzehnte „getestet“ wird. Und dann kommt Corona und stellt alles in Frage. Dabei wollen wir doch nur eines: Weiterhin Oktoberfest, weiterhin Gesundheit, weiterhin einkaufen gehen, weiterhin in den Urlaub fahren. Die Wünsche in anderen Teilen der Welt sind dabei wesentlich elementarer: Jeden Tag etwas zu essen, zum Beispiel.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Ratlos. Virologen: Ratlos. Politiker: Ratlos. Und dennoch, die Geschichte schreibt sich ohne Rücksicht auf Verluste weiter. Es ist das Offensichtlichwerden des Chaos genau in den Momenten, in denen das „Normale“ endet, was vielerorts für erhebliche Verunsicherung sorgt. Doch auch der Umgang mit dem Chaos kann geübt werden. Zum Beispiel, indem „normal“ eine größere Bandbreite erhält. Der Sachverständigenrat macht es mit seiner Szenario-Berechnung vor. Wir haben keine Ahnung was kommt: Schauen wir uns unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten an und verschließen die Augen nicht vor dem worst-case. Herausgekommen sind wenig einfallsreiche Namen wie „Basisszenario“, „ausgeprägtes V“ und „langes U“.

Es sind diese Kurven, an denen sich derzeit auch die meisten individuellen Finanzplanungen orientieren. Wichtig ist dabei vor allem zu berücksichtigen:

  1. Wir wissen es nicht: Es muss schnell und einfach möglich sein, Kredite auszuweiten oder zurück zu führen.
  2. Wenn das Dach brennt, hat man das Wasser im Keller: Es muss dringend eine entsprechende/ langfristige Kredit-Rückführung geplant werden.
  3. Die getroffenen Maßnahmen sollten laufend geprüft und an die aktuelle Situation angepasst werden.
  4. Ein rechtzeitiges Einschätzen möglicher Entwicklungen ist besser, als zu lange zu warten.

Letzten Endes bleibt uns nichts, als die Unsicherheit (die eigentlich laufend existiert, jedoch nicht wahrgenommen wird) zu akzeptieren. Das heißt nicht, dass wir keine positive Zukunft erwarten dürfen (sonst bricht unser Kreditsystem zusammen). Vielmehr sollten wir uns jedoch darauf konzentrieren, JETZT das „Beste“ aus unserer Situation zu machen – für uns und die Menschen um uns herum. Denn eines mussten wir schmerzhaft lernen: Niemand weiß was kommt, und alles, was bleiben wird, ist eine Geschichte, die irgendwann endet. Vielleicht mit einem Happy End.

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Schwarze Schwäne

Willem de Vlamingh war niederländischer Seefahrer und Entdecker. Und er machte im Jahr 1697 eine Entdeckung, die durchaus im Zusammenhang mit der Corona-Krise steht. Bei einer Expedition an einen durch das heutige Perth verlaufenden Fluss sah er verblüffendes: Ein schwarzer Schwan! Was heute nicht besonders aufregend klingt, war damals durchaus eine kleine Sensation. Denn im Europa des 17. Jahrhunderts waren schwarze Schwäne gänzlich unbekannt. Niemand hielt für möglich, dass es einen solchen Vogel geben könnte. Und dann, am 10. Januar 1697, gab es ihn doch. Seither steht der schwarze Schwan nicht nur für einen Wasservogel, sondern auch für gänzlich unerwartete Ereignisse (die jedoch durchaus mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit auftreten).

Heute, wir schreiben den 08.04.2020, haben wir es derweil nicht mit dem ersten schwarzen Schwan seit jenem „historischen“ Ereignis am Swan River (der von Willem de Vlamingh aufgrund seiner sensationellen Entdeckung extra so benannt wurde) zu tun. Die Menschheit ist dennoch immer wieder überrascht, dass es Überraschungen gibt. Die meisten bisherigen Börsencrashs können exemplarisch studiert werden. Fakt ist, egal ob der Tulpenpreis kollabierte oder ein winziger Virus seinen Weg aus Asien zu uns findet, die Menschheit wird immer wieder einen schwarzen Schwan entdecken. So mancher von Ihnen wird sagen: Das war ja klar, dass so etwas irgendwann kommt (tatsächlich handelt es sich bei der aktuellen Pandemie eigentlich eher um einen „grauen“ Schwan, denn es gab durchaus einige Experten, die ein vergleichbares Virus-Szenario vorausgesagt hatten). All jene sollten sich dann jedoch fragen, weshalb ihr Kontostand in den letzten Wochen nicht wesentlich gestiegen ist. Denn mit einem vorhergesagten Absturz der Finanzmärkte lässt sich ein Vermögen verdienen. Sehen Sie sich die Konjunkturprognosen von vor einem halben Jahr an. Sehen Sie sich die Reisebuchungen von vor einem halben Jahr an. Sehen Sie sich den Erdölfuture zum Stand September 2019 an…

Fassen wir zusammen: Schwarze Schwäne lassen sich nicht voraussagen, aber wir wissen, dass wir immer mal wieder einen „entdecken“. Rein logisch gesehen, sollten wir also zumindest die Möglichkeit eines solchen Ereignisses mit ins Kalkül ziehen (anstelle uns einer Kontrollillusion hinzugeben) und uns so weit wie möglich darauf vorbereiten. Wie? So, wie es die Natur seit jeher macht: Mit Redundanz. Warum haben wir zwei Nieren, Augen, Ohren, Nasenlöcher, … Redundanz. Wenn einer ausfällt kann der andere es kompensieren. Finanzplanerisch bedeutet Redundanz, sich Optionen offen zu halten und „nicht auf Kante zu planen“:

  • Der Umsatz bricht um 10% ein → kein Problem, es bestehen Rücklagen.
  • Kurzfristige Gewinne mit hohen (z.T. nicht erkennbaren) Risiken und externe Kosten → besser langfristige, nachhaltige Unternehmensentwicklung.
  • Der Immobilienmarkt stürzt ab → kein Problem, es besteht keine Abhängigkeit von den Mieteinnahmen.
  • Komplexe internationale Lieferketten brechen zusammen → kein Problem, wir können auch lokal (Toilettenpapier) produzieren…
  • Und ganz allgemein: Vielleicht sollten wir in konjunkturellen Hochphasen hier und da auch anderen Dingen als nur unseren ökonomischen Aktiva Aufmerksamkeit schenken. Sonst gefährden Krisen nicht nur unsere ökonomische Existenz, sondern unsere gesamte Identität.

Die Sache hat natürlich Grenzen, aber dennoch besteht ein Spielraum für Unvorhersehbares. Den gibt es offensichtlich bei vielen Unternehmen (und Krankenhäusern weltweit) nicht. Angedachte Liquiditätsstützen in Milliardenhöhe in Deutschland. Überlastung. Abriss zahlreicher (alternativloser  keine Redundanz) Lieferketten. Kurzarbeit. Eingeschränktes Reise- und Versammlungsrecht. Hamsterkäufe… Die tatsächlichen mittelfristigen Folgen sind aufgrund des hohen Komplexitätsgrades noch gar nicht absehbar.

Bleibt nur zu hoffen, dass wir gemeinsam (und damit meine ich nicht nur Deutschland, denn der Virus kennt offensichtlich keine Grenzen) die aktuelle Krise meistern und aus der gegenwärtigen Situation lernen. Nicht dass wir beim nächsten schwarzen Schwan wieder unvorbereitet feststellen müssen: Das war ja klar, dass so etwas irgendwann kommt.

 

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Benedikt Glück
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Mato Grosso, Brasilien – Männer des Stammes Enawene Nawe haben sich anlässlich des Fischfang-Festes die Hüften mit Palmenfaser umwickelt und sich mit Ara- und Falkenfedern geschmückt. Gemeinsam tanzen sie singend im Kreis. Der westliche Beobachter ist geneigt zu urteilen: Wilde, bei einem Ritual.

Es ist das wichtigste Fest im Jahr, denn die Enawene Nawe ernähren sich primär von Fisch. Sie tauschen Salz, Maniok und Honig mit den Geistern, auch wenn diese sie scheinbar nicht hören. Denn vom ursprünglichen Lebensraum der Indianer ist nicht viel geblieben, nachdem der Wald der Rinderzucht Platz machen musste und der Flusslauf durch zahlreiche Staudämme zerstört wurde.

München, Deutschland – Männer und Frauen der Landeshauptstadt verkleiden sich anlässlich eines Faschingsfestes als Meerjungfrauen, Piraten, Cowboys und Indianer. Die Stimmung ist heiter-ausgelassen. Gemeinsam bilden Sie einen tanzenden Wurm und singen „wir ziehen los, mit…“. Die fünfte Jahreszeit bietet jede Menge Gelegenheit, um zu feiern. Es ist, abgesehen vom Oktoberfest, die wichtigste Festzeit im Jahr. Und so mancher Cowboy wird nicht alleine nach Hause reiten. Ein indigener Beobachter wäre wahrscheinlich geneigt zu urteilen: Wilde, bei einem Ritual. Jedoch kaum einer der Anwesenden weiß, weshalb er gerade feiert, und nicht einmal die Wissenschaft kann darauf eine genaue Antwort geben. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass das heutige Faschingstreiben seinen Ursprung in vorchristlichen Riten hat. Dabei ging es vermutlich um die Vertreibung des Winters und der bösen Geister, indem man sich als unheimliches Naturwesen verkleidete. Vielleicht, so könnte man schließen, hat die Vertreibung des Winters besser funktioniert als gewünscht.

Das heutige München liegt somit u.a. bei den Riten näher an Mato Grosso, als mancher vermuten mag. Und erst recht in jenen Momenten, in denen der Cowboy und die Meerjungfrau auf ihrem Heimweg vom Faschingsball noch in einen saftigen Burger beißen.

Die zahlreichen Wechselwirkungen und gegenseitigen Verflechtungen in unserer modernen Welt sind jedoch eigentlich für niemanden vollständig zu überblicken. Das bedeutet aber keinesfalls, dass diese ignoriert werden dürfen. International agierende Unternehmen haben das erkannt und ein entsprechendes Risikomanagement eingeführt. Sie entwerfen Zukunftsszenarien, berechnen Wahrscheinlichkeitskorridore für Entwicklungen und sichern sich, z.B. über Hedgefonds oder durch die Bildung entsprechender Rücklagen, gegen mögliche Risiken (deren Verursacher sie zum Teil selbst sind) ab.

Doch wie soll der Cowboy, der im „echten“ Leben ein kleines Unternehmen führt, mit seiner Situation umgehen? Nicht anders wie die großen Unternehmen: Zukünftige Entwicklungen planen, absichern, Rücklagen bilden. Dass wir in einer unüberschaubaren Welt leben, bedeutet nicht, dass wir die überschaubaren Teile einfach wegignorieren können. Das beginnt bei Unternehmens- und Abschreibungsplanung, der Bildung von Steuerrücklagen, dem Aufbau von privaten Rücklagen und sollte bis zur Auswirkung unseres (die Rücklagen aufzehrenden) Konsumverhaltens auf den „Rest“ der Menschheit reichen.

Als Unternehmensplaner wissen wir am besten, dass es Unvorhersehbares und Überraschendes gibt, dass Umbaumaßnahmen teurer werden als geplant, dass wichtige Mitarbeiter unerwartet ausscheiden, dass die Steuerrücklage gerne mal für ein neues Auto verwendet wird, dass sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen schlagartig ändern können. Aber genau das macht eine gute Planung aus – die Berücksichtigung des Unplanbaren.

Denn vielleicht werden am Ende all die Feierlichkeiten, Anstrengungen und ehrgeizigen Zielsetzungen unserer modernen Gegenwart nicht ausreichen, um diese endlos so fortzuschreiben. Und die Menschen werden in 200 Jahren, beim Anblick einiger Bilder eines Faschingsfestes über uns urteilen: Wilde, bei einem Ritual.

 

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Narren des Zufalls und die Alchemie des Erfolgs

Unsererseits zunächst ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

„Einfacher gesagt als getan“, sollten Sie antworten – auch wenn der Wunsch bereits impliziert, dass wir nicht alle Fäden selbst in der Hand halten. Weder können wir ausschließen, schwer zu erkranken, noch können wir ausschließen, in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. So wurde auch für das, was wir heute „Erfolg“ nennen, ursprünglich der Begriff „Glück“ oder „Sieg“ verwendet. Erfolg war nur die Folge einer Handlung.

Aber ist Erfolg trotz heutigem Sprachgebrauch nicht immer noch ausschließlich Folge des Glücks bzw. Zufalls? Nehmen wir als Beispiel einen erfolgreichen Unternehmer:

Eigenschaft/Fähigkeit Entstehung Einordnung
Intelligenz/Fachwissen Zufall der Geburt und des Elternhauses, prägende Umwelteinflüsse und genetische Ausstattung Zufall
Mut/Risikobereitschaft Prägende Umwelteinflüsse und genetische Ausstattung Zufall
Führungsstil Prägende Umwelteinflüsse und genetische Ausstattung Zufall
„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“  Umwelteinflüsse Zufall
Kommunikationsstärke Elternhaus, prägende Umwelteinflüsse und genetische Ausstattung Zufall

 

Sind wir, wie Nassim Taleb in seinem ebenso lautenden (empfehlenswerten) Buch beschreibt, alle „Narren des Zufalls“ und halten uns gleichzeitig für unseres Glückes Schmied? Die Antwort lautet: Wahrscheinlich ja. Dies sollte jedoch weder in eine depressive Lethargie führen (was wiederum auch die Folge einer zufälligen Prädisposition für Depression wäre) noch zu einer untätigen Verantwortungslosigkeit, sondern vielmehr zu einer freundlichen Gelassenheit.

Allerdings beobachten wir in unserer täglichen Arbeit als Wirtschaftsberater, dass einige Faktoren immer wieder bei erfolgreichen Unternehmen auftauchen. Dazu zählen:

  1. Ein herausragendes Team und gute Führungskräfte: Jedes Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter. Damit steht und fällt alles.
  2. Eine herausragende Organisation: Gut strukturierte, aufeinander abgestimmte Abläufe im Unternehmen sind elementar für den finanziellen Erfolg.
  3. Unternehmerisches Know-how: Vor allem jene Unternehmer sind erfolgreich, die ihr Unternehmen in- und auswendig kennen. Dazu gehören alle Zahlungsströme, Produktpreise, die Rentabilität von einzelnen Produkten, etc.
  4. Verkaufstalent: Am Ende des Tages müssen Sie etwas verkaufen. Nur in den seltensten Fällen rennen Ihnen die Kunden „einfach so die Bude ein“. Und selbst wenn, hochwertige Produkte bringen Sie nur an den Mann/die Frau, wenn Sie entsprechende Argumente haben – und wenn Sie wissen, was Sie eigentlich verkaufen wollen/sollten (siehe 3).

Vielleicht gehören Sie ja zu den (sehr) wenigen glücklichen Unternehmern, die zufällig alle diese Faktoren in sich/ihrem Unternehmen vereinen. Doch was wenn nicht? Nur in den wenigsten Fällen schaffen wir es (langfristig), unser Verhalten zu ändern. Beobachten Sie bei sich selbst, wie lange die Vorsätze für das neue Jahr halten… Spätestens Mitte Februar haben wir ein Date mit dem Jojo-Effekt. Die beste Möglichkeit, die Sie haben: Holen Sie sich entsprechende Kompetenzen von außen. Dies erfordert eine wohlüberlegte Auswahl an fähigen Partner, mit denen Sie gemeinsam Ihre Zukunft gestalten – was sich (im Normalfall) schnell finanziell bezahlbar macht. Unternehmen wie die Kanzlei Dr. Schauer können Sie beispielsweise professionell in den Bereichen Unternehmensorganisation, Mitarbeiterförderung und Unternehmensanalyse unterstützen. Dazu haben wir unterschiedliche Kompetenzen unter einem Dach vereint und arbeiten gerne gemeinsam mit Ihnen an Ihrem Erfolg.

Also doch nicht alles Zufall? Oder haben am Ende all die Neujahrswünsche vielleicht doch etwas bewirkt – und Sie hatten einfach ein bisschen Glück, dass Sie zufällig diesen Newsletter empfangen und gelesen haben…

 

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Weihnachten – ein betriebswirtschaftliches Paradoxon

Ursprünglich wollten wir diesen Newsletter dem Thema „Darlehenssondertilgungen“ widmen. Hier sollten Sie auf jeden Fall prüfen, ob Sie Sondertilgungsoptionen noch zum Jahresende nutzen wollen. Voraussetzung ist natürlich ausreichend Liquidität auf dem Konto (auch mit Ausblick auf die kommenden Monate). Damit ist das Thema für Sie und uns eigentlich abgeschlossen und Weihnachten kann kommen…

Aber halt, da war doch noch etwas. Vor dem neuen Jahr müssen noch zahlreiche offene Arbeiten abgeschlossen, die Verwaltung erledigt, die Versicherung gewechselt, Werbung geschalten, Wettbewerbsvorteile gesichert, drei Anträge eingereicht, zwei Weihnachtsfeiern besucht und 834 Weihnachtskarten versendet werden. Dazwischen Fitnessstudio, Skiausflug, Christkindlmarkt und Black Friday Shopping. Die „Stade Zeit“ kommt einem alles andere als „stad“ vor. Eher wird Sie jedes Jahr etwas lauter, etwas schneller, etwas hektischer. Endzeitliche Beschleunigung statt weihnachtlicher Ruhe. Keine Zeit für einen Blick nach links oder rechts, schon gar nicht für ein bisschen „Stades“. Doch paradoxerweise wäre dies vor allem auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive äußerst wichtig.

Die bisherige Wirtschaftslehre geht von einer zentralen Prämisse aus: Alle Individuen verhalten sich rational. Dass diese Grundannahme Schwächen hat, erklärt sich eigentlich von selbst. Menschen verhalten sich nicht rational. Wir sind emotionale Wesen, die an gemeinsame Fiktionen und Geschichten glauben. Diese Fähigkeit hat es uns letztendlich ermöglicht, in globalem Maßstab miteinander zu kooperieren. Beispiele sind Firmen, Geld, Nationen, …, an die ein mongolischer Brauereimitarbeiter genauso glaubt, wie der CEO eines Dax Konzerns. Unser „rationales“ Entscheidungsvermögen (Flucht oder Angriff) passt nicht in diese hochgradig vernetzte Gegenwart, sondern eher in die Steinzeit (Anm.: Daher ist es von fundamentaler Wichtigkeit zu rechnen. Denn unser Gehirn besitzt evolutionsbedingt schlichtweg keine Möglichkeit, (finanz)mathematische Sachverhalte intuitiv zu erfassen).

Der moderne Glaube an die Geschichte der Wirtschaftslehre, der Effizienz, der Gewinnoptimierung, des Wettbewerbs, der Leistung, der Rationalität, des Geldes,… überdeckt zunehmend unseren (alten) Glauben an die „Stade Zeit“, an ein emotionales Miteinander, an das Schenken und Teilen, an all das, wofür auch die Weihnachtsgeschichte steht.

Wie sollen Sie mit dieser Veränderung umgehen? Halten Sie einen Moment inne und schenken Sie Ihren Mitarbeitern, Ihren Kunden, Geschäftspartnern, Familien und Freunden Ihre Zeit, Ihre Aufmerksamkeit, Ihre Wertschätzung und Ihre Anerkennung. Stärken Sie den Glauben an den gemeinsamen Erfolg und binden Sie dabei alle Beteiligten ein. Denn an eine gemeinsame Geschichte glauben wir nur dann, wenn wir das Gefühl haben, ein Teil dieser Geschichte zu sein. Weshalb sollten Sie das machen? Dafür gibt es einen rationalen Grund: Studien zeigen, je besser die Kooperation in einer Gruppe, desto erfolgreicher ist die Gruppe. Wirtschaftlicher Erfolg ist also nie nur Folge blanker Effizienz, optimalen Zeitmanagements und kühler Kalkulation, sondern allem voran Folge eines gelungenen Miteinanders. Eines Miteinanders, von dem alle Beteiligten profitieren (Anm.: Für die Berechnung motivierender Vergütungsmodelle können Sie sich gerne an uns wenden).

Gerade zur Weihnachtszeit sollten wir uns dessen bewusst werden. Nicht umsonst haben Geschenke, Teilen, (Weihnachts)Geschichten usw. eine historische Tradition, die wesentlich älter ist, als unser gegenwärtiges Wirtschaftssystem. „Weihnachtliches Verhalten“ im Sinne von Geben mag uns vor dem Hintergrund gegenwärtiger Wirtschaftslehren paradox erscheinen. Aber letztendlich ist die Wirtschaftslehre auch nur eines: Eine Geschichte.

Das BWL Team wünscht Ihnen und Ihren Familien frohe Weihnachten und einen guten Rutsch. Danke, dass wir Sie auf dem Weg zu wirtschaftlichen Höhen begleiten durften. Danke, dass Sie uns Ihr Vertrauen in wirtschaftlichen Krisenzeiten geschenkt haben. Wir freuen uns auf ein erfolgreiches gemeinsames Jahr 2020.

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Gefährliches Halbwissen

Stellen Sie sich vor, Sie planen eine Reise: Australien. Sie informieren sich umfassend über Impfungen und Reiserisiken. Sie wissen, dass es dort viele giftige und gefährliche Tiere gibt: Krokodile, Haie, Spinnen, Skorpione, Quallen, Schlangen. Dort angekommen fühlen Sie sich gut vorbereitet. Im Northern Territory vermeiden Sie trotz stechender Hitze den Sprung in einen einladenden kleinen See, um nicht zur Mittagsmahlzeit eines Krokodils zu werden. Auf einer Wanderung durch das Outback halten Sie stets die Augen offen, um nicht versehentlich auf eine „Brown Snake“ zu treten. Gewissenhaft klopfen Sie jeden Morgen nach dem Aufstehen Schuhe und Kleider aus, in denen sich Spinnen und Skorpione gerne einquartieren. An der Westküste kommen Sie bei einem Tauchgang aus einem sicheren Käfig heraus mit weißen Haien hautnah in Berührung. Kurzum, Sie erleben eine wunderschöne Reise, bei der alles gut verläuft. Bis zu Ihrem letzten Tag vor dem Rückflug nach Deutschland. An einem Strand nahe des Great Barrier Reefs wollen Sie noch ein paar Andenken sammeln. Und so heben Sie eine kleine, unscheinbare, wunderschöne Muschel auf. Fünf Minuten später sind Sie tot. Todesursache: Gefährliches Halbwissen! Sie hatten sich, zumindest Ihrer Meinung nach, doch eigentlich auf alle Risiken vorbereitet. Aber eben nur eigentlich. Denn was Sie nicht wussten, war, dass es sich bei der kleinen, unscheinbaren, wunderschönen Muschel um eine Kegelmuschel handelte. Diese wiederum wird meist von einer Schnecke mit dem treffenden Namen „Kegelschnecke“ bewohnt, einem reinen Fleischfresser. Als Schnecke ist dieses Tier naturgemäß sehr sehr langsam. Um jedoch wesentlich schnellere Beutetiere zu erlegen (z. B. Fische), hat die Schnecke eines der stärksten Gifte entwickelt, die es im Tierreich gibt. Das Gift wird mittels Pfeilschuss in das Opfer injiziert. In diesem Fall in Ihren rechten Daumen.

Was lehrt uns diese Geschichte? Dass Halbwissen sehr gefährlich werden kann, vor allem deshalb, weil wir uns in einer Scheinsicherheit wiegen und potentielle Risiken einfach ausgeblendet werden. Dies gilt natürlich nicht nur für eine Australienreise, sondern auch für unsere wirtschaftliche Existenz. Ein kleiner Nebensatz in einem Vertrag, eine Nachlässigkeit bei einem Formular (vgl. Selbstanzeige Uli Hoeneß), sich ändernde steuerliche Rahmenbedingungen (z. B. Abschreibungen), die gewerbliche Abfärbung (z. B. bei Immobilienbesitz), ein Fehler bei der Kalkulation des Rohertrags (z. B. fehlerhafte Prozentrechnung), eine Nachlässigkeit bei der Rechnungsstellung (z. B. Umsatzsteuerausweis),…, kann sehr schnell zu einer existenziellen Bedrohung werden. Ein „ich denke“ oder „ich glaube“ ist kein „ich weiß“! Und noch viel wichtiger: Es gibt zahlreiche entscheidende Punkte, an die Sie nicht einmal denken.

Natürlich weiß auch in unserer Kanzlei nicht jeder Mitarbeiter alles. Wir haben es jedoch geschafft, interdisziplinäre Teams und einzigartige Kommunikationsstrukturen zu formen, die es uns erlauben, komplexe Sachverhalte aus unterschiedlichen Perspektiven zu durchleuchten. Somit können wir Ihnen ein „Ganzwissen“ im Rahmen all unserer Beratungsleistungen bieten, das aus herausragendem betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerrechtlichen KnowHow besteht – gepaart mit jahrzehntelanger Erfahrung. So wird beispielsweise bei betriebswirtschaftlichen Planungen grundsätzlich ein Steuerberater und ein Rechtsanwalt hinzugezogen, um ideale Lösungsvorschläge sowie maximale Beratungsqualität zu garantieren. So können Sie sich ganz auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Wir sind diejenigen, die Sie bei Ihrer Reise begleiten, am Strand neben Ihnen gehen und Ihre Hand beim Griff nach der hübschen kleinen Muschel zurückhalten.

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„Fuck You!“ Wer diesen Status erreicht hat, ist frei. Denn erst aus diesem Status heraus lässt sich völlig gelassen, unabhängig und selbstbestimmt agieren. Geprägt wurde der Begriff durch den Hollywood Film „The Gambler“. Mittlerweile gibt es dazu Bücher, YouTube Beiträge, Podcasts, etc. Fast alle von uns wollen ihn erreichen, und doch verlieren wir das Ziel immer wieder aus den Augen oder laufen in die falsche Richtung. Was er bedeutet und was die Betriebswirtschaftslehre damit zu tun hat, wird im Folgenden erläutert.

Wer kennt nicht das Gefühl: Eigentlich kann man nicht, will man nicht, sollte man nicht, aber man „muss“. Man muss noch mehr arbeiten, weil Schulden zu bezahlen sind, eine Familie zu versorgen ist. Eigentlich möchte man bestimmte Leistungen gar nicht anbieten, sei es weil sie unsinnig sind, sei es weil man sie nicht gut findet, aber man muss sich dem Markt anpasst. Eigentlich hat man keine Lust auf die Veranstaltung, das Abendessen, den Termin, aber man muss, weil es wichtig ist fürs Geschäft. Offiziell wird die Beugung unter dieses „muss“ als work hard – play hard gefeiert. Doch richtig gut tut das niemanden, und eigentlich würde jeder gerne irgendwann mal sagen: „Fuck You!“. Leisten – im wahrsten Sinne des Wortes – kann sich dies jedoch nur, wer den „Fuck You Status“ erreicht hat.

Was setzt dieser Status voraus? Mentale und monetäre Unabhängigkeit, wobei sich beide gegenseitig bedingen und gleichermaßen wichtig sind. Die Kunst ist es, diese Unabhängigkeit zu erreichen. Im mentalen Bereich können wir nur bedingt Unterstützung bieten. Im monetären Bereich sind wir die perfekten Ansprechpartner.

Wie lässt sich ein solcher Status also herstellen? Durch finanzielle Unabhängigkeit. Das bedeutet nicht zwangsläufig, keine Schulden zu machen, denn diese können durchaus Mittel zum Zweck sein. Jedoch bedeutet es, die persönliche Finanzsituation zu beherrschen und zu optimieren. Wer sein Geld hauptsächlich für Konsumgüter ausgibt, anstatt sich konsequent zu entschulden, ist doppelt abhängig: Von den „schönen“ Dingen und von seiner Bank. Er entfernt sich vom „Fuck You Status“. Das A und O ist ein gutes Finanzmanagement, das keine bösen Überraschungen zulässt, ein guter Finanzplan, ein an das Einkommen angepasstes Ausgabeverhalten und die Bildung von Rücklagen. Denn wer Rücklagen bildet, mit dem zurechtkommt was er hat, irgendwo eine gut besparte Lebensversicherung, eine Immobilie, ein Grundstück liegen hat, der kann – sollte die Situation es eines Tages erfordern – einfach sagen: „Fuck you!“ Gerne unterstützen wir Sie bei diesem Vorhaben.

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Die Alchemie der Finanzen – Schulden: Machen Sie keine Schulden ohne eine gute Finanzplanung!

Jeder kennt den Begriff Schulden. Niemand mag ihn. Dabei basiert unser gesamtes Wirtschafts- und Finanzsystem auf Schulden. Und damit auch alles, was dieses System hervorgebracht hat: Ihr Auto, Ihr Haus, Ihr Boot, um eine vergangene Bankwerbung zu bemühen.

Nicht umsonst stammt der Begriff Kredit vom lateinischen credere „glauben, vertrauen“ ab. Denn erst der Glaube der Menschen an eine (positive) Zukunft hat zu einer umfassenden Verbreitung des Kreditwesens geführt. Glaubt z. B. die Bank an den Erfolg eines Businessplans, wird investiert – ohne dass es bisher irgendetwas Greifbares gäbe. Das bedeutet, wirtschaftlicher Erfolg muss zunächst vorausgedacht werden, damit er tatsächliche, greifbare Realität wird. Eine geniale Erfindung des menschlichen Geistes, auf dem – wie eingangs bereits erwähnt – unser ganzes Finanzwesen fußt. Denn am Anfang steht nicht eine positive Geldmenge, sondern vielmehr eine Kreditaufnahme. Und so stehen (theoretisch, ohne Zins und Zinseszinseffekte) jedem Euro, Dollar, Yen etc. an Guthaben der gleiche Betrag an Schulden irgendwo auf der Welt gegenüber.

 

Was bedeutet das für mich?

  1. Überschätzen Sie nicht die Zukunft: Ein gesunder Optimismus gehört zu jedem wirtschaftlichen Handeln, jedoch sollte dabei auch immer eine gute Portion Skepsis und Selbstreflektion enthalten sein. Denn nehmen Sie zu viel Glauben/Kredit in Anspruch, kann das schnell zu einer Überschuldung führen. Dann sind Sie am Ende des Tages nicht derjenige mit dem „+“, sondern dem „-“ auf Ihrem Konto.
  2. Planen Sie Ihre Finanzen mit einem Experten: Bei einer Finanzplanung ist kein Platz für Schätzungen oder falsche Berechnungen. Hier muss sichergestellt sein, dass Steuern, Vorsorgeleistungen, Kredittilgungen, Abschreibungen etc. korrekt berücksichtigt sind. Nur so können Sie eine von Haus aus nur schwer vorhersehbare Zukunft planen.
  3. Schaffen Sie Vertrauen mit Ihrem Businessplan: Sie haben ein Geschäftsvorhaben, für das Sie einen Kredit benötigen? Allem voran müssen Sie hier die Bank dazu bringen, an Sie und Ihr Vorhaben zu glauben. Das schaffen Sie über Referenzen und eine gute Planung, in der sämtliche Zahlungsströme, mögliche Risiken und Informationen zu Ihrem Vorhaben detailliert beschrieben sind. Gerne unterstützen wir Sie hierbei!

 

Was passiert, wenn die Zukunft doch anders kommt als man denkt?

Wie vorstehend bereits beschrieben sollten Sie nicht zu optimistisch sein. Schaffen Sie sog. Redundanz bzw. Reserven, für den (wahrscheinlichen) Fall, dass die Zukunft doch anders kommt als erwartet (Anm.: Die Natur macht dies seit Jahrtausenden, u.a. deshalb haben wir viele lebenswichtige Organe doppelt wie z. B. Augen, Nieren, Lungenflügel,…). Überleben wird derjenige mit größerer Wahrscheinlichkeit, der über Reserven verfügt. Haben Sie bei einer wirtschaftlichen Schieflage keine Reserven, dann droht die sog. Zahlungsunfähigkeit bzw. Insolvenz. Zwar sollten Sie es auf keinen Fall so weit kommen lassen, aber oft ist eine solche Situation äußeren („unvorhersehbaren“) Umständen wie beispielsweise Wirtschaftskrisen, Krankheit, etc. geschuldet. Wenn sie doch eintritt, ist sie jedoch noch kein Grund, „die Flinte ins Korn zu werfen“. Hier gibt es umfassende Sanierungsmöglichkeiten und Entschuldungsoptionen. Kommen Sie auf uns zu, und wir versuchen gemeinsam wieder eine Zukunft zu gestalten, an die man glauben kann!

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Die Alchemie der Finanzen – Geld: Wir führen Ihr Geld durch den Paragraphendschungel

Stellen Sie sich vor Sie dürften zuhause den Drucker starten und Geld drucken. Und alle Menschen in Ihrer Nachbarschaft würden Ihnen glauben, dass damit Äpfel, Bier, Klopapier und ein Fernseher gekauft werden können. Perfekt! Eine schöne Phantasie werden Sie sagen. Doch genau das machen Zentral- und Geschäftsbanken. Geld erfinden. Glauben Sie nicht? Glauben Sie doch, sonst würde es nicht funktionieren!
Geld ist eine reine Erfindung, sagen wir mal eine Art Religion. Es existiert nur weil alle daran glauben (mal abgesehen vom reinen Papierwert eines 100 € Scheines). Sie haben einen Kredit – Phantasie. Sie haben 20.000 € auf Ihrem Konto – Phantasie. Aber Achtung, eine Phantasie kann sehr reale Konsequenzen haben. Hier lohnt sich durchaus ein Blick hinter jene Erfindung, die uns alle jeden Tag am Laufen hält.

Wer macht das Geld?
Zentral- und Geschäftsbanken machen das Geld. Abgesehen von einer vorgeschriebenen Eigenkapitalquote (aktuell bis zu 8%) kann eine Geschäftsbank 92% des Geldes „erschaffen“ (wobei die verbliebenen 8% auch irgendwann erschaffen wurden). Wie? Ganz einfach über einen Buchungssatz. Dieses Geld nennt man Buch- bzw. Giralgeld. Im Klartext bedeutet dies: Wenn ich bei der Bank 8 € anlege, darf die Bank 100 € verleihen (das natürlich wieder bei einer anderen Bank angelegt werden kann, was zu noch mehr verliehenem Geld führt). Oder auch: Wonach wir alle so sehr streben, ist nichts anderes als ein simpler Buchungssatz und infolgedessen eine Kontogutschrift.

Wie kann das sein?
Weil Sie und ich, weil wir alle daran glauben. Vielleicht erinnern Sie sich an die Fernsehansprache von Angela Merkel im Rahmen der letzten Finanzkrise: „Die Einlagen der Sparer sind sicher!“. Nichts ist gefährlicher für Geld, als ein kollektiver Glaubensverlust an dessen Kaufkraft und Wert. Die Geschichte funktioniert nämlich genau nur so lange, bis die Mehrheit der Beteiligten nicht mehr der Meinung ist, dass sie mit 100 € auch morgen noch 5 Kästen Bier kaufen können. Vergangene und aktuelle Inflationen (z. B. Argentinien) sind Beispiele was passiert, wenn Menschen nicht mehr an den Wert des Geldes glauben. Der Wert des Geldes verschwindet genau dorthin, woher er gekommen ist – ins Nichts.

Wir kümmern uns um Ihr Geld
Damit das Geld seinen Wert behält wurden neben dessen Erfindung noch zahlreiche weitere Erfindungen getätigt, um möglichst Wertstabilität zu erreichen. Hierzu gehören umfassende Gesetzeswerke, Behörden und Institutionen. Es gibt geradezu eine Flut von Paragraphen und Regeln, die den Umgang mit Geld exakt definieren und in gegenseitiger Wechselwirkung stehen. Somit kann es auch nur im Rahmen einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Steuerberatern, Rechtsanwälten und Wirtschaftsberatern garantiert werden, dass Ihr Geld so sicher wie möglich ist. Wir kümmern uns um Ihr Geld!
Warum? Damit aus einer Phantasie eine erstrebenswerte, positive Realität wird – Ihre positive Realität.

Fortsetzung folgt…

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Andreas Koller
Master of Science
andreas.koller@dr-schauer.de

 

 


Die Alchemie des Geldes – Zinsen: Jetzt Darlehenslaufzeiten prüfen!

„Du darfst von deinem Bruder keinen Zins nehmen, weder Zins auf Geld, noch Zins auf Lebensmittel, noch Zins auf irgendetwas, wofür man Zinsen nimmt“ (Dtn 23,20) so heißt es bereits in der Bibel. Zinsen sind damit wesentlich älter als der Kapitalismus und ebenso alt ist auch die Kritik daran. Ohne die theoretische Herkunft der Zinsen zu hinterfragen, sehen wir diese heute als „Leihgebühr“ für Geld. Wichtig ist uns dabei, dass wir möglichst wenig dieser Leihgebühr entrichten müssen. Dabei gibt es eine Vielzahl an Zinstheorien, die allesamt unterschiedliche Erklärungsmodelle liefern. Dazu gehört beispielsweise:

  • Zins als Indikator für einen gesellschaftlichen/wirtschaftlichen Engpass à der Zins sorgt für ein Lenken der Investitionen in genau jene Bereiche, in denen Kapital am dringendsten benötigt wird (im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bei einem Negativzins ein Überangebot besteht und desinvestiert werden sollte. Eine nicht ganz unschlüssige Theorie).
  • Zins als Gebühr für die Überlassung von Liquidität à Es wird davon ausgegangen, dass Liquidität immer präferiert wird und ein Geld(=Liquiditäts)geber für diesen Mangel an Liquidität entschädigt wird.
  • Zins als Gebühr für gegenwärtige Kaufkraft im Vergleich zur Kaufkraft in der Zukunft à Konsum in der Gegenwart, wird über Konsum in der Zukunft gestellt (vgl. auch: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach). Die Differenz aus Taube und Spatz wäre der zu entrichtende Zins.

Welchem Erklärungsmodell man auch folgt, Fakt bleibt, dass wir in einer historischen Niedrigzinsphase leben. Eine mögliche Erklärung ist die Bereitstellung großer Kapitalmengen durch die Zentralbank sowie ein niedriger Leitzins, um die Wirtschaft in Folge der letzten Finanzkriese am Laufen zu halten (und auch um eine Refinanzierbarkeit wirtschaftlich schwächerer Länder in der Eurozone zu gewährleisten). Einmal den Geldhahn aufgedreht, bringt man ihn jetzt nicht mehr so richtig zu.

Was bedeutet das für mich? Ich kann mir Geld zwar ggf. so günstig wie nie leihen (vorausgesetzt ich passe in ein mittlerweile sehr kritisches Ratingraster der Banken), jedoch kaum noch Zinsen erwirtschaften. Sobald die Inflation größer ist als meine Zinserträge, habe ich einen negativen Realzins. Das bedeutet, mein Sparguthaben wird immer weniger Wert. Anders herum bedeutet dies auch, dass Schulden weniger, d.h. „weginflationiert“ werden, was für einige stark überschuldete Staaten eine vage Hoffnung darstellt.

Kaufen oder verkaufen? Viele möchten genau JETZT investieren (womit die Politik der Zentralbank durchaus funktioniert). Allerdings steigt mit der Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten (z.B. Immobilie) auch deren Preis, die damit erzielbaren Renditen sinken und passen sich also dem gesamten Zinsniveau an. An dieser Stelle ist besonders die Zinsbindung zu berücksichtigen. Sollte die Kreditlaufzeit länger als die Zinsbindung sein, besteht (bei „auf Kante genähten“ Finanzierungsmodellen) das Risiko, dass Raten nicht mehr bezahlt werden können, sollte das Zinsniveau signifikant steigen.

Wer gewinnt? Gewinner ist meist, wer sich antizyklisch verhält und z.B. in einer Hochzinsphase kauft (am besten mit Eigenkapital). Da hier zahlreiche Anlagealternativen bestehen, weniger Investitionen getätigt werden und Zwangsverkäufe häufiger werden (vgl. oben), sinkt im Normalfall das Preisniveau für Investitionsgüter (z.B. Immobilien). Mit einem konjunkturellen Aufschwung steigen die Preise und ein Verkauf (z.B. zur Kapitalbeschaffung für den nächsten Zyklus) kann angedacht werden.

Gewinner ist auch, wessen Darlehensvertrag zeitnah ausläuft. Hier können vormals nicht unübliche 4% ggf. gegen ein neues Darlehen mit 1,0 – 2% Zins „umgetauscht“ werden. Vor diesem Hintergrund empfiehlt es sich sehr, bestehende Darlehensverträge zu prüfen und rechtzeitig mit der Bank in Kontakt zu treten.

Gerne stehen wir Ihnen auch zu den Themen Umfinanzierung, Immobilienerwerb sowie langfristige Liquiditätsplanung beratend und unterstützend zur Seite!