Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Wirtschaftsleistung

Die Corona-Pandemie führte in Deutschland zum stärksten Einbruch der Wirtschaftsleistung in einem Quartal seit Beginn der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im Jahr 1970. Die Zuwachsrate des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird ungefähr genauso stark zurückgehen wie im Jahr 2009 während der globalen Finanzkrise. Wurde für das Jahr 2020 in Deutschland eine Wachstumsrate des BIP in Höhe von 0,9% im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert, geht man nun von einem Rückgang des BIP in Höhe von -5,4% im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019 dürfte jedoch nicht vor Anfang des Jahres 2022 erreicht werden

 

 

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch die fünf Wirtschaftsweisen genannt, hat vor kurzem das Jahresgutachten 2020/21 veröffentlicht. In diesem wird die Fragilität unserer aktuellen Wirtschaftslage betont. So ist die weitere Entwicklung der Volkswirtschaft vor allem von dem Infektionsgeschehen und den daraufhin getroffenen Einschränkungen abhängig.[1]

Die Corona-Krise unterscheidet sich stark von bisherigen Wirtschaftskrisen und Rezessionen. Das gilt für die Verhaltensanpassungen etwa der Konsumentinnen und Konsumenten ebenso wie für die Reaktion der Politik. Die gestiegene wirtschaftliche Unsicherheit, die individuelle Sorge vor einer Ansteckung und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die wirtschaftlichen Aktivitäten im ersten Halbjahr erheblich verringert. So sanken beispielsweise die Umsätze im Einzelhandel im Zeitraum von Januar bis April 2020 um insgesamt 9%. Während insbesondere Internet- und Versandhandel sowie der Handel mit Lebensmitteln kräftige Umsatzanstiege verzeichnete, kam es in anderen Teilen des Einzelhandels und im Gastgewerbe zu historischen Rückgängen. Doch trotz der starken Rückgänge ist das BIP im 3. Quartal vergleichsweise stark gewachsen. Insbesondere von Mai bis Juli zeigte sich ein sehr kräftiger Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität. So konnte beispielsweise knapp die Hälfte des Produktionsrückgangs in der Industrie über den Sommer aufgeholt werden. Doch für das letzte Quartal wird eine Stagnation erwartet. Daraufhin deutet beispielsweise der Rückgang des Einkaufsmanagerindex seit August. Die Wertschöpfung dürfte insbesondere im Gastgewerbe, bei den Reise- und Verkehrsdienstleistungen sowie im Bereich Kultur, Unterhaltung und Erholung in den Wintermonaten deutliche niedriger ausfallen als im Sommer. Im Einzelhandel könnte das erwartete Auslaufen der befristeten Umsatzsteuersenkung zum Jahresende die positive Entwicklung antreiben. Jedoch kann die Angst der Verbraucherinnen und Verbraucher das 4. Quartal merklich dämpfen. Der Rat der Wirtschaftsweisen rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung insgesamt über den Winter stagniert. Mit einem Abklingen der zweiten Infektionswelle dürfte sich die Erholung der Wirtschaft im Frühjahr aber wieder mit einem etwas höheren Tempo fortsetzen.

Doch dürfen trotz der Corona-Pandemie die langfristigen Herausforderungen für die deutsche Volkswirtschaft nicht aus dem Blick geraten. Das Produktivitätswachstum geht in Deutschland seit mehreren Jahrzenten zurück. Der technologische Wandel und insbesondere die Digitalisierung führen durch neue Geschäftsmodelle und Produktionsprozessen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur und auf dem Arbeitsmarkt.

So ist bei einer verfestigten Erholung der Corona-Pandemie auf die Rahmenbedingungen zu achten, die einen anhaltenden Aufschwung und langfristiges Wachstum sicherstellen. Im Zuge des Strukturwandels sind hohe private und öffentliche Investitionen notwendig. Für private Investitionen sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingung und Anreize für die Unternehmen und Haushalte von entscheidender Bedeutung.

Für den Fall, dass Sie eine individuelle Prognoserechnung für Ihr Unternehmen erstellen möchten – um dadurch auf (fast) alle Eventualitäten vorbereitet zu sein – unterstützen wir Sie sehr gerne!

 

[1] Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage (2020) Corona-Krise gemeinsam bewältigen, Resilienz und Wachstum Stärken. Jahresprognose. Verfügbar unter: https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg202021/JG202021_Gesamtausgabe.pdf

Diesen Monat für Sie entworfen:

Sebastian Haidn
Key Account Manager Digitalisierung
Sebastian.Haidn @dr-schauer.de

 

 

Michaela Pollak
Key Account Manager Digitalisierung
Michaela.Pollak @dr-schauer.de

 

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Telemedizinische Patientenversorgung  – Videosprechstunden in Ihrer Praxis

In der aktuellen Studie „Healthcare-Barometer 2020“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH wurde die Einschätzung von Versicherten zu der Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung im Bereich des Gesundheitswesens ermittelt. Es ist festzustellen, dass sich bereits jede/r zweite/r Bundesbürger/in vorstellen kann, eine Videosprechstunde statt eines persönlichen Besuchs in der Praxis in Anspruch zu nehmen. Besonders unter 55-jährige zeigen sich gegenüber einer Videosprechstunde aufgeschlossen. ¹

Es wird ersichtlich, dass der Wunsch von Patientinnen und Patienten nach Videosprechstunden gegeben ist. Auch wenn derzeit die Angst vor einer Corona-Infektion oftmals der Anlass für einen „digitalen Arztbesuch“ ist, sind auch die anderen Gründe für die Wahl einer Videosprechstunde nicht vernachlässigbar. So gaben zum Zeitpunkt der Erhebung rund 54% der Befragten an, die Videosprechstunde aufgrund der schnellen ärztlichen Beratung gewählt zu haben. Für Ihre Patientinnen und Patienten können Sie durch die Einrichtung eines „digitalen Arztbesuches“ weitere Handlungsmotive und Vorteile ergeben (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Gründe für die Nutzung einer Video-Sprechstunde. (Statista GmbH, 2020) ²

 

Die Einrichtung einer telemedizinisch gestützten Patientenversorgung bietet auch zahlreiche Vorteile für Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Positionieren Sie sich als innovativer Arzt und bleiben Sie am Puls der Zeit. Durch die Telemedizin können Sie Ihren Patientinnen und Patienten eine moderne ärztliche Versorgung bieten und ortsunabhängig zur Verfügung stehen.

Um Videosprechstunden in Ihrer Praxis nachhaltig zu etablieren wird empfohlen, verbindliche Videosprechzeitstunden festzulegen. Dies kann beispielsweise so integriert werden, dass eine Buchung direkt über Ihre Homepage möglich ist. Ebenso bedarf es einiger Voraussetzungen, die ihrerseits erfüllt werden müssen. Gerne möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in die wichtigsten Punkte geben:

 

Technische Voraussetzungen

  • Anzeige bei Ihrer KV, dass Sie einen zertifizierten Videodienstanbieter nutzen
  • Ende-zu-Ende Verschlüsselung
  • Einhaltung und Gewährleistung der Schweigepflicht und der Datensicherheit

 

Aufklärung Fernbehandlung

  • Patienten und Patientinnen müssen neben der allgemeinen Bestimmung über die Fernbehandlung aufgeklärt werden, somit müssen unter anderem folgende Regelungen eingehalten werden:
  • Vor der ersten Videosprechstunde muss der Patient seine Einwilligung erklären – je nach System ist dies teilweise dirket über den Videodienstanbieter möglich
  • Bei bisher unbekannten Patienten muss zunächst die Identität des Patienten geprüft werden. Hierfür hält der Patient die elektronische Gesundheitskarte in die Kamera und bestätigt mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes.
  • Detaillierte Informationen erhalten Sie in dem Dokument der KBV „Anlage 4b Vereinbarung Authentifizierung Fernbehandlung“ unter: https://www.kbv.de/media/sp/Anlage_4b_Authentifizierung_Fernbehandlung.pdf

 

Fachliche Voraussetzungen

  • Videosprechstunden dürfen nur von bestimmten Arztgruppen und für bestimmte Indikationen eingesetzt werden (vgl. auch Link weiter unten)
  • Dazu zählen Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie bestimmte Fachgruppen wie Orthopäden, Gynäkologen oder Dermatologen

 

Abrechnung

  • Arztpraxen erhalten für jede Videosprechstunde einen Technikzuschlag von 4,21 Euro (GOP 01450, Bewertung: 40 Punkte). Dieser wird für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal gezahlt
  • Besucht der Patient in einem Quartal ausschließlich die Videosprechstunde, ist die Abrechnung mit der GOP 88220 zu kennzeichnen
  • Grund-, Versicherten- und Konsiliarpauschale:
  • Für Videosprechstunden wird die jeweilige Grund-, Versicherten- oder Konsiliarpauschale abgerechnet
  • Zuschläge können unter den jeweiligen Voraussetzungen angesetzt werden (bsp: fachliche Grundversorgung, konservativ tätige Augenärzte, etc.)
  • Für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal nicht persönlich die Praxis aufsucht und nur über Video behandelt wird, wird durch die KV ein fachgruppenspezifischer, prozentualer Abschlag auf die Pauschale/den jeweiligen Zuschlag vorgenommen.
  • Eine detaillierte Übersicht zur Vergütung von Videosprechstunden finden Sie unter https://www.kbv.de/media/sp/Videosprechstunde__uebersicht_Verguetung.pdf
  • Für die Authentifizierung neuer Patienten können Sie über die GOP 01444 einen Zuschlag abrechnen

 

Alle vorstehenden Angaben sind naturgemäß ohne Gewähr. Weitere Voraussetzungen für die telemedizinisch gestützte Betreuung von Patientinnen und Patienten finden Sie auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter https://www.kbv.de/html/videosprechstunde.php. Wir empfehlen zudem im Vorfeld ein Beratungsgespräch mit der KV.

Nähere Informationen zu der Umsetzung von Videosprechstunden in der Praxis sowie eine Liste der zertifizierten Videoanbieter finden Sie auf der Webseite der Bundesärztekammer oder unter https://www.kbv.de/media/sp/Liste_zertifizierte-Videodienstanbieter.pdf.

Sie möchten Ihre Praxis für Videosprechstunden einrichten und benötigen Unterstützung bei der Finanzierung Ihres Digitalisierungsprojektes?

Gerne stehen wir Ihnen zur Seite und begleiten Sie in eine digitale Zukunft.

Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Schritt in Richtung Digitalisierung.

 

 

¹ PricewaterhouseCoopers GmbH (2020). Healthcare-Barometer 2020. Abgerufen am 13.10.2020

² Abgerufen am 13.10.2020. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1132238/umfrage/nutzungsgruende-von-video-sprechstunden/#professional

Diesen Monat für Sie entworfen:

Sebastian Haidn
Key Account Manager Digitalisierung
Sebastian.Haidn @dr-schauer.de

 

 

Michaela Pollak
Key Account Manager Digitalisierung
Michaela.Pollak @dr-schauer.de

 

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 

 


 

Neues Förderprogramm „Digital jetzt“ – wir machen Sie digital

Zu den Megatrends 2030 zählen laut der Beratungsfirma Roland Berger unter anderem dynamische Technologien und Innovationen. Dazu zählt beispielsweise die künstliche Intelligenz, welche nachhaltig unser Leben beeinflussen wird. Der digitale Wandel wird die Wirtschaft grundlegend verändern und somit auch das Gesundheitswesen. Videosprechstunden, digitale Krankenakten und voll automatisierte diagnostische Medizinprodukte sind bereits keine Zukunftsvision mehr. Und mittels der Digitalisierung soll der Fortschritt im Gesundheitswesen noch weiter beschleunigt werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein neues Förderprogramm herausgegeben. Mit dem neuen Programm „Digital jetzt“ sollen kleine und mittelständische Unternehmen unterstützt und angetrieben werden, die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Dies erfolgt durch finanzielle Zuschüsse bei Investitionen in digitale Technologien und/oder in die Investition der Mitarbeiterqualifizierung zu Digitalthemen.

Förderungsberechtigt sind dabei mittelständische Unternehmen aus allen Branchen mit drei bis 499 Beschäftigten. Die Betriebstätte oder Niederlassung in der die Investition erfolgen soll, muss dabei den Sitz in Deutschland haben. Außerdem ist hervorzuheben, dass ausschließlich Investitionen gefördert werden, welche zum Zeitpunkt der Förderbewilligung noch nicht getätigt wurden.

Um Ihre Praxis zukunftsfähig zu gestalten, werden derzeit zwei Fördermodule angeboten. Diese beinhalten die folgenden Möglichkeiten hinsichtlich des Förderungsgegenstandes:

 

Modul 1 „Investition in digitale Technologien“

Digitale Technologien sowie die damit verbundenen Prozesse und die Implementierungen:

  • Bestimmte Hard- und Softwarelösungen
  • Künstliche Intelligenz
  • Cloud-Anwendungen
  • Big-Data
  • Hardware wie Sensorik und 3D-Druck
  • IT-Sicherheit
  • Datenschutz

 

Modul 2 „Investition in die Qualifizierung der Mitarbeiter“

Qualifizierungsmaßnahmen in Mitarbeiter im Umgang mit digitalen Technologien:

  • Digitale Basiskompetenzen
  • IT-Sicherheit und Datenschutz
  • Digitale Transformationen
  • Digitale Strategie
  • Digitale Technologien

 

Voraussetzung für beide Module ist unter anderem ein Digitalisierungsplan. Dieser beinhaltet neben dem Status quo des Digitalisierungsgrades innerhalb Ihres Unternehmens, die zu erreichenden Ziele des Investitionsvorhabens sowie eine detaillierte Erläuterung zur Art der Investition. Um die IST-Situation Ihres Digitalisierungsgrades entsprechend zu ermitteln stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung. In diesem Zuge können wir in Zusammenarbeit mit Ihnen die Festlegung passender Digitalisierungsmaßnahmen besprechen. Der gemeinsam erstellte Digitalisierungsplan ist im Rahmen der Antragstellung einzureichen. Nach Prüfung und Bewilligung der Antragsunterlagen muss die Umsetzung der gewünschten Investition innerhalb der nächsten zwölf Monate erfolgen. Die Auszahlung der Fördermittel geschieht nach erfolgreicher Prüfung des Verwendungsnachweises und der einzureichenden Unterlagen.

 

Abbildung 1: Quelle: BMWi. Abgerufen am: 08.09.2020

 

Nähere Informationen zu „Digital jetzt“ finden Sie auf der Webseite des BMWi unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/digital-jetzt.html.

Gerne beraten wir Sie umfassend zu dem Förderungsprogramm „Digital jetzt“ und unterstützen Sie bei der Antragsstellung.

Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Schritt in Richtung Digitalisierung.

Ihre Kanzlei

Dr. Schauer

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Wir befinden uns im Jahr 1351, ein Jahr nachdem Murnau von Ludwig dem Brandenburger das Recht auf den Wochenmarkt bestätigt bekommen hat. Es ist ein heißer Mittwochnachmittag und zahlreiche Menschen drängen sich zwischen einzelnen Marktständen. Unterschiedlichste Waren werden feilgeboten, von Reliquien über Gemüse bis hin zu lebenden Tieren.

Ein ortsansässiger Bader hat beschlossen, ein Ferkel für das Hochzeitsfest seiner Tochter zu erwerben, und verhandelt mit einem Viehhändler über den Preis. Es wird sich schließlich auf 14 Schillinge geeinigt. Während der Bader das Geld aus einem unter der Kleidung versteckten Beutel hervorkramt, weiß der Lehrling des Viehhändlers genau, was er zu tun hat.

Er nimmt einen Leinensack, geht in Richtung Schweinepferch und tut, als würde er das ausgesuchte Tier einfangen. Der Viehhändler verstellt dem Bader gekonnt die Sicht und verwickelt diesen scheinbar beiläufig in ein Gespräch über die neuesten Gerüchte zur Affäre des Erzbischofs mit der Schwester der Königin.

Der Lehrling öffnet flink eine Truhe im inneren des Schweinepferchs, greift nach einem dicken Kater und lässt diesen im Sack verschwinden. Mit einem Grinsen übergibt er den Sack an den Bader. Genau in diesem Moment ertönt über dem Marktplatz ein lautes HAAAAALLLLTTTTTT.

Der Viehhändler erkennt die Stimme, und ihm schwant Schlimmes. Denn der Ruf kam von einem Beamten der örtlichen Marktaufsicht, dem sogenannten Beschauer, oder, wie er der Einfachheit halber von allen genannt wurde: Dem Schauer. Und dieser war bereits mit forschen Schritten in Richtung des Viehhändlers unterwegs.

Die anderen Marktteilnehmer hielten allesamt in ihrem Treiben innen und bildeten angesichts der beeindruckenden Erscheinung des Schauers eine kleine Gasse. Am Stand angekommen nahm er dem Bader den Sack aus den Händen, öffnete ihn und hielt triumphal die Katze in die Luft. Mit lauter Stimme und an die gesamte Marktgemeinde gewandt verkündete er: „Solange ich hier die Aufsicht habe, wird niemandem die Katze im Sack verkauft!!“

Heute, unzählige Generationen später, hat sich am Grundsätzlichen nichts geändert. Die Menschen treiben Handel, machen Geschäfte und nach wie vor wird leider viel zu häufig versucht, dem anderen die Katze im Sack zu verkaufen. Die Katze kann dabei für unterschiedlichste Handelsgegenstände stehen (bzw. diese ersetzen):

Gegenstand des Handels Katze
Guter Gebrauchtwagen mit wenigen Kilometern Tachomanipuliertes Altfahrzeug
Gepflegte Immobilie Immobilie mit Wasserschaden und Nachbarschaftsstreit
Preisgünstige Qualitätskamera Fake-Ebay-Account/Produkt
Gepflegtes Strandhotel Kakerlaken-verseuchte Bruchbude
Solides Unternehmen Nicht übertragbares Geschäftsmodell mit frisierten Kennzahlen und miserabler Umsatzprognose

 

Natürlich können wir Sie nicht bei jedem Geschäft begleiten. Sollte es sich jedoch um den Kauf oder Verkauf eines Unternehmens handeln, sind wir die richtigen Ansprechpartner.

Dabei sehen wir unseren Auftrag durchaus in der vorstehenden Geschichte begründet: Wir sorgen dafür, dass Sie nicht die Katze im Sack kaufen. Denn heutzutage befinden sich, für den Käufer meist nicht ersichtlich, oftmals auch noch ganz andere Sachen in diesem Sack: Steuer- und Rechtsrisiken, internationale Marktentwicklungen, unbekannte Risiken usw.

Es handelt sich also meist nicht nur um eine potentielle Katze, sondern mindestens um zwei, wenn nicht gleich mehrere, ein ganzes Rudel gar! Hier ist interdisziplinäres Expertenwissen unumgänglich. Dazu gehören beispielsweise:

  • Fundierte Vertragsprüfungen
  • Umfassende Due-Diligence-Prüfungen
  • Detaillierte Prüfung der Unternehmenskennzahlen
  • Finanz- und Liquiditätsplanungen inkl. einer fundierten Steuerplanung
  • Darlehensplanungen unter Einbezug privater Rahmenbedingungen (Hauskauf, Privatentnahmen, etc.)

Heute ist es wichtiger denn je, dass jemand einen Blick in den Sack wirft und genau beurteilen kann, ob es sich um eine (mehrere) Katze(n) handelt oder nicht. Und nach wie vor werden wir hier unserem Namen gerecht.

Ihre Kanzlei Dr. Schauer

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
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benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
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florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
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nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Stellen wir uns einen kleinen Bach vor. Mit Forellen, Kaulquappen, Krebsen und Köcherfliegenlarven. Der Bach fließt einen Berg hinunter und mündet in einen See. Das Ufer ist voller Badegäste, es gibt einen Eiswagen und ein kleines blaues Dixi-Klo. Menschen und Tiere genießen die Sonne, die auch dafür sorgt, dass das Wasser des Sees laufend verdunstet. Wasserdampf steigt nach oben, wird vom Wind gegen die Bergflanke gedrückt, steigt dadurch weiter nach oben, kondensiert und fällt schließlich als Regen auf jene Bergflanke. Es sammelt sich in kleinen Rinnsalen die sich weiter unten am Hang zu einem Bach formieren. Jenem Bach, in dem Forellen, Kaulquappen, Krebse und Köcherfliegenlarven leben, der in den See fließt, dort verdunstet, aufsteigt, abregnet, zu einem Bach wird, ….

Bis eines Tages zu viel Wasser verdunstet, weil es sehr heiß ist. Besonders viele Badegäste sind an diesem Tag am See. Es wird geplantscht und gespritzt, was für zusätzliche Verdunstung sorgt. Der Eiswagen ist bald schon ausverkauft, das Dixi-Klo bis zur Oberkante gefüllt. Dann braut sich statt der üblichen Regenwolken ein Gewitter zusammen. Oben am Berg beginnt es heftig zu regnen. Menschen flüchten überhastet in ihre Autos, Donnergrollen, Blitze. Einer der Blitze schlägt in einen Baum direkt neben dem Bach ein. Der Baum fällt quer über den Bach. Geröll staut sich, Äste und Schlamm.

So schnell wie das Gewitter aufgezogen ist, so schnell endet es. Bereits am folgenden Tag läuft alles wieder ganz normal. Zumindest beinahe alles, denn im Bach oberhalb des Sees läuft kein Wasser mehr. Es kommen jedoch nach wie vor Badegäste, Wasser verdunstet, regnet ab, bildet Rinnsale und einen kleinen Bach. Doch der umgestürzte Baum staut das Wasser, unterbricht den Kreislauf. Bereits nach wenigen Wochen ist der See im Tal nur noch halb gefüllt. Algen färben das Wasser grün. Einige Kinder, die, die keinen Pool zuhause haben, spielen dort im Schlamm, wo kurz zuvor noch zwei Meter Wasser standen. Erste Fische schwimmen an der Oberfläche. Der Eisverkäufer ist pleite. Das Dixi-Klo wird von einem Lastwagen abgeholt.

Wahrscheinlich fragen Sie sich jetzt, ob der Autor dieses Textes unter Drogen steht. Nein. Vielmehr soll vorstehende Geschichte greifbar machen, was in einer Krise mit unserem Geld passiert. Dabei verhält es sich ein bisschen so wie mit dem Wasser in vorstehendem Beispiel. Es muss fließen, zirkulieren. Die Coronakrise hat ganze Wirtschaftszweige zum absoluten Stillstand gebracht. Und damit auch die Zirkulation des Geldes. Es wird nicht mehr weitergereicht, ist nicht flüssig, „liquide“. Corona wirkt wie ein riesiger Staudamm. Je länger das Wasser gestaut wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der See umkippt, niemand mehr Eis kauft. Das Geld ist nicht „weg“, es ist oberhalb des Staudamms, wo es langsam versickert und „niemandem“ etwas hilft. Aber schauen wir, wie die Geschichte weitergeht.

Die Gemeinde, zu der der See gehört, verzeichnet starke Einbußen. Keine Touristen  keine Einnahmen. Sie beschließt, frisches Wasser in den See zu pumpen. Grundwasserreserven werden angezapft, Schläuche verlegt und schließlich sprudelt klares Wasser (Anm.: Für nähere Informationen zur Beantragung von Überbrückungshilfe können Sie sich gerne an uns wenden!). Die Fische erholen sich, die Algenblüte geht zurück. Auch Familien, die keinen Pool zuhause haben, kommen wieder an den See. Ein neuer Eiswagen taucht auf (eine internationale Kette hat den insolventen Eismann günstig aufgekauft). Und ein Lastwagen kommt, um ein Dixi-Klo abzuladen. Bei diesem Anblick bricht der örtliche Gemeinderat in Jubel aus und beschließt sich zu betrinken. Es wird geplantscht und gespritzt. Wasser verdunstet, steigt auf, regnet ab, formt Rinnsale und einen kleinen Bach und staut sich am umgestürzten Baum. Bald bilden sich dort kleine Risse…

Selbst wenn Corona vorbei ist, wird es noch eine Zeit dauern, bis das Vertrauen in die Wirtschaft wieder hergestellt ist, das Geld wieder ungehindert zirkuliert. Es bleibt zu hoffen, dass dann nicht eine Inflationswelle über uns hereinbricht, während wir fröhlich plantschen, Eis Essen und Dixi-Klos füllen. Als wäre nie etwas gewesen.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Nasenspray, Ibuprofen, Morphium, Rettungsdarlehen, Soforthilfen, Campingartikel, Suppenküche, Geldpolitik, Verschwörungstheorien, …

Was haben diese Begriffe gemeinsam? Sie stehen für Symptombekämpfung. Dabei geht es nicht zwangsläufig um Corona. Corona legt nur Wunden offen. Markus Söder hat mehrfach betont (im übertragenen und direkten Sinn), wir dürfen nach einer Krankheit nicht zu schnell wieder aufstehen, sonst wird es schlimmer als zuvor. Aber was, wenn das, was wir für die Krankheit halten, eigentlich nur ein Symptom ist? Die wirtschaftliche Symptombekämpfung ist dabei relativ einfältig: Mehr Geld, weniger Regeln. Das ist für eine kurzfristige Brandlöschung in jedem Fall eine gute Maßnahme. Und nach der letzten Finanzkrise war jeder froh, dass alles wieder so weiter gelaufen ist. Die ganze Wirtschaft auf Ibuprofen und LSD. Dabei wird gerne vergessen, dass das Wirtschaftssystem natürliche, mathematische und individuelle Grenzen hat. Die Ungleichheit nimmt seit Jahren kontinuierlich zu (vgl. Piketty und aktuelle Nachrichten), der Absatz mit Campingartikeln in den USA boomt zu Krisenzeiten, nicht weil die Menschen dann gerne verreisen, sondern keine Wohnung mehr haben. Riesige Geldmengen werden in die Märkte gepumpt und finden sich in der ein oder anderen Palmölplantage wieder (ich gebe zu: auch ich esse gerne Nutella). Der Patient wird, koste es was es wolle, am Leben gehalten. Allerdings wird auf individueller, nationaler und internationaler Ebene kontinuierlich vernachlässigt (eher „vergessen“ vgl. Kahneman), in guten Zeiten für die schlechten Zeiten einen Plan B zu schaffen – Prophylaxe zu betreiben. Wir (Nordeuropa) haben die einzigartige Position, auf einen vollen Medikamentenschrank zurückgreifen zu können. Wir können Nasenspray pumpen, bis keine Schleimhäute mehr übrig sind. Doch auch dieser Vorrat kann irgendwann zur Neige gehen. Zudem wird mehr und mehr deutlich, dass wir in einer international vernetzten Wirtschaft auch von der Situation in anderen Ländern abhängig sind.

Was haben Steuern mit all dem zu tun? Einiges. Zunächst werden Sie natürlich als Symptombekämpfung eingesetzt (Mehrwertsteuer). Aber eigentlich haben Sie eine viel wichtigere Rolle: Ein wichtiger Grund dafür, weshalb Deutschland die Krise vergleichsweise sehr gut meistert, besteht in unserem Steuersystem. Es sind die von uns allen gebildeten Rücklagen, auf die wir aktuell zurückgreifen. Sie sagen: Ich habe nichts davon, weder Kurzarbeitergeld noch sonstiges. Doch der Grund, weshalb Ihr Unternehmen (hoffentlich) durch die Krise kommt, ist, dass Menschen Ihr Angebot weiterhin in Anspruch nehmen. Die Menschen „konsumieren“ weiterhin, weil sie vertrauen haben, und noch viel wichtiger: Weil sie weiterhin Geld haben. Trotz vielen unsinnigen Gesetzen, Entscheidungen und Regelungen: Der Grundgedanke hinter unserem Steuersystem ist ein System der Solidarität, der (zumindest teilweisen) Gleichheit, der sozialen Gerechtigkeit. Dies geht weit über Symptombekämpfung hinaus. Es ist ein elementarer Baustein zur vollständigen Krankheitsbekämpfung.

Auf nationaler und internationaler Ebene zeigt sich dabei immer deutlicher: Nur koordinierte Maßnahmenpakete aus steuerlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen können zum Erfolg führen. Dies setzt ein hohes Maß an Kommunikation, Organisation und offener Diskussion voraus. Werte die auch wir in der Kanzlei leben, um Ihnen einen optimalen Beratungsansatz zu bieten. Denn letzten Endes ist die Zukunft eines jeden einzelnen die Basis für die Zukunft aller. Hoffentlich eine Zukunft ohne Nasenspray und Soforthilfen.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
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Es war einmal…

Es war einmal… So fangen Märchen an. Geschichten, meistens mit einem Happy End versehen. Die Handlung ist dabei eine logische Abfolge einzelner Episoden. Und damit unterscheiden sich diese Geschichten nur bedingt von dem, was wir als unsere Geschichte bezeichnen.

Logisch, dass die Dampfmaschine, das Erdöl, das Internet eine industrielle Revolution hervorgerufen haben. Logisch, dass der Erste und Zweite Weltkrieg ausbrechen mussten. Aus dem aktuellen Moment betrachtet sehen die Dinge jedoch oftmals alles andere als logisch aus: Noch 1993 hat Bill Gates gesagt, dass das Internet nur ein Hype sei. Sehr aufschlussreich sind auch Tagebuch- und Zeitzeugenberichte aus Paris einen Tag vor dem Einmarsch der Deutschen. In zehn Jahren wird irgendjemand über das Jahr 2020 schreiben: „Logisch, dass sich die Lage nach Corona schnell wieder erholt hat. Die Infrastruktur, das Kapital, die Arbeitskräfte, all das war ja nach wie vor verfügbar…“ Oder er wird schreiben: „Logisch, dass es nach Corona eine globale Rezession unbekannten Ausmaßes gegeben hat. Viele betroffene Staaten waren bereits stark überschuldet…“

Fakt ist – entgegen unserer (kognitiv bedingten) Vorliebe, alles in logische Zusammenhänge und eingängige Geschichten zu ordnen -, dass die tatsächliche Geschichte höchst disruptiv und in keiner Weise logisch verläuft. Wir betrachten unseren Alltag als „normal“, einen Alltag, den es in vergleichbarer Weise in 99,99% der Menschheitsgeschichte so nicht gegeben hat. Wir betrachten unser Wirtschaftssystem als alternativlos, ein System, das gerade Mal ein paar Jahrzehnte „getestet“ wird. Und dann kommt Corona und stellt alles in Frage. Dabei wollen wir doch nur eines: Weiterhin Oktoberfest, weiterhin Gesundheit, weiterhin einkaufen gehen, weiterhin in den Urlaub fahren. Die Wünsche in anderen Teilen der Welt sind dabei wesentlich elementarer: Jeden Tag etwas zu essen, zum Beispiel.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Ratlos. Virologen: Ratlos. Politiker: Ratlos. Und dennoch, die Geschichte schreibt sich ohne Rücksicht auf Verluste weiter. Es ist das Offensichtlichwerden des Chaos genau in den Momenten, in denen das „Normale“ endet, was vielerorts für erhebliche Verunsicherung sorgt. Doch auch der Umgang mit dem Chaos kann geübt werden. Zum Beispiel, indem „normal“ eine größere Bandbreite erhält. Der Sachverständigenrat macht es mit seiner Szenario-Berechnung vor. Wir haben keine Ahnung was kommt: Schauen wir uns unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten an und verschließen die Augen nicht vor dem worst-case. Herausgekommen sind wenig einfallsreiche Namen wie „Basisszenario“, „ausgeprägtes V“ und „langes U“.

Es sind diese Kurven, an denen sich derzeit auch die meisten individuellen Finanzplanungen orientieren. Wichtig ist dabei vor allem zu berücksichtigen:

  1. Wir wissen es nicht: Es muss schnell und einfach möglich sein, Kredite auszuweiten oder zurück zu führen.
  2. Wenn das Dach brennt, hat man das Wasser im Keller: Es muss dringend eine entsprechende/ langfristige Kredit-Rückführung geplant werden.
  3. Die getroffenen Maßnahmen sollten laufend geprüft und an die aktuelle Situation angepasst werden.
  4. Ein rechtzeitiges Einschätzen möglicher Entwicklungen ist besser, als zu lange zu warten.

Letzten Endes bleibt uns nichts, als die Unsicherheit (die eigentlich laufend existiert, jedoch nicht wahrgenommen wird) zu akzeptieren. Das heißt nicht, dass wir keine positive Zukunft erwarten dürfen (sonst bricht unser Kreditsystem zusammen). Vielmehr sollten wir uns jedoch darauf konzentrieren, JETZT das „Beste“ aus unserer Situation zu machen – für uns und die Menschen um uns herum. Denn eines mussten wir schmerzhaft lernen: Niemand weiß was kommt, und alles, was bleiben wird, ist eine Geschichte, die irgendwann endet. Vielleicht mit einem Happy End.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
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Nicole Kaminski
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nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Schwarze Schwäne

Willem de Vlamingh war niederländischer Seefahrer und Entdecker. Und er machte im Jahr 1697 eine Entdeckung, die durchaus im Zusammenhang mit der Corona-Krise steht. Bei einer Expedition an einen durch das heutige Perth verlaufenden Fluss sah er verblüffendes: Ein schwarzer Schwan! Was heute nicht besonders aufregend klingt, war damals durchaus eine kleine Sensation. Denn im Europa des 17. Jahrhunderts waren schwarze Schwäne gänzlich unbekannt. Niemand hielt für möglich, dass es einen solchen Vogel geben könnte. Und dann, am 10. Januar 1697, gab es ihn doch. Seither steht der schwarze Schwan nicht nur für einen Wasservogel, sondern auch für gänzlich unerwartete Ereignisse (die jedoch durchaus mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit auftreten).

Heute, wir schreiben den 08.04.2020, haben wir es derweil nicht mit dem ersten schwarzen Schwan seit jenem „historischen“ Ereignis am Swan River (der von Willem de Vlamingh aufgrund seiner sensationellen Entdeckung extra so benannt wurde) zu tun. Die Menschheit ist dennoch immer wieder überrascht, dass es Überraschungen gibt. Die meisten bisherigen Börsencrashs können exemplarisch studiert werden. Fakt ist, egal ob der Tulpenpreis kollabierte oder ein winziger Virus seinen Weg aus Asien zu uns findet, die Menschheit wird immer wieder einen schwarzen Schwan entdecken. So mancher von Ihnen wird sagen: Das war ja klar, dass so etwas irgendwann kommt (tatsächlich handelt es sich bei der aktuellen Pandemie eigentlich eher um einen „grauen“ Schwan, denn es gab durchaus einige Experten, die ein vergleichbares Virus-Szenario vorausgesagt hatten). All jene sollten sich dann jedoch fragen, weshalb ihr Kontostand in den letzten Wochen nicht wesentlich gestiegen ist. Denn mit einem vorhergesagten Absturz der Finanzmärkte lässt sich ein Vermögen verdienen. Sehen Sie sich die Konjunkturprognosen von vor einem halben Jahr an. Sehen Sie sich die Reisebuchungen von vor einem halben Jahr an. Sehen Sie sich den Erdölfuture zum Stand September 2019 an…

Fassen wir zusammen: Schwarze Schwäne lassen sich nicht voraussagen, aber wir wissen, dass wir immer mal wieder einen „entdecken“. Rein logisch gesehen, sollten wir also zumindest die Möglichkeit eines solchen Ereignisses mit ins Kalkül ziehen (anstelle uns einer Kontrollillusion hinzugeben) und uns so weit wie möglich darauf vorbereiten. Wie? So, wie es die Natur seit jeher macht: Mit Redundanz. Warum haben wir zwei Nieren, Augen, Ohren, Nasenlöcher, … Redundanz. Wenn einer ausfällt kann der andere es kompensieren. Finanzplanerisch bedeutet Redundanz, sich Optionen offen zu halten und „nicht auf Kante zu planen“:

  • Der Umsatz bricht um 10% ein → kein Problem, es bestehen Rücklagen.
  • Kurzfristige Gewinne mit hohen (z.T. nicht erkennbaren) Risiken und externe Kosten → besser langfristige, nachhaltige Unternehmensentwicklung.
  • Der Immobilienmarkt stürzt ab → kein Problem, es besteht keine Abhängigkeit von den Mieteinnahmen.
  • Komplexe internationale Lieferketten brechen zusammen → kein Problem, wir können auch lokal (Toilettenpapier) produzieren…
  • Und ganz allgemein: Vielleicht sollten wir in konjunkturellen Hochphasen hier und da auch anderen Dingen als nur unseren ökonomischen Aktiva Aufmerksamkeit schenken. Sonst gefährden Krisen nicht nur unsere ökonomische Existenz, sondern unsere gesamte Identität.

Die Sache hat natürlich Grenzen, aber dennoch besteht ein Spielraum für Unvorhersehbares. Den gibt es offensichtlich bei vielen Unternehmen (und Krankenhäusern weltweit) nicht. Angedachte Liquiditätsstützen in Milliardenhöhe in Deutschland. Überlastung. Abriss zahlreicher (alternativloser  keine Redundanz) Lieferketten. Kurzarbeit. Eingeschränktes Reise- und Versammlungsrecht. Hamsterkäufe… Die tatsächlichen mittelfristigen Folgen sind aufgrund des hohen Komplexitätsgrades noch gar nicht absehbar.

Bleibt nur zu hoffen, dass wir gemeinsam (und damit meine ich nicht nur Deutschland, denn der Virus kennt offensichtlich keine Grenzen) die aktuelle Krise meistern und aus der gegenwärtigen Situation lernen. Nicht dass wir beim nächsten schwarzen Schwan wieder unvorbereitet feststellen müssen: Das war ja klar, dass so etwas irgendwann kommt.

 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Mato Grosso, Brasilien – Männer des Stammes Enawene Nawe haben sich anlässlich des Fischfang-Festes die Hüften mit Palmenfaser umwickelt und sich mit Ara- und Falkenfedern geschmückt. Gemeinsam tanzen sie singend im Kreis. Der westliche Beobachter ist geneigt zu urteilen: Wilde, bei einem Ritual.

Es ist das wichtigste Fest im Jahr, denn die Enawene Nawe ernähren sich primär von Fisch. Sie tauschen Salz, Maniok und Honig mit den Geistern, auch wenn diese sie scheinbar nicht hören. Denn vom ursprünglichen Lebensraum der Indianer ist nicht viel geblieben, nachdem der Wald der Rinderzucht Platz machen musste und der Flusslauf durch zahlreiche Staudämme zerstört wurde.

München, Deutschland – Männer und Frauen der Landeshauptstadt verkleiden sich anlässlich eines Faschingsfestes als Meerjungfrauen, Piraten, Cowboys und Indianer. Die Stimmung ist heiter-ausgelassen. Gemeinsam bilden Sie einen tanzenden Wurm und singen „wir ziehen los, mit…“. Die fünfte Jahreszeit bietet jede Menge Gelegenheit, um zu feiern. Es ist, abgesehen vom Oktoberfest, die wichtigste Festzeit im Jahr. Und so mancher Cowboy wird nicht alleine nach Hause reiten. Ein indigener Beobachter wäre wahrscheinlich geneigt zu urteilen: Wilde, bei einem Ritual. Jedoch kaum einer der Anwesenden weiß, weshalb er gerade feiert, und nicht einmal die Wissenschaft kann darauf eine genaue Antwort geben. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass das heutige Faschingstreiben seinen Ursprung in vorchristlichen Riten hat. Dabei ging es vermutlich um die Vertreibung des Winters und der bösen Geister, indem man sich als unheimliches Naturwesen verkleidete. Vielleicht, so könnte man schließen, hat die Vertreibung des Winters besser funktioniert als gewünscht.

Das heutige München liegt somit u.a. bei den Riten näher an Mato Grosso, als mancher vermuten mag. Und erst recht in jenen Momenten, in denen der Cowboy und die Meerjungfrau auf ihrem Heimweg vom Faschingsball noch in einen saftigen Burger beißen.

Die zahlreichen Wechselwirkungen und gegenseitigen Verflechtungen in unserer modernen Welt sind jedoch eigentlich für niemanden vollständig zu überblicken. Das bedeutet aber keinesfalls, dass diese ignoriert werden dürfen. International agierende Unternehmen haben das erkannt und ein entsprechendes Risikomanagement eingeführt. Sie entwerfen Zukunftsszenarien, berechnen Wahrscheinlichkeitskorridore für Entwicklungen und sichern sich, z.B. über Hedgefonds oder durch die Bildung entsprechender Rücklagen, gegen mögliche Risiken (deren Verursacher sie zum Teil selbst sind) ab.

Doch wie soll der Cowboy, der im „echten“ Leben ein kleines Unternehmen führt, mit seiner Situation umgehen? Nicht anders wie die großen Unternehmen: Zukünftige Entwicklungen planen, absichern, Rücklagen bilden. Dass wir in einer unüberschaubaren Welt leben, bedeutet nicht, dass wir die überschaubaren Teile einfach wegignorieren können. Das beginnt bei Unternehmens- und Abschreibungsplanung, der Bildung von Steuerrücklagen, dem Aufbau von privaten Rücklagen und sollte bis zur Auswirkung unseres (die Rücklagen aufzehrenden) Konsumverhaltens auf den „Rest“ der Menschheit reichen.

Als Unternehmensplaner wissen wir am besten, dass es Unvorhersehbares und Überraschendes gibt, dass Umbaumaßnahmen teurer werden als geplant, dass wichtige Mitarbeiter unerwartet ausscheiden, dass die Steuerrücklage gerne mal für ein neues Auto verwendet wird, dass sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen schlagartig ändern können. Aber genau das macht eine gute Planung aus – die Berücksichtigung des Unplanbaren.

Denn vielleicht werden am Ende all die Feierlichkeiten, Anstrengungen und ehrgeizigen Zielsetzungen unserer modernen Gegenwart nicht ausreichen, um diese endlos so fortzuschreiben. Und die Menschen werden in 200 Jahren, beim Anblick einiger Bilder eines Faschingsfestes über uns urteilen: Wilde, bei einem Ritual.

 

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Narren des Zufalls und die Alchemie des Erfolgs

Unsererseits zunächst ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!

„Einfacher gesagt als getan“, sollten Sie antworten – auch wenn der Wunsch bereits impliziert, dass wir nicht alle Fäden selbst in der Hand halten. Weder können wir ausschließen, schwer zu erkranken, noch können wir ausschließen, in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. So wurde auch für das, was wir heute „Erfolg“ nennen, ursprünglich der Begriff „Glück“ oder „Sieg“ verwendet. Erfolg war nur die Folge einer Handlung.

Aber ist Erfolg trotz heutigem Sprachgebrauch nicht immer noch ausschließlich Folge des Glücks bzw. Zufalls? Nehmen wir als Beispiel einen erfolgreichen Unternehmer:

Eigenschaft/Fähigkeit Entstehung Einordnung
Intelligenz/Fachwissen Zufall der Geburt und des Elternhauses, prägende Umwelteinflüsse und genetische Ausstattung Zufall
Mut/Risikobereitschaft Prägende Umwelteinflüsse und genetische Ausstattung Zufall
Führungsstil Prägende Umwelteinflüsse und genetische Ausstattung Zufall
„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort“  Umwelteinflüsse Zufall
Kommunikationsstärke Elternhaus, prägende Umwelteinflüsse und genetische Ausstattung Zufall

 

Sind wir, wie Nassim Taleb in seinem ebenso lautenden (empfehlenswerten) Buch beschreibt, alle „Narren des Zufalls“ und halten uns gleichzeitig für unseres Glückes Schmied? Die Antwort lautet: Wahrscheinlich ja. Dies sollte jedoch weder in eine depressive Lethargie führen (was wiederum auch die Folge einer zufälligen Prädisposition für Depression wäre) noch zu einer untätigen Verantwortungslosigkeit, sondern vielmehr zu einer freundlichen Gelassenheit.

Allerdings beobachten wir in unserer täglichen Arbeit als Wirtschaftsberater, dass einige Faktoren immer wieder bei erfolgreichen Unternehmen auftauchen. Dazu zählen:

  1. Ein herausragendes Team und gute Führungskräfte: Jedes Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter. Damit steht und fällt alles.
  2. Eine herausragende Organisation: Gut strukturierte, aufeinander abgestimmte Abläufe im Unternehmen sind elementar für den finanziellen Erfolg.
  3. Unternehmerisches Know-how: Vor allem jene Unternehmer sind erfolgreich, die ihr Unternehmen in- und auswendig kennen. Dazu gehören alle Zahlungsströme, Produktpreise, die Rentabilität von einzelnen Produkten, etc.
  4. Verkaufstalent: Am Ende des Tages müssen Sie etwas verkaufen. Nur in den seltensten Fällen rennen Ihnen die Kunden „einfach so die Bude ein“. Und selbst wenn, hochwertige Produkte bringen Sie nur an den Mann/die Frau, wenn Sie entsprechende Argumente haben – und wenn Sie wissen, was Sie eigentlich verkaufen wollen/sollten (siehe 3).

Vielleicht gehören Sie ja zu den (sehr) wenigen glücklichen Unternehmern, die zufällig alle diese Faktoren in sich/ihrem Unternehmen vereinen. Doch was wenn nicht? Nur in den wenigsten Fällen schaffen wir es (langfristig), unser Verhalten zu ändern. Beobachten Sie bei sich selbst, wie lange die Vorsätze für das neue Jahr halten… Spätestens Mitte Februar haben wir ein Date mit dem Jojo-Effekt. Die beste Möglichkeit, die Sie haben: Holen Sie sich entsprechende Kompetenzen von außen. Dies erfordert eine wohlüberlegte Auswahl an fähigen Partner, mit denen Sie gemeinsam Ihre Zukunft gestalten – was sich (im Normalfall) schnell finanziell bezahlbar macht. Unternehmen wie die Kanzlei Dr. Schauer können Sie beispielsweise professionell in den Bereichen Unternehmensorganisation, Mitarbeiterförderung und Unternehmensanalyse unterstützen. Dazu haben wir unterschiedliche Kompetenzen unter einem Dach vereint und arbeiten gerne gemeinsam mit Ihnen an Ihrem Erfolg.

Also doch nicht alles Zufall? Oder haben am Ende all die Neujahrswünsche vielleicht doch etwas bewirkt – und Sie hatten einfach ein bisschen Glück, dass Sie zufällig diesen Newsletter empfangen und gelesen haben…