Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Wer Anderen eine Grube gräbt, …

Wie man es in den Wald ruft, …

Wer im Glashaus sitzt, …

Wer von Euch ohne Schuld ist, werfe …

Lieber den Spatz in der Hand, …

Unsere Sprache ist Klebstoff und vielfach auch Spiegel der menschlichen Sozialisation. Viele religiöse Geschichten, Rituale und auch vorstehende Sprichwörter „ermahnen“ uns zum Zusammenhalt. Denn die überwiegende Zeit in der Menschheitsgeschichte war es für unser Leben unumgänglich, in engen sozialen Gemeinschaften zu leben. Yuval Harari beschreibt den Hintergrund für dieses Verhalten in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“: Unser immer größer werdendes Gehirn (früher, ist heute nicht mehr so) sowie der aufrechte Gang (schmales Becken), erforderten immer frühere Geburten. Während ein neugeborenes Reh bereits nach wenigen Stunden neben der Mutter durch den Wald läuft, ist der menschliche Nachwuchs hiervon weit entfernt. Ohne die Hilfe einer sozialen Gemeinschaft also kein Überleben. Doch der noch entscheidendere Unterschied zwischen uns und anderen Tieren ist unsere Fähigkeit an gemeinsame Geschichten zu glauben und basierend darauf in großer Anzahl zu kooperieren. Die Wandlungsfähigkeit der Geschichten ist, so negativ die Konsequenzen auch sein mögen, ein zusätzlicher elementarer evolutionärer Vorteil. Ob es die „Geschichte“ (im Sinne von Erzählung) von Jesus Christus, dem deutschen Kaiserreich, dem Kommunismus oder dem Kapitalismus ist, all diese Geschichten verbinden Menschen und lassen Sie an gemeinsamen Zielen arbeiten. Dass rückwirkend manche dieser Ziele als äußerst fragwürdig zu betrachten sind (z. B. Blut und Boden Politik) ist Teil der Geschichte, die wir uns heute erzählen. Und auch diese Geschichte wird wahrscheinlich irgendwann rückwirkend als fragwürdig betrachtet werden.

Denn immer öfter erzählen wir uns (und wird uns erzählt), dass wir in aller erster Linie auf unsere eigenen Ziele hinarbeiten sollten. „Geiz ist geil“, „Work hard, play hard“, „Make the most of now“, „Live your dream”, sind nur ein paar jener modernen Sprachinhalte, die uns zu primär egoistischem Verhalten anleiten. So verwundert es auch nicht, dass Prof. Schwab, der Gründer und Geschäftsführer des Weltwirtschaftsforums, den Egoismus als größtes Problem unserer Zeit bezeichnet. Die maximale Bereicherung auf individueller Ebene sowie auf der Ebene bestimmter menschlicher Zusammenschlüsse (Unternehmen, Bundesland, Land, Kontinent) mag einer begrenzten Gruppe für begrenzte Zeit Vorteile verschaffen, ist jedoch in einem komplexen, stark vernetzten, internationalen Kontext keine sinnvolle, langfristige, gemeinsame Überlebensstrategie. Vorausgesetzt, wir stimmen mit einer bestimmten Geschichte, die sich Grundgesetz oder Menschenrechte nennt, überein. Darin erzählen sich die Menschen: Alle Menschen sind gleich. Ob Sie persönlich daran glauben, bleibt Ihnen überlassen (Anm.: was eine wunderbare Konsequenz unserer Grundgesetz-Geschichte ist, denn alternativ würde Ihnen ggf. jmd. unter Todesandrohung vorschreiben an den Gott Tengri zu glauben).

Vielleicht erleben wir derzeit ein Paradoxon: Wir sind als Spezies so erfolgreich, weil wir uns Geschichten erzählen können, die Kooperationen auf internationaler Ebene ermöglichen. Was aber passiert, wenn die Geschichte von einigen auf einmal lautet: Setze in erster Linie auf Durchsetzungsvermögen und Deinen eigenen Vorteil anstatt auf Kooperation, bzw. nur dann auf Kooperation, wenn primär Du selbst profitierst. Wenn unsere Geschichten die Kooperation also mehr zerstören anstatt Sie zu fördern? Ein „beeindruckendes“ Beispiel ist die derzeitige globale Impfstoffverteilung, der Klimawandel, die Überschuldung, …

Wir müssen aber nicht gleich den Weltfrieden bemühen, um über Kooperationen zu sprechen. Es reicht die Vorteile (bzw. die Nachteile bei kurzsichtiger bzw. partieller Kooperation) auf kleiner Ebene zu betrachten:

  • Sie verkaufen nichts mehr, wenn andere keine Geld mehr haben (erstaunlich viele Landwirte kaufen bei Aldi ein und fordern gleichzeitig hohe Milchpreise).
  • Sie haben unendlich viel Arbeit, wenn Sie alle Kompetenzen selbst erfüllen müssen (das kann nur Matt Damon auf dem Mars und der hatte keine Kinder dabei und musste nicht arbeiten, ausgehen, ernährt sich einseitig, …).
  • Sie schaffen möglicherweise Ihren eigenen Arbeitsplatz ab, indem Sie eine ordentliche Verzinsung Ihrer Rente erwarten.
  • Wenn niemand mehr Steuern zahlt, gibt es auch keine Fachkräfte mehr, die an Universitäten ausgebildet werden, keine Straßen, um die Waren zu transportieren, keine Kindergärten und für alle jede Menge Homeschooling (endlich noch mehr Zeit zusammen!).
  • Wenn Sie nicht mit dem Finanzamt kooperieren bekommen Sie eine Strafe (außer Sie kennen den Finanzbeamten vom gemeinsamen StarWars treffen  Die stärkere Geschichte gewinnt!).
  • Wenn sich mit der Kooperation auch die gemeinsame Geschichte auflöst (mit Sicherheit eine Wechselwirkung in beide Richtungen) gibt es keine Geschichte mehr.
  • Wenn Sie auf ein breites Netzwerk zurückgreifen können, werden Sie voraussichtlich erfolgreicher sein.
  • Ein (freies) wirtschaftliches Zusammenleben funktioniert nur dann, wenn die Mehrheit der Akteure (zumindest langfristig) profitieren.

Wir sind immer von anderen abhängig. Erfolgreiche Unternehmer wissen das. Sie kooperieren mit den richtigen Partnern, geben etwas zurück. Natürlich versuchen Sie immer etwas mehr zu nehmen als zu geben (=Gewinn). Das könnte man ggf. als „unsaubere“ Kooperation bezeichnen. Ob vor diesem Hintergrund der Kapitalismus (langfristig) die richtige Geschichte für die Menschheit ist, bleibt abzuwarten. Aber sonst erzählen wir uns halt etwas anderes. Denn:

Wer Anderen eine Grube gräbt, verschafft sich einen Vorsprung.

Wie man es in den Wald ruft ist egal, wenn er gewinnbringend zu Möbeln verarbeitet wurde.

Wer im Glashaus sitzt, baut sich einfach eine Klimaanlage ein.

Wer von Euch ohne Schuld ist, werfe sich ein versäumtes Leben ohne Freude vor.

Und natürlich:

Lieber den Spatz in der Hand und die Taube auf dem Dach.

Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Corona und wirtschaftliche Folgen

Die derzeitige Corona Pandemie ruft physische, psychische und wirtschaftliche Folgen hervor, deren genaue mittel- und langfristige Auswirkungen niemand wirklich prognostizieren kann. Wie sollten wir uns also angesichts dieser Unsicherheit verhalten? Wichtig ist zunächst, den aktuellen Informationsstand zu kennen. Zeit also für eine kurze Bestandsaufnahme im Bereich der Wirtschaft.

Vorstehende Grafik zeigt die Entwicklung des BIP im Vergleich zum Vorjahresquartal (blau) und zum Vorquartal (rot). Es zeigt sich ein klarer Erholungstrend in der zweiten Jahreshälfte 2020. Dies konnten wahrscheinlich die meisten von uns auch „spüren“. Insgesamt wird 2020 von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung i.H.v. rund 5% bis 5,5% im Vorjahresvergleich ausgegangen. Welche Folgen der derzeitige Lockdown hat, kann (ohne Glaskugel) nicht final prognostiziert werden. Dabei waren verschiedene Branchen unterschiedlich stark betroffen. Nachfolgende Grafik zeigt die Umsatzentwicklung des Gastgewerbes (ohne Corona-Hilfsleistungen):

Demgegenüber hat es laut Ärztenachrichtendienst (Änd) und AAC Praxisberatung bei Vertragsärzten insgesamt ein Honorarplus in der ersten Coronawelle gegeben (mit Hilfsleistungen!). Der Änd beruft sich auf die Angaben von Frau Stefanie Stoff-Ahnis (Vorstand beim GKV-Spitzenverband) gegenüber der FAZ, wonach im 2. Quartal 2020  ein Honorarplus von 4,2% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal erzielt wurde. Hintergrund dieses Zuwachses waren u.a. der Corona-Schutzschirm sowie bereits seit längerem geplante Honorarerhöhungen wie beispielsweise im Rahmen des Terminservicegesetzes.[1]

Unabhängig von einzelnen Branchen, was hat zur gesamtwirtschaftlichen Erholung im 2. Halbjahr geführt? Zum einen natürlich ein „Aufatmen“ der Bevölkerung und der wiederbelebte Konsum. Zum anderen auch der allgemeine Glaube an ein „wird wieder“. Beides war jedoch nur deshalb möglich, weil über Kurzarbeitergeld, Überbrückungshilfen, Kreditvergaben, usw. die Liquidität weitestgehend aufrechterhalten wurde. Zusammengefasst: Es war Geld zum Ausgeben vorhanden. So haben auch Sie mit Ihren Steuerzahlungen zur Rettung der Wirtschaft, zur Verfügbarkeit von Beatmungsgeräten in Krankenhäusern, zur Absicherung von Kreditmaßnahmen etc. beigetragen. Vielleicht wirft dies ein anderes Licht auf die nächste anstehende Steuervorauszahlung.

Doch die Geldschwemme der EZB in den vergangenen Jahren – und besonders in der Coronakrise –  ist auch mit Vorsicht zu genießen. Trotz massiv ansteigender Geldmengen sehen wir keinen Anstieg der Inflation. Ist dies der gesteigerten Wirtschaftsleistung oder Produktion geschuldet? Obige BIP-Grafik zeigt ganz klar: Nein. Wo ist es also hin, das ganze viele Geld? Experten wie Prof. Sinn vom Ifo-Institut gehen davon aus: Es wird gehortet. Auf Bankkonten (auch den Konten der Banken bei der Bundesbank), unter Kopfkissen, etc.. Die Gefahr besteht nun, dass, sobald die Wirtschaft wieder (hoffentlich) mehr in Fahrt gerät, auch eine Inflationsspirale in Gang kommt. Nämlich dann, wenn das Geld (im tatsächlichen und übertragenen Sinn) unter dem Kopfkissen hervorgeholt wird. Dem interessierten Leser sei ein Vortrag zu diesem Thema von Herrn Prof. Sinn ans Herz gelegt (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=L-dCADYr2AM).

Fakt ist: Niemand weiß, wie die Zukunft aussehen wird (Anm.: in einem Experiment haben Affen die Börsenkurse besser vorhergesagt wie Top-Investmentbanker[2]). Wir können nur versuchen, uns bestmöglich und basierend auf dem verfügbaren (wissenschaftlichen) Informationsstand darauf vorzubereiten. Dabei gibt es wahrscheinlichere und unwahrscheinlichere Szenarien. Aber nie eine 100%ige Sicherheit. Wie Sie sich in finanzieller Hinsicht am besten auf die unsichere Zukunft vorbereiten, auch darin sehen wir unseren Beratungsauftrag – sozusagen als Ihre Zukunftsmanufaktur.

Final sei festgehalten, dass – wie nahezu jede statistische Erhebung – auch obige BIP-Kurve die zahlreichen Einzelschicksale von Solo-Selbstständigen, Einzelhändlern, Veranstaltern,… und Gastronomen nicht abbilden kann. Gleiches gilt natürlich auch für die Statistik der Todeszahlen, die mittlerweile zum Teil eine Randnotiz geworden ist. Für die tatsächlich Betroffenen (egal in welcher Art und Weise) wird aus einer abstrakten Größe sehr reales Leid. Es bleibt nur zu hoffen, dass wir im Rahmen unserer eigenen Corona Erfahrungen nicht die Situation „der Anderen“ vergessen. Denn nur so lässt sich eine gemeinsame Zukunft formen.

 

 

[1] https://www.aend.de/; https://www.aac-ag.de/;

[2] https://www.welt.de/finanzen/article115382089/Affen-machen-mehr-Gewinne-als-Investoren.html

Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Keine Prognose durch Jacke und Hose

Prognosen sind ein fester Bestandteil unseres alltäglichen Lebens, bewusst oder unbewusst. So beinhalten nahezu alle unsere Entscheidungen Annahmen über die zukünftige Entwicklung. Wird beispielsweise für das Wochenende 30 Grad und Sonnenschein prognostiziert, werden wir vermutlich unser Wochenende am See verbringen. Ich kaufe Toilettenpapier, nicht weil ich es an Ort und Stelle benötige, sondern weil ich es mit sehr hoher Eintrittswahrscheinlichkeit zukünftig benötige – oder weil ich annehme, es gibt nie wieder welches. Und selbst wenn wir heiraten, treffen wir – bewusst oder unbewusst – eine Prognose (die nicht immer zutrifft…). Man kann also sehr schnell feststellen, dass ein Leben ohne Prognosen nicht denkbar ist.

Derzeit kursieren eine Menge Prognosen. Und was im Frühjahr noch das V, U und lange U war (Kurvenform der wirtschaftlichen Entwicklung vgl. Newsletter „Schwarze Schwäne“), wird derzeit eher zum W oder vielleicht zum WU. Bleibt nur zu hoffen, dass Corona uns nicht zwingt, das gesamte Alphabet in Kurvenform zu durchlaufen. Fakt ist jedoch, wir brauchen Zukunftsprognosen für gegenwärtige Entscheidungen. Zu klären bleibt, ob Prognosen in derart turbulenten Zeiten Sinn machen. Oder ob Sie angesichts aktueller Ereignisse überhaupt Sinn machen.

Grundsätzlich geht es bei jeder Prognose um Eintrittswahrscheinlichkeiten. Eine Prognose, in der etwas Bestimmtes geschehen „könne“, ist wenig sinnvoll, da prinzipiell fast alles geschehen „könnte“. So ist es relativ unwahrscheinlich, dass eine Prognose eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 0 oder 100 Prozent beträgt. Es geht um Tendenzen – und welches Ergebnis wahrscheinlicher eintritt, als ein anderes. Grundlage dabei ist immer eine Fortschreibung der Vergangenheit. Daher ist es für die Menschheit auch nahezu unmöglich, völlig neuartige und unerwartete Ereignisse vorherzusagen. Man weiß zwar, dass Sie kommen, aber niemand weiß wann, wo und in welcher Form die Ereignisse eintreffen (z.B. die Wissenschaft findet heraus, dass die Erde gar nicht rund ist…).

Aber selbst im Falle bekannter Eintrittswahrscheinlichkeiten müssen Zukunftsprognosen, wie etwa zum Klimawandel, nicht dazu führen, dass wir unser Verhalten wirklich verändern. Der Grund: Es liegt außerhalb unserer Vorstellungskraft, dass sich die Welt und unser gesamtes Leben derart dramatisch verändern könnten.

Hinzu kommt, dass die Prognose selbst Teil der Eintrittswahrscheinlichkeit wird. Gehen wir beispielsweise vom Aktienmarkt aus. Viele Zeitschriften geben auch hier Prognosen und Stellungnahmen zu der Kursentwicklung eines bestimmten Unternehmens ab. Oftmals werden Handlungsempfehlungen wie „Halten“, „Kaufen“ oder „Verkaufen“ abgegeben – auch hier werden also Tendenzen aufgezeigt. Diese Empfehlungen von Börsenzeitschriften können somit die Grundlage für unsere zukünftige Entscheidung sein. Warren Buffet kam so zu seinem Reichtum (er hat Börsenkurse kommentiert und sehr schnell gemerkt, dass seine Aussage den Kurs beeinflusst) sowie zu seinem Spitznamen als „Orakel vom Omaha“. Prognosen können für uns also eine Orientierung darstellen und gleichzeitig eine Entscheidungshilfe sein.

Wann macht eine Prognose also Sinn und wann nicht? Grundsätzlich beruht unsere Wirtschaft auf einer positiven Zukunftserwartung. Nicht umsonst kommt der Begriff Kredit vom lateinischen credere „vertrauen, glauben“. Ohne positive Zukunftserwartung also keine Zukunft? Zumindest im Wirtschaftsleben trifft dies auf jeden Fall zu. Bezüglich zahlreicher möglicher Entwicklungen ist es jedoch wichtig, eine maximale Informationsbasis zu haben. Das Motto dabei lautet: „Auf alles vorbereitet sein, auf das man vorbereitet sein kann“ (man denke an jenes Gefühl, das aufkommt, wenn festgestellt wird, das kein Toilettenpapier mehr da ist…). Dies ist die einzige Möglichkeit, die Unsicherheit etwas zu zähmen.

Ein solches Vorgehen versuchen wir auch im Rahmen unserer Beratungsleistungen konsequent zu verfolgen. In maßgeschneiderten Businessplänen rechnen wir auf Wunsch mehrere Varianten bzw. „Was wäre wenn“-Szenarien für Sie. Wir prüfen Geschäftsmodelle auf deren Risikoanfälligkeit und kalkulieren grundsätzlich mit Pufferzonen, um diese Risiken (auch mathematisch) abfedern zu können. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, denn es geht nicht nur um eine Prognose, es geht um Ihre Zukunft.

Das BWL-Team wünscht Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Start in das Jahr 2021.

Diesen Monat für Sie entworfen:

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Wirtschaftsleistung

Die Corona-Pandemie führte in Deutschland zum stärksten Einbruch der Wirtschaftsleistung in einem Quartal seit Beginn der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im Jahr 1970. Die Zuwachsrate des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird ungefähr genauso stark zurückgehen wie im Jahr 2009 während der globalen Finanzkrise. Wurde für das Jahr 2020 in Deutschland eine Wachstumsrate des BIP in Höhe von 0,9% im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert, geht man nun von einem Rückgang des BIP in Höhe von -5,4% im Vergleich zum Vorjahr aus. Das Vorkrisenniveau des 4. Quartals 2019 dürfte jedoch nicht vor Anfang des Jahres 2022 erreicht werden

 

 

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, auch die fünf Wirtschaftsweisen genannt, hat vor kurzem das Jahresgutachten 2020/21 veröffentlicht. In diesem wird die Fragilität unserer aktuellen Wirtschaftslage betont. So ist die weitere Entwicklung der Volkswirtschaft vor allem von dem Infektionsgeschehen und den daraufhin getroffenen Einschränkungen abhängig.[1]

Die Corona-Krise unterscheidet sich stark von bisherigen Wirtschaftskrisen und Rezessionen. Das gilt für die Verhaltensanpassungen etwa der Konsumentinnen und Konsumenten ebenso wie für die Reaktion der Politik. Die gestiegene wirtschaftliche Unsicherheit, die individuelle Sorge vor einer Ansteckung und die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben die wirtschaftlichen Aktivitäten im ersten Halbjahr erheblich verringert. So sanken beispielsweise die Umsätze im Einzelhandel im Zeitraum von Januar bis April 2020 um insgesamt 9%. Während insbesondere Internet- und Versandhandel sowie der Handel mit Lebensmitteln kräftige Umsatzanstiege verzeichnete, kam es in anderen Teilen des Einzelhandels und im Gastgewerbe zu historischen Rückgängen. Doch trotz der starken Rückgänge ist das BIP im 3. Quartal vergleichsweise stark gewachsen. Insbesondere von Mai bis Juli zeigte sich ein sehr kräftiger Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität. So konnte beispielsweise knapp die Hälfte des Produktionsrückgangs in der Industrie über den Sommer aufgeholt werden. Doch für das letzte Quartal wird eine Stagnation erwartet. Daraufhin deutet beispielsweise der Rückgang des Einkaufsmanagerindex seit August. Die Wertschöpfung dürfte insbesondere im Gastgewerbe, bei den Reise- und Verkehrsdienstleistungen sowie im Bereich Kultur, Unterhaltung und Erholung in den Wintermonaten deutliche niedriger ausfallen als im Sommer. Im Einzelhandel könnte das erwartete Auslaufen der befristeten Umsatzsteuersenkung zum Jahresende die positive Entwicklung antreiben. Jedoch kann die Angst der Verbraucherinnen und Verbraucher das 4. Quartal merklich dämpfen. Der Rat der Wirtschaftsweisen rechnet damit, dass die Wirtschaftsleistung insgesamt über den Winter stagniert. Mit einem Abklingen der zweiten Infektionswelle dürfte sich die Erholung der Wirtschaft im Frühjahr aber wieder mit einem etwas höheren Tempo fortsetzen.

Doch dürfen trotz der Corona-Pandemie die langfristigen Herausforderungen für die deutsche Volkswirtschaft nicht aus dem Blick geraten. Das Produktivitätswachstum geht in Deutschland seit mehreren Jahrzenten zurück. Der technologische Wandel und insbesondere die Digitalisierung führen durch neue Geschäftsmodelle und Produktionsprozessen zu tiefgreifenden Veränderungen in der Wirtschaftsstruktur und auf dem Arbeitsmarkt.

So ist bei einer verfestigten Erholung der Corona-Pandemie auf die Rahmenbedingungen zu achten, die einen anhaltenden Aufschwung und langfristiges Wachstum sicherstellen. Im Zuge des Strukturwandels sind hohe private und öffentliche Investitionen notwendig. Für private Investitionen sind die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingung und Anreize für die Unternehmen und Haushalte von entscheidender Bedeutung.

Für den Fall, dass Sie eine individuelle Prognoserechnung für Ihr Unternehmen erstellen möchten – um dadurch auf (fast) alle Eventualitäten vorbereitet zu sein – unterstützen wir Sie sehr gerne!

 

[1] Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage (2020) Corona-Krise gemeinsam bewältigen, Resilienz und Wachstum Stärken. Jahresprognose. Verfügbar unter: https://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/gutachten/jg202021/JG202021_Gesamtausgabe.pdf

Diesen Monat für Sie entworfen:

Sebastian Haidn
Key Account Manager Digitalisierung
Sebastian.Haidn @dr-schauer.de

 

 

Michaela Pollak
Key Account Manager Digitalisierung
Michaela.Pollak @dr-schauer.de

 

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


Telemedizinische Patientenversorgung  – Videosprechstunden in Ihrer Praxis

In der aktuellen Studie „Healthcare-Barometer 2020“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH wurde die Einschätzung von Versicherten zu der Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung im Bereich des Gesundheitswesens ermittelt. Es ist festzustellen, dass sich bereits jede/r zweite/r Bundesbürger/in vorstellen kann, eine Videosprechstunde statt eines persönlichen Besuchs in der Praxis in Anspruch zu nehmen. Besonders unter 55-jährige zeigen sich gegenüber einer Videosprechstunde aufgeschlossen. ¹

Es wird ersichtlich, dass der Wunsch von Patientinnen und Patienten nach Videosprechstunden gegeben ist. Auch wenn derzeit die Angst vor einer Corona-Infektion oftmals der Anlass für einen „digitalen Arztbesuch“ ist, sind auch die anderen Gründe für die Wahl einer Videosprechstunde nicht vernachlässigbar. So gaben zum Zeitpunkt der Erhebung rund 54% der Befragten an, die Videosprechstunde aufgrund der schnellen ärztlichen Beratung gewählt zu haben. Für Ihre Patientinnen und Patienten können Sie durch die Einrichtung eines „digitalen Arztbesuches“ weitere Handlungsmotive und Vorteile ergeben (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Gründe für die Nutzung einer Video-Sprechstunde. (Statista GmbH, 2020) ²

 

Die Einrichtung einer telemedizinisch gestützten Patientenversorgung bietet auch zahlreiche Vorteile für Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Positionieren Sie sich als innovativer Arzt und bleiben Sie am Puls der Zeit. Durch die Telemedizin können Sie Ihren Patientinnen und Patienten eine moderne ärztliche Versorgung bieten und ortsunabhängig zur Verfügung stehen.

Um Videosprechstunden in Ihrer Praxis nachhaltig zu etablieren wird empfohlen, verbindliche Videosprechzeitstunden festzulegen. Dies kann beispielsweise so integriert werden, dass eine Buchung direkt über Ihre Homepage möglich ist. Ebenso bedarf es einiger Voraussetzungen, die ihrerseits erfüllt werden müssen. Gerne möchten wir Ihnen einen kurzen Einblick in die wichtigsten Punkte geben:

 

Technische Voraussetzungen

  • Anzeige bei Ihrer KV, dass Sie einen zertifizierten Videodienstanbieter nutzen
  • Ende-zu-Ende Verschlüsselung
  • Einhaltung und Gewährleistung der Schweigepflicht und der Datensicherheit

 

Aufklärung Fernbehandlung

  • Patienten und Patientinnen müssen neben der allgemeinen Bestimmung über die Fernbehandlung aufgeklärt werden, somit müssen unter anderem folgende Regelungen eingehalten werden:
  • Vor der ersten Videosprechstunde muss der Patient seine Einwilligung erklären – je nach System ist dies teilweise dirket über den Videodienstanbieter möglich
  • Bei bisher unbekannten Patienten muss zunächst die Identität des Patienten geprüft werden. Hierfür hält der Patient die elektronische Gesundheitskarte in die Kamera und bestätigt mündlich das Bestehen des Versicherungsschutzes.
  • Detaillierte Informationen erhalten Sie in dem Dokument der KBV „Anlage 4b Vereinbarung Authentifizierung Fernbehandlung“ unter: https://www.kbv.de/media/sp/Anlage_4b_Authentifizierung_Fernbehandlung.pdf

 

Fachliche Voraussetzungen

  • Videosprechstunden dürfen nur von bestimmten Arztgruppen und für bestimmte Indikationen eingesetzt werden (vgl. auch Link weiter unten)
  • Dazu zählen Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte sowie bestimmte Fachgruppen wie Orthopäden, Gynäkologen oder Dermatologen

 

Abrechnung

  • Arztpraxen erhalten für jede Videosprechstunde einen Technikzuschlag von 4,21 Euro (GOP 01450, Bewertung: 40 Punkte). Dieser wird für bis zu 50 Videosprechstunden im Quartal gezahlt
  • Besucht der Patient in einem Quartal ausschließlich die Videosprechstunde, ist die Abrechnung mit der GOP 88220 zu kennzeichnen
  • Grund-, Versicherten- und Konsiliarpauschale:
  • Für Videosprechstunden wird die jeweilige Grund-, Versicherten- oder Konsiliarpauschale abgerechnet
  • Zuschläge können unter den jeweiligen Voraussetzungen angesetzt werden (bsp: fachliche Grundversorgung, konservativ tätige Augenärzte, etc.)
  • Für Fälle, bei denen der Patient in einem Quartal nicht persönlich die Praxis aufsucht und nur über Video behandelt wird, wird durch die KV ein fachgruppenspezifischer, prozentualer Abschlag auf die Pauschale/den jeweiligen Zuschlag vorgenommen.
  • Eine detaillierte Übersicht zur Vergütung von Videosprechstunden finden Sie unter https://www.kbv.de/media/sp/Videosprechstunde__uebersicht_Verguetung.pdf
  • Für die Authentifizierung neuer Patienten können Sie über die GOP 01444 einen Zuschlag abrechnen

 

Alle vorstehenden Angaben sind naturgemäß ohne Gewähr. Weitere Voraussetzungen für die telemedizinisch gestützte Betreuung von Patientinnen und Patienten finden Sie auf der Homepage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unter https://www.kbv.de/html/videosprechstunde.php. Wir empfehlen zudem im Vorfeld ein Beratungsgespräch mit der KV.

Nähere Informationen zu der Umsetzung von Videosprechstunden in der Praxis sowie eine Liste der zertifizierten Videoanbieter finden Sie auf der Webseite der Bundesärztekammer oder unter https://www.kbv.de/media/sp/Liste_zertifizierte-Videodienstanbieter.pdf.

Sie möchten Ihre Praxis für Videosprechstunden einrichten und benötigen Unterstützung bei der Finanzierung Ihres Digitalisierungsprojektes?

Gerne stehen wir Ihnen zur Seite und begleiten Sie in eine digitale Zukunft.

Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Schritt in Richtung Digitalisierung.

 

 

¹ PricewaterhouseCoopers GmbH (2020). Healthcare-Barometer 2020. Abgerufen am 13.10.2020

² Abgerufen am 13.10.2020. Verfügbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1132238/umfrage/nutzungsgruende-von-video-sprechstunden/#professional

Diesen Monat für Sie entworfen:

Sebastian Haidn
Key Account Manager Digitalisierung
Sebastian.Haidn @dr-schauer.de

 

 

Michaela Pollak
Key Account Manager Digitalisierung
Michaela.Pollak @dr-schauer.de

 

 

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

Melanie Knöpfle
Bachelor of Arts in Business
Bankkauffrau

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 

 


 

Neues Förderprogramm „Digital jetzt“ – wir machen Sie digital

Zu den Megatrends 2030 zählen laut der Beratungsfirma Roland Berger unter anderem dynamische Technologien und Innovationen. Dazu zählt beispielsweise die künstliche Intelligenz, welche nachhaltig unser Leben beeinflussen wird. Der digitale Wandel wird die Wirtschaft grundlegend verändern und somit auch das Gesundheitswesen. Videosprechstunden, digitale Krankenakten und voll automatisierte diagnostische Medizinprodukte sind bereits keine Zukunftsvision mehr. Und mittels der Digitalisierung soll der Fortschritt im Gesundheitswesen noch weiter beschleunigt werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ein neues Förderprogramm herausgegeben. Mit dem neuen Programm „Digital jetzt“ sollen kleine und mittelständische Unternehmen unterstützt und angetrieben werden, die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen. Dies erfolgt durch finanzielle Zuschüsse bei Investitionen in digitale Technologien und/oder in die Investition der Mitarbeiterqualifizierung zu Digitalthemen.

Förderungsberechtigt sind dabei mittelständische Unternehmen aus allen Branchen mit drei bis 499 Beschäftigten. Die Betriebstätte oder Niederlassung in der die Investition erfolgen soll, muss dabei den Sitz in Deutschland haben. Außerdem ist hervorzuheben, dass ausschließlich Investitionen gefördert werden, welche zum Zeitpunkt der Förderbewilligung noch nicht getätigt wurden.

Um Ihre Praxis zukunftsfähig zu gestalten, werden derzeit zwei Fördermodule angeboten. Diese beinhalten die folgenden Möglichkeiten hinsichtlich des Förderungsgegenstandes:

 

Modul 1 „Investition in digitale Technologien“

Digitale Technologien sowie die damit verbundenen Prozesse und die Implementierungen:

  • Bestimmte Hard- und Softwarelösungen
  • Künstliche Intelligenz
  • Cloud-Anwendungen
  • Big-Data
  • Hardware wie Sensorik und 3D-Druck
  • IT-Sicherheit
  • Datenschutz

 

Modul 2 „Investition in die Qualifizierung der Mitarbeiter“

Qualifizierungsmaßnahmen in Mitarbeiter im Umgang mit digitalen Technologien:

  • Digitale Basiskompetenzen
  • IT-Sicherheit und Datenschutz
  • Digitale Transformationen
  • Digitale Strategie
  • Digitale Technologien

 

Voraussetzung für beide Module ist unter anderem ein Digitalisierungsplan. Dieser beinhaltet neben dem Status quo des Digitalisierungsgrades innerhalb Ihres Unternehmens, die zu erreichenden Ziele des Investitionsvorhabens sowie eine detaillierte Erläuterung zur Art der Investition. Um die IST-Situation Ihres Digitalisierungsgrades entsprechend zu ermitteln stehen wir Ihnen sehr gerne zur Verfügung. In diesem Zuge können wir in Zusammenarbeit mit Ihnen die Festlegung passender Digitalisierungsmaßnahmen besprechen. Der gemeinsam erstellte Digitalisierungsplan ist im Rahmen der Antragstellung einzureichen. Nach Prüfung und Bewilligung der Antragsunterlagen muss die Umsetzung der gewünschten Investition innerhalb der nächsten zwölf Monate erfolgen. Die Auszahlung der Fördermittel geschieht nach erfolgreicher Prüfung des Verwendungsnachweises und der einzureichenden Unterlagen.

 

Abbildung 1: Quelle: BMWi. Abgerufen am: 08.09.2020

 

Nähere Informationen zu „Digital jetzt“ finden Sie auf der Webseite des BMWi unter https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/digital-jetzt.html.

Gerne beraten wir Sie umfassend zu dem Förderungsprogramm „Digital jetzt“ und unterstützen Sie bei der Antragsstellung.

Wir freuen uns auf einen gemeinsamen Schritt in Richtung Digitalisierung.

Ihre Kanzlei

Dr. Schauer

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Wir befinden uns im Jahr 1351, ein Jahr nachdem Murnau von Ludwig dem Brandenburger das Recht auf den Wochenmarkt bestätigt bekommen hat. Es ist ein heißer Mittwochnachmittag und zahlreiche Menschen drängen sich zwischen einzelnen Marktständen. Unterschiedlichste Waren werden feilgeboten, von Reliquien über Gemüse bis hin zu lebenden Tieren.

Ein ortsansässiger Bader hat beschlossen, ein Ferkel für das Hochzeitsfest seiner Tochter zu erwerben, und verhandelt mit einem Viehhändler über den Preis. Es wird sich schließlich auf 14 Schillinge geeinigt. Während der Bader das Geld aus einem unter der Kleidung versteckten Beutel hervorkramt, weiß der Lehrling des Viehhändlers genau, was er zu tun hat.

Er nimmt einen Leinensack, geht in Richtung Schweinepferch und tut, als würde er das ausgesuchte Tier einfangen. Der Viehhändler verstellt dem Bader gekonnt die Sicht und verwickelt diesen scheinbar beiläufig in ein Gespräch über die neuesten Gerüchte zur Affäre des Erzbischofs mit der Schwester der Königin.

Der Lehrling öffnet flink eine Truhe im inneren des Schweinepferchs, greift nach einem dicken Kater und lässt diesen im Sack verschwinden. Mit einem Grinsen übergibt er den Sack an den Bader. Genau in diesem Moment ertönt über dem Marktplatz ein lautes HAAAAALLLLTTTTTT.

Der Viehhändler erkennt die Stimme, und ihm schwant Schlimmes. Denn der Ruf kam von einem Beamten der örtlichen Marktaufsicht, dem sogenannten Beschauer, oder, wie er der Einfachheit halber von allen genannt wurde: Dem Schauer. Und dieser war bereits mit forschen Schritten in Richtung des Viehhändlers unterwegs.

Die anderen Marktteilnehmer hielten allesamt in ihrem Treiben innen und bildeten angesichts der beeindruckenden Erscheinung des Schauers eine kleine Gasse. Am Stand angekommen nahm er dem Bader den Sack aus den Händen, öffnete ihn und hielt triumphal die Katze in die Luft. Mit lauter Stimme und an die gesamte Marktgemeinde gewandt verkündete er: „Solange ich hier die Aufsicht habe, wird niemandem die Katze im Sack verkauft!!“

Heute, unzählige Generationen später, hat sich am Grundsätzlichen nichts geändert. Die Menschen treiben Handel, machen Geschäfte und nach wie vor wird leider viel zu häufig versucht, dem anderen die Katze im Sack zu verkaufen. Die Katze kann dabei für unterschiedlichste Handelsgegenstände stehen (bzw. diese ersetzen):

Gegenstand des Handels Katze
Guter Gebrauchtwagen mit wenigen Kilometern Tachomanipuliertes Altfahrzeug
Gepflegte Immobilie Immobilie mit Wasserschaden und Nachbarschaftsstreit
Preisgünstige Qualitätskamera Fake-Ebay-Account/Produkt
Gepflegtes Strandhotel Kakerlaken-verseuchte Bruchbude
Solides Unternehmen Nicht übertragbares Geschäftsmodell mit frisierten Kennzahlen und miserabler Umsatzprognose

 

Natürlich können wir Sie nicht bei jedem Geschäft begleiten. Sollte es sich jedoch um den Kauf oder Verkauf eines Unternehmens handeln, sind wir die richtigen Ansprechpartner.

Dabei sehen wir unseren Auftrag durchaus in der vorstehenden Geschichte begründet: Wir sorgen dafür, dass Sie nicht die Katze im Sack kaufen. Denn heutzutage befinden sich, für den Käufer meist nicht ersichtlich, oftmals auch noch ganz andere Sachen in diesem Sack: Steuer- und Rechtsrisiken, internationale Marktentwicklungen, unbekannte Risiken usw.

Es handelt sich also meist nicht nur um eine potentielle Katze, sondern mindestens um zwei, wenn nicht gleich mehrere, ein ganzes Rudel gar! Hier ist interdisziplinäres Expertenwissen unumgänglich. Dazu gehören beispielsweise:

  • Fundierte Vertragsprüfungen
  • Umfassende Due-Diligence-Prüfungen
  • Detaillierte Prüfung der Unternehmenskennzahlen
  • Finanz- und Liquiditätsplanungen inkl. einer fundierten Steuerplanung
  • Darlehensplanungen unter Einbezug privater Rahmenbedingungen (Hauskauf, Privatentnahmen, etc.)

Heute ist es wichtiger denn je, dass jemand einen Blick in den Sack wirft und genau beurteilen kann, ob es sich um eine (mehrere) Katze(n) handelt oder nicht. Und nach wie vor werden wir hier unserem Namen gerecht.

Ihre Kanzlei Dr. Schauer

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Stellen wir uns einen kleinen Bach vor. Mit Forellen, Kaulquappen, Krebsen und Köcherfliegenlarven. Der Bach fließt einen Berg hinunter und mündet in einen See. Das Ufer ist voller Badegäste, es gibt einen Eiswagen und ein kleines blaues Dixi-Klo. Menschen und Tiere genießen die Sonne, die auch dafür sorgt, dass das Wasser des Sees laufend verdunstet. Wasserdampf steigt nach oben, wird vom Wind gegen die Bergflanke gedrückt, steigt dadurch weiter nach oben, kondensiert und fällt schließlich als Regen auf jene Bergflanke. Es sammelt sich in kleinen Rinnsalen die sich weiter unten am Hang zu einem Bach formieren. Jenem Bach, in dem Forellen, Kaulquappen, Krebse und Köcherfliegenlarven leben, der in den See fließt, dort verdunstet, aufsteigt, abregnet, zu einem Bach wird, ….

Bis eines Tages zu viel Wasser verdunstet, weil es sehr heiß ist. Besonders viele Badegäste sind an diesem Tag am See. Es wird geplantscht und gespritzt, was für zusätzliche Verdunstung sorgt. Der Eiswagen ist bald schon ausverkauft, das Dixi-Klo bis zur Oberkante gefüllt. Dann braut sich statt der üblichen Regenwolken ein Gewitter zusammen. Oben am Berg beginnt es heftig zu regnen. Menschen flüchten überhastet in ihre Autos, Donnergrollen, Blitze. Einer der Blitze schlägt in einen Baum direkt neben dem Bach ein. Der Baum fällt quer über den Bach. Geröll staut sich, Äste und Schlamm.

So schnell wie das Gewitter aufgezogen ist, so schnell endet es. Bereits am folgenden Tag läuft alles wieder ganz normal. Zumindest beinahe alles, denn im Bach oberhalb des Sees läuft kein Wasser mehr. Es kommen jedoch nach wie vor Badegäste, Wasser verdunstet, regnet ab, bildet Rinnsale und einen kleinen Bach. Doch der umgestürzte Baum staut das Wasser, unterbricht den Kreislauf. Bereits nach wenigen Wochen ist der See im Tal nur noch halb gefüllt. Algen färben das Wasser grün. Einige Kinder, die, die keinen Pool zuhause haben, spielen dort im Schlamm, wo kurz zuvor noch zwei Meter Wasser standen. Erste Fische schwimmen an der Oberfläche. Der Eisverkäufer ist pleite. Das Dixi-Klo wird von einem Lastwagen abgeholt.

Wahrscheinlich fragen Sie sich jetzt, ob der Autor dieses Textes unter Drogen steht. Nein. Vielmehr soll vorstehende Geschichte greifbar machen, was in einer Krise mit unserem Geld passiert. Dabei verhält es sich ein bisschen so wie mit dem Wasser in vorstehendem Beispiel. Es muss fließen, zirkulieren. Die Coronakrise hat ganze Wirtschaftszweige zum absoluten Stillstand gebracht. Und damit auch die Zirkulation des Geldes. Es wird nicht mehr weitergereicht, ist nicht flüssig, „liquide“. Corona wirkt wie ein riesiger Staudamm. Je länger das Wasser gestaut wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der See umkippt, niemand mehr Eis kauft. Das Geld ist nicht „weg“, es ist oberhalb des Staudamms, wo es langsam versickert und „niemandem“ etwas hilft. Aber schauen wir, wie die Geschichte weitergeht.

Die Gemeinde, zu der der See gehört, verzeichnet starke Einbußen. Keine Touristen  keine Einnahmen. Sie beschließt, frisches Wasser in den See zu pumpen. Grundwasserreserven werden angezapft, Schläuche verlegt und schließlich sprudelt klares Wasser (Anm.: Für nähere Informationen zur Beantragung von Überbrückungshilfe können Sie sich gerne an uns wenden!). Die Fische erholen sich, die Algenblüte geht zurück. Auch Familien, die keinen Pool zuhause haben, kommen wieder an den See. Ein neuer Eiswagen taucht auf (eine internationale Kette hat den insolventen Eismann günstig aufgekauft). Und ein Lastwagen kommt, um ein Dixi-Klo abzuladen. Bei diesem Anblick bricht der örtliche Gemeinderat in Jubel aus und beschließt sich zu betrinken. Es wird geplantscht und gespritzt. Wasser verdunstet, steigt auf, regnet ab, formt Rinnsale und einen kleinen Bach und staut sich am umgestürzten Baum. Bald bilden sich dort kleine Risse…

Selbst wenn Corona vorbei ist, wird es noch eine Zeit dauern, bis das Vertrauen in die Wirtschaft wieder hergestellt ist, das Geld wieder ungehindert zirkuliert. Es bleibt zu hoffen, dass dann nicht eine Inflationswelle über uns hereinbricht, während wir fröhlich plantschen, Eis Essen und Dixi-Klos füllen. Als wäre nie etwas gewesen.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Nasenspray, Ibuprofen, Morphium, Rettungsdarlehen, Soforthilfen, Campingartikel, Suppenküche, Geldpolitik, Verschwörungstheorien, …

Was haben diese Begriffe gemeinsam? Sie stehen für Symptombekämpfung. Dabei geht es nicht zwangsläufig um Corona. Corona legt nur Wunden offen. Markus Söder hat mehrfach betont (im übertragenen und direkten Sinn), wir dürfen nach einer Krankheit nicht zu schnell wieder aufstehen, sonst wird es schlimmer als zuvor. Aber was, wenn das, was wir für die Krankheit halten, eigentlich nur ein Symptom ist? Die wirtschaftliche Symptombekämpfung ist dabei relativ einfältig: Mehr Geld, weniger Regeln. Das ist für eine kurzfristige Brandlöschung in jedem Fall eine gute Maßnahme. Und nach der letzten Finanzkrise war jeder froh, dass alles wieder so weiter gelaufen ist. Die ganze Wirtschaft auf Ibuprofen und LSD. Dabei wird gerne vergessen, dass das Wirtschaftssystem natürliche, mathematische und individuelle Grenzen hat. Die Ungleichheit nimmt seit Jahren kontinuierlich zu (vgl. Piketty und aktuelle Nachrichten), der Absatz mit Campingartikeln in den USA boomt zu Krisenzeiten, nicht weil die Menschen dann gerne verreisen, sondern keine Wohnung mehr haben. Riesige Geldmengen werden in die Märkte gepumpt und finden sich in der ein oder anderen Palmölplantage wieder (ich gebe zu: auch ich esse gerne Nutella). Der Patient wird, koste es was es wolle, am Leben gehalten. Allerdings wird auf individueller, nationaler und internationaler Ebene kontinuierlich vernachlässigt (eher „vergessen“ vgl. Kahneman), in guten Zeiten für die schlechten Zeiten einen Plan B zu schaffen – Prophylaxe zu betreiben. Wir (Nordeuropa) haben die einzigartige Position, auf einen vollen Medikamentenschrank zurückgreifen zu können. Wir können Nasenspray pumpen, bis keine Schleimhäute mehr übrig sind. Doch auch dieser Vorrat kann irgendwann zur Neige gehen. Zudem wird mehr und mehr deutlich, dass wir in einer international vernetzten Wirtschaft auch von der Situation in anderen Ländern abhängig sind.

Was haben Steuern mit all dem zu tun? Einiges. Zunächst werden Sie natürlich als Symptombekämpfung eingesetzt (Mehrwertsteuer). Aber eigentlich haben Sie eine viel wichtigere Rolle: Ein wichtiger Grund dafür, weshalb Deutschland die Krise vergleichsweise sehr gut meistert, besteht in unserem Steuersystem. Es sind die von uns allen gebildeten Rücklagen, auf die wir aktuell zurückgreifen. Sie sagen: Ich habe nichts davon, weder Kurzarbeitergeld noch sonstiges. Doch der Grund, weshalb Ihr Unternehmen (hoffentlich) durch die Krise kommt, ist, dass Menschen Ihr Angebot weiterhin in Anspruch nehmen. Die Menschen „konsumieren“ weiterhin, weil sie vertrauen haben, und noch viel wichtiger: Weil sie weiterhin Geld haben. Trotz vielen unsinnigen Gesetzen, Entscheidungen und Regelungen: Der Grundgedanke hinter unserem Steuersystem ist ein System der Solidarität, der (zumindest teilweisen) Gleichheit, der sozialen Gerechtigkeit. Dies geht weit über Symptombekämpfung hinaus. Es ist ein elementarer Baustein zur vollständigen Krankheitsbekämpfung.

Auf nationaler und internationaler Ebene zeigt sich dabei immer deutlicher: Nur koordinierte Maßnahmenpakete aus steuerlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Maßnahmen können zum Erfolg führen. Dies setzt ein hohes Maß an Kommunikation, Organisation und offener Diskussion voraus. Werte die auch wir in der Kanzlei leben, um Ihnen einen optimalen Beratungsansatz zu bieten. Denn letzten Endes ist die Zukunft eines jeden einzelnen die Basis für die Zukunft aller. Hoffentlich eine Zukunft ohne Nasenspray und Soforthilfen.

Diesen Monat für Sie entworfen:

Benedikt Glück
Wirtschaftsingenieur
benedikt.glueck@dr-schauer.de

 

 

Florian Bumberger
Wirtschaftsfachwirt
Bankkaufmann
florian.bumberger@dr-schauer.de

 

 

Nicole Kaminski
Bankkauffrau
nicole.kaminski@dr-schauer.de

 

 

 

 


 

Es war einmal…

Es war einmal… So fangen Märchen an. Geschichten, meistens mit einem Happy End versehen. Die Handlung ist dabei eine logische Abfolge einzelner Episoden. Und damit unterscheiden sich diese Geschichten nur bedingt von dem, was wir als unsere Geschichte bezeichnen.

Logisch, dass die Dampfmaschine, das Erdöl, das Internet eine industrielle Revolution hervorgerufen haben. Logisch, dass der Erste und Zweite Weltkrieg ausbrechen mussten. Aus dem aktuellen Moment betrachtet sehen die Dinge jedoch oftmals alles andere als logisch aus: Noch 1993 hat Bill Gates gesagt, dass das Internet nur ein Hype sei. Sehr aufschlussreich sind auch Tagebuch- und Zeitzeugenberichte aus Paris einen Tag vor dem Einmarsch der Deutschen. In zehn Jahren wird irgendjemand über das Jahr 2020 schreiben: „Logisch, dass sich die Lage nach Corona schnell wieder erholt hat. Die Infrastruktur, das Kapital, die Arbeitskräfte, all das war ja nach wie vor verfügbar…“ Oder er wird schreiben: „Logisch, dass es nach Corona eine globale Rezession unbekannten Ausmaßes gegeben hat. Viele betroffene Staaten waren bereits stark überschuldet…“

Fakt ist – entgegen unserer (kognitiv bedingten) Vorliebe, alles in logische Zusammenhänge und eingängige Geschichten zu ordnen -, dass die tatsächliche Geschichte höchst disruptiv und in keiner Weise logisch verläuft. Wir betrachten unseren Alltag als „normal“, einen Alltag, den es in vergleichbarer Weise in 99,99% der Menschheitsgeschichte so nicht gegeben hat. Wir betrachten unser Wirtschaftssystem als alternativlos, ein System, das gerade Mal ein paar Jahrzehnte „getestet“ wird. Und dann kommt Corona und stellt alles in Frage. Dabei wollen wir doch nur eines: Weiterhin Oktoberfest, weiterhin Gesundheit, weiterhin einkaufen gehen, weiterhin in den Urlaub fahren. Die Wünsche in anderen Teilen der Welt sind dabei wesentlich elementarer: Jeden Tag etwas zu essen, zum Beispiel.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: Ratlos. Virologen: Ratlos. Politiker: Ratlos. Und dennoch, die Geschichte schreibt sich ohne Rücksicht auf Verluste weiter. Es ist das Offensichtlichwerden des Chaos genau in den Momenten, in denen das „Normale“ endet, was vielerorts für erhebliche Verunsicherung sorgt. Doch auch der Umgang mit dem Chaos kann geübt werden. Zum Beispiel, indem „normal“ eine größere Bandbreite erhält. Der Sachverständigenrat macht es mit seiner Szenario-Berechnung vor. Wir haben keine Ahnung was kommt: Schauen wir uns unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten an und verschließen die Augen nicht vor dem worst-case. Herausgekommen sind wenig einfallsreiche Namen wie „Basisszenario“, „ausgeprägtes V“ und „langes U“.

Es sind diese Kurven, an denen sich derzeit auch die meisten individuellen Finanzplanungen orientieren. Wichtig ist dabei vor allem zu berücksichtigen:

  1. Wir wissen es nicht: Es muss schnell und einfach möglich sein, Kredite auszuweiten oder zurück zu führen.
  2. Wenn das Dach brennt, hat man das Wasser im Keller: Es muss dringend eine entsprechende/ langfristige Kredit-Rückführung geplant werden.
  3. Die getroffenen Maßnahmen sollten laufend geprüft und an die aktuelle Situation angepasst werden.
  4. Ein rechtzeitiges Einschätzen möglicher Entwicklungen ist besser, als zu lange zu warten.

Letzten Endes bleibt uns nichts, als die Unsicherheit (die eigentlich laufend existiert, jedoch nicht wahrgenommen wird) zu akzeptieren. Das heißt nicht, dass wir keine positive Zukunft erwarten dürfen (sonst bricht unser Kreditsystem zusammen). Vielmehr sollten wir uns jedoch darauf konzentrieren, JETZT das „Beste“ aus unserer Situation zu machen – für uns und die Menschen um uns herum. Denn eines mussten wir schmerzhaft lernen: Niemand weiß was kommt, und alles, was bleiben wird, ist eine Geschichte, die irgendwann endet. Vielleicht mit einem Happy End.