Aus der Kanzlei im Juli 2020

 

Neue Mitarbeiter

 

Wir begrüßen zum 24.06.2020 ganz herzlich Frau Jana Schöber in unserem Lohnteam.

 

 

 

 

 

Wir begrüßen außerdem zum 01.07.2020 ganz herzlich Herrn Michael Rappensberger im Team von Martina Franke.

 

 

 

 

 

 

 

Publikationen

Anbei ein interessantes Fachthema von Herr Prof. Dr. Kastenbauer erschienen in der NWB 2020, Seite 2106 ff.

„Die Scheinselbständigkeit des „freien“ Mitarbeiters ist keine Einbahnstraße“

 

 

 

 

 

 

Newsletter vom 20.07.2020

 

Im Rahmen eines Vortrages eines Mitarbeiters der bayerischen Staatskanzlei fiel die Aussage, sollte es zu einer weiteren Welle der Corona-Infektionen kommen, wüsste man nun besser, wie man dieser begegnet.

So geht es vermutlich vielen von uns in die Zukunft betrachtet. In der Vergangenheit war das jedoch ganz und gar nicht der Fall, was auch der Vortragende aus Landesregierungssicht zwischen den Zeilen bestätigte. Niemand konnte absehen, was in welcher Art und Weise uns treffen wird. Ängste auch um unsere wirtschaftliche Gesundheit drängten uns zum Handeln. Seitens der Regierung und Politik wurden auf dem kurzen Dienstweg Soforthilfen und andere Unterstützungen wie Kurzarbeitergeld teils extra optimiert zur Verfügung gestellt.

Die entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen waren zwar bekannt, jedoch vielleicht in ihrer Tragweite und auch strafrechtlichen Konsequenz aufgrund der bestehenden Unsicherheit nicht vollständig umfasst. Nun kommen vermehrt Fragen auf, wie am besten nun gehandelt werden kann, wenn ursprünglich angenommene Szenarien sich nicht in der Form bewahrheiteten und in Anspruch genommene Leistungen daher nicht erforderlich waren.

Im Folgenden erhalten Sie einen Leitfaden von unserem Kooperationspartner, Herrn Rechtsanwalt Rüdiger Weidhaas, Fachanwalt für Strafrecht, bezogen auf exemplarische Staatsleistungen, die unseres Erachtens am meisten in Anspruch genommen wurden.

1. Corona Soforthilfeprogramm des Bundes

Das Soforthilfeprogramm des Bundes war für Selbstständige, Angehörige freier Berufe und kleine Unternehmen mit bis 10 Beschäftigten ausgerichtet. Je nach Betriebsgröße beträgt die Zahlung 9.000,00 € oder 15.000,00 €.

Zu dem Soforthilfeprogramm gab es Merkblätter und so genannte FAQ. Dort und in dem Antrag befanden sich Hinweise, dass falsche oder unvollständige Angaben, oder falls Mitteilungen über Änderungen in den Angaben unterlassen werden, zu einer Strafbarkeit gem. § 264 StGB (Subventionsbetrug) führen kann.

2. Kurzarbeitergeld 

Weiterhin sah das Soforthilfeprogramm der Bundesregierung (optimiertes/angepasstes) Kurzarbeitergeld vor.

Um es vorwegzunehmen, Angaben im Zusammenhang mit der Beantragung des Kurzarbeitergeldes dürften den Tatbestand des Subventionsbetrug nicht erfüllen können. Denkbar wäre je nach Fallgestaltung eine Strafbarkeit gem. § 263 StGB (Betrug).

3.   KfW – Coronahilfe

a) KfW-Schnellkredit

Mit dem Kredit sollen Investitionen und Betriebsmittel gefördert werden, wobei der Kreditbetrag bis zu 800.000,00 € betragen kann. Der Kredit wird zu einem Sollzins von 3% p.a. bei einer Laufzeit von 10 Jahren verzinst, wobei die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zu 100% das Bankenrisiko übernimmt.

Die Beantragung des Kredits erfolgte über einen Finanzierungspartner, meist wird dies die Hausbank gewesen sein. Der Finanzierungspartner übernimmt die Abwicklung der Aus- und Rückzahlung des Kredits. Vor dem Hintergrund der Haftungsfreistellung durch die KfW erfolgt dort keine Risikoprüfung durch den Finanzierungspartner. Der Finanzierungspartner überprüft die Angaben des Kreditsuchenden zur Anzahl der Mitarbeiter, dem Jahresumsatz, der Gewinnerzielung und zur Legitimation. Wenn und insoweit hier falsche oder unvollständige Angaben gemacht wurden, droht grundsätzlich ein Strafbarkeitsrisiko gem. § 264 StGB (Subventionsbetrug).

b) KfW-Unternehmerkredit

Mit dem KfW-Unternehmerkredit werden Unternehmen und Freiberufler gefördert, die seit mind. 5 Jahren am Markt aktiv sind. Das Prozedere entspricht im Übrigen dem beim KfW-Schnellkredit mit dem nichtunerheblichen Unterschied, dass hier die KfW-Bank nur maximal bis 90% des Haftungsrisikos übernimmt. Da somit ein Restrisiko bei dem Finanzierungspartner verbleibt, findet eine umfangreichere Prüfung der Kreditwürdigkeit und der Kreditunterlagen statt. Damit einhergehend erhöht sich das Risiko einer Strafbarkeit gem. § 264 StGB (Subventionsbetrug).

4. Eine Strafbarkeit gem. § 264 StGB (Subventionsbetrug) tritt ein, wenn in Bezug auf subventionserhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Tatsachen vorgetragen wurden. Die nämliche Strafbarkeit tritt ein, oder die Verwendung der Geldmittel entgegen einer Verwendungsbeschränkung eingesetzt wurden.

a) Unrichtige Angaben
Unrichtig ist eine Angabe dann, wenn sie objektiv nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmt.

b) Unvollständige Angaben
Unvollständig sind Angaben dann, wenn sie einen einheitlichen Lebenssachverhalt nur teilweise und damit entstellt wiedergeben, so dass ein falsches Gesamtbild über die subventionserhebliche Tatsache vermittelt wird.

5. Zwischenergebnis

Als Zwischenergebnis kann festgehalten werden, dass unrichtige Angaben, bezogen auf subventionsrelevante Tatsachen, dazu führen, den Tatbestand des § 264 StGB (Subventionsbetrug) zu erfüllen.

Hinzukommt der Sonderfall, auf den hier jedoch nicht näher eingegangen werden soll, dass im Zusammenhang mit derartigen Corona Hilfsmaßnahmen ausgezahlte Gelder nicht beliebig, sondern nur für den Subventionszweck, nämlich die Beseitigung von Liquiditätsinteressen, verwandt werden durften.

Hinzukommt ebenso, dass sowohl das Schweigen subventionserheblicher Tatsachen als echtes Unterlassungsdelikt (§ 264 I 3 StGB), als auch der Gebrauch unrechtmäßig erlangter Bescheinigungen (§ 264 I 4 StGB) als Tathandlung in Betracht kommen.

6. Aufklärung des konkreten Sachverhaltes

Ob tatsächlich falsche Tatsachen behauptet wurden, hängt im Weiteren davon ab, wie konkret die Antragsformulare, die beigegebenen Merkblätter u.ä. ausgestaltet sind.
Hier ist eine pauschale Einschätzung nicht möglich.
Die erst in der Zukunft liegende Erwartung, „wonach der Antragssteller im Zeitpunkt des Zugangs des Antrags noch gar nicht genau absehen kann, ob voraussichtlich die fortlaufenden Einnahmen ausreichen, um die laufenden Ausgaben zu tilgen“, ist eine der spannenderen Fragen. Denn hierbei handelt um eine zukunftsbezogene Einschätzung, die nicht dem Tatsachenbegriff unterfallen dürfte.

Allerdings wird man hier – wenn überhaupt – jeden Einzelfall gesondert zu prüfen haben, so dass allgemeine Aussagen nicht getroffen werden können.

7. Strafbefreiende Selbstanzeige

Im Gegensatz zum Steuerrecht kennt das allgemeine Strafrecht keine Möglichkeit, im Nachhinein Strafbefreiung zu erlangen, in dem man die ursprünglich falschen Angaben korrigiert.

Daraus folgt, dass bei der sicherlich unverzüglich (!) gebotenen Rückführung zweifelhaft oder zu Unrecht erhaltener Zahlungen der Berater in besonderer Weise gefordert ist, den Subventionsempfänger zu beraten. Führen Sie daher bitte nicht persönlich und/oder ohne Ihren Berater entsprechende Gespräche.

Es gilt nämlich zu vermeiden, dass durch ungeschickte Formulierungen beim Erklärungsempfänger der Eindruck entsteht, in der Vergangenheit haben Sie in Bezug auf subventionserhebliche Tatsachen falsche oder unvollständige Angaben gemacht.

Die Beratungspraxis wird jedoch im Ergebnis nicht umhinkommen – auch auf die Gefahr hin, dass sich staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren anschließen –, den dringenden Rat zu geben, zum frühestmöglichen Zeitpunkt, mithin vorzeitig, die Gelder wieder zurückzuführen. Aussitzen ist keine Option, da Veränderungen im (angenommen) Sachverhalt mitzuteilen sind.

Wie oben bereits angedeutet, dürfte es sich bei der Einschätzung der zukünftigen Entwicklung nicht um eine Tatsache im Rechtssinne handeln. Dies umso weniger, als im damaligen Zeitpunkt niemand wissen konnte, wie sich die ganze Corona Situation auf die Möglichkeit, Erträge zu erzielen, auswirken würde. Aber sobald erkennbar wird, dass die früher einmal befürchteten negativen Entwicklungen nicht eingetreten sind – warum auch immer –, sollten Gespräche mit den die Förderung ausgerichtet habenden Institutionen zur Rückführung geführt werden. Gerade hier bei Einleitung der Rückzahlung muss sehr umsichtig agiert werden.

8. Fazit 

Es ist an dieser Stelle nochmals und abschließend zu betonen, dass hierbei die allergrößte Vorsicht geboten ist und generell davon abzuraten ist, dass Sie diese Gespräche allein führen, oder bei den Gesprächen anwesend sind.

Sprechen Sie uns gerne an,  wir sehen es als unsere Aufgabe soweit es für uns möglich ist, Sie jederzeit zu unterstützen um diplomatisch die Rückführung der möglicherweise zu Unrecht erhaltenen Subventionen, oder auch nur diejenigen Subventionen zurückzuzahlen, bei denen mittlerweile feststeht, dass die Entwicklungen, die die Subventionen hätten abwenden oder abfedern sollen, später nicht oder doch nicht in dem Umfang eingetreten sind, wie früher befürchtet.

(Nur) so lässt sich die Hoffnung begründen, es werde nicht zu der eigentlich gebotenen Einleitung eines staatsanwaltlichen Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts eines Subventionsbetruges kommen.

Bei Rückfragen hierzu wenden Sie sich gerne an Herrn Rechtsanwalt Rüdiger Weidhaas, Fachanwalt für Strafrecht – Tel. 06322 / 95035 – 0, Email: rechtsanwalt@weidhaas.de sowie an jeden Ihnen bekannten Fachanwalt für Strafrecht.

Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

Sprechen Sie uns gerne an und – bleiben Sie gesund!

Newsletter vom 09.07.2020

 

Inzwischen werden zwar viele Beschränkungen wieder gelockert, aber bei zahlreichen Unternehmen ist der Geschäftsbetrieb aufgrund der Corona-Krise immer noch ganz oder teilweise eingeschränkt.

Um gefährdeten Unternehmen im Zeitraum von Juni bis August 2020 zu helfen, wurde eine Überbrückungshilfe beschlossen. Diese kann ab morgen, den 10.7.2020 beantragt werden.

Die Auszahlungen sollen voraussichtlich ab dem 24. Juli 2020 anlaufen.

Mit der Überbrückungshilfe soll kleinen und mittelständischen Unternehmen, die unmittelbar oder mittelbar durch Corona-bedingte Auflagen oder Schließungen betroffen sind, daher für die Monate Juni bis August 2020 eine weitergehende Liquiditätshilfe gewährt werden. Damit schließt das neue Programm zeitlich an das Soforthilfeprogramm der Bundesregierung (März bis Mai 2020) an.

Die Antragsfristen für die Überbrückungshilfen enden jeweils spätestens am 31.08.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020.

Die als Überbrückungshilfe bezogenen Leistungen sind steuerbar und nach den allgemeinen steuerrechtlichen Regelungen im Rahmen der Gewinnermittlung zu berücksichtigen.

1. Wer ist antragsberechtigt ?

Antragsberechtigt sind

🔶 Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren und soweit sie ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten;

🔶 Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb

Eine Einstellung der Geschäftstätigkeit vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Krise wird angenommen, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist.

Antragsberechtigt sind auch im obigen Sinne von der Corona-Krise betroffene gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, unabhängig von ihrer Rechtsform, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind (z. B. Jugendbildungsstätten, überbetriebliche Berufsbildungsstätten, Familienferienstätten). Bei diesen Unternehmen und Organisationen wird statt auf die Umsätze auf die Einnahmen (am Markt erzielten Umsätze, Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuwendungen der öffentlichen Hand) abgestellt.

2. Wann ist die Antragstellung ausgeschlossen ?

Bei folgenden Fällen kann kein Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt werden:

  • nicht bei einem deutschen Finanzamt angemeldet,
  • keine inländische Betriebsstätte oder Sitz,
  • am 31.12.2019 bestanden bereits wirtschaftliche Schwierigkeiten,
  • Gründung erst nach dem 31.10.2019,
  • Freiberuflichkeit bzw. Soloselbstständigkeit nur im Nebenerwerb
  • gemeinnütziges Unternehmen, das zugleich ein öffentliches Unternehmen ist
  • qualifiziert für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds (in den letzten beiden bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 1.1.2020 mehr als 43 Mio. EUR Bilanzsumme und mehr als 50 Mio. EUR Umsatzerlöse).

3. Welche Kosten sind förderfähig ?

Erstattungsfähig sind immer nur fortlaufende, im Leistungszeitraum anfallende betriebliche Fixkosten.

1. Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen. Kosten für Privaträume sind nicht förderfähig.

2. Weitere Mietkosten

3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen

4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten

5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV

6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen

7. Grundsteuern

8. Betriebliche Lizenzgebühren

9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben

10. Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen

11. Kosten für Auszubildende

12. Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 Prozent der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.

13. Um der besonderen Betroffenheit der Reisebüros angemessen Rechnung zu tragen, sind auch Provisionen, die Inhaber von Reisebüros den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben, den Fixkosten nach Nr. 1 bis 12 gleichgestellt.

Alle bisher aufgeführten Positionen mit Ausnahme der Kosten für Hygienemaßnahmen müssen vor dem 01. März 2020 begründet worden sein.

Hinweis: Lebenshaltungskosten, private Mieten, ein Unternehmerlohn sowie Zahlungen an verbundene Unternehmen sind nicht förderfähig.

4. In welcher Höhe wird gefördert ?

Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil der Fixkosten, abhängig von der Intensität des Umsatzseinbruchs im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat:

Umsatzeinbruch mehr als 70 %        –    Erstattung der Fixkosten zu 80 %
Umsatzeinbruch zw. 70 % und 50 %  –   Erstattung der Fixkosten zu 50 %
Umsatzeinbruch unter 50 % bis 40 % –  Erstattung der Fixkosten zu 40 %

Die Berechnung wird dabei jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 40 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe für den jeweiligen Fördermonat.

Die maximale Förderung beträgt 50.000 EUR pro Monat. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 3.000 EUR pro Monat, bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten 5.000 EUR pro Monat. Die maximalen Erstattungsbeträge für kleine Unternehmen können in begründeten Ausnahmefällen überschritten werden. Unternehmerlohn ist nicht förderfähig.

Hinweis: Stellt sich im Nachhinein heraus, dass der tatsächliche Umsatz höher war als bei Antragstellung erwartet wurde und ist in Folge dessen zu viel Überbrückungshilfe ausgezahlt worden, muss diese zurückgezahlt werden.

5. Wer stellt den Antrag auf Überbrückungshilfe ?

Der Antrag auf Überbrückungshilfe kann ausschließlich durch einen Steuerberater, Wirtschafsprüfer oder vereidigten Buchprüfer im Auftrag des Mandanten gestellt werden. Die Antragstellung sowie das Einreichen der erforderlichen Unterlagen erfolgt elektronisch. Die Entscheidung über die Bewilligung ist Aufgabe der Bewilligungsstellen der Bundesländer. Ein Rechtsanspruch auf die Überbrückungshilfe besteht nicht.

Wenden Sie sich gerne und jederzeit an uns wenn wir Sie diesbezüglich unterstützen und Ihnen dadurch behilflich sein können. Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Alle Informationen und Angaben in diesem Newsletter haben wir nach bestem Wissen zusammengestellt. Sie erfolgen jedoch ohne Gewähr. Die Informationen in diesem Newsletter sind als alleinige Handlungsgrundlage nicht geeignet und können eine konkrete Beratung im Einzelfall nicht ersetzen. Wir bitten Sie, sich für eine verbindliche Beratung bei Bedarf direkt mit uns in Verbindung zu setzen.

Sprechen Sie uns gerne an und – bleiben Sie gesund!

 Aus der Kanzlei im Juni 2020

 

Neue Mitarbeiterin

 

Wir begrüßen zum 02.06.2020 ganz herzlich Frau Astrid Schessl, als Steuerberaterin im Team von Frau Katharina Goy am Standort in Murnau.

 

 

 

 

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Newsletter vom 22.06.2020

 

Welche finanziellen Folgen hat die Coronakrise für die Praxen? Die KV wird Ausgleichzahlungen leisten, so dass der Verlust für niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten deutlich gemindert wird. Wichtig ist,dass Praxen nachweisen können, dass sie während der Krise nicht grundlos „vom Netz“ gegangen sind.

Der Gesetzgeber hat zum einen die Möglichkeit eröffnet, über den Honorar-verteilungsmaßstab (HVM) Pandemie-bedingte Hilfsmaßnahmen zu ergreifen. Im HVM geht es dabei um Leistungen, die innerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) erstattet werden. Dies sind zum Beispiel Leistungen, die im Rahmen der Obergrenze aus RLV und QZV oder über Leistungstöpfe vergütet werden.

Zum anderen sieht das Gesetz befristete Ausgleichszahlungen für Honorarverluste vor, die bei Leistungen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung entstehen (z.B. für antrags- und genehmigungspflichtige Leistungen nach Abschnitt 35.2 EBM, ambulante Operationen).

1. Corona-Schutzschirm im HVM („MGV-Ausgleich“)

Bei einem Rückgang des Gesamthonorars GKV und des MGV-Honorars im Vergleich
zum Vorjahresquartal und Vorliegen weiterer Voraussetzungen ist ein Honorarausgleich bis zu 90 Prozent des ausgleichsfähigen Honorars des korrespondierenden Vorjahresquartals vorgesehen.

Im HVM wird dabei zwischen der unterschiedlich starken Auswirkung der Pandemie-Situation im ersten und im zweiten Quartal 2020 unterschieden:

a) MGV-Ausgleich Quartal 1/2020 – Antragsverfahren im Einzelfall

Im ersten Quartal 2020 werden pandemiebedingte Honorarrückgänge auf Fachgruppenebene relativ gering ausfallen. Die vorliegenden Frühinformationen aus der Abrechnung 1/2020 bestätigen dies. Eine Corona-bedingt rückläufige Patienten-inanspruchnahme zum Ende des Quartals kann dabei weitgehend durch bereits bestehende HVM-Regelungen kompensiert werden, z.B. durch höhere Quoten in den Leistungstöpfen oder – soweit erforderlich – durch eine Anhebung der RLV- und QZV-Auszahlungsfallwerte auf Fachgruppenebene.

Dennoch wird es auch im Quartal 1/2020 einzelne Praxen geben, die stärker davon betroffen sind, dass Patienten Corona-bedingt den Praxen ferngeblieben sind bzw. die Patienteninanspruchnahme nicht im gewohnten Umfang erfolgt ist. Für diese Einzelfälle ist im HVM die Möglichkeit vorgesehen, einen Antrag auf MGV-Ausgleich zu stellen, um einen Honorarausgleich von bis zu 90 Prozent des ausgleichsfähigen Honorars des korrespondierenden Vorjahresquartals zu erhalten.

Ob ein solcher Antrag erforderlich ist, kann eine Praxis erst nach Vorliegen des Honorarbescheids 1/2020 entscheiden. Der Antrag ist spätestens einen Monat nach Bekanntgabe des Honorarbescheids 1/2020 zu stellen. Ein entsprechendes Antragsformular wird rechtzeitig zum Versand des Honorarbescheids 1/2020 im Internet abrufbar sein.

b) MGV-Ausgleich im Quartal 2/2020 – Automatische Umsetzung / Antrag nur im Einzelfall

Die bislang für das zweite Quartal zu beobachtenden Fallzahlrückgänge aufgrund der Corona- Pandemie werden nach heutiger Einschätzung so erheblich sein, dass allein mit den bisherigen Regelungen des HVM den daraus drohenden MGV-Honorarrückgängen in den Praxen nicht ausreichend begegnet werden kann. Im HVM wurde daher eine Ausgleichsregelung aufgenommen, die grundsätzlich automatisch ohne Antragsnotwendigkeit umgesetzt wird.

Die automatische Umsetzung zur Ausgleichsregelung erfolgt im Vergleich zum Vorjahresquartal bei unveränderten Praxiskonstellationen. Ebenfalls von der automatischen Umsetzung umfasst sind Praxen, bei denen es im Vergleich zum Vorjahresquartal lediglich zu Änderungen im Tätigkeitsumfang bei den angestellten Ärzten einer Fachgruppe gekommen ist oder eine bisher noch nicht in der Arztpraxis vertretene Fachgruppe sich anschließt.

In diesen Fällen wird eine Vergleichbarkeit zwischen dem Quartal 2/2019 und 2/2020 rechnerisch durch entsprechende Anpassungsfaktoren hergestellt. Auch für Neupraxen und Praxen ohne ein korrespondierendes Vorjahresquartal ist eine automatische Umsetzung durch Ansatz der durchschnittlichen Ausgleichszahlung in der jeweiligen Fachgruppe vorgesehen. In diesen Fällen ist ein Antrag also grundsätzlich nicht notwendig. Immer erforderlich ist jedoch das Meldeformular zur Kausalität.

Wir gehen davon aus, dass auf diesem Weg ein Großteil der Praxen im Hinblick auf einen möglichen MGV-Ausgleich überprüft werden kann. Ziel ist es, die automatische HVM- Ausgleichsregelung zeitnah zum Honorarbescheid 2/2020 umzusetzen.
Für Änderungen, die nicht automatisch berücksichtigt werden können und für bestimmte Einzelfälle (z.B. Praxisübernahmen) ist auch für das Quartal 2/2020 die Möglichkeit eines Antragsverfahrens vorgesehen.

Wichtiger Hinweis:
Ab Mitte der 26. Kalenderwoche finden Sie Informationen und Aktualisierungen zum
Corona-Schutzschirm auch unter www.kvb.de in der Rubrik Abrechnung/ Honorar/ Ausgleich Corona. Dort wird die KVB rechtzeitig zum Versand des Honorarbescheids 1/2020 auch die entsprechenden Antragsformulare einstellen.

2. Corona-Schutzschirm für extrabudgetäre Leistungen („EGV-Ausgleich“)

Neben dem im HVM geregelten MGV-Ausgleich ist vom Gesetzgeber eine Ausgleichszahlung für Leistungen außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung vorgesehen (EGV – Ausgleich).

Auch im Rahmen der EGV ist bei einem entsprechenden Honorarrückgang und Vorliegen weiterer Voraussetzungen ein Honorarausgleich bis zu 90 Prozent des ausgleichsfähigen Honorars des korrespondierenden Vorjahresquartals vorgesehen. Das Ziel ist auch hier eine größtenteils automatische Umsetzung ohne Antragsnotwendigkeit. Sobald Ergebnisse vorliegen, werden wir Sie entsprechend informieren.

Bei unseren Newsletter handelt es sich um eine erste Übersicht zu dieser Thematik. Nähere Details und Aktualisierungen hierzu finden Sie ab Mitte dieser Woche unter www.kvb.de in der Rubrik Abrechnung/Honorar/Ausgleich Corona.

Bei Rückfragen hierzu stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

Sprechen Sie uns gerne an und – bleiben Sie gesund!

Newsletter vom 05.06.2020

 

Angesichts der Corona-Krise ist die Wirtschaftsleistung weltweit stark zurückgegangen. Entsprechend steht Deutschland als global vernetzte Exportnation vor der Herausforderung, die direkten Folgen der Pandemie für die Wirtschaft im Inland zu bekämpfen, Lieferketten wiederherzustellen und auf die verschlechterte weltwirtschaftliche Lage zu reagieren.

Hierzu wird Deutschland kurzfristig in einem Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket die Konjunktur stärken, Arbeitsplätze erhalten und die Wirtschaftskraft Deutschlands entfesseln, im weiteren Verlauf auftretende wirtschaftliche und soziale Härten abfedern, Länder und Kommunen stärken und junge Menschen und Familien unterstützen sowie das Gesundheitswesen stärken und den Schutz vor Pandemien verbessern. Nachfolgend haben wir die wichtigsten Punkte stichpunktartig für Sie zusammengefasst:

Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket

🔶 Zur Stärkung der Binnennachfrage in Deutschland wird befristet vom 01.7.2020 bis zum 31.12.2020 der Mehrwertsteuersatz von 19% auf 16% und von 7% auf 5%gesenkt. (s.Newsletter, 04.06.2020)

🔶 Um eine Steigerung der Lohnnebenkosten zu verhindern, werden die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40% stabilisiert.

🔶 Zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen wird für Corona-bedingten Umsatzausfall ein Programm für Überbrückungshilfen aufgelegt. Das Volumen des Programms wird auf maximal 25 Mrd. Euro festgelegt. Die Überbrückungshilfe wird für die Monate Juni bis August gewährt. Die Überbrückungshilfe gilt branchenübergreifend, wobei den Besonderheiten der besonders betroffenen Branchen wie Hotel- und Gaststättengewerbe, Caterer, Kneipen, Clubs und Bars Rechnung getragen wird.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, deren Umsätze Corona-bedingt in April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen.

Erstattet werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen.

Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten. Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31.08.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020.

🔶 Mit einem einmaligen Kinderbonus von 300,- € pro Kind für jedes kindergeldberechtigtes Kind werden die besonders von den Einschränkungen betroffenen Familien unterstützt. Dieser Bonus wird mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag vergleichbar dem Kindergeld verrechnet. Er wird nicht auf die Grundsicherung angerechnet.

🔶 Der steuerliche Verlustrücktrag wird – gesetzlich – für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert.

🔶 Als steuerlicher Investitionsanreiz wird eine degressive Abschreibung für Abnutzung (AfA) mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25% Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021 eingeführt.

🔶 Es soll ein schneller Neustart nach einer Insolvenz erleichtert werden. Deshalb soll das Entschuldungsverfahren für natürliche Personen auf drei Jahre verkürzt werden, flankiert durch ausreichende Maßnahmen zur Missbrauchsvermeidung. Im Bereich der Unternehmensinsolvenzen soll ein vorinsolvenzliches Restrukturierungsverfahren eingeführt werden.

Wichtig ist, das es sich aktuell nur um ein Eckpunktepapier handelt und es für die Maßnahmen ein Gesetz braucht, was aber noch verabschiedet werden soll. 

Bei Rückfragen hierzu stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

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Newsletter vom 04.06.2020

 

Die Spitzen der schwarz-roten Koalition haben sich im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise auf eine Senkung der Mehrwertsteuer geeinigt. Vom 01. Juli an bis zum 31. Dezember 2020 soll der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und für den ermäßigten Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent gesenkt werden, wie aus einem der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorliegenden Beschlusspapier hervorgeht.

Welche Überlegungen sind zu treffen und wie wäre aktuell zu handeln:

1. Leistungen/Lieferungen die bis 30.06.2020 aufgeführt wurden noch im Juni abrechnen

2. Wurden Anzahlungen für Leistungen nach dem 01.07.2020 vereinnahmt, wäre hier gegebenenfalls die Umsatzsteuer zu korrigieren.

3. Wenn der Vorsteuerabzug besteht, könnte es sinnvoll sein, einen geplanten Wareneinkauf etc. vorzuziehen wenn die Lieferung/Leistung vor dem 30.06.2020 erfolgt, da der Verkauf nach dem 01.07.2020 zu einem geringeren Umsatzsteuersatze erfolgen kann, was dann zu einem Vorsteuerüberhang führen kann.

4. Umsatzsteuerpflichtige Entnahmen auf den Zeitraum 01.07.-31.12.2020 verschieben

5. Welche Steuersätze sind aktuell für Lieferungen/Leistungen anzuwenden 19% bzw. 7% und wie verändern sich diese

6. Werden Gutscheine ausgestellt, wenn ja wären bei der Ausstellung von Einzweck-Gutscheinen Änderungen erforderlich

7. Soll die Steuersenkung an die Kunden weitergegeben werden

a. Wenn nein, ist nur zu prüfen in wie weit im Rechnungsprogramm Anpassungen vorgenommen werden müssen, oder ob dies durch den Softwareanbieter erfolgt.

b. Wenn ja, ist das Rechnungsprogramm zu prüfen und es wären aktualisierte Preislisten zu erstellen (Speisekarten, Kataloge, etc.)

8. Falls es einen Onlineshop/Apps gibt wären hier auch Anpassungen erforderlich
➡ Anpassung Steuersätze und Preise, etc.

9. Überprüfung der umsatzsteuerpflichtigen Verträge, Leasing etc. ob Anpassungen erforderlich sind

10. Daueraufträge und Lastschriftverfahren anpassen, wenn nötig

Wichtig ist, das es sich aktuell nur um ein Eckpunktepapier handelt und es für die Steuersenkung ein Gesetz braucht, was aber noch verabschiedet werden soll. Trotzdem ist es wichtig bereits jetzt zu handeln, da ansonsten mit einem enormen Umstellungsaufwand zu rechnen ist.

Wie wäre die steuerliche Behandlung von ausgeführten bzw. andauernden Leistungen in der Nacht vom 31. Juni auf den 01.Juli 2020?

Hier kann sich vielleicht ein Blick zurück auf die Erhöhung der Umsatzsteuer von 16 % auf 19 % zum 01.01.2007 lohnen und dem damit zusammenhängenden BMF-Schreiben vom 11.08.2006. Zumal dieser Schritt auch wieder zum 01.01.2021, aufgrund der temporären Senkung der Umsatzsteuer erfolgen wird.

Teilleistungen wären möglichst aufzuteilen, was in vielen Fällen unproblematisch sein sollte. Sofern noch nicht geschehen, sollten die bis 30.06.2020 erbrachten Leistungen daher möglichst im Juni abgerechnet werden. Ist dies nicht möglich, wie z.B. bei Telefonrechnungen mit festen Abrechnungszyklus, wäre die Rechnung in 16% und 19% aufzuteilen. Auch bei Strom-, Gas- oder Wasserverträgen wäre eine Aufteilung erforderlich, diese könnte im Verhältnis der Tage im Abrechnungszeitraum erfolgen.

In der Gastronomie gibt es bereits die beschlossene Senkung der Umsatzsteuer auf Restaurant- und Verpflegungsleistungen von 19% auf 7% für den Zeitraum vom 01.07.2020 bis 30.06.2021. Aufgrund des Konjunkturpakets würde es hier somit zu einer weiteren Absenkung auf 5 % für die Zeit vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 kommen.

Zur Vermeidung von Übergangsschwierigkeiten könnte in der Gastronomie zugelassen werden, dass auf Bewirtungsleistungen die in der Nacht vom 31. Juni 2020 zum 01. Juli 2020 in beispielsweise Gaststätten und Hotels ausgeführt werden, an anwesende Gäste während der ganzen Nacht noch zu 19% behandelt werden.
Bei Zug-, Flug- oder Busreisen würde es wohl auf den planmäßigen Beginn der Reise ankommen. Somit wäre ein Steuersatz von 19% anzuwenden, wenn die Fahrt planmäßig noch am 30.06.2020 angetreten aber erst am 01.07.2020 beendet wird, auch dann, wenn das Verkehrsmittel verspätet ankommt und der Fahrgast seine Reise tatsächlich erst am 01.01.2020 beginnen kann.

Zu beachten wäre auch, dass sich die Umsatzsteuerzahllast für die Überlassung von Fahrzeugen an Arbeitnehmer im Zeitraum vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 verringert, aufgrund des geringeren Steuersatzes. Die Bemessungsgrundlage, der Bruttolistenneupreis im Zeitpunkt der Erstzulassung ändert sich nicht, da es sich um einen historischen Preis handelt. Bei der Anschaffung von neu Fahrzeugen im Zeitraum vom 01.07.-31.12.2020 würde sich allerdings die Umsatzsteuersenkung sowohl beim Kauf als auch beim Bruttolistenpreis auswirken.

Bei nachträglicher Vereinnahmung von Rechnungsbeträgen, die mit 19% ausgestellt wurden aber zwischen dem  01.07.-31.12.2020 vom Kunden bezahlt werden, bleibt es beim ausgewiesenen Steuerbetrag. Vorauszahlungen vor dem 01.07.2020 für Leistungen in dem Zeitraum wären bereits mit dem niedrigeren Steuersatz anzusetzen.

Eine Besonderheit könnte sich beim Ausstellen von Gutscheinen für eine bestimmte Leistung/Lieferung bei denen Ort und Steuer bereits feststehen (Einzweck-Gutschein § 3 Abs. 14 UStG) ergeben, wenn die temporäre Umsatzsteuersenkung beschlossen wird. Denn wäre ein Gutschein länger als der 31.12.2020 gültig und vor diesem Datum ausgestellt, handelt es sich automatisch um einen Mehrzweck-Gutschein. Da die für diese Umsätze geschuldete Steuer zum Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheins nicht feststehen würde, aufgrund der vorübergehenden Senkung der Umsatzsteuer.
In der Gastronomie wäre für reine Verzehrgutscheine der Zeitpunkt der Gültigkeit und der Ausstellung des Gutscheins der 30.06.2021, da hier bereits die temporäre Minderung des Steuersatzes beschlossen wurde. Bei Mehrzweckgutscheinen ergeben sich keine Änderungen, da diese umsatzsteuerlich nicht steuerbar sind.

​​​​​Bei Rückfragen hierzu stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

Sprechen Sie uns gerne an und – bleiben Sie gesund!

Newsletter vom 28. Mai 2020:

 

Als Unternehmer, Selbstständiger oder Freiberufler sind Sie durch die Corona Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten und benötigen Unterstützung?

In den vergangenen Wochen wurden umfangreiche Bundeshilfen zur Unterstützung der Wirtschaft durch den Bundestag und den Bundesrat beschlossen und weitere Maßnahmen angekündigt.

Damit Sie den Überblick nicht verlieren und Ihnen die Suche nach einem für Sie geeigneten Finanzierungs – und Förderinstrument erleichtert wird, haben wir Ihnen im Anhang eine Übersicht über die wichtigsten Hilfsmaßnahmen zusammengestellt.

Achtung: 
Die Soforthilfen (Bund bzw. Bayern) können nach den derzeitigen Regelungen nur noch bis zum 31.05.2020 beantragt werden. 

Bitte beachten Sie hierzu, dass die Antragstellung durch den Unternehmer bzw. das Unternehmen durchgeführt werden muss.  Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die Regularien bzgl. der Antragsberechtigung eingehalten werden.  

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

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Newsletter vom 22. Mai 2020: 

 

Wie wir bereits in der jüngsten Vergangenheit immer wieder feststellen mussten, fordern die aktuellen Umstände mehr denn je „das Ohr stets am Gleis“ zu halten. Die folgenden und teils kurzfristigen Neuerungen wollen wir Ihnen daher wieder zur Kenntnis bringen. Der Punkt zur Sozialversicherung benötigt ggf. eine zeitnahe Umsetzung Ihrerseits, sofern dies für Sie nach entsprechend profunder Prüfung relevant sein sollte (vgl. bereits unsere Newsletter vom 26.03.2020 und 27.03.2020).

1. Erleichterter Zugang zur Stundung der Sozialversicherungsbeiträge auch für Mai 2020 möglich etc.

Nachdem bereits für die Monate März und April eine vereinfachte Stundung möglich war, wird diese Option bis einschließlich Mai 2020 fortgeführt. Allerdings wird stärker als bislang darauf geachtet, dass die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge nachrangig zu anderen Unterstützungsleistungen von Bund und Ländern zu sehen ist.

Das bedeutet, Unternehmen müssen deutlicher als bislang darlegen, welche anderen Maßnahmen (z. B. Soforthilfen, Liquiditätshilfen, Kurzarbeit) bereits genutzt oder beantragt wurden. Hierzu wurde das Antragsformular zur Stundung der Sozialversicherungsbeiträge angepasst.

Ein entsprechendes Muster für den Antrag hier der AOK haben wir Ihnen wieder beigefügt, was von Ihnen entsprechend auszufüllen und weiterzuleiten wäre. Bitte haben Sie auch hier wieder Verständnis, dass wir für Sie diesen Antrag nicht ausfüllen und einreichen können. Sollten Sie Fragen haben, melden Sie sich natürlich gerne.

Folgende Erleichterungen gelten dann bei der Stundung der Sozialversicherungsbeiträge:

🔶 Erleichterte Stundungen sind bis einschließlich Mai 2020 möglich. Die Fälligkeit der Beiträge wird bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni (26.06.20) ausgesetzt. Dabei kommt auch eine Stundung der Beiträge bei Bezug von Kurzarbeitergeld in Betracht. In diesem Fall kann durch die Stundung der Zeitraum bis zu der tatsächlichen Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge überbrückt werden.

🔶 Die Sicherungsleistung fällt weg

🔶 Es werden keine Stundungszinsen berechnet

🔶 Von der Erhebung von Säumniszuschlägen oder Mahngebühren wird im genannten Zeitraum abgesehen

🔶 Bei Arbeitgebern, die erheblich von der Krise betroffen sind, wird auf Vollstreckungsmaßnahmen für rückständige bzw. fällig werdende Beiträge vorläufig verzichtet.

Hinweis: Da die Voraussetzungen für den erleichterten Stundungszugang angepasst wurden, muss auch dann ein neuer Antrag gestellt werden, wenn die für März und April bereits beantragten Stundungen fortgeführt werden sollen.

Rückzahlung und weitere Optionen ab Juni 2020:

Es ist vorgesehen, dass die gestundeten Beiträge in Raten zurückgezahlt werden können. Hierzu schließen die Arbeitgeber mit den Einzugstellen der Kranken-
versicherungen entsprechende Vereinbarungen. Auf die Erhebung eines Stundungszinses soll verzichtet werden, wenn eine angemessene ratierliche Zahlung vereinbart wird.

Arbeitgeber können auch für den Zeitraum ab Juni 2020 eine Stundung der Sozialversicherungsbeiträge beantragen. Ab dann gilt zwar das Regelstundungsverfahren, allerdings kann bei Teilzahlungsvereinbarungen ggf. der Stundungszins entfallen. Auch soll von der an sich notwendigen Sicherungsleistung abgesehen werden können.

2. Lohnfortzahlung für Eltern verlängert:

Die berechtigte Sorge der Eltern im Falle der Kinderbetreuung und eines etwaigen Lohnausfalles bleibt ebenfalls weiterhin im Fokus der Regierung und es wird versucht, hierauf bestmöglich einzugehen.

Für viele Eltern ist die aktuelle Lage nämlich eine große Bewährungsprobe: Kitas- und Schulen waren aufgrund der Corona-Maßnahmen lange Zeit geschlossen, es gab höchstens eine Notbetreuung. Nur schrittweise können die Einschränkungen gelockert werden.

Um die Eltern noch stärker zu unterstützen, wird der Anspruch auf Lohnfortzahlung nun verlängert, wenn Mütter und Väter ihre Kinder zuhause betreuen müssen und deshalb nicht arbeiten gehen können. Die Dauer der Lohnfortzahlung soll von sechs auf bis zu zehn Wochen für jeden Sorgeberechtigten ausgeweitet werden.

Künftig besteht damit insgesamt ein Anspruch auf bis zu 20 Wochen Entgeltfortzahlung – jeweils 10 Wochen für Mütter und 10 Wochen für Väter. Für Alleinerziehende wird der Anspruch ebenfalls auf maximal 20 Wochen verlängert. Der Maximalzeitraum von 10 beziehungsweise 20 Wochen muss nicht an einem Stück in Anspruch genommen werden, sondern kann über mehrere Monate verteilt werden.

Damit soll auch für Familien in dieser krisenbedingten Sondersituation eine gute existenzielle Absicherung erreicht werden. Die bestehende Regelung im Infektionsschutzgesetz soll dazu geändert werden.

Voraussetzung für eine Entschädigung ist, dass Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, behindert oder auf Hilfe angewiesen sind, mangels anderer zumutbarer Betreuungsmöglichkeit von den Eltern selbst betreut werden. Ersetzt werden 67 Prozent des Verdienstausfalls, maximal 2.016,- Euro monatlich. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.

In eigener Sache:

Nutzen Sie etwaige Zeitfenster, die Sie in den kommenden Tagen vielleicht haben werden, um uns Ihre Buchhaltungs- und sonstigen Steuerunterlagen früh- und damit rechtzeitig zukommen zu lassen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es für Sie wie auch für uns vor allem am Ende des Jahres zu einer zusätzlichen zeitlichen Inanspruchnahme kommen kann, um ausstehende Unterlagen anzufordern oder herauszusuchen. Je länger das betreffende Jahr zurückliegt, umso schwieriger wird es auch. Das ist vermeidbar, wenn wir diese Themen jetzt gemeinsam angehen.

Verwenden Sie hierfür auch gerne unsere Einkommensteuer Checkliste auf unserer Homepage unter: https://dr-schauer.com/#toggle-id-70

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

Sprechen Sie uns gerne an und – bleiben Sie gesund!

 

 

 Aus der Kanzlei im Mai 2020

 

Neue Mitarbeiter

 

Wir begrüßen zum 20.04.2020 ganz herzlich Herrn Stephan Freiberger, als Steuerberater im Team München!

 

 

 

 

 

Wir begrüßen zum 04.05.2020 ganz herzlich Frau Linda Bock als Auszubildende im 2. Lehrjahr.

 

 

 

 

 

Wir begrüßen zum 15.05.2020 ganz herzlich Frau Michaela Pollak, als Key Account Managerin Digitalisierung, die das Team von Herrn Sebastian Haidn unterstützen wird.

 

 

 

 

Publikationen

Anbei ein interessantes Fachthema von Herr Prof. Dr. Kastenbauer erschienen in der NWB, 2020, S. 1483 ff.

„Freier Beruf und Befreiung von der Rentenversicherungspflicht“

 

In eigener Sache

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