Newsletter vom 28. Mai 2020:

 

Als Unternehmer, Selbstständiger oder Freiberufler sind Sie durch die Corona Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten und benötigen Unterstützung?

In den vergangenen Wochen wurden umfangreiche Bundeshilfen zur Unterstützung der Wirtschaft durch den Bundestag und den Bundesrat beschlossen und weitere Maßnahmen angekündigt.

Damit Sie den Überblick nicht verlieren und Ihnen die Suche nach einem für Sie geeigneten Finanzierungs – und Förderinstrument erleichtert wird, haben wir Ihnen im Anhang eine Übersicht über die wichtigsten Hilfsmaßnahmen zusammengestellt.

Achtung: 
Die Soforthilfen (Bund bzw. Bayern) können nach den derzeitigen Regelungen nur noch bis zum 31.05.2020 beantragt werden. 

Bitte beachten Sie hierzu, dass die Antragstellung durch den Unternehmer bzw. das Unternehmen durchgeführt werden muss.  Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass die Regularien bzgl. der Antragsberechtigung eingehalten werden.  

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

Sprechen Sie uns gerne an und – bleiben Sie gesund!

Newsletter vom 22. Mai 2020: 

 

Wie wir bereits in der jüngsten Vergangenheit immer wieder feststellen mussten, fordern die aktuellen Umstände mehr denn je „das Ohr stets am Gleis“ zu halten. Die folgenden und teils kurzfristigen Neuerungen wollen wir Ihnen daher wieder zur Kenntnis bringen. Der Punkt zur Sozialversicherung benötigt ggf. eine zeitnahe Umsetzung Ihrerseits, sofern dies für Sie nach entsprechend profunder Prüfung relevant sein sollte (vgl. bereits unsere Newsletter vom 26.03.2020 und 27.03.2020).

1. Erleichterter Zugang zur Stundung der Sozialversicherungsbeiträge auch für Mai 2020 möglich etc.

Nachdem bereits für die Monate März und April eine vereinfachte Stundung möglich war, wird diese Option bis einschließlich Mai 2020 fortgeführt. Allerdings wird stärker als bislang darauf geachtet, dass die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge nachrangig zu anderen Unterstützungsleistungen von Bund und Ländern zu sehen ist.

Das bedeutet, Unternehmen müssen deutlicher als bislang darlegen, welche anderen Maßnahmen (z. B. Soforthilfen, Liquiditätshilfen, Kurzarbeit) bereits genutzt oder beantragt wurden. Hierzu wurde das Antragsformular zur Stundung der Sozialversicherungsbeiträge angepasst.

Ein entsprechendes Muster für den Antrag hier der AOK haben wir Ihnen wieder beigefügt, was von Ihnen entsprechend auszufüllen und weiterzuleiten wäre. Bitte haben Sie auch hier wieder Verständnis, dass wir für Sie diesen Antrag nicht ausfüllen und einreichen können. Sollten Sie Fragen haben, melden Sie sich natürlich gerne.

Folgende Erleichterungen gelten dann bei der Stundung der Sozialversicherungsbeiträge:

🔶 Erleichterte Stundungen sind bis einschließlich Mai 2020 möglich. Die Fälligkeit der Beiträge wird bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni (26.06.20) ausgesetzt. Dabei kommt auch eine Stundung der Beiträge bei Bezug von Kurzarbeitergeld in Betracht. In diesem Fall kann durch die Stundung der Zeitraum bis zu der tatsächlichen Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge überbrückt werden.

🔶 Die Sicherungsleistung fällt weg

🔶 Es werden keine Stundungszinsen berechnet

🔶 Von der Erhebung von Säumniszuschlägen oder Mahngebühren wird im genannten Zeitraum abgesehen

🔶 Bei Arbeitgebern, die erheblich von der Krise betroffen sind, wird auf Vollstreckungsmaßnahmen für rückständige bzw. fällig werdende Beiträge vorläufig verzichtet.

Hinweis: Da die Voraussetzungen für den erleichterten Stundungszugang angepasst wurden, muss auch dann ein neuer Antrag gestellt werden, wenn die für März und April bereits beantragten Stundungen fortgeführt werden sollen.

Rückzahlung und weitere Optionen ab Juni 2020:

Es ist vorgesehen, dass die gestundeten Beiträge in Raten zurückgezahlt werden können. Hierzu schließen die Arbeitgeber mit den Einzugstellen der Kranken-
versicherungen entsprechende Vereinbarungen. Auf die Erhebung eines Stundungszinses soll verzichtet werden, wenn eine angemessene ratierliche Zahlung vereinbart wird.

Arbeitgeber können auch für den Zeitraum ab Juni 2020 eine Stundung der Sozialversicherungsbeiträge beantragen. Ab dann gilt zwar das Regelstundungsverfahren, allerdings kann bei Teilzahlungsvereinbarungen ggf. der Stundungszins entfallen. Auch soll von der an sich notwendigen Sicherungsleistung abgesehen werden können.

2. Lohnfortzahlung für Eltern verlängert:

Die berechtigte Sorge der Eltern im Falle der Kinderbetreuung und eines etwaigen Lohnausfalles bleibt ebenfalls weiterhin im Fokus der Regierung und es wird versucht, hierauf bestmöglich einzugehen.

Für viele Eltern ist die aktuelle Lage nämlich eine große Bewährungsprobe: Kitas- und Schulen waren aufgrund der Corona-Maßnahmen lange Zeit geschlossen, es gab höchstens eine Notbetreuung. Nur schrittweise können die Einschränkungen gelockert werden.

Um die Eltern noch stärker zu unterstützen, wird der Anspruch auf Lohnfortzahlung nun verlängert, wenn Mütter und Väter ihre Kinder zuhause betreuen müssen und deshalb nicht arbeiten gehen können. Die Dauer der Lohnfortzahlung soll von sechs auf bis zu zehn Wochen für jeden Sorgeberechtigten ausgeweitet werden.

Künftig besteht damit insgesamt ein Anspruch auf bis zu 20 Wochen Entgeltfortzahlung – jeweils 10 Wochen für Mütter und 10 Wochen für Väter. Für Alleinerziehende wird der Anspruch ebenfalls auf maximal 20 Wochen verlängert. Der Maximalzeitraum von 10 beziehungsweise 20 Wochen muss nicht an einem Stück in Anspruch genommen werden, sondern kann über mehrere Monate verteilt werden.

Damit soll auch für Familien in dieser krisenbedingten Sondersituation eine gute existenzielle Absicherung erreicht werden. Die bestehende Regelung im Infektionsschutzgesetz soll dazu geändert werden.

Voraussetzung für eine Entschädigung ist, dass Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, behindert oder auf Hilfe angewiesen sind, mangels anderer zumutbarer Betreuungsmöglichkeit von den Eltern selbst betreut werden. Ersetzt werden 67 Prozent des Verdienstausfalls, maximal 2.016,- Euro monatlich. Die Auszahlung übernimmt der Arbeitgeber, der bei der zuständigen Landesbehörde einen Erstattungsantrag stellen kann.

In eigener Sache:

Nutzen Sie etwaige Zeitfenster, die Sie in den kommenden Tagen vielleicht haben werden, um uns Ihre Buchhaltungs- und sonstigen Steuerunterlagen früh- und damit rechtzeitig zukommen zu lassen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es für Sie wie auch für uns vor allem am Ende des Jahres zu einer zusätzlichen zeitlichen Inanspruchnahme kommen kann, um ausstehende Unterlagen anzufordern oder herauszusuchen. Je länger das betreffende Jahr zurückliegt, umso schwieriger wird es auch. Das ist vermeidbar, wenn wir diese Themen jetzt gemeinsam angehen.

Verwenden Sie hierfür auch gerne unsere Einkommensteuer Checkliste auf unserer Homepage unter: https://dr-schauer.com/#toggle-id-70

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
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 Aus der Kanzlei im Mai 2020

 

Neue Mitarbeiter

 

Wir begrüßen zum 20.04.2020 ganz herzlich Herrn Stephan Freiberger, als Steuerberater im Team München!

 

 

 

 

 

Wir begrüßen zum 04.05.2020 ganz herzlich Frau Linda Bock als Auszubildende im 2. Lehrjahr.

 

 

 

 

 

Wir begrüßen zum 15.05.2020 ganz herzlich Frau Michaela Pollak, als Key Account Managerin Digitalisierung, die das Team von Herrn Sebastian Haidn unterstützen wird.

 

 

 

 

Publikationen

Anbei ein interessantes Fachthema von Herr Prof. Dr. Kastenbauer erschienen in der NWB, 2020, S. 1483 ff.

„Freier Beruf und Befreiung von der Rentenversicherungspflicht“

 

In eigener Sache

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Wir halten Sie auch dort stets mit aktuellen Informationen auf dem Laufenden.

 

 

 

 

 

Für Beschäftigte, die ihre Arbeitszeit um mindestens 50 Prozent reduziert haben, steigt das Kurzarbeitergeld ab dem vierten Monat auf 70 Prozent, ab dem siebten Monat auf 80 Prozent des entgangenen Nettolohns. Für Beschäftigte mit Kindern steigt es auf 77 beziehungsweise 87 Prozent. Diese Regelung gilt bis Jahresende.

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Kurzarbeit weitet die Bundesregierung die Hinzuverdienstmöglichkeiten aus: Sie können vom 1. Mai bis 31. Dezember 2020 in allen Berufen bis zur vollen Höhe ihres bisherigen Monatseinkommens hinzuzuverdienen. Die Beschränkung auf systemrelevante Berufe ist aufgehoben.

 

Weitere Infos unter: https://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/sozialschutzpaket-ii-weitere-hilfen-fuer-arbeitnehmer.html

 

 

Newsletter vom 13. Mai 2020:

 

Erinnern Sie sich noch an unseren Newsletter vom 27. April 2020 mit dem Titel „Kein Kurzarbeitergeld für (Zahn-)Arztpraxen?!“ ? Darin behandelten wir eine interne Anweisung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg an die einzelnen Arbeitsagenturen, wonach Vertragsärzte und Kliniken von den Regelungen des Kurzarbeitergelds ausgeschlossen sein sollen.

Hier haben wir für einen Teil der genannten Gruppen nun eine gute Nachricht:

 

1. Vertrags(zahn)ärzte u.a.

Die pauschale Ablehnung von Kurzarbeitergeld für hier relevante Leistungserbringer wie Vertrags(zahn)ärzte, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Apotheken, Leistungserbringer von Heil- und Hilfsmitteln (z.B. Physio- oder Ergotherapeuten, Orthopädieschuhmacher) und sonstige Leistungserbringer (z.B. Haushaltshilfen, Soziotherapie) durch die Arbeitsagenturen wurde revidiert.

Wörtlich heißt es hierzu in einer aktuellen Weisung der Bundesagentur für Arbeit: „Das Kurzarbeitergeld als Sozialleistung zur Stabilisierung von Beschäftigungsverhältnissen ist hinsichtlich der Anspruchsvoraussetzungen nicht mit den Schutzschirmregelungen vergleichbar. Bei Vorliegen der Voraussetzungen nach §§ 95ff. SGB III besteht ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld. (…) Eine Anrechnung ist daher rechtlich nicht möglich.“

 

2. Krankenhäuser

Anders sieht es nach dieser Auffassung hingegen bei den Krankenhäusern aus. Für Krankenhäuser sind umfangreiche gesetzliche Ausgleichsleistungen vorgesehen, wonach sie für die Zeit vom 16.03.2020 bis 30.09.2020 eine Pauschale von 560 € pro Tag und fehlendem Patienten (bezogen auf den Jahresdurchschnitt 2019) erhalten. Die Pauschale ist nach der Gesetzesbegründung zur Deckung der Personal- und Sachkosten ohne Pflegepersonal des Krankenhauses vorgesehen. Im Hinblick auf das Pflegepersonal wurde das tagesbezogene Pflegeentgelt für das Jahr 2020 erhöht. Sofern dennoch eine Unterdeckung der Pflegepersonalkosten eintritt, erfolgt ein Ausgleich durch den Kostenträger. Einmalig für 2020 soll eine Überdeckung nicht durch die Krankenhäuser zu erstatten sein.

Die vorgesehenen Leistungen ermöglichen nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit wahrscheinlich keinen Gewinn, sorgen aber für einen vollständigen Ausgleich der Kosten des Arbeitsausfalls. Daher kann Kurzarbeitergeld an Krankenhäuser zunächst für die Zeit vom 16.03. bis 30.09.2020 nicht gezahlt werden.

Was aber, wenn bereits Zahlungen an Krankenhäuser geflossen sind?
Soweit bereits für die Zeit seit 16.03.2020 Kurzarbeitergeld an Krankenhäuser gezahlt wurde, erfolgt zunächst keine Rücknahme im Hinblick auf die Vorläufigkeit der Entscheidung durch die Arbeitsagenturen. Jedoch wird die Feststellung und Bearbeitung einer Überzahlung im Rahmen der Abschlussprüfung oder bei der Bearbeitung eines Korrekturantrages für den Abrechnungsmonat berücksichtigt.

Für einen ab 01.10.2020 bestehenden Arbeitsausfall wäre eine neue Anzeige erforderlich.

Wieder anders sieht es bei reinen Privatkliniken aus. Diese haben demnach keinen Anspruch auf Ausgleichszahlungen und können bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen Kurzarbeitergeld erhalten.

Sollten Sie hier betroffen sein, sprechen Sie uns bitte an, um Ihren individuellen Fall entsprechend prüfen zu können.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
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Newsletter vom 11. Mai 2020:

 

Wir sehen es als unsere Aufgabe, Ihnen auch in diesen schwierigen Zeiten so gut wie möglich zur Seite zu stehen und Ihnen die neuesten Informationen umgehend weiterzugeben.

In unserem 60-minütigen Webinar „Kein Kurzarbeitergeld für (Zahn-) Arztpraxen?!“ am Mittwoch, den 29.04.2020 um 12.30 Uhr, sowie am Montag, den 04.05.2020 um 12.30 Uhr, informieren Sie unsere Referenten Herr Dr. Matthias Rothammer, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Medizinrecht, sowie Frau Hanna Pachowsky, Rechtsanwältin, Master of Health Business Administration (MHBA), über die Regelungen des Kurzarbeitergelds und legen hierbei den Schwerpunkt auf die aktuelle Diskussion zum Thema „Rettungsschirm vs. Kurzarbeitergeld“. Profitieren Sie von den wertvollen Informationen von unseren Spezialisten und melden Sie sich direkt hier an!

Bitte beachten Sie!

  1. Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt.
  2. Bitte beachten Sie, dass Sie zur Teilnahme am Webinar entweder Google Chrome oder Mozilla Firefox als Browser benötigen.
  3. Da Sie als Zuschauer am Webinar teilnehmen benötigen Sie keine Webcam oder Mikrofon. Die Audioübertragung der Referenten kann per Computer-Audio oder Telefon erfolgen. 
  4. Für die Tonübertragung per Telefon erhalten Sie mit der Teilnahmebestätigung eine entsprechende Anleitung und Einwahlnummer. 

Im Anschluss an unseren Vortrag haben Sie die Möglichkeit über die Chatfunktion Fragen an unsere Referenten zu stellen.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

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Newsletter vom 8. Mai 2020:

 

Die Ausgangsbeschränkung wird zur Kontaktbeschränkung, Besuche in Alten- und Pflegeheimen sind wieder möglich, Spielplätze und die ersten Kitas haben bereits wieder geöffnet und die Gastronomie und Hotels werden auch demnächst wieder öffnen. Langsam aber sicher scheint ein Stück Normalität in unseren Alltag zurückzukehren.

Damit Sie stets auf dem Laufenden sind, haben wir Ihnen nachfolgend wieder die wesentlichen Neuerungen und Entwicklungen im Rahmen der Corona-Krise zusammengefasst.

1. Corona-Sonderzahlungen für Beschäftigte bis 1.500,00 EUR steuerfrei

Bis Ende des Jahres können Arbeitgeber ihren Beschäftigten steuerfreie Bonuszahlungen bis zu einem Betrag von 1.500,00 EUR gewähren. Das Bundesfinanzministerium hat die Steuerbefreiung per Erlass am 09. April 2020 bekannt gegeben. Diese Zahlungen bleiben dann ebenfalls beitragsfrei in der Sozialversicherung.

In einem umfangreichen FAQ-Katalog (Stand 30. April 2020) hat das Bundesfinanzministerium nunmehr weitere Klarstellungen im Hinblick auf diese Sonderzahlungsmöglichkeit vorgenommen.

Die Gewährung ist danach grundsätzlich für jeden Arbeitnehmer möglich, da aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Betroffenheit durch die Corona-Krise allgemein unterstellt werden kann, dass ein die Beihilfe und Unterstützung rechtfertigender Anlass vorliegt. In der Regel gilt dies nur für Krankheits- oder Unglücksfälle.

Darüber hinaus müssen folgende Voraussetzungen vorliegen:

🔶 Gewährung zum ohnehin geschuldeten Lohn (kein „verstecktes“ Ausbezahlen von Überstunden!)

🔶 Gewährung pro Dienstverhältnis; d.h. ein Arbeitnehmer mit mehreren Beschäftigungen bei unterschiedlichen Arbeitgebern kann diese Sonderzahlung mehrfach erhalten (dies gilt allerdings nicht bei mehreren Dienstverhältnissen im Kalenderjahr bei ein und demselben Arbeitgeber)

🔶 Vertragliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Mustervereinbarung siehe Anlage), dass es sich um eine steuerfreie Beihilfe und Unterstützung zur Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise handelt

🔶 Sonderzahlung erfolgt im Zeitraum zwischen 01. März 2020 – 31. Dezember 2020

🔶 Sonstige Sonderzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgratifikation etc.) können nicht nachträglich in eine „Corona-Sonderzahlung“ umgewandelt werden

Die Gewährung ist unabhängig vom Umfang der Beschäftigung und kann daher auch an Teilzeitbeschäftigte, Beschäftigte in Kurzarbeit oder geringfügig Beschäftigte (Minijobber) erfolgen. Die steuerfreie zusätzliche Sonderzahlung zählt nicht zum regelmäßigen Verdienst des Minijobbers und führt somit nicht zum Überschreiten der zulässigen Entgeltgrenze. Auch Minijobber in Privathaushalten können von ihren Arbeitgebern Sonderzahlungen bis zu einem Betrag von 1.500,00 Euro steuerfrei erhalten.

2. Bundestag stimmt für weitere Corona-Hilfen für Familien 

Der Bundestag hat Änderungen beim Elterngeld beschlossen:

Eltern, die in systemrelevanten Branchen und Berufen arbeiten, sollen ihre Elterngeld Monate aufschieben können.

Eltern, die die Elterngeld Variante Partnerschaftsbonus nutzen, sollen ihren Anspruch nicht verlieren, wenn sie aufgrund der COVID-19-Pandemie mehr oder weniger arbeiten als geplant. Während des Bezugs von Elterngeld sollen Einkommensersatzleistungen, die Eltern aufgrund der COVID-19-Pandemie erhalten, die Höhe des Elterngelds nicht reduzieren. Es wird ein zusätzlicher Ausklammerungstatbestand für Monate mit Einkommenseinbußen aufgrund der COVID-19-Pandemie eingeführt. Diese Monate fließen dann bei der Bemessung des Elterngeldes nicht mit ein.

3. Privat organisierte Kinderbetreuung zugelassen

Privat organisierte, nachbarschaftliche oder familiäre, wechselseitige Kinderbetreuung in festen Kleingruppen von maximal drei Familien ist seit dem 06.05.2020 möglich. Diese muss unentgeltlich erfolgen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales und in den entsprechenden Empfehlungen zur Betreuung von Kindern. Weitere Lockerungen sind ab dem 11.05.2020 geplant.

🔷 Zu den Empfehlungen für die privat organisierte Kinderbetreuung

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

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Newsletter vom 7. Mai 2020:

 

Viele Praxen haben ihre Hoffnungen auf den Rettungsschirm für Zahnärzte und Zahnärztinnen gesetzt. Doch diese scheinen sich jetzt in Luft aufzulösen. Die Politik verweigert den Zahnarztpraxen die dringend benötigte Hilfe in der Corona-Krise.

Die nunmehr überarbeitete und letztendlich beschlossene Verordnung des Bundesministeriums für Gesundheit, welche am 04. Mai 2020 verkündet wurde und am 05. Mai 2020 in Kraft getreten ist, sieht jedoch nur mehr eine erheblich abgespeckte Form an Unterstützungsleistungen für diese Berufsgruppen vor. Insbesondere zum erheblichen Nachteil der Heilmittelerbringer! Statt des angekündigten Rettungsschirms gibt es für Zahnärzte nun lediglich eine Liquiditätshilfe, die in den Folgejahren zu 100 Prozent zurückgezahlt werden muss.

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) wie auch die Bundes-zahnärztekammer (BZÄK) reagierte geschockt – die neue Verordnung (COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung) erfüllt die an sie gestellten Erwartungen
nicht.

Was sieht die Verordnung im Einzelnen vor?

🔶 Für das Jahr 2020 erhalten Zahnärzte 90 % der gezahlten Gesamtvergütung der vertragszahnärztlichen Leistungen des Jahres 2019 als Abschlagszahlung.

🔶 Übersteigt die von den Krankenkassen an eine Kassenzahnärztliche Vereinigung so gezahlte (also„aufgestockte“) Gesamtvergütung die im Jahr 2020 tatsächlich erbrachten vertragszahnärztlichen Leistungen, so hat die Kassenzahnärztliche Vereinigung die dadurch entstandene Überzahlung gegenüber den Krankenkassen in den Jahren 2021 und 2022 vollständig auszugleichen.

Konsequenz:
Die von der jeweiligen Kassenzahnärztlichen Vereinigung an den einzelnen Zahnarzt geleisteten Abschlagszahlungen werden von diesen zurückgefordert, wenn die vertragszahnärztlichen Leistungen und dadurch verdiente zahnärztliche Honorare weniger als 90 % der vertragszahnärztlichen Leistungen aus dem Jahr 2019 betragen.

🔶 In der ursprünglichen Fassung der Verordnung war vorgesehen, dass die Zahnärzte
30 % der unter Umständen so zu viel gezahlten Gelder behalten dürfen. Diese Regelung wurde in der nunmehr geltenden Verordnung ersatzlos gestrichen.

🔶 Um die vertragszahnärztliche Versorgung auch in den Folgejahren sicherzustellen, können die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen in den Jahren 2020 bis 2022 im Einklang mit den Landesverbänden der Krankenkassen und Ersatzkassen vom bisherigen Verteilungsmaßstab des § 85 Abs. 4 Satz 3 – 5 SGB V abweichen.

🔶 Die Partner der Gesamtverträge (LZV, Krankenkassen und Ersatzkassen) können zudem für das Jahr 2020 einvernehmlich Abschlagszahlungen für den in Festzuschussbeträgen nach § 55 SGB V enthaltenen Anteil für zahnärztliche Leistungen vereinbaren. Auch diese Abschlagszahlungen müssen jedoch im Jahr 2021 vollständig zurückbezahlt werden, wenn die im Jahr 2020 tatsächlich erbrachten zahnärztlichen Leistungen unter den geleisteten Abschlagszahlungen liegen.

Anders als bei Heilmittelerbringern ist in der neuen Verordnung vom 4. Mai 2020 nicht explizit geregelt, dass „Eine Anrechnung finanzieller Hilfen aufgrund anderer Anspruchsgrundlagen [nicht] erfolgt (…)“.

 

Was bedeutet dies im Hinblick auf bereits gewährte Soforthilfen sowie Kurzarbeitergeld?

Unserer Auffassung nach ist Kurzarbeit, sofern die gesetzlichen Voraussetzungen hierfür vorliegen, somit weiter grundsätzlich möglich. Insbesondere da der „Rettungsschirm“ für Zahnärzte lediglich eine Liquiditätshilfe ist und damit das von der Bundesagentur für Arbeit vorgebrachte Argument, wonach der Rettungsschirm als eine Art Betriebsausfallversicherung anzusehen ist ohnehin entkräftet ist. Im Übrigen findet diese Rechtsauffassung der Bundesagentur für Arbeit keine Stütze im Gesetz.

Nichtsdestotrotz geht unsere Empfehlung weiter dahin, die Kurzarbeit – soweit möglich – wieder zurückzufahren bzw. zu beenden. Auch die Bayerische Landeszahnärztekammer sowie die Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) empfehlen aktuell wieder, dass „(…) nun alle notwendigen Behandlungen, Vorsorgeuntersuchungen
und Prophylaxe-Maßnahmen wieder durchgeführt werden [sollten].“ Hier die Pressemeldung der BLZK vom 29. April 2020: https://www.blzk.de/blzk/site.nsf/id/li_pm_zahnarztbesuch_corona.html

Bis vor kurzem hatten KZVB und BLZK den Zahnärzten bzw. deren Patienten empfohlen, lediglich „notwendige Behandlungen“ vorzunehmen. Aufschiebbare Behandlungen sollten nicht durchgeführt werden. Nichts anderes dürfte unserer Meinung nach auch für gewährte Corona-Soforthilfen gelten, sodass hier kein Raum für eine Rückforderung durch die einzelnen Bundesländer ist. Eben gerade auch aus dem Grund, dass es sich bei der durch die neue COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung in Bezug auf die Zahnärzte um keine echte finanzielle Unterstützung durch den Bund, sondern lediglich eine Art zinsloses Darlehen handelt.

 

Corona-Hygiene-Pauschale für Zahnarztpraxen

Als schnelle und unbürokratische Hilfe haben die Bundeszahnärztekammer (BZK) sowie der Verband Privater Krankenkassen (PKV) mit Wirkung ab dem 8. April 2020 (zunächst befristet bis 31. Juli 2020) beschlossen, dass eine Corona-Hygiene-Pauschale in Höhe von 14,23 Euro pro Behandlung von Privatpatienten fällig wird, um die infolge der Corona-Pandemie bedingten Mehraufwände der Zahnarztpraxen auszugleichen.

Zur Abgeltung der erhöhten Kosten für Schutzkleidung etc. kann ein Zahnarzt die Geb.-Nr. 3010 GOZ analog zum 2,3-fachen Satz je Sitzung zum Ansatz bringen. Auf der Rechnung ist die Geb.-Nr. mit der Erläuterung „3010 analog – erhöhter Hygieneaufwand“ zu versehen. Allerdings ist dabei zu beachten, dass ein erhöhter Hygieneaufwand dann jedoch nicht gleichzeitig ein Kriterium bei der Faktorsteigerung nach § 5 Abs. 2 sein kann.

 

Ausgleichszahlungen an Heilmittelerbringer

Für Heilmittelerbringer wurde der Mitte April 2020 angekündigte Schutzschirm in der jetzt geltenden Verordnung (COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung) allerdings weitgehend umgesetzt.

Was sieht die Verordnung im Einzelnen vor?

🔶 Die nach § 124 SGB V zugelassenen Heilmitterbringer erhalten im Zeitraum vom
1. April 2020 bis 30. Juni 2020 auf Antrag eine Ausgleichszahlung für Einnahmenausfälle, welche aufgrund eines Behandlungsrückgangs infolge der Corona-Pandemie entstehen.

🔶 Antragsberechtigt sind ausschließlich Heilmitterbringer, die im Zeitpunkt der  Antragstellung bereits nach § 124 SGB V zugelassen sind. Anträge können nur in der Zeit vom 20. Mai 2020 bis zum Ablauf des 30. Juni 2020 bei der für ihn zuständigen Arbeitsgemeinschaft gestellt werden.

Die Ausgleichszahlung wird als Einmalzahlung gewährt und ist wie folgt gestaffelt:

🔶 Leistungserbringer, die bis zum 30. September 2019 zugelassen worden sind:
40 % der Vergütung der mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechneten Ver-gütungen aus dem 4. Quartal 2019 (einschließlich der von den Versicherten geleisteten Zuzahlungen)

🔶 Leistungserbringer, die im Zeitraum vom 1. Oktober 2019 – 31. Dezember 2019 zugelassen worden sind:
40 % der Vergütung der mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechneten Vergütungen aus dem 4. Quartal 2019 (einschließlich der von den Versicherten geleisteten Zuzahlungen); mindestens 4.500,00 Euro

🔶 Leistungserbringer, die im Zeitraum vom 1. Januar 2020 – 30. April 2020 zugelassen worden sind:  4.500,00 Euro

🔶 Leistungserbringer, die im Zeitraum vom 1. Mai 2020 – 31. Mai 2020 zugelassen worden sind:  3.000,00 Euro

🔶 Leistungserbringer, die im Zeitraum vom 1. Juni 2020 – 30. Juni 2020 zugelassen worden sind:  1.500,00 Euro

▶ Sonstige finanzielle Hilfen werden auf diese Einmalzahlung nicht angerechnet.
Das bedeutet, dass insbesondere Kurzarbeitergeld und eine gewährte Corona-Soforthilfe hier nicht angerechnet bzw. zurückgefordert werden können.

▶ Gewährung einer Hygiene-Pauschale in Höhe von 1,50 Euro für jede Heilmittelverordnung, welche im Zeitraum vom 5. Mai 2020 bis einschließlich
30. September 2020 abgerechnet wird. Der GKV-Spitzenverband richtet für alle Heilmittelbereiche die bundesweit einheitliche Positionsnummer „Hygienemaßnahmen
Corona X9944“ ein.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!
Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

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Newsletter vom 6. Mai 2020:

 

Auf keine Zeit im Jahr freuen wir uns mehr, als auf unsere Urlaubszeit.

Wer zu Beginn des Jahres bereits fleißig Pläne geschmiedet, sich schon am Strand liegend mit den Zehen im Sand vergrabend oder sich durch Berge wandernd gesehen hat, dem hat Corona gewaltig einen Strich durch die Rechnung gemacht. Rasend schnell hat sich das Virus auf der ganzen Welt ausgebreitet.

Die Folgen: Reisewarnungen, Ausgangsbeschränkungen sowie Ausgangssperren in unzähligen Ländern, geschlossene Geschäfte und Restaurants, nahezu Stillstand und geschlossene Grenzen.

Die Frage die uns allen so langsam unter den Nägeln brennt: Wie steht es denn nun um unser Urlaubsjahr 2020 und wie verhält es sich mit unserem Urlaub? Kann ich diesen aufsparen, zurückgeben oder vielleicht sogar mit ins nächste Jahr nehmen?
Wir haben den Sachverhalt für Sie näher betrachtet!

1) Warum eigentlich Urlaub?

Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) gesteht Arbeitnehmern einen unabdingbaren Anspruch auf einen vierwöchigen bezahlten Urlaub je Kalenderjahr zu (§§ 1, 3 BUrlG). Dieses Recht ist auch unionsrechtlich abgesichert, sodass auch der deutsche Gesetzgeber diesen Anspruch nicht streichen oder reduzieren könnte.

Auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat in mehreren Urteilen die Bedeutung des Erholungsurlaubs betont, das Recht auf Urlaub als „ein besonders bedeutsamer Grundsatz des Sozialrechts der Union anzusehen ist, von dem nicht abgewichen werden darf“ herausgearbeitet.

Und: Für das Bestehen des Urlaubsanspruchs kommt es auch nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) nicht darauf an, ob der Arbeitnehmer ein „konkretes Erholungsbedürfnis“ hat. Mit anderen Worten: Die erbrachte Arbeitsleistung ist grundsätzlich keine Anspruchsvoraussetzung für das Recht auf Urlaub.

2) 2020 weniger, dafür 2021 mehr Urlaub? 

Die Idee, seinen Urlaub 2020 gänzlich aufzuheben, um dann 2021 den doppelten Urlaub geltend zu machen, ist arbeitsrechtlich nicht möglich. § 7 Abs. 3 S. 1 BUrlG verpflichtet dazu, den Urlaub im laufenden Kalenderjahr zu gewähren und zu nehmen. Eine Auszahlung von Urlaubsansprüchen ist nur ausnahmsweise bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses möglich, wenn der Urlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses tatsächlich nicht mehr gewährt werden konnte (§ 7 Abs. 4 BUrlG).

Auch darf nur Urlaub, der im laufenden Jahr aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen wie etwa Krankheit nicht erteilt werden konnte, in das Folgejahr übertragen werden. Er ist dann aber auch bis zum 31. März des Folgejahres zu gewähren und verfällt andernfalls (§ 7 Abs. 3 S. 2, 3 BUrlG).

Heißt trotz der aktuellen Corona-Pandemie: Die Idee, seinen Urlaub 2020 gänzlich aufzuheben, um dann 2021 den doppelten Urlaub geltend zu machen, ist jedenfalls arbeitsrechtlich nicht möglich.

3) Urlaub in der Kurzarbeit? 

Arbeitnehmer, die während Kurzarbeit Urlaub bereits beantragt und gewährt bekommen haben oder dies nunmehr beantragen, können weiterhin in den Urlaub gehen. Für die Zeit des Urlaubs erhalten sie ihr Urlaubsgeld in der Höhe des ungekürzten Verdienstes, also in voller und üblicher Höhe ohne etwaige Kürzungen infolge der Kurzarbeit (§ 11 Abs. 1 S. 3 BUrlG). Wird die Kurzarbeit allerdings als „Kurzarbeit null“ durchgesetzt, bei der die geschuldete Arbeitsleistung also auf null reduziert ist, können sich die Urlaubsansprüche der Arbeitnehmer anteilig für diesen Zeitraum reduzieren.

Entsprechendes – also eine anteilige Kürzung des Urlaubsanspruchs – dürfte auch für sonstige Zeiten des Ruhens des Arbeitsverhältnisses gelten. Das BAG hat erst kürzlich in Umsetzung eines Urteils des EuGH entschieden, dass sich Urlaubsansprüche für Zeiten des Ruhens des Arbeitsverhältnisses anteilig reduzieren können.

Arbeitnehmer, die aufgrund Schul- oder Kitaschließungen zuhause ihre Kinder beaufsichtigen und beschulen müssen und daher ihrer Arbeit nicht nachgehen können, verlieren damit einerseits ihren Lohnanspruch aufgrund Nicht-Erbringung der Arbeitsleistung (§§ 275 Abs. 3, 326 Abs. 1 S. 1 BGB) und sind auf staatliche Ausgleichszahlungen nach dem neu geschaffenen Entschädigungsanspruch des § 56 Abs. 1 a Infektionsschutzgesetz (IfSG) angewiesen. Dabei reduziert sich auch für diesen Zeitraum ihr Urlaubsanspruch, weil das Arbeitsverhältnis ruht.

4) Gewährter Urlaub ist gewährt?! 

Die „Rückgabe“ eines bereits genehmigten Urlaubs ist arbeitsrechtlich nicht einseitig möglich. Das Argument, dass der Urlaub jetzt ja „nicht wirklich genutzt“ werden könne, würde vor Arbeitsgerichten nicht standhalten. Den für 2020 vereinbarten Urlaub zurückzunehmen ist damit nur mit Einverständnis des Arbeitgebers möglich.

Der Umstand, dass eine gebuchte Reise nicht angetreten werden könne und der Urlaub damit doch sinnlos wäre, ist kein rechtlich durchschlagendes Argument. Auch gibt es keine rechtliche Regel, dass Urlaub im Ausland sozusagen erholsamer als solcher in Deutschland sei.

Denn die Gewährung von Urlaub und der damit beabsichtigte Zweck, nämlich sich von der Beanspruchung der Arbeit zu erholen, ist weiterhin möglich. Zudem geht es dem Arbeitgeber bei der Gewährung von Urlaub nicht nur darum, die Erholung des Arbeitnehmers zu ermöglichen, sondern auch darum, seinen gesetzlichen Pflichten nachzukommen.

Kurzum: Den gewährten Urlaub zurückzugeben oder aufzuschieben, ist nur mit Einverständnis des Arbeitgebers möglich.

5) Kann mein Urlaub vom Arbeitgeber zurück gerufen werden? 

Auf der anderen Seite ist auch der Arbeitgeber an den gewährten Urlaub gebunden. Ein Widerruf gewährten Urlaubs, weil derzeit viel zu tun ist, wird auch Arbeitgebern regelmäßig nicht möglich sein.

Allenfalls in Notfällen hat der Arbeitgeber einen Anspruch darauf, dass der Arbeitnehmer seinen genehmigten Urlaub verändert. Personelle Engpässe, seien diese aufgrund Krankheit oder weiterer urlaubender Arbeitnehmer entstanden, genügen hierfür regelmäßig nicht.

6) Wie verhält es sich bei spontanen Betriebsferien? 

Mancher Arbeitgeber mag auch überlegen, ob die derzeitige Situation mit womöglich weniger Betriebsamkeit dazu genutzt werden könnte, die Urlaubsansprüche der Arbeitnehmer abzubauen, um dann, wenn es nach der Krise wieder richtig losgeht, alle Mitarbeiter zur Verfügung zu haben. Die Einführung sogenannter Betriebsferien, die den Arbeitnehmer verpflichten, Urlaub zu nehmen, ist grundsätzlich möglich.

Es darf jedoch nicht der gesamte Urlaub der Mitarbeiter durch vorgegebene Betriebsferien verplant werden: Über einen Teil der Zeit muss der Arbeitnehmer selbst verfügen können.

In der Coronakrise kommt für Arbeitgeber erschwerend hinzu: Betriebsferien müssen regelmäßig mit einem entsprechenden zeitlichen Vorlauf angekündigt werden, damit sich Arbeitnehmer darauf einstellen und ihren Urlaub entsprechend planen können. Sie dürfen daher nicht ein Mittel sein, um kurzfristig im Mai noch Urlaubstage zu erledigen. Außerdem kann es sein, dass Arbeitnehmer, die bereits zu Jahresbeginn ihren Urlaub beantragt und genehmigt bekommen haben, vielleicht auch gar keine Urlaubstage mehr für Betriebsferien übrig haben.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

Sicherheit in diesen unsicheren Zeiten zu schaffen, ist ein anspruchsvolles Ziel, was wir für Sie jedoch jeden Tag aufs Neue erreichen möchten.

Daher wollen wir Ihnen mit folgenden Hinweisen Instrumente und Hilfestellungen an die Hand geben, die in der jetzigen Phase für etwas mehr Sicherheit sorgen können:

1.  App zur Beantragung von Kurzarbeit

Wir wollen die Gelegenheit nutzen und unsere bisherigen Erfahrungen mit der App zur Beantragung von Kurzarbeit mit Ihnen teilen (s. unser Newsletter vom 30.04.2020). Eine App der Arbeitsagentur unterstützt nämlich Arbeitgeber bei der Antragstellung auf Kurzarbeit, vor allem beim Versenden der Dokumente an die zuständige Arbeitsagentur.

Diese können Sie hier herunterladen:

>> Apple Store
>> Google Play Store

Wie ist nun aber der Ablauf?

Das Kurzarbeitergeld strecken Sie als Arbeitgeber zunächst vor und bekommen es von der Agentur für Arbeit im Nachgang erstattet. Nachdem wir Ihre Lohnabrechnung unter Berücksichtigung der Kurzarbeit systemseitig verarbeitet haben, ist daher ein entsprechender Erstattungsantrag bei der zuständigen Agentur für Arbeit einzureichen. Diesen Antrag erhalten Sie regelmäßig von uns mit den uns bekannten Informationen vorbefüllt, jedoch sind oftmals noch ein paar wenige Informationen vom Arbeitgeber zu ergänzen. Diesen dann Ihrerseits ergänzten Antrag können Sie mit Hilfe dieser App digitalisieren und der Arbeitsagentur weiterleiten. Angeblich sollen die derart übermittelten Anträge auch schneller bearbeitet werden. Hierzu haben wir aufgrund der Aktualität jedoch noch keine Bestätigung aus der Praxis heraus.

2. Warnung vor falschen Internetseiten zu finanziellen Leistungen des Freistaats Bayern

Die Notsituation vieler Unternehmen, Selbstständiger und Freiberufler wird derzeit durch Betrüger ausgenutzt. Vor diesem Hintergrund bittet das Bayerische Gesundheitsministerium genau zu prüfen, auf welchen Internetseiten Anträge für finanzielle Leistungen des Freistaats Bayern bezüglich der Corona-Pandemie gestellt werden können.

Über falsche Webangebote besteht demnach die Gefahr, dass Ihre persönlichen Daten in falsche Hände geraten und zu Ihrem Schaden missbraucht werden. Alle Förderungen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sind unter der Domain „bayern.de“ zu finden (zum Beispiel „stmgp.bayern.de“, „formularserver.bayern.de“). Sollten Ihnen verdächtige Internetseiten auffallen, werden Sie daher gebeten, umgehend per E-Mail an poststelle@stmgp.bayern.de zu informieren. Seien Sie bitte vorsichtig und aufmerksam!

3.  Zwei-Milliarden-Euro-Maßnahmenpaket für Start-ups verabschiedet

Das am 01.04.2020 angekündigte Zwei-Milliarden-Euro-Maßnahmenpaket für Start-ups steht fest. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium der Finanzen haben in den vergangenen Wochen gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der KfW Capital die Details des Maßnahmenpakets ausgearbeitet.

Mit dem 2 Mrd. Euro Maßnahmenpaket sollen gezielt Start-ups und kleine mittelständische Unternehmen mit einem zukunftsfähigen Geschäftsmodell adressiert werden.

Dazu basiert das Maßnahmenpaket auf 2 Säulen:

Säule 1 sog. Corona-Matching Fazilität:

Zum einen werden Wagniskapitalfonds die zusätzlichen öffentlichen Mittel über die neue Corona Matching Fazilität zur Verfügung gestellt, damit Investoren auch während der Corona-Krise hoch innovative und zukunftsträchtige Start-ups finanzieren. Damit soll sichergestellt werden, dass noch junge Unternehmen auch in der derzeitigen Phase ihren Wachstumskurs fortsetzen können. Über die Corona Matching Fazilität werden die bestehenden Kooperationen mit den öffentlichen Partnern, wie zum Beispiel der KfW Capital und dem Europäischen Investitionsfonds, genutzt, um die öffentlichen Mittel den Start-ups schnell über Wagniskapitalfonds zur Verfügung zu stellen.

Säule 2 für Start-ups und kleine Mittelständler (ohne Zugang zu Säule 1):

Für Start-ups und kleine Mittelständler, die keinen Zugang über die Corona Matching Fazilität haben, werden weitere Wege zur Sicherstellung ihrer Finanzierungen eröffnet. Hierzu wird es eine enge Zusammenarbeit mit den Ländern geben, unter anderem über die Zusammenarbeit mit Landesgesellschaften.

4.  Auch Minijobber können steuerfreie Bonuszahlungen erhalten

Bis Ende des Jahres können Arbeitgeber ihren Beschäftigten steuerfreie Bonuszahlungen gewähren (s. u.a. unseren Newsletter vom 08.04.2020). Diese Zahlungen bleiben dann ebenfalls beitragsfrei in der Sozialversicherung. Damit würdigt die Bundesregierung besondere Leistungen von Beschäftigten in der Corona-Krise. Auch Minijobber profitieren hiervon.

Was genau hierfür zu beachten ist und wie hoch diese Sonderzahlungen bei Minijobbern sein dürfen, erklären wir in diesem Beitrag.

Bonuszahlung zum ohnehin vereinbarten Verdienst:

Arbeitgeber können ihren Minijobbern zwischen dem 01.03.2020 und dem 31.12.2020 Bonuszahlungen bis zu einem Gesamtbetrag in Höhe von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachleistungen gewähren. Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass die Bonuszahlung zusätzlich zum Verdienst gezahlt wird und nicht etwa zum Ausbezahlen von Überstunden genutzt wird. Die steuerfreien Sonderzahlungen bleiben auch in der Sozialversicherung beitragsfrei.

Steuerfreie Bonuszahlungen ohne Auswirkungen auf die Verdienstgrenze im Minijob:

Bei einem 450-Euro-Minijob können Minijobber regelmäßig monatlich bis zu 450 Euro verdienen – also 5.400 Euro im Jahr. Wird diese Verdienstgrenze überschritten, liegt kein Minijob, sondern ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis vor. Die steuerfreie zusätzliche Sonderzahlung zählt nicht zum regelmäßigen Verdienst des Minijobbers und führt somit nicht zum Überschreiten der zulässigen Entgeltgrenze und beeinflusst den 450-Euro-Minijob nicht.

Beispiel:
Ein Minijobber erhält einen monatlichen Verdienst von 450 Euro. Als Anerkennung für seine besondere Leistung in der Corona Krise zahlt ihm der Arbeitgeber im Mai 2020 zusätzlich zum vereinbarten Verdienst eine Sonderzahlung in Höhe von 500 Euro aus.
Die Beschäftigung bleibt weiterhin ein 450-Euro-Minijob, da es sich bei der Sonderzahlung um eine steuerfreie und sozialversicherungsfreie Leistung handelt.

Auch Minijobber in Privathaushalten können steuerfreie Bonuszahlung erhalten:

Auch Minijobber in Privathaushalten können von ihren Arbeitgebern Sonderzahlungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei erhalten. Sachleistungen, die der Privathaushalt der Haushaltshilfe zukommen lässt, zählen losgelöst von der steuerfreien Bonuszahlung hingegen niemals zum Arbeitsentgelt. Sie sind somit immer möglich und bleiben unabhängig von Zeitraum und Wert der Sachleistung stets unberücksichtigt.

Die Steuerfreiheit für Bonuszahlungen gilt je Arbeitgeber:

Ein Beschäftigter mit mehreren Beschäftigungen, kann von jedem seiner Arbeitgeber eine Bonuszahlung von jeweils bis zu 1.500 Euro über dem vereinbarten Verdienst steuerfrei erhalten. Hat ein Minijobber z. B. noch eine sozialversicherungspflichtige Hauptbeschäftigung, kann er sowohl im Minijob, als auch in der sozialversicherungs-pflichtigen Beschäftigung eine steuerfreie Sonderzahlung von bis zu 1.500 Euro erhalten.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung!

Selbstverständlich stehen wir Ihnen auch darüber hinaus zu aktuellen Themen und Fragestellungen in dieser besonderen Situation zur Verfügung.

Über unsere Zentrale, Tel. 08841 – 676970 wird Ihr Anliegen direkt an unsere Expertinnen und Experten weitergegeben.

Sprechen Sie uns gerne an und – bleiben Sie gesund!