Medizin 4.0

Es vergeht beinahe kein Tag an dem nicht irgendeine Zeitung, Fernsehsender oder Internetportal über das Thema Künstliche Intelligenz (KI) berichtet. Dabei gehen die Meinungen weit auseinander: Heiliger Gral sagen die einen, Spiel mit dem Feuer die anderen.

KI ist nichts neues, doch jüngste Entwicklungen im Bereich Computerleistungen und Datenverfügbarkeit verhelfen der KI zu immer neuen Höhenflügen. Argumente, dass die Algorithmen emotions- und kreativlos sind, wurden längst widerlegt. Nachfolgend nur einige allgemeine „KI-Erfolge“, die meist noch am Tag deren Eintreffens niemand wirklich für möglich gehalten hätte:

• Die künstliche Intelligenz „Watson“ gewinn bei Jeopardy!
• „AlphaGo“ von Google schlägt den Go Weltmeister (ein Spiel, das nicht über Rechenleistung, sondern vor allem über Kreativität und Intuition gewonnen wird)
• Wer gerne Musik hört, sollte bei Youtube nach „Song composed by Artificial Intelligence“ oder „Daddy’s Car“ suchen und sich fragen, ob ein Unterschied zu menschlich generierter Musik festzustellen ist
• Bei Christie`s ist ein „KI Gemälde“ für 380.000 € versteigert worden

Die Algorithmen können basierend auf Sprach-, Mimik-, und Textanalyse mittlerweile zum Teil auch emotionale Zustände besser als wir Menschen erkennen und darauf entsprechend reagieren. So arbeiten zahlreiche Servicehotlines und Callcenter bereits mit unterstützenden KI-Programmen, die Mitarbeitern Empfehlungen zur angepassten Gesprächsführung geben.

Und auch vor der Medizin macht die Entwicklung nicht halt: Bereits heute gibt es vor allem bei bildbasierter Diagnostik (Radiologie, Kardiologie, Dermatologie, Zytologie, etc.), aber auch im Bereich der Krebsdiagnostik, intelligente Softwarelösungen . In China hat ein Algorithmus die Zulassungsprüfung als Arzt sehr erfolgreich bestanden und dürfte nun „offiziell“ behandeln . Der Algorithmus „CheXNet“ schlug bei der Diagnose von Lungenentzündung bereits nach wenigen Wochen „Ausbildung“ die besten Radiologen der Stanford University.

Wie wird Sie also aussehen die schöne neue Welt der Medizin? Wir gehen davon aus, dass die KI langsam mehr und mehr Aufgaben übernehmen wird. Zunächst natürlich unterstützend im Bereich Diagnostik und Verarbeitung all jener Daten, die von medizintechnischen Geräten aufgezeichnet werden. Mit zunehmender Intelligenz ist jedoch ein Anamnesegespräch, ein automatischer Arztbrief (bereits heute sehen wir, dass Schreibkräfte durch intelligente Diktiergeräte ersetzt werden), eine automatisierte Abrechnung, eine automatisierte Medikation etc. absehbar. Die technischen Möglichkeiten bestehen zum Teil bereits heute. Grenzen werden u.a. durch gesetzliche Rahmenbedingungen gesetzt.

Die Gewinner? Allem voran die „Besitzer“ der Algorithmen und in der Übergangsphase auch jene, die sich einen frühzeitigen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Nehmen wir als Beispiel den Radiologen, der sich bereits heute von einer KI unterstützen lässt, während Kollegen die gesamte Befundung selbst durchführen. Klar, wer hier einen Zeit- und Qualitätsvorteil generiert – und dies bei bestehenden Abrechnungssätzen (die irgendwann mit Sicherheit zumindest in Teilbereichen angepasst werden).

Wie schnell geht der Wandel? Niemand kann diese Frage beantworten. Grundsätzlich wird in der Branche davon ausgegangen, dass die Entwicklung eher exponentieller als linearer Natur sein wird. Das bedeutet, dass wir den zeitlichen Rahmen intuitiv falsch einschätzen. Und da der Einzug der KI in unseren Alltag schrittweise erfolgt erleben wir einen signifikanten Umbruch nicht als signifikanten Umbruch (vgl. Smartphone, Apps, Wearables…).

Wo geht die Reise hin? Auch dies kann niemand so wirklich vorhersagen, jedoch sind sich die KI-Experten weitestgehend einig: Noch in diesem Jahrhundert werden wir erleben, dass ein Computerprogramm genauso intelligent ist wie ein Mensch. Und der nächste Schritt ist nur noch ein Kleiner: Das Programm wird intelligenter als wir. Die Konsequenzen sind dabei in keiner Weise absehbar. Die Implikationen sind weitreichend: Wenn wir eine solche Intelligenz schaffen/ in vielen unserer Wirkbereiche durch sie ersetzt werden, müssen wir eine neue Diskussion über ethische Grundwerte, Menschlichkeit und den Sinn des Lebens beginnen. Denn ein Programm, das intelligenter ist als wir, wird voraussichtlich unsere letzte große Erfindung sein.

https://zentrum-digitalisierung.bayern/was-wir-sind/

https://ec.europa.eu/digital-single-market/en/news/digital-innovation-hubs-projects-open-calls-smes

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https://www.heise.de/newsticker/meldung/KI-druckt-Kunst-Auktionshaus-Christie-s-versteigert-KI-Gemaelde-fuer-380-000-Euro-4204793.html

https://www.heise.de/tr/artikel/KI-mit-emotionaler-Intelligenz-3613884.html

https://www.ibm.com/cognitive/de-de/outthink/quest-with-watson.html

https://www.youtube.com/watch?v=dm0QO_xesnc

https://stanfordmlgroup.github.io/projects/chexnet/

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