Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) an Arbeitnehmer, die für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel im genehmigten Linienverkehr (ohne Luftverkehr) nutzen, sind ab 1.1.2019 lohnsteuerfrei. Die frühere, bis 2003 geltende Steuerbefreiung für den öffentlichen Personenverkehr wird für Lohnzahlungszeiträume ab 2019 reaktiviert. Der Arbeitgeber kann die Aufwendungen des Arbeitnehmers für öffentliche Verkehrsmittel steuerfrei ersetzen. Begünstigt ist der Linienverkehr, sofern er nicht den Luftverkehr betrifft. Taxis sind dadurch von der Steuerbefreiung ausdrücklich ausgenommen. Die Wiedereinführung der Steuerbegünstigung soll den Steuerbürger zum Umsteigen auf den umweltfreundlichen öffentlichen Personenverkehr für die täglichen Fahrten zu seinem Arbeitgeber bewegen.

Für die Steuerfreiheit werden 2 Fallgruppen unterschieden:

1. Steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers, d. h. der Ersatz von nachgewiesenen Aufwendungen des Arbeitnehmers.
2. Das Zurverfügungstellung unentgeltlicher oder verbilligter Fahrausweise – sog. Jobtickets.
Bei beiden Fallgruppen ist erforderlich, dass der Arbeitgeber diese Leistungen zusätzlich zu dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbringt. Die Fälle der sog. Barlohnumwandlung sind nicht begünstigt.

Wichtig
Vorlage der Fahrausweise zur Nachweisführung

Steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers kommen nur in Betracht, wenn der Arbeitnehmer nachweist, dass er für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel benutzt hat. Auch die Höhe der Aufwendungen ist zu belegen. Der Arbeitnehmer sollte dem Lohnbüro also die entsprechenden Fahrausweise vorlegen. Nicht erforderlich ist, dass der Arbeitnehmer regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Auch bei nur gelegentlichen Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann der Arbeitgeber die Aufwendungen in voller Höhe steuerfrei ersetzen oder einen Zuschuss leisten.
Die Jobtickets dürften die in der Praxis bedeutsame Fallgruppe sein: Der Arbeitgeber stellt seinen Arbeitnehmern unentgeltlich oder verbilligt Fahrkarten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung. Die Steuerfreiheit bleibt auch dann erhalten, wenn es sich um Monats-, Regionalkarten oder ähnliche Fahrausweise handelt, die auch von anderen Personen, z. B. von Familienangehörigen, und vom Arbeitnehmer auf anderen Fahrstrecken benutzt werden können. Der Arbeitgeber muss grundsätzlich nicht prüfen, ob solche Fahrausweise auch für Privatfahrten genutzt werden.

Hinweis

Anrechnung steuerfreier Arbeitgeberleistungen auf den Werbungskostenabzug

Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zu den Aufwendungen für die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie steuerfreie Sachbezüge in Form von unentgeltlichen oder verbilligten Jobtickets sind von dem sich nach den Regeln der Entfernungspauschale ergebenden Werbungskostenabzug abzuziehen.
Als 3. weitere Fallgruppe neben den Arbeitgeberzuschüssen und Jobtickets zur beruflichen Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ist auch die private Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Personennahverkehr von der Steuerbefreiung erfasst. Ab 2019 kann der Arbeitgeber steuerfreie Fahrausweise zur Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zur Verfügung stellen. Die Steuerfreiheit umfasst nicht nur Einzelfahrscheine für Bus und Bahn, sondern auch Monats- und Jahresfahrausweise. Auch hier ist die Steuerfreiheit daran geknüpft, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer diese privaten Bus- und Bahntickets zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt. Begünstigt sind sowohl zusätzliche Sachbezüge als auch zusätzliche Geldleistungen des Arbeitgebers.