Diesen Monat für Sie entworfen:

Dipl.-Kfm. (univ.) Michael A. Witschel
Steuerberater
Partner
Fachberater für den Heilberufebereich (IFU/ISM gGmbH)
michael.witschel@dr-schauer.de

 

Diese steuerfreien Extras sollten Sie kennen

Das Einkommensteuergesetz ermöglicht es Unternehmen, den Mitarbeitern ganz legal einige Euro mehr „Netto“ zukommen zu lassen – ohne das Finanzamt mit zusätzlichen Zahlungen zu „füttern“, im Gegensatz zur Bruttolohnerhöhung, bringt dies mehrere Vorteile mit sich. Gerade kleine Firmen haben über geldwerte Vorteile gute Chancen neues Personal zu gewinnen.

Als Sachleistungen sind möglich:

– Beteiligung an der privaten Stromrechnung
– Einkauf auf Firmenkosten
– Bezahlung des Friseurbesuches

Achtung!

Eine Sachleistung ist nur einmal im Monat möglich und darf 44,-€ nicht übersteigen.

 

Weitere Zusatzleistungen sind möglich:

– Übernahme der Kita-Gebühren für die Kinder des Arbeitnehmers
– Erholungsbeihilfen
– Aufmerksamkeiten aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses
(Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 60,-€ inkl. Ust)
– Jobticket für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln
– Zuschuss für die Verpflegung der Mitarbeiter, z.B. mit Restaurantgutscheinen oder Essenschecks
– E-Bikes oder Rennräder als Bonus zum Gehalt zu sponsern, eventuell sogar zusätzlich zum Dienstwagen.
– Mitarbeiter finanziell unterstützen bei Kursen und Trainings, die die Gesundheit fördern, auch außerhalb des Betriebs. Z.B. Wirbelsäulen-Kurse, Anti-Stress- oder Burn-Out-Trainings, Entspannungs- und Nichtraucher-Kurse sowie Lehrgänge rund um gesunde Ernährung. Mitgliedschaften bei Sportvereinen und Fitnessstudios sind von der Regelung ausgenommen.

Für nähere Informationen wenden Sie sich gerne an uns! Wir beraten Sie gerne.

 

 

Das müssen Praxisgemeinschaften im Umgang mit der Verarbeitung von Patientendaten beachten

Zum Schutz der personenbezogenen Daten nach der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) darf in einer Praxisgemeinschaft nur Software verwendet werden, die die technische Zuordnung der Patientendaten ausschließlich zu dem behandelnden Zahnarzt zulässt. Auch auf Patientenunterlagen in Papierform darf nur der behandelnde Zahnarzt zugreifen.

In einer Praxisgemeinschaft gibt es mehrere Praxen
Während eine Berufsausübungsgemeinschaft/Gemeinschaftspraxis eine rechtliche Einheit bildet, ist dies bei Praxisgemeinschaften anders. Hier haben Zahnärzte lediglich beschlossen, bestimmte Ressourcen wie Personal, Räume und Geräte gemeinschaftlich zu nutzen. Rechtlich bleiben die einzelnen Zahnärzte selbstständig und eigenverantwortlich, d. h.: Jeder Zahnarzt betreibt seine eigene Praxis, hat einen eigenen Patienten- und Datenstamm, dokumentiert und rechnet die von ihm erbrachten Leistungen eigenständig ab.

Die Eigenständigkeit muss beim Datenschutz umgesetzt werden
Für die Datenverarbeitung bedeutet dies, dass für die mehreren Praxen in der Praxisgemeinschaft sichergestellt werden muss, dass die Daten des Patienten immer nur von dem verantwortlichen Behandler und den Mitarbeitern seiner Praxis einsehbar sind. Dies ist in der Regel nur der Fall, wenn die Praxisgemeinschaft eine Zahnarztsoftware mit echter Mandantenfähigkeit verwendet:
• In diesem Fall benutzt die Praxisgemeinschaft zwar gemeinsam einen Server oder ein Patientenverwaltungsprogramm.
• Die Patientendaten werden jedoch nicht zentral in einer gemeinsamen Datenbank abgespeichert. Vielmehr hat jede Praxis für ihre Patienten eine eigene Datenbank.

Verlässt ein Praxisinhaber die Praxisgemeinschaft, kann er die Daten seiner Patienten problemlos aus der Praxisgemeinschaft entfernen, mitnehmen und an einem neuen Praxisstandort wieder einsetzen.

PRAXISTIPP | Nutzt eine Praxisgemeinschaft eine Praxissoftware, die alle Patientendaten in einer Datenbank abspeichert und nur die Leistungen einem bestimmten Behandler bzw. einer Praxis zuordnet (sogenannte Pseudo-Mandantenfähigkeit), ist dies nicht DS-GVO-konform. Jeder Praxisinhaber sollte deshalb unbedingt überprüfen, ob innerhalb der Praxisgemeinschaft wirklich nur autorisierte Personen Zugriff auf die Daten seiner Patienten haben. Ist dies nicht der Fall, kann es für den Praxisinhaber bei Bekanntwerden dieser Datenschutzverletzung sehr teuer werden. Nur bei gemeinsamem Personal kann diesen Mitarbeitern ein Zugriffsrecht auf die Daten aller Patienten aller Zahnärzte der Praxisgemeinschaft eingeräumt werden.

Quelle:

https://www.iww.de/zp/archiv/ds-gvo-und-patientenrechte-das-muessen-praxisgemeinschaften-im-umgang-mit-der-verarbeitung-von-patientendaten-beachten-f119814