Neueinführung der Vorabpauschale ab 2019

 

Das Investmentsteuerreformgesetz (InvStRefG) ist mit diversen Neuerungen für die Besteuerung von Investmentfonds Anfang 2018 in Kraft getreten. Eine entscheidende Neuerung ist die Einführung einer sog. Vorabpauschale, die erstmals zu Beginn des Jahres 2019 relevant sein wird.

 

Wesentliche Informationen zur Vorabpauschale

Auch bei Investmentfonds, die keine oder nur sehr geringe Ausschüttungen vornehmen, will der Gesetzgeber eine jährliche Besteuerung sicherstellen.

Wenn der Anleger keine Ausschüttung erhält oder keine Veräußerungsgewinne erzielt und folglich kein Geld fließt, auf die eine Kapitalertragssteuer einbehalten werden kann, soll der Anleger zumindest vorab pauschal einen Teil seiner Wertsteigerungen versteuern.

Eine Besteuerung erfolgt jedoch nur, wenn im vergangenen Jahr auch tatsächlich Wertsteigerungen verzeichnet wurden.

Die Vorabpauschale ist daher keine zusätzliche Steuer, sondern eine steuerliche Berechnungsgröße ohne Geldzufluss, auf die zu Beginn eines jeden Jahres – erstmals im Januar 2019 – eine Steuer in Höhe von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer berechnet wird. Die entsprechenden Teilfreistellungssätze (z.B. Teilfreistellungssatz Aktienfonds 30 %) werden berücksichtigt.

Sofern uns kein gültiger Freistellungsauftrag vorliegt, werden die fälligen Steuern dem Verrechnungskonto des Depots belastet.

 

Überschlägige Beispielrechnung:

Für ein Depot in Höhe von 10.000 Euro Kurswert können theoretisch maximal ca. 17,00 Euro Steuern aufgrund der Vorabpauschale anfallen, in der Praxis dürfte die tatsächlich belastete Summe meist deutlich geringer ausfallen.

Gut zu wissen:

– Mit der Vorabpauschale wird sich bzgl. der Höhe der Besteuerung für die meisten Anleger kein Unterschied ergeben.

– Steuern auf die Vorabpauschale fallen nur an, wenn im Vorjahr Gewinne erzielt wurden.

– Die depotführende Bank ermittelt automatisch alle erforderlichen Beträge und kümmert sich um die korrekte Abführung an das zuständige Finanzamt.

– Bereits bezahlte Steuern auf Vorabpauschalen werden bis zum Verkauf gespeichert, damit es nicht zu einer Doppelbesteuerung kommt.

– Im Rahmen der Steuerabführung werden Freibeträge eines gültigen Freistellungsauftrags berücksichtigt.